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Aktionärsbrief

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Dr. Frank Mastiaux, CEO
0 Jahre

in Folge haben wir das Adjusted EBITDA gesteigert.

0 %

Anteil der erneuerbaren Energien an unserer Erzeugungskapazität und damit seit 2012 verdoppelt.

Bis 2035

möchten wir Klimaneutralität in unseren eigenen CO₂-Emissionen erreichen.

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Liebe Leser*innen,

gerne hätte ich nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr diesen Aktionärsbrief in positiver Stimmung begonnen. Dies ist mir angesichts der Tatsache, dass in Europa ein militärischer Angriff auf ein souveränes Land und Volk stattfindet, leider nicht möglich. Die Geschehnisse machen uns fassungslos und traurig. Ich fühle mit den Menschen in der Ukraine und hoffe, dass Not und Angst dort bald der Vergangenheit angehören mögen. Als Energieunternehmen haben wir natürlich auch Vorsorge für mögliche Folgen zu treffen, die unser Land und unsere Aufgabe betreffen. Wir haben hierfür eine Task Force gebildet und betrachten die Situation aus allen Blickwinkeln. Unserer Verantwortung für die Versorgungssicherheit sind wir uns bewusst und werden alles dafür tun, dass die Energieversorgung weiterhin unbeeinträchtigt und stabil bleibt.

Machen und Liefern statt Reden und Zögern. Dieser Gedanke hat in den vergangenen zehn Jahren die erfolgreiche Transformation unseres Unternehmens bestimmt. Machen und liefern muss auch die Energiepolitik. Das Ziel der Klimaneutralität steht und wird von einem gesellschaftlichen Konsens getragen. Nun gilt es, vom Ziel her zu denken und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Der Umbau der Energiewirtschaft muss dafür deutlich beschleunigt werden, auch mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen. Das betrifft zum einen die Entbürokratisierung der Genehmigungs­verfahren beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Zum anderen benötigen wir Reformen der CO₂-Bepreisung, um die Marktkräfte stärker ins Spiel zu bringen. Einen weiteren Punkt sehe ich in der gesamthaften Neuausrichtung des Steuer-, Abgaben- und Umlagesystems an der CO₂-Intensität der verschiedenen Energieträger. Die Liste ist lang und die Zeit drängt. Vor diesem Hintergrund begrüße ich die ambitionierten Ziele der Bundesregierung, deren konsequente Umsetzung muss nun aber Priorität bekommen. Wir können das, was die Politik fordert, liefern – und dies für den gesamten Bereich der Energieversorgung, für die Mobilität der Zukunft und für eine leistungsfähige Tele­kommunikation. Was häufig vergessen wird: In der weiteren Transformation in Richtung Klima­neutralität stecken enorme Chancen – für Unternehmen, für den Wirtschaftsstandort Deutschland, für die Beschäftigten und Bürger*innen in diesem Land.

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Die EnBW 2021 auf Wachstumskurs

Wir haben 2021 ein operatives Ergebnis von annähernd 3,0 Mrd.€ erzielt und damit das Adjusted EBITDA bereits das fünfte Jahr in Folge gesteigert. Die EnBW will wirtschaftlichen Erfolg und verantwortungs­bewusstes Handeln für Kund*innen und Gesellschaft, Umwelt und Mitarbeiter*innen konsequent miteinander verknüpfen. Das Geschäftsjahr 2021 war ein weiterer Schritt auf diesem Weg, und dies trotz der erheblichen Veränderungen an den Rohstoff- und Energiemärkten. Zugleich hat sich die EnBW auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie als verlässlicher Partner bewiesen. Im Produktportfolio von EnBW und Yello hat sich Strom aus erneuerbaren Quellen mittlerweile als Standard etabliert: 2021 entschieden sich 96 % der Neukund*innen für „grüne“ Energie. Der Ausbau unseres Schnellladenetzes für die E-Mobilität geht rasch voran. 2021 kamen Belgien, Luxemburg und Liechtenstein neu in unser EnBW HyperNetz hinzu. Im Telekommunikations­geschäft haben wir 2021 unsere Aktivitäten gebündelt und auf den eigenwirtschaftlich finanzierten Glasfaserausbau ausgedehnt. Über unser Beteiligungsmodell „EnBW vernetzt“ haben sich mittlerweile 214 Kommunen an unserer Verteilnetztochter Netze BW mit insgesamt knapp 14 % beteiligt und gestalten so die Zukunft der Strom- und Gasnetze mit. Wichtige Meilensteine unserer Wachstums- und Klimaneutralitätsstrategie waren Anfang 2021 der Zuschlag für zwei Wind-offshore-Projekte in der Irischen See mit einer Gesamtleistung von bis zu 3 GW und Anfang 2022 ein zweiter Auktionserfolg zur Entwicklung eines 2,9 GW starken Offshore-Windparks vor der schottischen Ostküste – die Windparks wollen wir zusammen mit bp realisieren. Einen weiteren Offshore-Auktionserfolg konnten wir 2022 in den USA verzeichnen. Da wir uns künftig jedoch auf den europäischen Markt fokussieren werden, veräußern wir unsere US-Aktivitäten an den bisherigen Partner TotalEnergies. Auch bei der Entwicklung von Solarparks kommen wir voran: Im März 2021 ging der Solarpark Weesow-Willmersdorf mit 187 MW vollständig ans Netz. Bis Ende März 2022 werden die beiden Solarparks Gottesgabe und Alttrebbin mit einer Leistung von jeweils 150 MW schrittweise in Betrieb genommen. Der Anteil der erneuerbaren Energien an unserer Erzeugungs­kapazität belief sich Ende 2021 auf 40,1 % und wird in den kommenden Jahren weiter steigen.

