Unterhaltskosten Elektroauto: Niedrige Kosten für Haltung und Wartung

Hoher Anschaffungspreis bedeutet hohe Unterhaltskosten? Nicht beim E-Auto. Im Gegenteil, im Vergleich zu benzinbetriebenen Fahrzeugen können Sie mit einem E-Auto bei Wartung und Service auf lange Sicht sparen.

Warum das so ist und mit welchen Kosten Sie rechnen können, erfahren Sie hier.


Das erwartet Sie hier


Zugegeben, der Kaufpreis eines E-Autos ist häufig höher als der von kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen. Das schreckt manche Interessent*innen zunächst ab. Doch ein Blick auf die Details lohnen sich. Denn wie bei jedem Fahrzeug sind auch beim E-Auto die laufenden Kosten genauso entscheidend wie der Kaufpreis.

Unterhalt eines E-Autos: Welche Kosten kommen auf Sie zu?

Der Kaufpreis ist die größte Hürde bei der Anschaffung eines E-Autos. Was die Kosten für Haltung und Wartung angeht, schneiden E-Autos dafür wesentlich besser ab als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, wie auch der ADAC in seinem Kostenvergleich hervorhebt.

Doch wie setzen sich die Unterhaltskosten für ein E-Auto überhaupt zusammen?

Frau fährt entspannt in einem Elektroauto

E-Auto-Fahrer*innen können sich in Bezug auf Wartung und Verschleiß entspannt zurücklehnen.

Ladekosten:

Der Verzicht auf Benzin und Diesel ist nicht nur der ökologisch wichtigste Aspekt, er hat auch deutlich positive Auswirkungen auf Ihr Bankkonto. Als Richtwert gilt, dass Sie mit einer Ladung im Wert von 6 Euro etwa 150 Kilometer weit kommen. Zum Vergleich: Bei einem Verbrenner können Sie von einem durchschnittlichen Verbrauch von 7 bis 8 Litern pro 100 Kilometern ausgehen. Umgerechnet auf 150 Kilometer, entspricht das also rund 12 Litern. Bei einem Durchschnittspreis von 1,43 Euro pro Liter Superbenzin bzw. 1,26 Euro pro Liter Diesel, liegen die Kosten für 150 Kilometer dann bei 17 beziehungsweise 15 Euro.

Ob und wie viel Sie beim Stromtanken sparen können, hängt von mehreren Faktoren ab. Auch die Kosten für jeden gefahrenen Kilometer stellt der ADAC im Kostenvergleich gegenüber. An einigen Ladesäulen können Sie den Fahrzeug-Akku sogar kostenlos aufladen z. B. beim Einkaufen im Supermarkt, Benzin oder Diesel hingegen bekommen Sie nirgendwo umsonst. Beim Aufladen zu Hause entscheidet Ihr Haushaltsstrom-Tarif über die tatsächlichen Kosten. An öffentlichen Ladesäulen können die Preise je nach Anbieter durchaus unterschiedlich ausfallen. Aber auch hier werden Ihnen transparente Tarife angeboten wie z. B die EnBW mobility+ Ladetarife.

VW Golf VW ID.3
Verbrauch 5,5 l/100 km 13,4 kWh/100 km
Preis pro l/kWh 1,50 € 0,36 € (AC-Preis im
EnBW mobility+
Viellader-Tarif)
Kosten pro 100 km 8,25 € 4,82 €

Wartung und Service:

Die größten Pluspunkte für eine günstige Kostenbilanz kann das E-Auto bei Wartung und Service verzeichnen. Der ADAC hat berechnet, wie sich die Gesamtkosten für Elektroautos im Vergleich zu Verbrennern schlagen. Aufgrund der geringeren Wartungskosten eines E-Autos holen Sie sich den ggf. höheren Kaufpreis über die Jahre oft wieder rein. Denn in Summe ist die Wartung für ein Elektroauto etwa 35% günstiger als die eines Benziners oder Diesels. Grund dafür ist, dass beim Stromer sehr viel weniger verschleißanfällige Teile verbaut sind als beim klassischen Verbrenner.

