Vorteil E-Auto: Niedrige Kosten für Haltung und Wartung

Hoher Anschaffungspreis bedeutet hohe Unterhaltskosten? Nicht beim E-Auto. Im Gegenteil, im Vergleich zu benzinbetriebenen Fahrzeugen kannst du mit einem E-Auto bei Wartung und Service auf lange Sicht sparen.

Warum das so ist und mit welchen Kosten du rechnen kannst, erfährst du hier.


Das erwartet dich hier

Zugegeben, der Kaufpreis eines E-Autos ist deutlich höher als der von kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen. Das schreckt manche Interessenten zunächst ab. Doch ein Blick auf die Details lohnen sich. Denn wie bei jedem Fahrzeug sind auch beim E-Auto die laufenden Kosten genauso entscheidend wie der Kaufpreis.

Unterhalt eines E-Autos: Welche Kosten kommen auf dich zu?

Wer sich heute für ein E-Auto entscheidet, profitiert beim Kauf zunächst von der staatlichen Förderung, die im Herbst 2019 bis 2025 verlängert wurde. Seit 2020 wird der sogenannte Umweltbonus erstmals nicht nur für Neuwagen, sondern auch für gebrauchte E-Fahrzeuge gezahlt, die bestimmte Kriterien erfüllen.

Frau fährt entspannt in einem Elektroauto

E-Auto-Fahrer können sich in Bezug auf Wartung und Verschleiß entspannt zurücklehnen.

Nichtsdestotrotz bleibt der Kaufpreis weiterhin die größte Hürde. Was die Kosten für Haltung und Wartung angeht, schneiden E-Autos dafür wesentlich besser ab als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor , wie auch der ADAC in seinem Kostenvergleich hervorhebt.

Doch wie setzen sich die Unterhaltskosten für ein E-Auto überhaupt zusammen?

  • „Tanken“ bzw. Aufladen: Der Verzicht auf Benzin und Diesel ist nicht nur der ökologisch wichtigste Aspekt, er hat auch deutlich positive Auswirkungen auf dein Bankkonto. Als Richtwert gilt, dass du mit einer Ladung im Wert von 6 Euro etwa 150 Kilometer weit kommst. Zum Vergleich: Bei einem Verbrenner kannst du von einem durchschnittlichen Verbrauch von 7 bis 8 Litern pro 100 Kilometern ausgehen. Umgerechnet auf 150 Kilometer, entspricht das also rund 12 Litern. Bei einem Durchschnittspreis von 1,43 Euro pro Liter Superbenzin bzw. 1,26 Euro pro Liter Diesel, liegen die Kosten für 150 Kilometer dann bei 17 beziehungsweise 15 Euro.

 

  • Wartung und Service: Die größten Pluspunkte für eine günstige Kostenbilanz kann das E-Auto bei Wartung und Service verzeichnen. Das liegt unter anderem daran, dass bei einem Elektromotor wesentlich weniger verschleiß- und schadensanfällige Teile verbaut sind als bei einem Verbrennungsmotor.

 

  • Kosten für Ersatzteile: Das teuerste Bauteil eines E-Autos ist der Akku. Je nach Hersteller gilt für ihn ein Garantiezeitraum von bis zu acht Jahren. Nach Ablauf der Garantie ist bei den meisten Fabrikaten der Austausch einzelner defekter Zellmodule möglich. Das senkt die Kosten, da die Batterie nicht komplett ersetzt werden muss.

 

  • Steuern: Die staatliche Unterstützung endet nicht mit dem Kauf. Unter bestimmten Bedingungen gelten für E-Autos großzügige Steuervorteile. Je nach Zeitpunkt der Erstzulassung wird deine Entscheidung für ein umweltfreundliches E-Auto mit bis zu zehn Jahren Befreiung von der Kfz-Steuer belohnt.

 

  • Versicherung: Die in Deutschland für alle Autos verpflichtende Haftpflichtversicherung unterscheidet nicht zwischen Verbrennungs- und Elektroantrieb. Es gibt also keine Beitragsunterschiede. Unter den Kaskoversicherungen gibt es inzwischen spezielle Angebote für E-Autos, die sich vor allem lohnen, weil sie Batterieschäden nach Ablauf des Garantiezeitraums absichern.

