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Genehmigung erteilt: EnBW darf Brennelemente von Obrigheim nach Neckarwestheim transportieren

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  • Beladung der ersten Castor-Behälter beginnt diese Woche
  • Gesamter Ablauf des Vorhabens wurde bereits in der Praxis erprobt

Obrigheim/Neckarwestheim. Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) hat heute die Genehmigung für den Transport von Brennelementen aus dem Kernkraftwerk Obrigheim (KWO) in das Standort-Zwischenlager des Kernkraftwerks Neckarwestheim (GKN) erteilt. Damit kann die EnBW ihr Transportvorhaben auf dem Neckar umsetzen und den Rück-bau des Standorts Obrigheim vorantreiben.

Das Kernkraftwerk Obrigheim wurde im Jahr 2005 abgeschaltet und befindet sich seit 2008 im Rückbau. Die insgesamt 342 verbrauchten Brennelemente aus dem früheren Anlagenbetrieb werden für den Transport in Castor-Behältern sicher verpackt und eingeschlossen und an-schließend mit einem Spezialschiff über den Neckar an ihren Bestimmungsort in das bestehende Zwischenlager am Standort Neckarwestheim transportiert. Die Brennelemente befinden sich derzeit abgesichert in einem Nasslager innerhalb des Obrigheimer Kraftwerks. Diese Form der Lagerung behindert jedoch den weiteren Rückbau. Durch die Verlagerung der Brennelemente wird der Bau eines weiteren Zwischenlagers in Deutschland überflüssig, zudem unterstützt ihr Abtransport maßgeblich den weiteren verzögerungsfreien Rückbau des Kernkraftwerks Obrigheim. So kann der Standort schneller zu einer konventionellen Industriefläche werden.

Genehmigung ist weitere Bestätigung für sichere Machbarkeit der Transporte

„Wir freuen uns, dass wir das Vorhaben nun umsetzen können. Die Erteilung der Genehmigung ist zugleich eine weitere Bestätigung für die sichere Machbarkeit der Transporte“, erklärt Jörg Michels, Geschäftsführer der EnBW Kernkraft GmbH. „Wir sind auf den gesamten Ablauf sehr gut vorbereitet. Das konnten wir bereits im vergangenen Jahr mit den Probe-Handhabungen der Castor-Behälter an den Standorten Obrigheim und Neckar-westheim zeigen. Und auch das Be- und Entladen des Schiffes sowie die Fahrt auf dem Neckar zwischen den beiden Kraftwerksstandorten haben wir Ende Februar dieses Jahres mit leeren Castoren erfolgreich getestet. Das an der Umsetzung des Vorhabens beteiligte Fachpersonal beherrscht sein Handwerk und wird seine Arbeiten mit höchster Sorgfalt und Präzision durchführen. Darüber hinaus werden Beladung und Transport von der Aufsichtsbehörde – dem Umweltministerium Baden-Württemberg – und seinen Gutachtern überwacht.“

EnBW darf Transporttermine vorab nicht nennen

Die EnBW wird die verbrauchten Brennelemente schrittweise in insgesamt 15 Castor-Behälter überführen und darin sicher verschließen. Pro Schiffstransport sollen drei Castoren nach Neckarwestheim gebracht werden, so dass voraussichtlich mit insgesamt fünf Transporten zu rechnen ist. Diese fünf Transporte sollen möglichst alle im Jahr 2017 durchgeführt werden. Aus der Genehmigung ergibt sich, dass die EnBW und das beteiligte Transportunternehmen die Transporttermine nicht bekanntgeben dürfen. Die EnBW wird allerdings parallel zu den Transporten die Öffentlichkeit über den Verlauf des Vorhabens informieren und hierfür unter anderem die bereits bekannte Informationsseite www.enbw.com/castortransport nutzen.

Mit der Beladung der ersten drei Castor-Behälter wird die EnBW noch in dieser Woche beginnen. Die Beladung jedes einzelnen Behälters mit Brennelementen wird einige Tage dauern. Die beladenen Behälter werden dann bis zu ihrem Abtransport in einem abgesicherten Bereich des Kernkraftwerks Obrigheim bereitgestellt. Die EnBW hält auch hierfür alle behördlichen Vorgaben ein.