Kosten für Ersatzteile:

Das teuerste Bauteil eines E-Autos ist der Akku. Je nach Hersteller gilt für ihn ein Garantiezeitraum von bis zu acht Jahren. Nach Ablauf der Garantie ist bei den meisten Fabrikaten der Austausch einzelner defekter Zellmodule möglich. Das senkt die Kosten, da die Batterie nicht komplett ersetzt werden muss.

Die Batterie eines Elektroautos

Durch den Austausch einzelner Zellmodule muss die Batterie bei einem Defekt nicht vollständig ersetzt werden.

Kosten für die Hauptuntersuchung

Wie ein Verbrenner muss auch das E-Auto regelmäßig zur Hauptuntersuchung bei TÜV, Dekra oder ähnlichen. Neuwagen müssen zum ersten Mal nach drei Jahren und ab dann alle zwei Jahre zur HU. Auch hier schneidet ein Elektroauto bis zu 40% günstiger ab als ein Verbrenner, da die Abgasuntersuchung wegfällt. So zahlen Sie in der Regel zwischen 56 und 74 Euro für die Untersuchung.

Steuern:

Die staatliche Unterstützung endet nicht mit dem Kauf. Unter bestimmten Bedingungen gelten für E-Autos großzügige Steuervorteile. Je nach Zeitpunkt der Erstzulassung wird Ihr Entscheidung für ein umweltfreundliches E-Auto mit bis zu zehn Jahren Befreiung von der Kfz-Steuer belohnt. Auch als Dienstwagen lohnt sich ein Elektroauto. Denn wenn Sie Ihren Dienstwagen auch privat nutzt, müssen Sie ihn nur mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil versteuern, wenn er 100% elektrisch betrieben ist. Bei einem Plug-in-Hybrid müssen Sie immerhin nur 0,5 Prozent des Listenpreises versteuern.

Versicherung:

Die in Deutschland für alle Autos verpflichtende Haftpflichtversicherung unterscheidet nicht zwischen Verbrennungs- und Elektroantrieb. Es gibt also keine Beitragsunterschiede. Unter den Kaskoversicherungen gibt es inzwischen spezielle Angebote für E-Autos, die sich vor allem lohnen, weil sie Batterieschäden nach Ablauf des Garantiezeitraums absichern. In unserem Beitrag „Benötigt ein Elektroauto eine spezielle Versicherung?“ zeigen wir auf, ob und für wen sich die zusätzliche Versicherung lohnt.

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Warum ist bei einem E-Auto die Wartung günstiger?

Unabhängig von günstigen Ladekosten ist der entscheidende Grund für die niedrigen Unterhaltskosten der geringe Servicebedarf eines E-Autos. Seine Wartung ist im Schnitt 35 Prozent günstiger als die eines Benziners. Das liegt vor allem am Antrieb, denn im Gegensatz zu einem Benzinmotor gibt es im Elektromotor deutlich weniger verschleißanfällige Teile, die regelmäßig geprüft und gewartet werden müssen.

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Gut zu wissen

Geringer Servicebedarf bedeutet nicht, dass Sie mit einem E-Auto seltener zur Inspektion müssen. Allerdings unterscheiden sich die Service-Intervalle je nach Hersteller deutlich. Während manche eine Inspektion alle zwei Jahre empfehlen, schreiben andere für ihre E-Autos einen jährlichen Service vor, damit Ihr Garantieanspruch erhalten bleibt.

Bei einem kraftstoffbetriebenen Fahrzeug sind insbesondere Teile wie Zündkerzen, Kühler, Auspuffanlage, Zahnriemen und Kraftstofffilter schadensanfällig und müssen deshalb regelmäßig und teils aufwendig geprüft werden. All diese Bauteile sind im E-Auto nicht vorhanden, und auch standardmäßige Serviceleistungen wie der Ölwechsel oder das Auffüllen von Kühlflüssigkeit entfallen.