 

Die Batterie eines Elektroautos

Durch den Austausch einzelner Zellmodule muss die Batterie bei einem Defekt nicht vollständig ersetzt werden.

Warum ist bei einem E-Auto die Wartung günstiger?

Unabhängig von staatlichen Förderprogrammen und günstigen Ladekosten ist der entscheidende Grund für die niedrigen Unterhaltskosten der geringe Servicebedarf eines E-Autos. Seine Wartung ist im Schnitt 35 Prozent günstiger als die eines Benziners. Das liegt vor allem am Antrieb, denn im Gegensatz zu einem Benzinmotor gibt es im Elektromotor deutlich weniger verschleißanfällige Teile, die regelmäßig geprüft und gewartet werden müssen.

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Gut zu wissen

Geringer Servicebedarf bedeutet nicht, dass du mit einem E-Auto seltener zur Inspektion musst. Allerdings unterscheiden sich die Service-Intervalle je nach Hersteller deutlich. Während manche eine Inspektion alle zwei Jahre empfehlen, schreiben andere für ihre E-Autos einen jährlichen Service vor, damit dein Garantieanspruch erhalten bleibt

Bei einem kraftstoffbetriebenen Fahrzeug sind insbesondere Teile wie Zündkerzen, Kühler, Auspuffanlage, Zahnriemen und Kraftstofffilter schadensanfällig und müssen deshalb regelmäßig und teils aufwendig geprüft werden. All diese Bauteile sind im E-Auto nicht vorhanden, und auch standardmäßige Serviceleistungen wie der Ölwechsel oder das Auffüllen von Kühlflüssigkeit entfallen.

Sogar der Bremsverschleiß ist geringer, da die Geschwindigkeit nicht nur durch die mechanischen Bremsen, sondern auch durch den Elektromotor gedrosselt wird. Dabei erzeugt der Motor Energie, mit der er wiederum die Batterie auflädt (Rekuperationstechnik). Das schont die Bremsbeläge, die deutlich seltener gewechselt werden müssen als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

E-Golf

Bei einem E-Auto entfallen viele der verschleißanfälligen Teile eines Verbrenners.

So läuft beim E-Auto der Service ab

Nun soll nicht der Eindruck entstehen, ein E-Auto wäre wartungsfrei und hätte keine Probleme mit Verschleißteilen. Natürlich hat auch beim E-Auto der Service seine Berechtigung. Folgendes wird bei jeder Inspektion untersucht:

  • Bremsanlage
  • Lenkung und Fahrwerk
  • Elektrik und Elektronik
  • Luftfilter
  • Scheibenwischeranlage
  • Reifen

Große Aufmerksamkeit bei der Inspektion gilt der Elektronik. Die einzelnen Bestandteile sind zwar weitgehend wartungsfrei, doch die Prüfung von Funktion und Leistung hilft dabei, Spontanausfälle zu vermeiden. Dafür werden zum Beispiel die Ladezyklen der Batterie ausgelesen und aus Informationen über Ladezeiten und Leistungsfähigkeit Rückschlüsse auf die Lebensdauer gezogen.

Fazit: Elektroautos überzeugen durch niedrige Unterhalt- und Wartungskosten

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass E-Autos zwar in der Anschaffung oftmals teurer sind als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dafür lässt sich bei Unterhalt und Wartung ordentlich Geld sparen. Stromer sind nicht nur im Hinblick auf Verbrauch und Steuern günstiger, sondern auch in Sachen Wartung. Bis zu 35 Prozent lassen sich hier im Vergleich zum Verbrenner einsparen. Auf lange Sicht kann sich dadurch also der preisliche Unterschied zwischen einem E-Auto und einem vergleichbaren Verbrenner wieder amortisieren. Mehr dazu kannst du auch im Artikel „Ein E-Auto kaufen: Lohnt sich das für dich?„.

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