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Neue Technik für den Fischschutz

Neckar-AG erprobt im Wasserkraftwerk Hirschhorn fischfreundliche Turbinentechnik
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Das Wasserkraftwerk Hirschhorn am Neckar (Foto: EnBW / ARTIS, U. Deck)

Hirschhorn. Die Neckar-AG setzt in ihren Kraftwerken Technologien ein, die sich durch gute hydraulische Eigenschaften auszeichnen und zugleich den Tierschutz berücksichtigen. So ist im Wasserkraftwerk Hirschhorn seit dem vergangenen Jahr eine Turbine in Betrieb, die mit modifizierten Laufschaufeln nachgerüstet wurde und geringerer Drehzahl läuft. Sie reduziert das Gefahrenpotenzial für Fische erheblich. Außerdem wurde im Einlaufbereich des Kraftwerks eine Vorrichtung installiert, die ein schwaches, von den Tieren aber erspürbares elektrisches Feld erzeugt. Dadurch sollen sie animiert werden, sich einen anderen Abwanderungsweg über das Wehr zu suchen. In den kommenden Monaten wird nun die Praxistauglichkeit der neuen Systeme überprüft.

„In den anstehenden Testreihen vergleichen wir die Effektivität der eingesetzten Technik mit der bisherigen konventionellen im realen Betrieb“, erklärt Claudia Berger, Expertin bei der EnBW für Bautechnik und Fischschutz bei Wasserkraftwerken. Zur Beurteilung und Überprüfung der neuen Technik wird am Wasserkraftwerk Hirschhorn ein umfangreiches Monitoring durchgeführt, mit dem mögliche Fischschäden erfasst werden. Im Rahmen der Untersuchungen werden Fische vor dem Wasserkraftwerk ausgesetzt und nach der Turbinenpassage im Unterwasser wieder eingefangen. Anschließend werden sie auf Verletzungen untersucht und anschließend noch vier Tage in gesonderten Hälterungsbecken beobachtet, ob sich möglicherweise verzögert auftretende Schädigungen zeigen. Das Monitoring wird mit vier Fischarten durchgeführt: Aal, Karpfen, Zander und Bachforelle. Die wandernden Aale stammen aus dem Main, die übrigen Fische werden von Züchtern bezogen.

Dreiteiliges Fischmonitoring bis zum Herbst

Das Monitoring wird auf drei Zeiträume verteilt. In der kommenden Woche beginnen die etwa drei Wochen andauernden Untersuchungen mit den ausgewählten Zuchtfischen. In den Sommermonaten soll die elektrische Fischscheuche wechselweise betrieben und wieder abgeschaltet werden. Jeweils am letzten Tag der Betriebs- und Stillstandsphase wird die Anzahl der über das Kraftwerk abwandernden Wildfische erfasst. Durch das mehrmalige Wiederholen lässt sich die Wirksamkeit der Scheuche beurteilen. Im dritten Untersuchungszeitraum im Herbst folgt das Monitoring mit dem Aal. Aale können nicht gezüchtet werden, sondern werden in der Wanderungszeit durch sogenannte Schokkerfischer im Main gefischt und nach Hirschhorn transportiert.

Grundlegende Erkenntnisse für Wasserkraftwerke am Neckar

„Bislang gibt es nur wenig Erfahrung mit diesen speziellen Turbinentypen und kaum belastbare und unabhängige Monitoring-Ergebnisse durch Freilandstudien“, sagt Claudia Berger. Ergebnisse von anderen Untersuchungen liegen nur spärlich oder gar nicht vor. Sie sind zudem schwer auf andere Kraftwerke und Flüsse übertragbar, da die Standortbedingungen immer andere seien. Parameter wie Fallhöhe, Wasserdruck, Drehgeschwindigkeit, Anzahl der Laufschaufeln, Wassertiefe und Abflussmengen variieren teilweise sehr. Und nicht zuletzt unterscheiden sich auch die einzelnen Fischarten in ihrem Verhalten. Eine Beprobung der neuen Technik im Neckar mache laut Berger daher Sinn. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von einer auf dem Gebiet des Monitorings erfahrenen Biologin und einem unabhängigen Fischökologenteam aus der Pfalz. Von den Untersuchungen verspricht sich die Neckar-AG wichtige Erkenntnisse für einen fischfreundlichen Betrieb eines Wasserkraftwerks, die sich dann auch auf die zweite Maschine in Hirschhorn und andere Anlagen am Neckar übertragen lassen.

Das Wasserkraftwerk Hirschhorn wird von der Neckar-AG, einem 82-prozentigen Tochterunternehmen der EnBW, betrieben und unterhalten. Die Anlage stammt aus den 1930er Jahren.

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Mit diesem Hamen (=Fischfangnetz) werden die Fische im Unterwasser des Kraftwerks wieder eingefangen.(Foto: EnBW / C. Berger)
Mit diesem Hamen (=Fischfangnetz) werden die Fische im Unterwasser des Karftwerks wieder eingefangen.(Foto: EnBW / C. Berger)
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