Sogar der Bremsverschleiß ist geringer, da die Geschwindigkeit nicht nur durch die mechanischen Bremsen, sondern auch durch den Elektromotor gedrosselt wird. Dabei erzeugt der Motor Energie, mit der er wiederum die Batterie auflädt (Rekuperationstechnik). Das schont die Bremsbeläge, die deutlich seltener gewechselt werden müssen als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

E-Golf

Bei einem E-Auto entfallen viele der verschleißanfälligen Teile eines Verbrenners.

So läuft beim E-Auto der Service ab

Nun soll nicht der Eindruck entstehen, ein E-Auto wäre wartungsfrei und hätte keine Probleme mit Verschleißteilen. Natürlich hat auch beim E-Auto der Service seine Berechtigung. Folgendes wird bei jeder Inspektion untersucht:

  • Bremsanlage
  • Lenkung und Fahrwerk
  • Elektrik und Elektronik
  • Luftfilter
  • Scheibenwischeranlage
  • Reifen

Große Aufmerksamkeit bei der Inspektion gilt der Elektronik. Die einzelnen Bestandteile sind zwar weitgehend wartungsfrei, doch die Prüfung von Funktion und Leistung hilft dabei, Spontanausfälle zu vermeiden. Dafür werden zum Beispiel die Ladezyklen der Batterie ausgelesen und aus Informationen über Ladezeiten und Leistungsfähigkeit Rückschlüsse auf die Lebensdauer gezogen.

Ein Blick auf den Kaufpreis: Wie teuer ist ein E-Auto in der Anschaffung?

Zwar werden Elektroautos immer günstiger, dennoch hält sich das Vorurteil, dass E-Autos teuer sind. Werfen wir also zum Schluss einen Blick auf die Anschaffungskosten. Im direkten Vergleich sind die E-Modelle eines Herstellers meist teurer als die Benziner oder Diesel. Die günstigsten E-Autos kosten um die 20.000 €. Die meisten Elektroautos liegen bei einem Anschaffungspreis von 30.000 € bis 40.000 €. So kostet ein Golf VII als Benziner ab etwa 21.700 Euro, während der Preis eines e-Golfs bei circa 31.900 Euro startet.

Hersteller Modell Preis
Citroen C-Zero 21.800 €
Volkswagen e-up! 22.975 €
Mitsubishi Electric Vehicle 23.790 €
Nissan Leaf Acenta (inkl. Batterie 30 kWh) 34.385 €
BMW i3 (120 Ah) 38.000 €
Mercedes B 250 e 39.151 €
Tesla Model 3 Long Range AWD 54.800 €
Audi e-tron 55 quattro 79.900 €
Tesla Model X Maximum Range 91.000 €

Inzwischen gibt es auch immer mehr günstige Elektroautos auf dem Markt. Hier finden Sie eine Auswahl günstiger E-Autos. Neben den wesentlich niedrigeren Unterhaltungskosten wird also auch der Anschaffungspreis für Elektroautos immer günstiger.

Fazit: Lohnt sich ein E-Auto?

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass E-Autos zwar in der Anschaffung etwas teurer sind als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dafür lässt sich bei Unterhalt und Wartung ordentlich Geld sparen. Stromer sind nicht nur im Hinblick auf Verbrauch und Steuern günstiger, sondern auch in Sachen Wartung. Bis zu 35 Prozent lassen sich hier im Vergleich zum Verbrenner einsparen. Auf lange Sicht kann sich dadurch also der preisliche Unterschied zwischen einem E-Auto und einem vergleichbaren Verbrenner wieder amortisieren. Kurz: Wenn man sich also ein Auto kauft, dann sollte es elektrisch sein. Elektroautos lohnen sich übrigens auch für Personen ohne Eigenheim – wir zeigen, welche Lademöglichkeiten für Mieter interessant sind.

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