Die Formel E – wie Elektromobilität den Motorsport revolutioniert.

Volt statt Benzin, Surren statt Motorengeheul. Die Formel E ist auf der Überholspur und erfreut sich immer mehr Aufmerksamkeit. Nach Audi ziehen nun auch andere deutsche Hersteller mit einem eigenen Fahrzeug nach. Was die Formel E so attraktiv macht und welche Bedeutung sie für die Entwicklung von E-Mobilität im Alltag hat, erklären wir Dir in diesem Beitrag.

Die Formel 1 wird von Jahr zu Jahr einseitiger. Die Zeiten, in denen man packende Überholmanöver auf den Bildschirmen beobachten konnte, sind lange vorbei. Die Unterschiede zwischen den wenigen Top-Teams und dem Rest sind schlicht zu groß, um einen ausgeglichenen Wettkampf auf die Straße zu bringen.
Doch es gibt Hoffnung für Motorsportfans. Im Schatten der Formel 1 entwickelt sich die Formel E langsam zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz. Nachdem Audi, Jaguar und Renault bereits in der Formel E aktiv sind, planen nun auch Mercedes, BMW und Porsche einen Einstieg in die E-Rennserie.

Formel E – was ist das?

Die Formel E  ist eine Rennserie für Formelwagen mit Elektromotor. Das Wort Formel stammt von Formelsport – eine Form des Motorsports, bei der die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge durch technische Regeln festgelegt ist.

Überholmanöver Formel E

Formula E ePrix in Hongkong

In der Formel E treten derzeit zehn Teams mit insgesamt 20 Fahrern in Großstädten rund um die Welt gegeneinander an. Die Rennen finden nicht auf gewöhnlichen Rennstrecken statt sondern mitten in der Stadt auf eigens für die Formel E abgesteckten Kursen – z.B. dem Tempelhofer Feld in Berlin. Gefahren wird in futuristisch designten Elektroflitzern mit einer Leistung von 200 kW (270 PS). In 2,9 Sekunden beschleunigen sie von 0 auf 100 km/h.

Eine Besonderheit: Der Akku der E-Rennautos hat eine Kapazität von 29 kWh, womit die Fahrer nur etwa die Hälfte des Rennens bestreiten können. Nach 12 bis 17 Runden steigen sie in ein zweites, voll aufgeladenes Auto um. Zur nächsten Saison werden alle Autos mit neuen Akkus ausgestattet, die 54 kWh fassen und somit eine komplette Renndistanz überstehen – sofern man nachhaltig fährt und seine Kräfte gut einteilt.

Rennfahrer Formel E

Was macht die Formel E so attraktiv?

Zuschauer spielen an der Konsole im E-Village

E-Village

Die Rennserie spricht insbesondere junge, urbane und nachhaltigkeitsbewusste Menschen an. Dem Zuschauer wird zu günstigen Eintrittspreisen ein umfangreiches Programm im E-Village mit DJ-Sets, Spielekonsolen und Info-Aktionen rund um das Thema Elektromobilität geboten. Durch die Lage mitten in der Stadt können die Fans meist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Rennen anreisen, was wiederum die Umwelt schont. Damit treffen die Veranstalter den Zahn der Zeit.

Darüber hinaus können Fans direkten Einfluss auf das Renngeschehen nehmen: Vor einem Rennen haben sie online die Möglichkeit, für ihren Lieblingsfahrer abzustimmen. Den drei Fahrern mit den meisten Stimmen wird dann für den Renntag der sogenannte FANBOOST freigeschaltet. Damit können die Fahrer einmalig einen zusätzlichen Energieschub von 100 kJ nutzen, der ihnen in entscheidenden Situationen zu Überholmanövern verhelfen soll.

Im Gegensatz zur Formel 1 bietet die Formel E den Teams außerdem derzeit noch wenig Spielraum bei der Konstruktion der Autos. Viele Komponenten in den Fahrzeugen sind für alle Autos verpflichtend baugleich. Dies verspricht mehr Spannung, da so alle Fahrer nahezu gleiche Chancen auf einen Platz auf dem Treppchen haben.

Wie bringt die Formel E Elektromobilität voran?

Die Formel E gilt als das größte Testlabor, wenn es um neue Technologien im Bereich der Elektromobilität geht. Autohersteller wie Renault und Jaguar haben das Potenzial der Rennserie früh erkannt. Sie sind bereits seit der ersten Saison mit eigenen Teams in der Formel E beteiligt. Dem Beispiel von Audi, die in der aktuellen Saison zum ersten Mal mit einem Werksteam an den Start gehen, folgen kommende Saison BMW, Mercedes und Porsche.

Die Autohersteller und Zulieferer-Firmen wie ABB haben hier die Chance, Neuentwicklungen und Bauteile unter Extrembedingungen zu testen. Zukünftig könnten diese dann in deren Serienwagen verbaut werden. Daneben haben sie auf der Event-Area die Möglichkeit, neue Produkte wie z.B. Schnellladesäulen oder größere Akkus vorzustellen und zu bewerben.

Formula E Gen2-Fahrzeug wird in Genf vorgestellt

Das Gen2-Fahrzeug für die Saison 2018/19

Weitere Informationen rund um Elektromobilität gibt es natürlich auch auf unserer Homepage.

Zur Produktfamilie „EnBW mobility+“

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  1. Kommentar von Luise am 16. Oktober 2018

    Ich bin seit meiner Kindheit großer Formel 1-Fan und fange gerade an, auch die Formel E etwas mehr zu verfolgen. Ich freue mich, dass auch im Motorsport auf nachhaltige Methoden angekommen zu sein scheinen. Die Namen der Fahrer werden auch immer bekannter und ich freue mich auf die nächste Saison!