Energetische Sanierung: Vorteile, Kosten und staatliche Förderung

30 bis 60 Jahre – so alt sind deutsche Immobilien im Durchschnitt. Doch alte Gebäude haben eine schlechte Energieeffizienz, hervorgerufen durch schlecht gedämmte Dächer und Fassaden, undichte Fenster, veraltete Heizkessel. Wer Energieverbrauch und -kosten senken will, kommt um eine energetische Sanierung nicht herum.

Diese lohnt sich in mehrfacher Hinsicht. Wir zeigen warum.


Das erwartet dich hier

Was ist eine energetische Sanierung?

Bei der energetischen Sanierung handelt es sich um alle baulichen Maßnahmen, die einen Schwerpunkt auf die Verbesserung der Energieeffizienz legen – vor allem mit Blick auf Heizung und Warmwasser. Denn rund 85 Prozent der gesamten Energie in einem Haus entfallen allein auf diese beiden Bereiche. Wer den Verbrauch senken kann, spart Energie – und reduziert die damit verbundenen Kosten. Bei steigenden Energiepreisen ist das ein wichtiger Grund.

Zugleich verbesserst du das Wohnklima im Haus. Mit einer guten Dämmung sind deine Räume im Winter immer behaglich warm, während sie bei sommerlicher Hitze angenehm kühl bleiben. Und du leistest mit einer energetischen Sanierung deinen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Denn neue Heizungen senken den CO2-Ausstoß, Solar- und Photovoltaikanlagen fördern den Einsatz erneuerbarer Energien. Nicht zuletzt erhöht eine energetische Sanierung den Wert deiner Immobilie.

Vorteile Nachteile
Steigerung der Energieeffizienz Im ersten Schritt ggf. hohe Investitionskosten
Reduzierung der Heizkosten
Verbesserung des Wohnklimas
Förderung möglich
Wertsteigerung der Immobilie

 

Was beinhaltet eine energetische Sanierung?

Zu den typischen Maßnahmen einer energischen Sanierung zählen:

  • Verbesserung der Wärmedämmung (Fassade, Dach, Kellerdecke)
  • Austausch alter, undichter Fenster und Außentüren
  • Einbau einer neuen, modernen Heizungsanlage
  • Einbau einer Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage
  • Einbau einer Wärmepumpe
Haus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach

Der Staat fördert auch den Einbau von Photovoltaik-Anlagen im Rahmen von energetischen Sanierungsmaßnahmen.

Welche Maßnahmen sich lohnen, hängt von deiner Immobilie ab. Gerade die Wärmedämmung zahlt sich meistens aus. So lassen sich zum Beispiel die Heizkosten durch entsprechende Maßnahmen um 5 bis 20 Prozent reduzieren. Eine Orientierung, welche Maßnahme welchen Effekt hat, bietet die folgende Tabelle:

Sanierungsmaßnahme Einsparungspotenzial Heizkosten Zeit zur Amortisation
Installation einer neuen Heizung 10-15% 7 bis 10 Jahre
Austausch der Fenster 10-20% 8 bis 15 Jahre
Installation einer Solarthermie 10-20% 10 bis 15 Jahre
Dämmung der Fassade 15-20% 8 bis 14 Jahre
Dämmung des Dachs 15-20% 8 bis 18 Jahre

 

Was kostet eine energetische Sanierung?

Bevor du Energiekosten sparen kannst, musst du erst einmal Geld investieren. Die Höhe der Kosten hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Wie groß ist das Haus?
  • Wie alt ist die Bausubstanz?
  • Wie hoch ist der Sanierungsbedarf?

Auch die Qualität der verwendeten Materialien oder die Art der neuen Heizung wirken sich direkt auf die Höhe der Kosten aus. So macht es einen Unterschied, ob du eine Gas-Brennwert-Therme oder eine Wärmepumpen-Anlage einbauen möchtest. Die erste Heizung kostet – abhängig von der Größe – zwischen 5.000 und 9.000 Euro, die andere zwischen 8.000 und 20.000 Euro. Daher folgt hier nur eine Übersicht der üblichen Preisspannen (angegeben für ein Einfamilienhaus):

Maßnahme Kosten
Austausch Fenster 500 bis 1.000 Euro (pro Stück)
Austausch Heizung 5.000 bis 20.000 Euro
Dämmung Außenfassade 5.000 bis 20.000 Euro
Dämmung Dach 5.000 bis 20.000 Euro
Einbau Solarthermie-Anlage 5.000 bis 10.000 Euro
Einbau Photovoltaik-Anlage 6.000 bis 15.000 Euro

