EnBW investiert massiv in Versorgungssicherheit und erzielt gutes operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2025
- Konzernergebnis mit einem bereinigten EBITDA von 5,1 Mrd. Euro über dem Vorjahr
- CEO Stamatelopoulos: erfolgreiches Geschäftsjahr, in dem EnBW wichtige strategische und operative Meilensteine erreicht hat – trotz schwierigen Umfelds
- Rekord-Investitionen von 7,6 Mrd. Euro in den Umbau der Energieinfrastruktur
- Rekord-Zubau an erneuerbaren Energien auf insgesamt 66 Prozent der eigenen Erzeugungsleistung
Karlsruhe/Stuttgart. Die EnBW blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Das Adjusted EBITDA erreichte 5,1 Milliarden Euro und liegt damit in der Mitte der prognostizierten Bandbreite von 4,8 bis 5,3 Milliarden Euro. Das starke operative Ergebnis unterstreicht die breite und zukunftsorientierte Aufstellung des Unternehmens, die EnBW Flexibilität und wirtschaftliche Stabilität verleiht – auch in einem herausfordernden Umfeld.
Mit hohem Engagement hat die EnBW den weiteren Umbau der Energieinfrastruktur vorangetrieben: 7,6 Milliarden Euro hat das Unternehmen in den Ausbau der Transport- und Verteilnetze, in Windparks an Land und auf See, in Solaranlagen und in flexibel einsetzbare, wasserstofffähige Gaskraftwerke sowie den Fortschritt der Elektromobilität investiert. Damit setzt die EnBW ihren Kurs entschlossen fort und baut ihre führende Rolle beim Umbau des Energiesystems in Deutschland weiter aus.
Georg Stamatelopoulos, Vorstandsvorsitzender der EnBW: „2025 war für uns ein erfolgreiches Geschäftsjahr, in dem wir wichtige strategische und operative Meilensteine erreicht haben. Wir haben mit einem Adjusted EBITDA von 5,1 Milliarden Euro das Geschäftsziel, das wir uns vorgenommen hatten, erreicht. Deswegen können wir auch unseren Eigentümern bei der Hauptversammlung im Mai eine leicht erhöhte Dividende vorschlagen. Drei Beispiele aus dem letzten Geschäftsjahr zeigen, wie sich die Balance aus Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Bezahlbarkeit von Energie in unserem operativen Geschäft wiederfindet: Wir hatten einen Rekord-Zubau bei Wind und Solar. Wir haben so viel wie noch nie in die Transformation des Energiesystems und damit in die Versorgungssicherheit investiert, mit klarem Fokus auf Wertorientierung und unternehmerischen Erfolg. Und zum Jahreswechsel gab es für unsere Kundinnen und Kunden die größte Strompreissenkung der letzten Jahre.“
Thomas Kusterer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der EnBW: „In allen drei Geschäftsbereichen haben wir unsere Ergebniserwartungen erreicht. Das ist wichtig, denn das Geld, das wir selbst verdienen, bildet das Fundament für die Umsetzung unserer Strategie. Unsere Erlöse reichen jedoch nicht aus, um unsere ambitionierten Investitionen zu finanzieren. Beteiligungsmodelle sowie Mittel, die wir am Kapitalmarkt aufnehmen, ergänzen daher unseren Finanzierungsmix. 2025 ist es uns inklusive der Durchführung einer Kapitalerhöhung gelungen, Finanzierungen in Höhe von fünf Milliarden Euro erfolgreich zu sichern.“
Die gestiegenen Bruttoinvestitionen machen deutlich, wie kapitalintensiv der Umbau des Energiesystems sich gestaltet: Rund 7,6 Milliarden Euro und damit 22 Prozent mehr als im Vorjahr hat die EnBW 2025 investiert, dabei flossen 87 Prozent in Wachstumsprojekte.
Insgesamt 800 Megawatt installierte Leistung aus erneuerbaren Energien konnten im vergangenen Geschäftsjahr zugebaut werden, ein Rekord in der Unternehmensgeschichte. Darüber hinaus ist es gelungen, im Jahr 2025 den Zuschlag für Ausschreibungen über zukünftige Wind-Onshore-Projekte und Solarparks in Höhe von rund 400 Megawatt zu erhalten. Bis 2030 soll der Anteil der Erneuerbaren an der installierten Erzeugungsleistung der EnBW zwischen 75 und 80 Prozent betragen.
Mit 60 Prozent ein Schwerpunkt der Investitionen war der Ausbau der Strom- und Gasnetze, wie etwa die HGÜ-Leitung SuedLink, die Ende 2028 in Betrieb gehen soll. Weitere Mittel konzentrierten sich auf den Ausbau der Offshore-Windkraft, zum Beispiel den bereits fünften EnBW-Offshore-Windpark „He Dreiht“, der bis zum Sommer 2026 in den vollständigen kommerziellen Betrieb gehen soll. Weitere Investitionen flossen in den Bau wasserstofffähiger und flexibel einsetzbarer Gaskraftwerke.
