Elektroauto-Leasing: Die Langzeitmiete auf dem Prüfstand

Kaufen oder leasen? Diese Gretchenfrage stellt sich nicht nur bei der Anschaffung eines Verbrenners, sondern natürlich auch, wenn du dir ein E-Auto zulegen möchtest. Dabei machen einige Aspekte das Elektroauto-Leasing besonders attraktiv. Welche das sind und was gegen das Prinzip Leasing sprechen könnte, erfährst du hier.

Die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) belegen es: Immer mehr Menschen in Deutschland setzen auf Elektromobilität. 2019 wurden 63.281 Elektroautos neu zugelassen. Damit hat sich die Anzahl der Neuzulassungen seit 2015 (12.363) fast verdreifacht. Und es gibt Alternativen zum Kauf. Auch du möchtest dir ein neues Auto zulegen, bist dir aber noch nicht sicher, ob ein Stromer zu dir und deinem Alltag passt? Dann kann die Miete auf Zeit ein guter Ausgangspunkt sein. Bevor du einen Elektroauto-Leasingvertrag unterzeichnest, solltest du trotzdem die Vor- und Nachteile für dich abwägen.


Das erwartet dich hier

Das spricht für Elektroauto-Leasing

Du suchst dir ein Auto aus, legst die Dauer der Nutzung fest und gibst es anschließend wieder beim Anbieter ab. Das ist das Grundprinzip des Leasings. Gerade im Bereich der Elektromobilität ist das Prinzip von Vorteil. Denn dort gibt es ständig Innovationen. Die Batterietechnik verändert sich, die Reichweite wird größer. Da das Elektroauto-Leasing zeitlich begrenzt ist, musst du dich sich nicht so lange auf ein bestimmtes Modell festlegen. Nach Auslaufen des Vertrags kannst du das jeweilige Auto zurückgeben und – wenn gewünscht – ein aktuelles Modell auswählen.

Um den Wertverlust und den Wiederverkaufswert musst du dir also nur bedingt Gedanken machen. Hier liegt ein weiterer Vorteil des Leasings. Denn du musst dich nicht um den Verkauf des alten Modells kümmern, Angebote von professionellen Käufern einholen oder Anzeigen schalten.

Natürlich ist auch der finanzielle Aspekt nicht zu vernachlässigen. Denn aktuelle Elektrofahrzeuge sind noch meist teurer als in Größe und Ausstattung vergleichbare Verbrenner. Das Leasing ermöglicht dir, alternative Motorantriebe zu vergleichsweise günstigen Preisen zu nutzen. Die monatlichen Raten sind zudem oft günstiger als beim Ratenkredit. Da nicht sofort ein größerer Betrag fällig wird, sind die finanziellen Einschnitte langfristig weniger gravierend. Zudem profitiert man – wie beim Kauf eines Elektroautos – auch beim Leasing von einer Förderung durch den Staat.

Mann tippt auf einem Taschenrechner.

Das Elektroauto-Leasing wird durch die Förderung besonders attraktiv.

Der sogenannte Umweltbonus wird für rein elektrisch und teilelektrisch angetriebene Fahrzeuge (Hybride) gewährt. Getragen wird die Förderung jeweils zur Hälfte von der Bundesregierung und der Autoindustrie. Der Zuschuss beträgt aktuell 6.000 Euro bei Elektrofahrzeugen mit einem Netto-Listenpreis von weniger als 40.000 Euro. E-Autos mit einem Netto-Listenpreis von bis zu 65.000 Euro werden immerhin noch mit 5.000 Euro gefördert.

Elektroauto-Leasing: Voraussetzungen für die Förderung

  • Das Fahrzeug muss sich auf der Liste der förderfähigen Fahrzeuge befinden.
  • Der Leasingvertrag muss nach dem 17. Mai 2016 geschlossen worden sein.
  • Der Basispreis des Fahrzeugs darf 65.000 Euro nicht übersteigen.

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Das solltest du beim Leasing von Stromern beachten

Flexibilität, Kosten, Förderung – die Vorteile überzeugen. Beim Elektroauto-Leasing sind aber auch gewisse Dinge zu beachten. Die Kosten mögen im Vergleich zum Kauf zunächst günstiger wirken. Tatsächlich ist das nicht unbedingt der Fall. Die monatliche Leasingrate wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören unter anderem:

  • Anschaffungspreis des Fahrzeugs
  • Laufzeit des Leasingvertrags
  • Höhe der Anfangszahlung

Je höher der Preis des E-Fahrzeugs ist, desto höher sind die Leasingraten. Aufgrund des aktuell noch vergleichsweise hohen Preises von E-Autos sind die Leasingraten entsprechend höher als bei einem in Größe und Ausstattung vergleichbaren Verbrenners. Darüber hinaus machen sich auch Sonderausstattungen preislich bemerkbar. Bei der Vertragslaufzeit spielt der Wertverlust des Autos eine Rolle. Da dieser im ersten Jahr besonders hoch ist, gehen kurze Laufzeiten mit höheren Raten einher. Dieser Aspekt ist gerade dann von Bedeutung, wenn du regelmäßig das neueste Modell fahren möchtest.

