E-Scooter mit Straßenzulassung kaufen: Fünf Modelle im Vergleich

Elektroroller sind aus dem Stadtbild kaum noch wegzudenken. Für manche sind sie lästige Störenfriede, während sie für andere die perfekte und entspannte Alternative zum Auto sind. Doch welche gesetzlichen Voraussetzungen müssen E-Scooter eigentlich erfüllen, damit du dich mit ihnen im Straßenverkehr bewegen darfst? Und welches Modell eignet sich für wen?

In diesem Artikel behandeln wir zunächst die Grundlagen: So verraten wir zum Beispiel, was für eine Straßenzulassung notwendig ist und worauf du bei der Anschaffung achten solltest. Wir werfen zudem einen Blick auf die unterschiedlichen Preissegmente, damit du entscheiden kannst, welches Modell sich für dich eignet.


Das erwartet dich hier

Was ist für die Straßenzulassung nötig?

Kurz gesagt: Alle Elektroroller, die schneller als 6 Stundenkilometer fahren, brauchen in Deutschland eine Allgemeine Betriebserlaubnis und sind versicherungspflichtig. Um eine Straßenzulassung gemäß der Elektrokleinstfahrzeug-Verordnung (eKFV) zu erhalten, muss ein Roller eine Fahrzeug-Identifizierungsnummer haben und darf zudem nicht schneller als 20 Stundenkilometer fahren. Diese Beschränkung entbindet den Fahrer zugleich von der Helmpflicht.

Ferner darf die Nennleistung des Elektromotors maximal 500 Watt betragen. Das zulässige Höchstgewicht des Rollers liegt bei 55 Kilogramm.

E-Scooter müssen eine Lenk- bzw. Haltestange sowie mindestens zwei voneinander unabhängige Bremsen, eine Beleuchtung und eine Klingel aufweisen, um eine Straßenzulassung zu erhalten. Die Beleuchtung darf abnehmbar sein, wie beim Fahrrad. Zudem müssen Rückstrahler an den Seiten vorhanden sein, damit der Roller auch bei Dunkelheit von der Seite erkennbar ist. Die Klingel bzw. Signalanlage muss einen eindeutigen Warnton abgeben.

Versicherung ist Pflicht

Da alle in Deutschland für den Straßenverkehr zugelassenen E-Scooter maximal 20 Stundenkilometer schnell fahren dürfen, ist kein Führerschein erforderlich. Für alle zugelassenen Modelle gilt aber ein Mindestalter von 14 Jahren. Wer einen E-Scooter fährt, der nicht für den Straßenverkehr zugelassen ist, riskiert ein Bußgeld von 70 Euro. Fehlt das Versicherungskennzeichen (ähnelt einer Mofa-Versicherungsplakette), werden noch mal 40 Euro fällig. Wer mit einem nicht zugelassenen und nicht versicherten E-Scooter einen Unfall baut, bleibt zudem auf den Kosten sitzen. Elektroroller ohne Straßenzulassung dürfen allerdings auf Privatgelände gefahren werden, da die Straßenverkehrsordnung dort nicht greift.

Mann fährt mit E-Roller zur Arbeit

Hip, schnell und leise: Mit dem E-Scooter zum Business-Meeting oder in den Feierabend

Wo darf ich mit dem E-Scooter fahren ?

Aber wo darfst du mit einem E-Scooter überhaupt fahren? Grundsätzlich sind Radwege, gemeinsame Geh- und Radwege, sowie Radfahrstreifen und Fahrradstraßen für E-Scooter freigegeben. Nur wenn keine der genannten Radspuren zur Verfügung steht, darfst du auf die Fahrbahn ausweichen. Dort gilt wie für die anderen Verkehrsteilnehmer auch das Rechtsfahrgebot.

Im Gegensatz dazu darfst du weder Gehwege noch Fußgängerzonen mit deinem E-Scooter befahren. Während das Verkehrszeichen „Radfahrer frei“ für E-Scooter nicht gilt, zeigt das Schild „Elektrokleinstfahrzeuge frei“ allerdings eine Ausnahme an. Siehst du also ein Vekehrszeichen, das einen schwarzen Tretroller mit Kabel und Stecker auf weißem Grund zeigt, darfst du auch dort weiterfahren.

Worauf sollte ich beim E-Scooter-Kauf achten?