Nahezu 90 Prozent der Investitionen entsprechen dabei den auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Kriterien der EU-Taxonomie.
Der Adjusted Konzernüberschuss bezogen auf die Aktionäre der EnBW AG lag mit 1,4 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreszeitraum (1,5 Milliarden Euro). Hauptgrund hierfür war ein gesunkenes Finanzergebnis, das im Wesentlichen aus einer niedrigeren Marktbewertung von Wertpapieren gegenüber dem Vorjahr resultiert.
Der Hauptversammlung wird die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,70 Euro je Aktie vorgeschlagen. Dies entspricht einem leichten Anstieg von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr und einer Ausschüttungsquote für das Geschäftsjahr 2025 von 39 Prozent des auf die Aktionäre der EnBW entfallenden Adjusted Konzernüberschusses.
Im Segment Systemkritische Infrastruktur, das die Transport- und Verteilnetze für Strom und Gas umfasst, wurde ein Adjusted EBITDA von rund 2,7 Milliarden Euro erreicht. Das Ergebnis stieg um 20 Prozent und liegt damit innerhalb der zum dritten Quartal nach oben angepassten Prognosebandbreite von 2,6 bis 2,9 Milliarden Euro. Wesentlich für die Steigerung waren die Rückflüsse aus den hohen Investitionen in den für den Umbau des Energiesystems erforderlichen Netzausbau.
Das Segment Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur erzielte 2025 ein Adjusted EBITDA von 2,3 Milliarden Euro, was einem Rückgang von rund 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Im Bereich Erneuerbare Energien lag das Adjusted EBITDA mit rund 1,1 Milliarden Euro aufgrund unvorteilhafter Wetterbedingungen um rund 7 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Insbesondere die Offshore-Windverhältnisse waren deutschlandweit vor allem im ersten Halbjahr 2025 sehr schwach, dies hat sich zum Jahresende normalisiert. Hinzu kam, dass die Laufwasserkraftwerke aufgrund einer geringeren Wasserführung im Vergleich zum Vorjahr weniger Strom produzierten. Die rückläufigen Erzeugungsmengen konnten teilweise durch höhere Erlöse aus Solarparks kompensiert werden.
Im Bereich Thermische Erzeugung und Handel ging das Adjusted EBITDA um 18 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zurück, wie erwartet bedingt durch gegenüber dem Vorjahreszeitraum rückläufige Erträge aus dem Handelsgeschäft.
Das Adjusted EBITDA des Segments Intelligente Infrastruktur für Kundinnen und Kunden lag 2025 bei 353 Millionen Euro und stieg damit um 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese Ergebnisverbesserung ist unter anderem auf positive Entwicklungen beim Ausbau der Elektromobilität sowie insgesamt gute Ergebnisse im B2C-Geschäft zurückzuführen.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die EnBW auf Konzernebene mit einem operativen Ergebnis in einer Bandbreite von 4,6 bis 5,1 Milliarden Euro.
Das Adjusted EBITDA des Segments Systemkritische Infrastruktur soll bei 2,5 bis 2,8 Milliarden Euro und damit etwa auf Vorjahresniveau liegen. Hauptgrund sind höhere Netznutzungserlöse infolge der hohen Investitionen, während sich netzwirtschaftliche Effekte gegenüber dem Vorjahr normalisieren. Im Segment Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur wird für 2026 ein Adjusted EBITDA zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro erwartet. Die Erneuerbaren Energien werden hierzu mit voraussichtlich zwischen 1,1 und 1,3 Milliarden Euro beitragen. Darin enthalten sind die Ergebnisbeiträge aus der vollständigen Inbetriebnahme des Offshore-Windparks He Dreiht.
Im Bereich Thermische Erzeugung und Handel werden preisbedingt weiterhin rückläufige Erlöse aus der Kraftwerksvermarktung prognostiziert. Grund hierfür sind geringere Margen bei Steinkohle und der Verkauf des letzten Braunkohlekraftwerks in Lippendorf. Für das Segment Intelligente Infrastruktur für Kundinnen und Kunden wird ein leicht ansteigendes Adjusted EBITDA zwischen 400 und 500 Millionen Euro erwartet.
