Was ist die optimale Luftfeuchtigkeit im Keller?

Die richtige Luftfeuchtigkeit im Keller erhält die Bausubstanz und ist wichtig für ein gesundes Raumklima. Zu hohe Werte können schnell zu Schimmelbildung, unangenehmen Gerüchen und langfristig auch zu Schäden führen. Doch wie können Sie die Luftfeuchtigkeit optimal regulieren? Wir geben hilfreiche Tipps, um Ihre Kellerräume besser zu schützen.

Gerade in Kellerräumen schwankt die Luftfeuchtigkeit oft stärker, als es auf den ersten Blick wirkt. Das gilt besonders dann, wenn der Keller zum Wäschetrocknen, als Hobbyraum oder kleines Fitnessstudio genutzt wird. Denn so kann sich unbemerkt zusätzliche Feuchtigkeit bilden. Umso wichtiger ist es, die Werte im Blick zu behalten und früh zu erkennen, wann ein dauerhaftes Problem entsteht.



Was ist die optimale Luftfeuchtigkeit im Keller?

Kellerräume liegen teilweise oder ganz unter der Erde und sind deshalb meist deutlich kühler als Wohnräume in den oberen Etagen. Genau das macht sie anfällig für Feuchtigkeit. Dabei ist zuerst im besten Fall durch eine Fachperson zu klären, woher die Feuchtigkeit kommt. Zum einen kann sie dadurch entstehen, dass im Sommer warme Außenluft auf kältere Kellerwände trifft. Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte. Die warme Außenluft kühlt im Sommer an den kalten Kellerwänden ab und gibt Feuchtigkeit ab. Diese schlägt sich dann als Kondenswasser an Fenster, Wänden oder Leitungen nieder. Je größer der Temperaturunterschied zwischen Außenluft und Kellerwand ist, desto schneller entsteht dieses Problem. 

Weitere Ursachen für Feuchtigket im Keller sind zum Beispiel aufsteigende Feuchte, Grundwasser oder auch Leckagen. 

Welche Luftfeuchtigkeit im Keller ideal ist, hängt auch davon ab, wie Sie den Raum nutzen:

  • Wird der Keller vor allem als Lagerraum bei einer Temperatur von 10 bis 15 °Cverwendet, sind meist 50 bis 65 Prozent relative Luftfeuchtigkeit sinnvoll.
  • In einem Waschkeller darf die Luftfeuchtigkeit kurzzeitig etwas höher sein, sollte aber ebenfalls langfristig bei 60 bis 65 Prozent liegen.
  • Für einen Keller, der für einen längeren Aufenthalt als Fitness- oder Hobbyraum dient, gelten 40 bis 60 Prozent als guter Richtwert.

Bleibt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über 70 Prozent, droht Schimmelbildung an den Wänden. Übrigens: Auch wenn sie bei Vielen nicht unbedingt beliebt sind, sind Spinnen ein gutes Zeichen für ein gutes Raumklima. Sie bevorzugen nämlich trockene bis leichte feuchte Umgebungen.

Folgen zu hoher (und zu niedriger) Luftfeuchtigkeit

Ist die Luftfeuchtigkeit im Keller beständig zu hoch (über 70 Prozent), kann das schnell Folgen für Raumklima und Bausubstanz haben. Typisch sind zunächst muffige Gerüche, feuchte Oberflächen und im schlimmsten Fall Schimmel. Auf Dauer leidet aber auch das Gebäude selbst: Feuchtigkeit kann Salze im Mauerwerk lösen, was zu Ausblühungen führt und Putz abplatzen lässt. Dringt sie tiefer ein, können Mörtel und Mauerwerk geschwächt werden. Beton bleibt ebenfalls nicht verschont: Anhaltende Feuchtigkeit kann ihn porös machen, Risse begünstigen und sogar Stahlbeton angreifen. Zusätzlich verlieren durchfeuchtete Kellerwände an Dämmwirkung, wodurch mehr Wärme verloren geht und der Energiebedarf steigt. 

Aber auch zu trockene Kellerluft, die vor allem im Winter durch falsches Lüften und zu starkes Beheizen entsteht, ist nicht ideal. Sinkt die Luftfeuchtigkeit über längere Zeit stark ab, können gelagerte Gegenstände aus Materialien wie Holz, Karton, Papier und Textilien spröde werden, Putzschichten an den Wänden austrocknen. In ausgebauten Kellerräumen kann sehr trockene Luft außerdem ebenfalls das Raumklima verschlechtern und wird häufig als unangenehm empfunden. Zu trockener Kellerluft kann wiederum durch Stoßlüften, das Trocknen von Wäsche in den betroffenen Räumen oder das Aufstellen von Wasserschalen begegnet werden.

Gelöste Salze an weißer Mauer

Feuchtigkeit kann Salze im Mauerwerk lösen, was zu Ausblühungen führt und Putz abplatzen lässt.

