Zentralheizung: Alles was du als Mieter wissen musst

Ein warmes Zuhause ist in der kalten Jahreszeit etwas Wunderbares. In vielen Häusern werden Räume und Wohnungen deshalb mit einer Zentralheizung auf eine angenehme Temperatur gebracht. Aber wie funktioniert diese eigentlich und hat sie Vorteile gegenüber einer Etagenheizung?

Erfahre hier alles Wissenswerte zu Zentralheizungen.


Das erwartet dich hier

Was ist eine Zentralheizung?

Als Zentralheizung oder auch Sammelheizung wird ein Heizungssystem bezeichnet, das ein gesamtes Gebäude mit Wärme versorgt. Die Technik findet sowohl in Einfamilienhäusern als auch in großen Wohnkomplexen mit vielen einzelnen Wohnungen Anwendung. In den meisten Fällen besteht eine Zentralheizung aus einer Anlage, in der die Wärme erzeugt wird, und einem Verteilersystem. Es gibt aber auch das Modell, in dem die Wärme aus einem externen Wärmekraftwerk kommt. In diesem Fall wird von Fernwärme gesprochen.

Befindet sich die Anlage zur Wärmeerzeugung im Haus selbst, wird die Zentralheizung meist mit Gas oder Öl betrieben. Aber auch Heizkessel, in denen Pellets aus Holz verbrannt werden, kommen bei Zentralheizungen immer öfter vor.

Es gibt allerdings auch einige neuere Energiequellen, die zum Einsatz kommen können. So kann eine Zentralheizung zum Beispiel mit Strom aus einer Solaranlage betrieben werden. Und wo wir gerade bei Sonnenenergie sind: Auch Solarthermieanlagen sind eine Option, um Häuser nachhaltig zu wärmen.

Soll in einem Haus nicht nur Wärme, sondern gleichzeitig Strom erzeugt werden, wird ein Mini-Blockheizkraftwerk eingebaut, das beides aus Gas produziert. Zudem gibt es Wärmepumpen, die Wärme aus Erde, Luft oder Wasser nahe des Hauses ziehen und dann über die Heizung wieder abgeben. Außerdem müssen in dieser Aufzählung Elektro-Zentralheizungen erwähnt werden. Diese sind allerdings nicht besonders kostengünstig und finden somit eher Anwendung in nicht ständig genutzten Wochenendhäusern.

Frau liest ein Buch vor der Heizung

Eine Zentralheizung sorgt für angenehme Wärme in allen Wohnungen eines Hauses.

Wie funktioniert eine Zentralheizung?

Unabhängig davon, welche Energieträger die Anlage zur Wärmeerzeugung nutzt, funktionieren die meisten Zentralheizungen nach dem gleichen Grundprinzip:

  1. Wasser wird in einem Heizkessel erhitzt und über das Verteilersystem mit Hilfe einer Umwälzpumpe in alle Räume des Hauses mit Heizkörpern verteilt. Den Weg zwischen Kessel und Heizkörper nennt man Vorlauf.
  2. Das warme Wasser fließt in die Heizkörper und gibt dort die Wärme an die Räume ab. Über das Thermostatventil regulierst du als Nutzer die Menge an heißem Wasser, das in einen Heizköper fließt – und damit die Temperatur im Raum.
  3. Nachdem das Wasser seine Wärme abgegeben hat, fließt es zurück in den Heizkessel. Diesen letzten Schritt des Kreislaufes nennt man passenderweise Rücklauf.

Dasselbe Prinzip wird auch bei Wand- und Fußbodenheizungen angewendet. Mit dem Unterschied, dass das Wasser in diesen Fällen eben nicht in einen Heizkörper, sondern in sogenannte Heizschlangen in Fußboden oder Wand fließt.

bulk
Mieter sind nicht verpflichtet zu heizen.

Die Heizung sollte aber zumindest in der Hauptheizperiode zwischen dem 1. Oktober und dem 30. April soweit laufen, dass die Rohre nicht einfrieren und sich kein Schimmel in der Wohnung bilden kann.

Was ist der Unterschied zwischen einer Zentral- und einer Etagenheizung?

Die jeweilige Bezeichnung verrät es eigentlich schon: Eine Zentralheizung ist immer ein Heizungssystem für ein ganzes Haus und damit oft für mehrere Mietparteien. Eine Etagenheizung hingegen wärmt nur einzelne Stockwerke, Wohnungen oder sogar einzelne Räume. Deshalb befindet sich die Anlage zur Wärmeerzeugung bei einer Etagenheizung meist innerhalb der Wohnung, in der sie für Wärme sorgt.

In einem Haus mit einer Zentralheizung gibt es also immer ein Heizungssystem für alle Bewohner, während es in einem mit Etagenheizungen viele einzelne sind. Das wirkt sich auch auf die Anwendung und die Abrechnung aus. Bei einer Etagenheizung kann die Therme individueller auf die eigenen Bedürfnisse eingestellt werden. Bei einer Zentralheizung gibt es immer einen Prozentsatz der durch das Heizsystem verursachten Kosten, den sich alle Nutzer teilen müssen.