Fassen wir die wichtigsten formalen Kriterien noch mal in Form einer Checkliste für den Kauf zusammen:

  • Maximal 20 km/h
  • Nennleistung: maximal 500 W
  • Höchstgewicht: 55 kg
  • Zwei unabhängige Bremsen
  • Lenk- bzw. Haltestange
  • Lichtanlage und seitliche Reflektoren
  • Klingel (bzw. ein vergleichbarer Warnsignalgeber)
  • ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) vorhanden

Ohne gültige Versicherungsplakette dürfen E-Scooter nicht auf öffentliche Straßen. Und zu den formalen Kriterien kommen natürlich noch modellspezifische Besonderheiten hinzu, die du beim Kauf beachten solltest. Die Fahreigenschaften können sich je nach E-Scooter nämlich stark unterscheiden. Nachfolgend stellen wir einige Modelle exemplarisch vor.

Mann trägt den zusammengeklappten E-Scooter

Viele E-Scooter lassen sich zusammenklappen und bequem transportieren.

E-Scooter für Einsteiger: Trekstor EG3178

Für ungeübte Fahrer, die einen E-Scooter mit Straßenzulassung kaufen möchten und vor allem Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis legen, eignet sich ein Modell wie der Trekstor EG3178. Dabei handelt es sich um einen der derzeit günstigsten E-Scooter mit Straßenzulassung am Markt – und in unseren Augen zugleich um einen der besten. Der Kauf schlägt mit etwa 500 Euro zu Buche. Mit vollem Akku kommst du etwa 25 Kilometer weit. Allerdings fehlt eine Anzeige der bereits zurückgelegten Strecke.

Die kleinen Honeycomb-Vollgummireifen performen auf ebener Oberfläche tadellos. Auf Kopfsteinpflaster kann es aber entsprechend holprig werden. Der Trekstor EG3178 erweist sich in den relevanten Aspekten Beleuchtung, Motorisierung und Bremssystem als zuverlässig. Design und Verarbeitung wirken durchdacht und wertig. Prüfe vor der ersten Fahrt, ob die Lenkstangensicherung korrekt justiert ist. Wenn nicht, stellst du sie mit dem mitgelieferten Inbusschlüssel nach, damit die Stange nicht während der Fahrt einklappt.

E-Scooter für Fortgeschrittene: Mytier

E-Scooter der Marke Tier stehen in vielen deutschen Städten als Mietroller(Link zu: „E-Scooter mieten in Deutschland: Die Sharing-Anbieter im Vergleich“) am Straßenrand. Und für etwa 700 Euro können auch Privatkunden den generalüberholten Scooter erwerben. Der Mytier bietet das bekannte, gute Fahrgefühl in sehr robuster Hülle. Alle Bauteile sind perfekt integriert und bieten wenig Angriffsfläche für Beschädigung. Die Bremsen greifen hervorragend, der Motor hat ausreichend Zug. Die kompakten Vollgummireifen sind entsprechend pannensicher, geben Bodenunebenheiten allerdings auch direkt an den Fahrer weiter. Ebener Untergrund ist also auch hier erste Wahl.

Der Mytier lässt sich ausschließlich per App sperren und entsperren. Das Display zeigt wie beim EG3178 nicht die Gesamtkilometerzahl an. Der Scooter lässt sich nicht zusammenklappen, was ihn beim Transport vergleichsweise sperrig macht. Mit 23 Kilogramm ist er zudem recht schwer. Eine Akkuladung bringt dich 25 bis 40 Kilometer weit – je nach Tempo, Gewicht, Untergrund und Witterung.

E-Scooter zum Handyvertrag? SoFlow S06

Die hochwertige Verarbeitung des SoFlow S06 zeigt sich nicht zuletzt an der komplett integrierten Beleuchtung, die sich praktischerweise gleich zusammen mit dem Roller ein- und ausschaltet. Der Fahrer darf bis zu 120 Kilogramm schwer sein. Viele vergleichbare E-Scooter erlauben diesbezüglich weniger.

Der Motor beschleunigt vergleichsweise gemächlich, aber ausreichend. Die 10 Zoll großen Gummireifen stecken kleinere Unebenheiten gut weg. Dem höheren Rollwiderstand zum Trotz lässt sich der Soflow S06 auch bei leerem Akku wie ein normaler Scooter fahren. Leichtere Fahrer kommen mit vollem Akku bis zu 30 Kilometer weit. Eine elektrische Bremse hinten und eine Trommelbremse vorn leisten zuverlässig ihren Dienst. Allerdings greift die Vorderbremse automatisch, sobald der Fahrer kein Gas mehr gibt. So bremst der Roller langsam ab und ein langes Ausrollen ist nicht mehr möglich.