Jahreszeitliche Unterschiede bei der Luftfeuchtigkeit

Was viele vielleicht nicht so auf dem Schirm haben: Gerade im Keller verändert sich die Luftfeuchtigkeit im Laufe des Jahres teils erheblich. Vor allem Sommer und Winter unterscheiden sich hinsichtlich Temperatur und Feuchtegehalt der Außenluft. 

  • Im Sommer ist Vorsicht besonders wichtig. Warme Außenluft kann viel Feuchtigkeit speichern. Gelangt sie in den kühlen Keller, kühlt sie schnell ab und gibt einen Teil dieser Feuchtigkeit wieder ab. Genau deshalb kann falsches Lüften an heißen Tagen das Problem sogar verschärfen. Wer den Keller im Sommer lüften möchte, sollte das deshalb möglichst in den frühen Morgenstunden oder spät abends tun, wenn die Außenluft kühler ist. Besonders ungünstig ist Lüften während heißer, schwüler Mittags- und Nachmittagsstunden. 
  • Im Winter ist die Situation meist umgekehrt. Kalte Außenluft enthält grundsätzlich weniger Feuchtigkeit. Gelangt sie in den Keller und erwärmt sich dort leicht, sinkt ihre relative Luftfeuchtigkeit weiter. Das macht das Lüften im Winter in vielen Fällen besonders effektiv. Dann reichen oft schon wenige Minuten Stoßlüften, um feuchte Kellerluft gegen trockenere Außenluft auszutauschen. An sehr regnerischen oder nebligen Tagen lohnt sich aber auch im Winter ein kritischer Blick auf die Außenbedingungen. 
Eine Tischtennisplatte in einem Hobbyraum im Keller.

Wer sich im Keller ein kleines Fitnessstudio eingerichtet hat, muss auf eine gute Durchlüftung achten.

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Wie wird die Luftfeuchtigkeit im Keller gemessen?

Ob die Luftfeuchtigkeit im Keller noch im grünen Bereich liegt, lässt sich nur mit Messen zuverlässig beurteilen. Das eigene Gefühl hilft hier meist wenig, denn selbst ein Raum, der sich zunächst trocken anfühlt, kann bereits kritisch hohe Werte aufweisen. Umso sinnvoller ist es, die Luftfeuchtigkeit im Keller regelmäßig zu kontrollieren — besonders dann, wenn der Raum als Lagerfläche, Waschkeller oder Hobbyraum genutzt wird.

Für die Messung der Raumluft reicht in der Regel ein Hygrometer. Das gibt es z.B. in der Drogerie oder im Baumarkt für weniger als zehn Euro.. Es zeigt die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent an und macht schnell sichtbar, ob Handlungsbedarf besteht. Wichtig ist, das Gerät nicht direkt neben Fenster, Heizung oder Außenwand zu platzieren, sondern möglichst an einer repräsentativen Stelle im Raum. Wer ganz genau messen möchte, kann in größeren Kellern auch mehrere Hygrometer aufstellen, denn die Werte können sich je nach Bereich unterscheiden.

Eine Hand hält ein Hygrometer gegen die Wand.

Mit einem entsprechenden Messgerät kann beim Mauerwerk überprüft werden, ob es sich um einen oberflächlichen Schaden oder eine tiefergehende Durchfeuchtung handelt.

Wenn der Verdacht besteht, dass nicht nur die Luft, sondern auch die Wände Feuchtigkeit aufnehmen, benötigen Sie ein Feuchtigkeitsmessgerät für Baustoffe. Diese erfassen den Feuchtegehalt von Putz, Mauerwerk oder Beton und helfen dabei herauszufinden, ob es sich um eine oberflächliche Kondensation oder um eine tiefersitzende Durchfeuchtung handelt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn sich bereits dunkle Flecken, abplatzender Putz oder modriger Geruch zeigen.

Dies kann nämlich auch auf ganz andere Probleme hinweisen — etwa auf eine beschädigte Außenabdichtung, seitlich eindringende Feuchtigkeit aus dem Erdreich oder aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Fundament. Auch undichte Wasserleitungen oder kleine Leckagen sind mögliche Ursachen, die unabhängig von der Luftfeuchtigkeit auftreten können.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte eine Fachperson hinzugezogen werden, die auch zum Beispiel das Feuchtigkeitsmessgerät zur Verfügung stellen kann.

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Luftfeuchtigkeit im Keller smarter im Blick behalten

Wer die Luftfeuchtigkeit im Keller kontrollieren möchte, kann ganz klassisch mit einem Hygrometer messen. Sinnvoll ist es, die Werte über mehrere Tage oder Wochen hinweg festzuhalten und dabei auch Wetterlage und Jahreszeit zu notieren. So lässt sich gut erkennen, ob die Luftfeuchtigkeit nur kurzfristig schwankt oder ob sich ein dauerhaftes Problem entwickelt.

Noch komfortabler geht es mit smarten Hygrometern. Sie messen Temperatur und Luftfeuchtigkeit automatisch, speichern die Werte in einer App und zeigen Verläufe direkt auf dem Smartphone an. Teilweise lassen sich auch Grenzwerte einstellen, sodass Sie gewarnt werden, wenn die Luftfeuchtigkeit im Keller zu stark ansteigt.