Zentralheizung: was du zu den Kosten wissen solltest

Die Kosten für deine Zentralheizung ergeben sich aus den Kosten für den Betrieb der Heizung und den Energieträger, der zur Erzeugung der Wärme verwendet wurde. Wie hoch sie sind, kannst du als Mieter deiner jährlichen Betriebskostenabrechnung entnehmen. In ihr steht auch, ob du zusätzlich zu deinen monatlichen Heizkosten, die Teil der Warmmiete sind, Heizkosten nachzahlen musst. Das kann immer vorkommen, wenn dein Verbrauch höher war, als erwartet. Im Idealfall war dein Verbrauch aber niedriger und dein Vermieter zahlt dir den Überschuss zurück oder verrechnet ihn mit deiner nächsten Miete. Mit ein paar Tipps für eine warme Wohnung im Winter kannst du deine Heizkostenabrechnung positiv beeinflussen.

Dennoch: Als Mieter, der in einem Haus mit Zentralheizung lebt, steuerst du deine Heizausgaben nicht komplett selbst. Zwar ergeben sich 50 % bis 70 % aus deinem tatsächlichen Verbrauch, der durch Messgeräte an deinen Heizkörpern ermittelt wird. Die restlichen Kosten werden aber durch alle Mietparteien des Hauses geteilt. Dazu zählen zum Beispiel Kosten für Wartung, Stromverbrauch für die Umwälzpumpe und einige andere Posten.

Auch kannst du, anders als bei einer Etagenheizung, keinerlei individuelle Steuerungen an der Heizanlage vornehmen, um sie an deine Bedürfnisse anzupassen. Wenn du beispielsweise den ganzen Tag außer Haus bist und es nur abends warm haben möchtest, muss der Heizkessel der Zentralheizung dennoch den ganzen Tag heizen, damit dein Nachbar im Homeoffice keine kalten Füße bekommt.

Digitalthermostat wird eingestellt

Viele Mieter wollen Heizkosten sparen. Bei einer Zentralheizung hast du die Ausgaben aber nicht zu 100 Prozent selbst in der Hand.

Vor- und Nachteile einer Zentralheizung

Diese Vorteile bietet eine Zentralheizung:

  • In einem Mietshaus muss sich der Vermieter um den Brennstoff, die Wartung und die Abrechnung kümmern.
  • Auch dass die Heizung so funktioniert, dass die sogenannte Behaglichkeitstemperatur von 20 bis 22 Grad in Haupträumen erreicht werden kann, liegt in seiner Verantwortung.
  • Außerdem befindet sich die Heizanlage nicht in der eigenen Wohnung. Sie nimmt dort also keinen Platz weg und die Wartungsarbeiten können vorgenommen werden, ohne dass du zuhause sein müsstest, um Handwerker hereinzulassen.

Dabei hat der Einsatz einer Zentralheizung allerdings auch Nachteile:

  • Die Kosten kannst du nur bedingt beeinflussen und die Steuerung des Heizkessels nicht an deine individuellen Bedürfnisse anpassen.
  • Außerdem kann es sein, dass der Energieverbrauch höher ist, weil das heiße Wasser gegebenenfalls im Vorlauf zwischen Heizkessel und Heizung weitere Strecken durch unbeheizte Teile des Hauses zurücklegen muss. Dabei kann es leicht zu einem Wärmeverlust kommen, der bei Etagenheizungen deshalb nicht so groß ist, weil Heizkessel und Heizkörper viel näher beieinander liegen.

Warum bis morgen warten?

Die EnBW-Tarife für Erdgas und Wärme: Heute schon von nachhaltiger Energie zum günstigen Preis profitieren.

Fazit zur Zentralheizung: immer die Abrechnung prüfen

Wer zur Miete in einer Wohnung mit Zentralheizung lebt, kann nicht einfach auf ein anderes Heizsystem umsteigen. Die Entscheidung, welches Heizsystem verwendet wird, obliegt dem Vermieter. Dass Zentralheizungen so verbreitet sind, liegt unter anderem daran, dass ein Zentralheizungssystem in der Anschaffung vergleichsweise günstig ist.

Als Mieter hast du zwar nicht die volle Kontrolle über die Kosten, dafür liegt aber auch viel Verantwortung beim Vermieter. Spätestens, wenn die Heizung ausfällt und du als Mieter durch einen Anruf bei der Hausverwaltung deine Pflicht getan hast und nicht selbst Termine mit Handwerkern organisieren musst, wirst du dies zu schätzen wissen.

Heizungsthermostat wird gedreht

In einem Mietshaus mit Zentralheizung muss der Vermieter aktiv werden, wenn die Heizkörper die Räume nicht ausreichend beheizen.

Nichtsdestotrotz solltest du immer die Heizkostenabrechnung genau prüfen. Wenn du die Abrechnung unübersichtlich findest und eine Prüfung durch eine externe Stelle vornehmen lassen möchtest, setzt du dich am besten mit dem lokalen Mieterverein in Verbindung. Darüber hinaus kannst du selbst deinen Anteil zum Einsparen von Energie leisten: Wer im Bedarfsfall die Heizung entlüftet und darüber hinaus auf die richtige Kombination aus Heizen und Lüften achtet, tut nicht nur der Umwelt einen gefallen, sondern spart außerdem bares Geld.

 

Entdecke dein persönliches Stromangebot:

Jetzt zu 100% Ökostrom wechseln und attraktiven Bonus* sichern.

Zurück zur Übersicht