Wer einen E-Scooter mit Straßenzulassung kaufen möchte und zudem auf der Suche nach einem neuen Handy- oder DSL-Vertrag ist, kommt mit dem Soflow S06 womöglich vergleichsweise günstig zu einem soliden Mittelklasse-Roller. Mittlerweile lässt sich das Modell auch ganz normal zum Vollpreis im Fachhandel erstehen.

Frau steht auf E-Scooter

Eine ausreichend große Standfläche ist wichtig.

Die Luxusklasse: Metz Moover

Premium-Qualität hat ihren Preis. Das gilt auch für den Metz Moover, für den etwa 1.700 Euro fällig sind. Dafür kaufst du allerdings einen E-Scooter mit Straßenzulassung, der mit einem exzellenten und sicheren Fahrgefühl aufwartet. Das liegt nicht nur an der 12-Zoll-Luftbereifung, sondern auch an einem sehr geringen Rollwiderstand und sehr guten Scheibenbremsen vorn und hinten. Auch bei leerem Akku lässt sich der Metz Moover noch bequem per Fußkraft ans Ziel bewegen. Mit vollem Akku kommst du ca. 22 Kilometer weit. Wahlweise klappst du das 16 Kilogramm leichte Gefährt einfach zusammen. Der kompakte Roller passt dann bequem in den Kofferraum.

Der E-Scooter ist durchweg hochwertig verarbeitet und steht für Qualität „Made in Germany“. Dank Anti-Rutsch-Streifen bietet die Standfläche einen sicheren Halt. Größere Personen oder Menschen mit größeren Füßen könnten die mit 40 Zentimetern eher kurze Standfläche allerdings als zu klein empfinden. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten hält der Roller die Höchstgeschwindigkeit sehr gleichmäßig; viele andere E-Scooter pendeln bei Vollgas zwischen 18 und 20 Stundenkilometern.

Etwas günstigere Alternative: Egret Ten V4

Auch der Egret Ten V4 zählt zum High-End-Segment, ist mit etwa 1.500 Euro aber etwas günstiger. Auch hier steht eine erstklassige Verarbeitung im Vordergrund. Das Fahrgefühl ist exzellent und die Standfläche ist deutlich länger und bietet auch großen Füßen genug Platz. Der leise Motor beschleunigt so gut wie kein anderer der von uns getesteten E-Scooter. Allerdings dürften sich größere Personen an der im Vergleich zum Metz Moover kürzeren Lenkstange stören. Deren Griffe lassen sich übrigens platzsparend einklappen – ein seltenes Feature unter aktuellen Elektrorollern.

Ein voller Akku bringt dich fast 30 Kilometer weit. Wie beim Metz Moover überzeugen auch beim Egret Ten V4 die hydraulischen Scheibenbremsen.

Wo sollte ich einen E-Scooter mit Straßenzulassung kaufen?

Zu den wichtigsten Auswahlkriterien gehören neben Gewicht und Fahrstabilität auch die Reichweite pro Akkuladung und der Preis. Viele dieser Daten lassen sich natürlich auch beim Onlinekauf checken. Das Fahrgefühl ist allerdings Geschmackssache. Deshalb empfehlen wir vor dem Rollerkauf auf jeden Fall eine Probefahrt. Häufig bieten Fahrradgeschäfte auch E-Scooter an. Und wenn du schon beim örtlichen Spezialisten bist, um die Modelle in Augenschein zu nehmen und ausgiebig zu testen, kannst du auch direkt dort kaufen. Damit unterstützt du zugleich den Einzelhandel bei dir vor Ort.

Unser Fazit

Es muss nicht immer gleich ein Tesla sein. In der Stadt kommst du bequem und leise mit einem Elektroroller von A nach B. Mieten ist nicht dein Fall, du möchtest dir lieber einen eigenen E-Scooter mit Straßenzulassung kaufen? Dann findest du bestimmt das passende Modell für deinen Bedarf – egal ob preisbewusstes Einsteigermodell, gute Mittelklasse oder Luxusfeger. Am besten gehst du beim Kauf streng nach unserer Checkliste vor, machst eine Probefahrt und verlässt dich beim Testen auf dein Bauch- bzw. auf das Fahrgefühl. Und denk an den passenden Versicherungsschutz! Genau wie für Fahrradfahrer gilt: Ein Helm ist eine gute Option, auch wenn keine Pflicht besteht. Weitere Informationen rund um das Thema E-Moblilität bekommst du natürlich hier bei uns im Magazin!

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