Was tun bei zu hoher Luftfeuchtigkeit im Keller?

Ist die Luftfeuchtigkeit im Keller dauerhaft zu hoch, sollten Sie nicht nur die Symptome bekämpfen, sondern auch die Ursache eingrenzen. Denn ob sich Feuchtigkeit an den Wänden niederschlägt, die Luft stickig wirkt oder sich bereits erste Stockflecken zeigen: Dahinter können ganz unterschiedliche Auslöser stecken. Häufig sind es falsches Lüften, nasse Wäsche oder fehlender Luftaustausch. Möglich sind aber eben auch bauliche Probleme wie undichte Kellerfenster, beschädigte Abdichtungen oder Feuchtigkeit, die aus dem Erdreich in die Wände zieht. 

Meist reichen schon kleine Änderungen in den gewohnten Abläufen aus. Lüften Sie den Keller zum Beispiel nicht dauerhaft, sondern passend zur Jahreszeit und zur Außenluft. Im Winter erweist sich kurzes Stoßlüften meist als sehr effektiv. Aber auch im Sommer sollten an heißen Tagen die Fenster nicht zu lange geöffnet sein. 

Zusätzlich sollten Sie unnötige Feuchtigkeitsquellen möglichst reduzieren. Dazu gehört zum Beispiel, Wäsche nur dann im Keller zu trocknen, wenn der Raum gut belüftet ist oder die Feuchtigkeit anschließend rasch abgeführt werden kann.  

Achten Sie außerdem darauf, Kellerwände nicht zu stark zuzustellen. Große Schränke, Regale oder Kartons direkt an der Außenwand behindern die Luftzirkulation. Dadurch kann sich Feuchtigkeit leichter stauen. Ein kleiner Abstand – idealerweise etwa 5 bis 10 Zentimetern – senkt das Risiko, dass sich hinter Schränken oder Regalen unbemerkt Feuchtigkeit sammelt.

Ein vollgestelltes Regal im Keller

Kellerwände sollte man nicht zustellen, ansonsten kann sich hinter Schränken oder Regalen Feuchtigkeit stauen.

Reicht das nicht aus, kann man einen Luftentfeuchter aufstellen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Luftfeuchtigkeit im Keller trotz richtigen Lüftens bei Werten über 70 Prozent bleibt. Abhängig von Ihrem Keller kommen daher unterschiedliche Lösungen in Frage: 

  • Elektrische Luftentfeuchter: Sie ziehen Feuchtigkeit aktiv aus der Raumluft und sammeln das Wasser in einem Behälter oder leiten es direkt ab. Sie eignen sich vor allem für regelmäßig genutzte Keller, größere Räume oder dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit.  
  • Granulat-Entfeuchter: Diese Modelle arbeiten ohne Strom. Ein Salzgranulat bindet die Feuchtigkeit aus der Luft, die anschließend in einem Auffangbehälter gesammelt wird. Geeignet sind sie eher für kleine Kellerräume, Schränke, selten genutzte Bereiche oder als vorübergehende Lösung.  
  • Lüftungs- und Entfeuchtungssysteme: Dabei handelt es sich um fest installierte Anlagen, die den Luftaustausch automatisch steuern und Feuchtigkeit dauerhaft regulieren können. Solche Systeme sind vor allem dann sinnvoll, wenn der Keller ausgebaut, intensiv genutzt oder das Feuchteproblem dauerhaft ist.

Wichtig ist aber: Ein Luftentfeuchter löst keine Probleme, sondern bekämpft nur Symptome. Liegt die Ursache in der Bausubstanz, etwa bei eindringender Feuchtigkeit oder einer defekten Abdichtung, hilft auf Dauer nur eine bauliche Sanierung. Spätestens wenn Putz abplatzt, sich Schimmel bildet oder Wände dauerhaft feucht bleiben, sollten Fachleute die Ursache genauer prüfen.

Fazit: Feuchtigkeit im Keller früh erkennen und richtig handeln

Die Luftfeuchtigkeit im Keller sollten Sie im Blick behalten. Wer bei einem Verdacht auf Feuchtigkeit regelmäßig misst, typische Warnzeichen ernst nimmt und das Lüftungsverhalten an die Jahreszeit und seine Nutzung anpasst, kann viele Probleme frühzeitig vermeiden. Das ist nicht nur für gelagerte Gegenstände wichtig, sondern auch für die Bausubstanz und ein dauerhaft gesundes Raumklima. 

Entscheidend ist vor allem, die Ursache richtig einzuordnen. Nicht jede hohe Luftfeuchtigkeit im Keller ist sofort ein baulicher Mangel — manchmal reicht schon, besser zu lüften oder die Wäsche woanders zu trocknen. Bleiben die Werte aber dauerhaft zu hoch oder zeigen sich bereits feuchte Wände, Schimmel oder abplatzender Putz, muss das Problem genauer untersucht werden.

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