Auch die Höhe der Anfangszahlung hat einen Einfluss auf die späteren Leasingraten. Je höher sie ist, desto geringer die monatliche Belastung. Das geht selbstverständlich mit einer höheren Einmalbelastung einher.

Neben den eigentlichen Raten für das Leasen des E-Autos fallen weitere Kosten für Versicherung und Fahrzeughaltung an. Eine teure Vollkaskoversicherung ist oft verpflichtend. Da die Kosten insgesamt sehr individuell sind, werden sie in der Regel nicht vom Anbieter in das Angebot aufgenommen. Außerdem solltest du darauf achten, ob der Akku Bestandteil des Leasingvertrags ist. Ist dies nicht der Fall, können gegebenenfalls weitere Mehrkosten anfallen.

Beim Leasing eines Elektroautos ist auch zu beachten, dass du nicht der Besitzer bist. Das bedeutet, dass du keine Änderungen an dem Fahrzeug vornehmen darfst. Du bist aber trotzdem dafür verantwortlich, dass alle vorgeschriebenen Inspektionen bei der vertraglich vereinbarten Werkstatt durchgeführt werden. Diese sind oft teurer als freie Werkstätten.

Kfz-Mechaniker schaut in der Werkstatt unter die Motorhaube eines Autos.

Beim Elektroauto-Leasing sind Inspektionen in Vertragswerkstätten meist Pflicht.

Bei der Kostenkalkulation ist auch auf die Mehrwertsteuer zu achten. Während sie bei Leasingraten anfällt, sind Kreditraten mehrwertsteuerfrei. Für Unternehmen und Selbstständige kann das aber auch ein Vorteil sein. Sie können die Mehrwertsteuer in Abzug bringen.

Wichtig: Eine ordentliche Kündigung vor Ablauf der Vertragslaufzeit ist in der Regel nicht möglich.

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Für welche Leasingvariante entscheidest du dich?

Beim Abwägen der Vor- und Nachteile ist auch die Art des Elektroauto-Leasings zu berücksichtigen. Grundsätzlich lassen sich zwei Varianten unterscheiden:

  • Restwert-Leasing
  • Kilometer-Leasing

Beim Restwert-Leasing wird vor dem Vertragsabschluss der Restwert des Fahrzeugs am Ende der Vertragslaufzeit geschätzt. Ist der Wertverlust größer als erwartet, muss die Differenz beglichen werden. Ein Wertverlust kann durch Beschädigungen, aber auch durch Veränderungen der Marktnachfrage entstehen. Da das Risiko schlecht kalkulierbar ist, raten Verbraucherschützer von dieser Variante ab.

Beim Kilometer-Leasing beeinflusst die Gesamtnutzung des Fahrzeugs die monatlichen Kosten. Je mehr Kilometer zurückgelegt werden, desto teurer wird es. Wird die bei Vertragsabschluss festgelegte Kilometerzahl überschritten, folgt eine Nachzahlung. Wird sie unterschritten, werden die Kilometer erstattet. Das Risiko des Restwerts trägt der Anbieter. Da die Vereinbarung transparenter ist, gibt es keine unangenehmen Überraschungen. Das gilt jedenfalls dann, wenn das Nutzungsverhalten gut eingeschätzt wird.

Vor- und Nachteile von Elektroauto-Leasing auf einen Blick

Die Vor- und Nachteile des Elektroauto-Leasings kompakt zusammengefasst:

Vorteile:

  • Einfacher Wechsel des Fahrzeugs nach Ablauf der Leasingdauer
  • Aufwand für den Verkauf des Elektroautos entfällt
  • Vergleichsweise günstige Nutzung alternativer Antriebe
  • Monatliche Zahlungen oft günstiger als bei einem Ratenkredit
  • Im Vergleich zum Kauf entfällt hohe Einmalzahlung
  • Förderung durch Staat und Autoindustrie
  • Unternehmen und Selbstständige können Mehrwertsteuer in Abzug bringen

Nachteile:

  • Fahrzeug wird nur „gemietet“ und kann nicht verändert werden
  • Inspektionstermine müssen eingehalten werden
  • Mehrkosten durch Vertragswerkstätten
  • Kurze Leasingdauer lohnt sich nicht
  • Fahrzeughaltung und Versicherung nicht in Leasingkosten enthalten
  • Teure Vollkaskoversicherung ist oft verpflichtend
  • Mehrwertsteuer auf Leasingraten
  • Ordentliche Kündigung vor Ablauf der Vertragslaufzeit oft nicht möglich

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