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Armin, wie würdest du dich jemandem vorstellen, der dich und deine Arbeit noch nicht kennt?

Armin: Hi, ich bin Armin und arbeite bei der EnBW im vorbeugenden Brandschutz. Ich sorge dafür, dass Risiken gar nicht erst entstehen.

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Du sorgst dafür, dass Mitarbeitende sicher arbeiten können, was ist dabei die größte Herausforderung in deinem Job?

Armin: Die größte Herausforderung ist, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig die eigene Sicherheit ist. Viele reagieren erst, wenn bereits etwas passiert ist. Ich halte das für den falschen Ansatz. Mein Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und Unfälle zu verhindern, bevor Menschen zu Schaden kommen.

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Was macht deine Arbeit im vorbeugenden Brandschutz für dich persönlich besonders?

Armin: Besonders ist für mich vor allem der Einfluss, den wir mit unserer Arbeit haben. Wenn wir Menschen durch Schulungen sensibilisieren und sie dieses Bewusstsein auch in ihren Alltag mitnehmen, ist schon viel erreicht. Gleichzeitig schätze ich die Abwechslung, von der Arbeit mit Menschen bis hin zu baulichen Themen oder kleinen Maßnahmen mit großer Wirkung.

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Woher kam diese frühe Faszination für das Thema Feuerwehr und Sicherheit?

Armin: Schon als Kind war ich bei der freiwilligen Feuerwehr aktiv. Da sind tatsächlich meine Eltern ein Stück weit ‚schuld‘. Wir haben direkt neben dem Feuerwehrhaus gewohnt, und mich hat das schon als Kind total fasziniert, sowohl die Technik als auch das Engagement der Ehrenamtlichen. Sobald ein Fahrzeug kam, war ich draußen, egal ob Übung oder Einsatz. Ich wollte immer dabei sein und habe geholfen, wenn ich durfte. Besonders spannend fand ich die Kombination aus Technik und dem Gedanken, anderen in schwierigen Situationen helfen zu können.

Mit 13 hatte ich einen schweren Fahrradunfall mit einem LKW.

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Wie hat dieses Ereignis dein Leben und deinen Blick auf Sicherheit verändert?

Armin: Das hat mein Leben tatsächlich massiv verändert. Ich war 13 und hatte meine Jugend noch vor mir und von einer Sekunde auf die andere war nichts mehr, wie es vorher war. Ich bin irgendwann im Krankenhaus aufgewacht, umgeben von Geräten, Kabeln und piependen Maschinen, ans Bett gebunden und körperlich stark gezeichnet. In so einem Moment versteht man erst einmal gar nicht, was passiert ist.

Diese Erfahrung prägt einen extrem. Man muss vieles neu lernen, und vor allem verändert sich der Blick auf das Leben. Dinge, die vorher wichtig erschienen, verlieren an Bedeutung und man erkennt, wie wertvoll Gesundheit wirklich ist. Denn anders als vieles andere kann man sie nicht einfach ersetzen.

Für mich hatte das auch konkrete Folgen: Mein damaliger Traumberuf als Berufsfeuerwehrmann war plötzlich nicht mehr möglich. Gleichzeitig hat sich mein Blick auf Sicherheit komplett verändert. Ich achte viel bewusster auf mein Umfeld und auf Risiken, weil ich weiß, dass es oft Kleinigkeiten sind, die große Auswirkungen haben können. In meinem Fall war es ‚zur falschen Zeit am falschen Ort, aber im Nachhinein weiß man auch, dass viele solcher Situationen vermeidbar gewesen wären, wenn das Bewusstsein für Sicherheit stärker gewesen wäre.

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Was hat dir in dieser schweren Zeit besonders geholfen, deinen Weg weiterzugehen?

Armin: In dieser Zeit merkt man sehr schnell, wer wirklich an deiner Seite steht. Familie und Freunde haben mir unglaublich viel Kraft gegeben. Sie sind immer wieder ins Krankenhaus gekommen und haben mir ein Stück Leben von draußen mitgebracht. Das hat mir geholfen, die Lebensfreude wiederzufinden und nach vorne zu schauen.

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Heute hast du deine Leidenschaft trotzdem zum Beruf gemacht. Was bedeutet das für dich persönlich?

Armin: Ja, das stimmt. Ich bin nach wie vor in der Feuerwehr aktiv und kann meine Leidenschaft auch beruflich ausleben, nur aus einer anderen Perspektive. Während man bei der Feuerwehr oft die Folgen eines Ereignisses sieht, geht es im vorbeugenden Brandschutz genau darum, dass es gar nicht erst so weit kommt. Für mich persönlich bedeutet das, dass ich meinen Weg gefunden habe. Ich bin angekommen und habe Spaß an meiner Arbeit und das ist mir sehr wichtig.

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Wie kam es zu diesem Start und wie hast du deinen Weg in Richtung Brandschutz gefunden?