 

Energetische Sanierung: Förderung lohnt sich

Die gute Nachricht: Viele Maßnahmen werden durch staatliche Gelder gefördert. Im Bereich der energetischen Sanierung hat die KfW-Bank gleich zwei Programme aufgelegt:

  • KfW 151/152: zinsgünstiger Kredit für energieeffizientes Sanieren
  • KfW 430: Investitionszuschuss für energieeffizientes Sanieren

Die KfW-Kredite ermöglichen bis zu 50.000 Euro für einzelne Maßnahmen oder 120.000 Euro für die komplette Sanierung. Dafür musst du zwar bestimmte Vorgaben einhalten. Doch wenn du besonders gute Energiestandards erzielt, erhältst du sogar einen Nachlass auf die Kreditsumme. Der „Investitionszuschuss“ für eine komplette energetische Sanierung zum Kfw-Effizienzhaus kann sogar bis zu 48.000 Euro betragen – Geld, dass du nicht zurückzahlen musst.

Auch andere Institutionen fördern die energetische Sanierung. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt eine Reihe von Zuschüssen für einzelne Maßnahmen, beispielsweise den Einbau von Wärmepumpen. Bundesländer und Kommunen stellen mitunter ebenfalls Geld bereit. Dazu kommen Fördermittel für die Umrüstung auf erneuerbare Energien, etwa Zuschüsse für den Einbau von Photovoltaik-Anlagen. Auch gibt es seit letztem Jahr eine Reihe von weiteren staatlichen Hilfen: Für die energetische Sanierung gibt es Nachlässe bei der Steuer, zudem kannst du einen Zuschuss für die neue Heizung beantragen.

Mann dämmt das Dach

Die Wärmedämmung des Dachs gehört zu den häufigsten Maßnahmen einer energetischen Sanierung.

Eine Übersicht über staatliche Fördergelder für Sanierungsmaßnahmen, barrierefreies Wohnen und Elektromobilität haben wir dir in diesem Artikel zusammengestellt.

Wenn du in den Genuss der Förderung kommen willst, musst du für die energetische Sanierung einen professionellen Energieberater heranziehen. Zusammen mit ihm erstellst du den Fahrplan für die energetische Sanierung und beantragst die benötigte Fördersumme. Erst dann kannst du mit der Handwerkersuche und Umsetzung der Maßnahmen beginnen. Der Energieberater prüft am Ende auch, ob Fenster, Dämmung und Heizung die vorgeschriebenen energetischen Standards einhalten, und bestätigt dies der KfW. Erst dann erhältst du die Fördermittel.

Für wen ist die energetische Sanierung Pflicht?

Wer eine Bestandsimmobilie kauft, muss sie unter bestimmten Umständen energetisch sanieren lassen. Das ist in der Energieeinsparverordnung (EnEV) so geregelt. Betroffen sind vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser, die vor dem 1. Februar 2002 gebaut wurden. Als Käufer bist du verpflichtet, innerhalb von zwei Jahren nach Einzug energetisch zu sanieren, wenn das Gebäude die entsprechenden Standards nicht einhält. Umgesetzt werden muss in der Regel:

  • Austausch der alten Heizung: Öl- und Gasheizungen müssen spätestens nach einer Laufzeit von 30 Jahren durch moderne Heizanlagen ersetzt werden. Die Regel gilt für Standard- und Konstanttemperaturkessel, aber nicht für Niedertemperatur- und Brennwertkessel.
  • Dämmung von Rohrleitungen: Heizungs- und Warmwasserleitungen in kalten Kellern müssen gedämmt werden.
  • Dämmung des Dachs bzw. Dachbodens: Nach den Vorgaben des EnEV muss das Dach von Altbauten gedämmt sein. Alternativ ist die Dämmung der obersten Geschossdecke (Dachboden) möglich. Der Wärmedurchgangskoeffizient darf nach der Dämmung nicht über 0,24 W/m2K liegen.

Eine energetische Sanierung eines Altbaus ist nicht zwingend vorgeschrieben, wenn der Eigentümer nicht wechselt und nur kleinere Reparaturarbeiten anstehen. Dabei gilt aber: Du hast das Haus schon vor Februar 2002 bewohnt und die Immobilie hat nicht mehr als zwei Wohnungen. Wenn du mehr als 10 Prozent der Fassadenfläche erneuern willst oder bei größeren Mehrfamilienhäusern, die vermietet werden – dann gelten die Anforderungen der EnEV ebenso für deinen Altbau. Aber auch in diesen Fällen lohnt sich die energetische Sanierung.

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