Castoren und eingesetzte Schiffe erfüllen spezielle Anforderungen für sicheren Transport

Die massive, tonnenschwere Metallkonstruktion der Behälter sowie aufwändige Dichtungssysteme gewährleisten, dass die Castoren auch unter extremen Bedingungen sicher sind. Das haben die Behälter in Tests nachgewiesen und auf dieser Grundlage die behördliche Zulassung für ihren Einsatz erhalten. Spezielle Anforderungen gelten auch für den Schubverband – bestehend aus Schubleichter und Schubboot – und den Ablauf des Transports. Die EnBW wird alle Anforderungen in vollem Umfang erfüllen. Dies wird von den zuständigen Behörden und ihren Gutachtern unabhängig überwacht. „Der Schutz von Mensch und Umwelt steht für uns an erster Stelle“, betont Jörg Michels. „Aufgrund der nachgewiesenen Sicherheit der Behälter und der für solche Spezialtransporte ausgelegten Schiffe sind wir fest davon überzeugt, die Castor-Transporte auf dem Neckar sicher durchführen zu können.“

Schiffstransport hat Vorteile gegenüber anderen Varianten

Die EnBW hatte auf Basis einer Transportstudie bereits im Jahr 2014 darüber berichtet, dass der Weg über den Neckar die bevorzugte Transportoption ist. Die Kraftwerke Obrigheim und Neckarwestheim liegen direkt am Neckar, so dass die Be- und Entladung von Schiffen auf kurzem Wege erfolgen kann. Weitere Vorteile gegenüber einem Straßentransport sind, dass bei einem Schiffstransport deutlich weniger Einzelmaßnahmen – wie etwa die Umgehung von Engstellen wie Unterführungen und Verkehrskreiseln – erforderlich sind. Damit werden auch umfangreiche Rückwirkungen auf den Individualverkehr vermieden. Der Weg über die Schiene konnte frühzeitig ausgeschlossen werden, da weder der Standort Obrigheim noch der Standort Neckarwestheim über einen Schienenanschluss verfügt.

Genehmigungsprozess ist nun abgeschlossen

Die EnBW hatte sich nach intensiver Prüfung im Juni 2016 für die Verlagerung der Brennelemente nach Neckarwestheim entschieden. Die Genehmigung, die Obrigheimer Brennelemente im Standort-Zwischenlager in Neckarwestheim aufbewahren zu dürfen, wurde dem Unternehmen im August 2016 erteilt. Das Zwischenlager in Neckarwestheim verfügt über 151 Stellplätze für Behälter mit Brennelementen. Davon werden als Folge des vorzeitigen Ausstiegs aus der Kernenergie jedoch nur rund 125 Plätze für die Zwischenlagerung der Brennelemente aus den beiden Kraftwerksblöcken in Neckarwestheim benötigt. Die Unterbringung der 15 Castoren aus Obrigheim ist also ohne Erweiterung des Neckarwestheimer Zwischenlagers möglich und verhindert zudem den Neubau eines zusätzlichen Lagers in Obrigheim.

Die nun vom Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit erteilte Transportgenehmigung war der letzte große, noch fehlende Baustein für die Realisierung des Vorhabens. Die Genehmigung war durch das von der EnBW beauftragte Transportunternehmen beantragt worden.

Weitere Informationen

Die EnBW hat bereits im Jahr 2013 – also drei Jahre vor ihrer abschließenden Entscheidung – damit begonnen, die Öffentlichkeit über ihre Überlegungen zur Verlagerung der Obrigheimer Brennelemente zu informieren. Diese Informationsarbeit wurde kontinuierlich fortgesetzt und seit der Entscheidung im Juni 2016, das Vorhaben umzusetzen, nochmals intensiviert. Neben der Öffentlichkeit standen dabei auch insbesondere die Anliegergemeinden der Transportstrecke im Mittelpunkt. Für die Öffentlichkeit hat die EnBW eine Projekt-Website eingerichtet. Unter www.enbw.com/castortransport können weitere Informationen und u.a. auch ein Film über den Ablauf des Funktionstests auf dem Neckar abgerufen werden.

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