Armin: Ich habe damals in der IT-Hotline -heute Servicedesk – im Unternehmen angefangen und ehrlich gesagt nie wirklich in den internen Stellenmarkt geschaut. Es war dann eher Zufall, dass ich genau in dem Moment mal reingesehen habe. Dort wurde die Stelle als Referent für Sonderaufgaben im Brandschutz ausgeschrieben. Für mich war sofort klar: Das ist die Chance, mein Hobby zum Beruf zu machen. Also habe ich mich beworben.

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Wie bist du schließlich zur EnBW gekommen?

Armin: Nach meiner Ausbildung habe ich 2001 in einer kleinen IT-Firma gestartet. Durch die Ereignisse im September desselben Jahres wurden dort jedoch viele Projekte gestoppt, was das Unternehmen stark getroffen hat. Da ich erst seit kurzer Zeit im Unternehmen war, musste ich dieses bereits 2002 wieder verlassen. Im Anschluss habe ich mich bei größeren Unternehmen beworben und wurde schließlich von der EnBW eingeladen. Auch wenn die Stelle nicht exakt meiner ursprünglichen Bewerbung entsprach, hat sie gut zu meinem Profil gepasst. Nach einer Probearbeit habe ich dann ein Angebot erhalten und die Entscheidung dafür habe ich bis heute nicht bereut.

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Du bist inzwischen seit über 24 Jahren Teil des Unternehmens. Was hat dich damals überzeugt zu bleiben und was hält dich bis heute bei der EnBW?

Armin: Zu Beginn war die EnBW für mich einfach eines von vielen Unternehmen. Erst im Bewerbungsprozess habe ich mich intensiver damit beschäftigt und schnell gemerkt, dass mir vor allem die Sicherheit des Arbeitsplatzes und die Entwicklungsmöglichkeiten wichtig sind. Beides bietet ein großes Unternehmen wie die EnBW. Der entscheidende Punkt war für mich dann 2007 der Wechsel in den Bereich Arbeitssicherheit und vorbeugender Brandschutz. Seitdem habe ich das Gefühl, wirklich angekommen zu sein. Mir macht die Arbeit Spaß und es motiviert mich, zu sehen, dass ich mit dem, was ich tue, auch etwas bewirken kann.

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Du bist Referent für Sonderaufgaben im vorbeugenden Brandschutz. Was bedeutet diese Rolle konkret im Arbeitsalltag, wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Armin: Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich, genau das macht meinen Job so besonders. Einen klassischen Tagesablauf gibt es eigentlich nicht. Mal arbeite ich am Computer und erstelle Dokumente, mal bin ich draußen bei den Kolleginnen und Kollegen im Einsatz. Es stehen Schulungen und Besprechungen zu verschiedensten Projekten an. Gleichzeitig kann jedoch jederzeit ein Feueralarm oder ein Ereignis den Tag komplett verändern. Dazu kommen Räumungsübungen oder Begehungen, bei denen ich zum Beispiel prüfe, ob Notausgänge frei sind oder potenzielle Gefahren bestehen. Bei Ausfälligkeiten gehe ich direkt auf die Verantwortlichen zu.

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Für welche Themen und Aufgaben bist du am Standort Karlsruhe verantwortlich?

Armin: Im vorbeugenden Brandschutz haben wir keine direkte Weisungsbefugnis – unsere Rolle ist vor allem beratend. Das ist auch gesetzlich so geregelt. Wir unterstützen Mitarbeitende und Führungskräfte bei allen Fragen rund um den Brandschutz und schauen, dass die Vorgaben eingehalten werden. Wenn uns etwas auffällt, sprechen wir die Verantwortlichen direkt an und begleiten die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen. Nur in akuten Gefahrensituationen greifen wir auch unmittelbar ein. Zu meinen konkreten Aufgaben am Standort Karlsruhe gehören unter anderem regelmäßige Begehungen, die Durchführung von Räumungsübungen sowie die Erstellung und Aktualisierung von Brandschutzordnungen wie auch Unterweisen von Personal.

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Gab es eine Situation, in der dir besonders bewusst wurde: Hier hat meine Arbeit wirklich etwas verhindert?

Armin: Solche Situationen gibt es tatsächlich immer wieder. Oft merkt man es vor allem dann, wenn etwas passiert ist und man im Nachhinein sieht, dass es glimpflich ausgegangen ist, weil die vorher getroffenen Maßnahmen gegriffen haben. Gerade dann wird einem bewusst, wie wichtig die eigene Arbeit ist.

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Wie erlebst du die Zusammenarbeit mit Kolleg*innen, Führungskräften und anderen Bereichen bei der EnBW?

Armin: Das hängt immer ein bisschen vom Thema ab. In den meisten Fällen erlebe ich die Zusammenarbeit sehr positiv. Viele sind dankbar für unseren Input und die Unterstützung. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen man mehr Überzeugungsarbeit leisten muss. Gerade beim Thema Sicherheit merkt man manchmal, dass das Bewusstsein unterschiedlich ausgeprägt ist. Genau da setzen wir an und versuchen, die Bedeutung klar zu vermitteln.

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Wenn du deine Arbeit in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Armin: Präventiv. Verantwortungsvoll. Sinnstiftend.