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EnBW-Netzwerke: Wissen teilen und so vermehren

Unternehmen aus ganz Süddeutschland zum Erfahrungsaustausch über Energieeffizienz bei der IHK Ulm
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Johannes Remmele, Vizepräsident der IHK Ulm, der Gastgeberin des EnBW Netzwerk-Treffens

Ulm. Die Bezeichnung ist sperrig, ihre Arbeit erlangt selten Aufmerksamkeit, aber die Erfolge der ‚Energieeffizienznetzwerke‘ sprechen für sich: Rund 320 Millionen Kilowattstunden sparen allein die Unternehmen jedes Jahr ein, die sich an einem von der EnBW moderierten Netzwerk beteiligt haben. ‚Netzwerker‘ aus gut fünfzig Firmen in Süddeutschland trafen sich am Dienstag zum Erfahrungsaustausch und zum Blick nach vorn bei der IHK in Ulm.

Wie erzeugt man Prozesskälte und –wärme optimiert und wie lässt sich dabei die Abwärme nutzen? Was lässt sich mit intelligenten Beleuchtungssystemen in Sachen Kostensenkung erreichen? Wie findet Energieeffizienz den Weg in die Köpfe der Mitarbeiter – auch jenseits der technischen Projekte? „Wissen vermehrt sich, indem man es teilt“ lautet das Motto, unter dem die EnBW im Jahr 2006 das erste Netzwerk für energieintensive Betriebe gegründet hatte. „Die Betriebe erzielen nachweislich deutliche Einsparungen“ resümiert der Leiter des Projektgeschäfts bei EnBW, Andreas Hockun. „Da kommt Jahr für Jahr und nachhaltig ein zweistelliger Millionenbetrag zusammen".

Ende 2014 hatte die Bundesregierung mit den Wirtschaftsverbänden die Bildung 500 solcher Netzwerke bis ins Jahr 2020 vereinbart. Damit soll die Effizienz in der Produktion gesteigert und damit der Klimaschutz gemäß dem Aktionsplan der EU voran gebracht werden. „Auch deshalb unterstützen wir diesen Ansatz nach wie vor sehr gerne und haben 2015 selbst ein neues EnBW-Netzwerk mit angestoßen“ betonte Jonas Pürckhauer als Mitglied der Ulmer IHK Geschäftsleitung vor den rund 90 Unternehmensvertretern. Die nutzten die Gelegenheit nicht nur zum praktischen Austausch, sondern zur Information über aktuelle Entwicklungen auf dem Energiesektor: Wie lassen sich mit sauberer Luft am Arbeitsplatz Energie und Kosten sparen? Wohin führt der Weg bei der Elektromobilität? Welche Maßnahmen erhöhen die Versorgungsqualität in den Zeiten der fortschreitenden Energiewende? Oder welche Potentiale bieten Mikrogasturbinen?

Das Verständnis für Effizienz scheint gerade zwischen Alb und Bodensee stark ausgeprägt zu sein. So hatte beispielsweise die Laupheimer Uhlman Pac Systeme aus den Händen von Umweltminister Franz Untersteller Ende 2014 den EnBW-Innovationspreis für eine Energieversorgung erhalten, die auf Basis regional gewonnenen Rohbiogases fast den kompletten Strom- und Wärmebedarf abdeckt. Die gleichen Lorbeeren verdiente sich die Ravensburger Omira mit einem neuen Prozess zur Trocknung des Milchpulvers mithilfe einer effizienteren Wärmerückgewinnungseinrichtung. Johannes Remmele, Geschäftsführer der Ochsenhausener Südpack Verpackungen und Vizepräsident der IHK Ulm, konnte ganz aktuell auf eine neue eigene Stromerzeugung sowie die Einspeisung von Abwärme aus verschiedenen Quellen in das lokale Nahwärmenetz verweisen. „Auch für uns eröffnete sich mit dem Netzwerk eine ideale Gelegenheit, mit anderen Unternehmen ins Gespräch zu kommen und wertvolle Erfahrungen auszutauschen“.

Hintergrund/Info zu den Energieeffizienznetzwerken:

Von den 500 bis 2020 anvisierten Netzwerken sind seit Dezember 2014 an die 120 gegründet worden. Bereits 2006 wurde das Konzept nach Schweizer Vorbild von EnBW-Mitarbeitern im Raum Ravensburg erstmals von einem Energieversorger erfolgreich in die Praxis umgesetzt. In den einzelnen Netzwerken engagieren sich Firmen, die aus unterschiedlichen Branchen wie der Kunststoffverarbeitung, der Metallbearbeitungstechnik, der Papier- oder Lebensmittelindustrie kommen. Nach einem ersten Arbeitstreffen erhält jedes Unternehmen zunächst ein individuelles Energieaudit, das dann als Grundlage für das konkrete Einsparziel und für die daraus abgeleiteten technischen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung dient. Diese können ganz verschiedene Bereiche, wie die Druckluftversorgung, Wärmedämmung, Motoreneffizienz, Wärmerückgewinnung oder Beleuchtung umfassen. Die Teilnehmer treffen sich dann regelmäßig zum Erfahrungsaustausch, der von Experten moderiert wird. Erfahrungsgemäß lassen sich sieben bis acht Prozent Energie nach 3Jahren nachhaltig einsparen. Allein im Jahr 2016 vermieden die inzwischen 300 Unternehmen der laufenden und abgeschlossenen EnBW-Netzwerke 320 Mio. kWh bzw. über 100.000 Tonnen CO2. Das entspricht dem gesamten Energieverbrauch von rund 16.000 Haushalten.

Viele der „Netzwerker“ bleiben dem Ansatz weit über die regelmäßigen drei Jahre Laufzeit treu. So sind acht der elf Firmen, die sich 2006 am ersten rund um Ravensburg/Oberschwaben gegründeten Netzwerk beteiligten, immer noch dabei.

Weitere Info z.B. unter www.effizienznetzwerke.org/initiative/ oder www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/initiative-energieeffizienz-netzwerke.html

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Johannes Remmele, Vizepräsident der IHK Ulm
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Ulrich Stark
Pressesprecher Region Süd-West
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