Mit Blick auf die Umsetzung der EnBW-Strategie in den kommenden Jahren betonte Georg Stamatelopoulos: „Wir sehen den Bedarf für Anpassungen einiger regulatorischer Rahmenbedingungen, die Investitionen verlässlich, vom Risiko berechenbar und unternehmerisch attraktiv machen. Letztendlich befindet sich die Energiewende in einer anderen Phase als noch vor 20 Jahren. Deshalb hoffen wir auf ein Jahr der Reform-Umsetzungen, damit der weitere Umbau des Energiesystems erfolgreich gelingt.“ Dazu sollte der Prozess zur Reformierung der Netzentgelte synchronisiert werden mit dem Ausbau der Erneuerbaren und den Ausschreibungen des KWSG, so der Vorstandsvorsitzende. „Für den Netzausbau ist eine im internationalen, vor allem jedoch im europäischen Vergleich angemessene Rendite wichtig, um am Kapitalmarkt wettbewerbsfähig zu sein. Am wichtigsten ist, dass ein gezielter und klar priorisierter Netzausbau einhergeht mit dem Ausbau der Erneuerbaren.“ Darüber hinaus nannte Stamatelopoulos die Novelle des EEG: „Hier erwarten wir, dass ein verlässlicher Investitionsrahmen nach dem Auslaufen der EEG-Genehmigung Ende 2026 geschaffen wird. Und es geht um die Rahmenbedingungen für den Bau von Offshore-Windparks. Die erfolglose Ausschreibung im letzten Jahr hat gezeigt, dass es unter den derzeitigen gesetzlich-regulatorischen Rahmenbedingungen nicht möglich ist, wirtschaftlich tragfähige Projekte zu realisieren.“
Ausgewählte Kennzahlen des EnBW-Konzerns
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in Mio. €
|
2025
|
2024
|
Veränderung in %
|
|---|---|---|---|
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in Mio. €
Adjusted EBITDA
|
2025
5.072,3
|
2024
4.903,3
|
Veränderung in %
3,4
|
|
in Mio. €
Anteil Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur am Adjusted EBITDA
| |||
|
in Mio. €
in Mio. €
|
2025
2.292,6
|
2024
2.633,1
|
Veränderung in %
-12,9
|
|
in Mio. €
in %
|
2025
45,2
|
2024
53,7
|
Veränderung in %
-
|
|
in Mio. €
Anteil Systemkritische Infrastruktur am Adjusted EBITDA
| |||
|
in Mio. €
in Mio. €
|
2025
2.700,5
|
2024
2.243,1
|
Veränderung in %
20,4
|
|
in Mio. €
in %
|
2025
53,2
|
2024
45,8
|
Veränderung in %
-
|
|
in Mio. €
Anteil Intelligente Infrastruktur für Kund*innen am Adjusted EBITDA
| |||
|
in Mio. €
in Mio. €
|
2025
353,1
|
2024
323,9
|
Veränderung in %
9,0
|
|
in Mio. €
in %
|
2025
7,0
|
2024
6,6
|
Veränderung in %
-
|
|
in Mio. €
Anteil risikoarmes Ergebnis am Adjusted EBITDA in %
|
2025
75,7
|
2024
70,7
|
Veränderung in %
–
|
|
in Mio. €
Adjusted EBIT
|
2025
3.301,2
|
2024
3.177,8
|
Veränderung in %
3,9
|
|
in Mio. €
Adjusted Konzernüberschuss0Bezogen auf das auf die Aktionäre der EnBW AG entfallende Ergebnis.
|
2025
1.422,7
|
2024
1.504,0
|
Veränderung in %
-5,4
|
|
in Mio. €
Dividende je Aktie (€)0Für das Jahr 2025 vorbehaltlich der Zustimmung der ordentlichen Hauptversammlung am 7.5.2026.
|
2025
1,70
|
2024
1,60
|
Veränderung in %
6,3
|
|
in Mio. €
Retained Cashflow0Vorjahreszahlen angepasst.
|
2025
3.315,0
|
2024
2.340,3
|
Veränderung in %
41,7
|
|
in Mio. €
Bruttoinvestitionen
|
2025
7.582,2
|
2024
6.242,0
|
Veränderung in %
21,5
|
|
in Mio. €
Anteil taxonomiekonformer erweiterter Capex in %
|
2025
89,6
|
2024
88,8
|
Veränderung in %
–
|
|
in Mio. €
Nettoschulden0Für die Berechnung der Nettoschulden und des Schuldentilgungspotenzials verweisen wir auf die Unternehmenssituation des EnBW-Konzerns im Lagebericht.
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2025
13.151,5
|
2024
14.244,1
|
Veränderung in %
-7,7
|
Über die EnBW Energie Baden-Württemberg AG
Mit rund 31.500 Mitarbeiter*innen ist die EnBW eines der größten Energieunternehmen in Deutschland und Europa. Sie versorgt rund 5,5 Millionen Kund*innen mit Energie und ist auf allen Wertschöpfungsstufen von der Erzeugung über den Handel bis hin zum Netzbetrieb und den Vertrieb von Strom, Wärme und Gas aktiv. Im Zuge der Neuausrichtung vom klassischen Energieversorger zum nachhaltigen Infrastrukturunternehmen sind der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Verteil- und Transportnetze für Strom, Gas und Wasserstoff Eckpfeiler der EnBW?Wachstumsstrategie und Schwerpunkt der Investitionen. Bis 2030 plant die EnBW bis zu 50 Milliarden Euro zu investieren, rund 85 Prozent davon in Deutschland. Bis dahin sollen rund 80 Prozent des EnBW-Erzeugungsportfolios aus erneuerbaren Energien bestehen, der Ausstieg aus der Kohle wird bis Ende 2028 angestrebt, sofern die Rahmenbedingungen es zulassen. Dies sind zentrale Meilensteine auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel für die unternehmenseigenen Treibhausgasemissionen im Jahr 2040.