EnBW passt Energiepreise zum Jahreswechsel an
Karlsruhe. Die EnBW erhöht zum 1. Januar 2027 die Preise in der Grund- und Ersatzversorgung: Der Haushaltsstrompreis steigt um 3,3 Prozent, der Gaspreis um 8,4 Prozent. Gründe sind deutlich gestiegene staatliche Preisbestandteile und Netzentgelte sowie gestiegene Beschaffungskosten für das kommende Jahr.
Volker Bloch, Vertriebschef der EnBW: „Verlässlichkeit für unsere Kundinnen und Kunden ist uns gerade in der aktuellen, hochvolatilen Marktdynamik besonders wichtig. Die in diesem Jahr zu beobachtenden Marktschwankungen sind erheblich und ziehen deutliche Preissteigerungen für Gas und Strom an der Börse nach sich.“ Konkret bedeutet das: Seit Jahresbeginn sind die Strompreise an den Börsen um rund 70 Prozent gestiegen, zum Teil bis knapp 100 Prozent. Noch extremer verhält es sich beim Gas: Die Börsenpreise sind seit Jahresbeginn um rund 150 Prozent gestiegen, zum Teil über 200 Prozent. Bloch ordnet in diesem Zusammenhang die Vorteile der langfristigen Beschaffungsstrategie der EnBW ein: „Trotz der volatilen Märkte und Preissprünge fallen die Erhöhungen für unsere Bestandskundinnen und -kunden in Strom und Gas moderat aus. Das liegt an unserer langfristigen Beschaffungsstrategie, die es uns ermöglicht, Marktschwankungen in großen Teilen abzufedern. So entstehen die zum Jahreswechsel erforderlichen Preisanpassungen weniger durch gestiegene Beschaffungskosten, sondern vielmehr durch höhere staatliche Preisbestandteile und gestiegene Netznutzungsentgelte beim Gas.“
Alle betroffenen Kund*innen werden rechtzeitig und individuell über die für sie geltenden Preisänderungen informiert. Bei sogenannten Sonderverträgen können Höhe und Zeitpunkt der Preisänderungen abweichen. Gründe können regional unterschiedliche Netznutzungsentgelte, die Vertragslaufzeit oder andere Vertragsbedingungen sein.
Bloch betont, Grundlage der angekündigten Preise seien die aktuellen Kostenparameter: „Ändern sich staatlich regulierte Abgaben, Umlagen oder Steuern bis zum Inkrafttreten der neuen Preise am 1. Januar 2027, werden wir diese Änderungen natürlich entsprechend in unserer Preiskalkulation berücksichtigen.“ Alle genannten Preise verstehen sich inklusive Umsatzsteuer.
Ein Musterhaushalt mit zwei bis drei Personen und einem Jahresverbrauch von 2.900 Kilowattstunden zahlt künftig 106 Euro im Monat. Die Mehrbelastung beträgt 3,40 Euro im Monat. Ab 1. Januar 2027 liegt der Grundpreis bei 17,06 Euro im Monat und der Arbeitspreis bei 36,70 Cent je Kilowattstunde. Hauptgrund für die Erhöhung ist der Anstieg der staatlich regulierten Abgaben, Umlagen und Steuern um insgesamt rund 23 Prozent, insbesondere bei der Offshore-Umlage und dem Aufschlag für die besondere Netznutzung nach Paragraf 19 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV). Weniger als die Hälfte des Strompreises beeinflusst die EnBW über die Strombeschaffung selbst.
Ein Musterhaushalt mit einer Wohnfläche von 150 bis 180 Quadratmetern und einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zahlt künftig 231 Euro im Monat. Das entspricht einer Mehrbelastung von 17,93 Euro im Monat. Der Grundpreis liegt ab 1. Januar 2027 bei 11,29 Euro im Monat, der Arbeitspreis pro Kilowattstunde (kWh) bei 13,17 Cent. Ausschlaggebend sind die stark gestiegenen Netzentgelte und die höheren Beschaffungskosten an den Energiemärkten. Auch bei den Gaspreisen kann die EnBW weniger als die Hälfte des Gaspreises über ihre Gasbeschaffung selbst beeinflussen.
Wie beim Haushaltsstrom wirken sich auch beim Wärmestrom die höheren Beschaffungspreise auf die Preisentwicklung aus. Weil ein großer Teil des Wärmestroms in der Heizsaison verbraucht wird, fallen höhere Beschaffungspreise im Winter stärker ins Gewicht. Wie sich der Preis im Einzelfall entwickelt, hängt vom Heizsystem, vom Messkonzept und vom individuellen Verbrauch ab. Grundsätzlich liegt das Preisniveau eines Wärmestromtarifs in der Grund- und Ersatzversorgung unter dem des Haushaltsstroms.
Für die Musterhaushalte ergeben sich folgende Veränderungen:
- Wärmestrom mit Wärmepumpe bei einem Jahresverbrauch von 6.500 Kilowattstunden: plus 7,7 Prozent. Das entspricht einer Mehrbelastung von 11,48 Euro im Monat.
- Wärmestrom mit Elektrospeicherheizung bei gemeinsamer Messung und einem Jahresverbrauch von 6.300 Kilowattstunden: plus 6,5 Prozent. Das entspricht einer Mehrbelastung von 10,71 Euro im Monat.
- Wärmestrom mit Elektrospeicherheizung bei getrennter Messung und einem Jahresverbrauch von 6.300 Kilowattstunden: plus 8,5 Prozent. Das entspricht einer Mehrbelastung von 11,51 Euro im Monat.
Mit der frühzeitigen Information schafft die EnBW für ihre Kund*innen Transparenz über die ab Januar geltenden Preise.
Über die EnBW Energie Baden-Württemberg AG
Mit rund 31.500 Mitarbeiter*innen ist die EnBW eines der größten Energieunternehmen in Deutschland und Europa. Sie versorgt rund 5,5 Millionen Kund*innen mit Energie und ist auf allen Wertschöpfungsstufen von der Erzeugung über den Handel bis hin zum Netzbetrieb und den Vertrieb von Strom, Wärme und Gas aktiv. Im Zuge der Neuausrichtung vom klassischen Energieversorger zum nachhaltigen Infrastrukturunternehmen sind der Ausbau der Verteil- und Transportnetze für Strom, Gas und Wasserstoff sowie der erneuerbaren Energien Kernpunkte der EnBW-Wachstumsstrategie und Schwerpunkt der Investitionen. Bis 2030 plant die EnBW bis zu 50 Milliarden Euro zu investieren, rund 85 Prozent davon in Deutschland. Bis dahin sollen rund 80 Prozent des EnBW-Erzeugungsportfolios aus erneuerbaren Energien bestehen, Dies sind zentrale Meilensteine auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel für die unternehmenseigenen Treibhausgasemissionen im Jahr 2040. Unsere Energie Bewegt Was