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Nachhaltiger und innovativer Infrastruktur­partner

Nachdem wir unsere Strategie EnBW 2020 erfolgreich abgeschlossen haben, liegt der nächste strategische Zielhorizont im Jahr 2025. Wir richten den Fokus unseres Unternehmens zunehmend auf den Infrastrukturaspekt bestehender energienaher Geschäftsfelder und erschließen uns neue Wachstumschancen auch jenseits des Energiesektors. Die EnBW soll 2025 noch ertragsstärker und stabiler dastehen als heute und dabei noch agiler und nachhaltiger werden. Ausbau der erneuerbaren Energien, beispielsweise der Offshore-Windkraft, Ausweitung der Schnelllade­infrastruktur für die E-Mobilität, Fortentwicklung des Telekommunikations- und Breitbandgeschäfts, Ausbau der Transportnetze für Strom und Gas, Ertüchtigung der Stromverteilnetze – die Liste unserer Zukunfts­projekte ließe sich noch fortsetzen. Insgesamt plant die EnBW für den Zeitraum von 2021 bis 2025 Nettoinvestitionen von rund 12 Mrd.€. Parallel zur geschäftlichen Expansion wollen wir unsere Nachhaltigkeitsleistung kontinuierlich verbessern. Wir haben unser 25-Punkte-Nachhaltigkeits­programm in eine strategisch angelegte und umfassende Nachhaltigkeitsagenda überführt, mit der wir 2022 operativ starten. Ihr zentrales Ziel ist es, bis 2035 Klimaneutralität in unseren eigenen CO₂-Emissionen zu erreichen. Unsere Tochtergesellschaft Netze BW ist seit 2021 klimaneutral, die Energiedienst bereits seit 2020. Der Umstieg von Kohle auf Gas, von Gas auf Wasserstoff und von Wasserstoff zu grünem Wasserstoff kennzeichnet diesen Pfad – neben dem weiteren Ausbau und der vielfältigen Nutzung der erneuerbaren Energien. Die aktuellen Anforderungen der EU-Taxonomie an Gaskraftwerke sind aus unserer Sicht allerdings in Teilen noch zu anspruchsvoll, um den Übergang in die Wasserstoff­wirtschaft aus technologischer und wirtschaftlicher Sicht zu ermöglichen.

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Worauf es ankommt

Menschen tragen den Erfolg eines Unternehmens. Bei der EnBW sind das über 26.000 Mitarbeiter*innen. Sie waren in den vergangenen Jahren gefordert, die Neuausrichtung ihres Unternehmens durch Ideen, Engagement und Beharrlichkeit mitzugestalten. Dafür danke ich Ihnen ganz persönlich und zugleich im Namen meiner Kolleg*innen im Vorstand. In den kommenden Jahren wird sich das Tempo der Veränderungen weiter steigern und mit großen Unsicherheiten muss ein Unternehmen umgehen können, wie die aktuelle Situation zeigt. Die Infrastrukturen in Deutschland und international werden einen enormen Aus- und Umbau erfahren. Dabei will die EnBW eine maßgebliche Rolle spielen. Wir haben den Anspruch, einen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert für alle unsere Stakeholder zu schaffen. Durch Machen und Liefern – darauf kommt es an.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Frank Mastiaux
Vorsitzender des Vorstands