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| Pressemitteilung

Öffentlichkeitsbeteiligung in Karlsruhe: EnBW im Dialog zu Gaskraftwerk RDK9

Informationsveranstaltung zur Offenlage des Bebauungsplans / Realisierung weiterhin abhängig von Verfahren, Rahmenbedingungen und Investitionsentscheidung
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Der Standort Karlsruhe mit den bisherigen Kohleblöcken 7 (links) und 8 (rechts). Das Baufeld für den geplanten Block 9 liegt auf dem östlichen Teil der heutigen Kohlehalde (im Bild hinten) und verwendet damit bereits genutzte Flächen. Die verbleibende Kohlehalde ist für den späteren Reservebetrieb von Block 8 ausreichend. (Quelle EnBW/Fotograf Daniel Maier-Gerber)

Karlsruhe. Wie kann Baden-Württemberg auch bei schwankender Einspeisung aus Wind und Sonne zuverlässig mit Strom versorgt werden? Um diese Frage ging es bei einer Bürgerinformationsveranstaltung auf Einladung der Stadt Karlsruhe zum geplanten Rheinhafen-Dampfkraftwerk Block 9 (RDK 9) gestern im Rathaus Karlsruhe. Anlass war die Offenlage des Bebauungsplans im Rahmen der sogenannten frühen Öffentlichkeitsbeteiligung. Das Vorhaben befindet sich weiterhin in der Projektentwicklung; über eine Realisierung ist noch nicht entschieden.

Dialog zur Offenlage des Bebauungsplans

Bei der Informationsveranstaltung erhielten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich über den aktuellen Planungsstand, die vorgesehene Systemfunktion der Anlage, technische Eckdaten sowie die nächsten Schritte in Bauleit- und Genehmigungsverfahren zu informieren. Vertreterinnen und Vertreter der EnBW erläuterten, warum das Unternehmen RDK 9 als mögliche neue Gas- und Dampfturbinenanlage am bestehenden Kraftwerksstandort in Erwägung zieht, und welche Fragen im weiteren Verfahren öffentlich geprüft werden.

„RDK 9 ist eine konkrete Option, Kohle in Karlsruhe durch eine effizientere, flexible und perspektivisch wasserstofffähige Erzeugung zu ersetzen“, sagte Andreas Pick, Leiter Portfolioentwicklung disponible Erzeugung bei der EnBW. „Die Anlage soll erneuerbare Energien nicht ersetzen, sondern sie als Partner ergänzen, wenn Wind und Sonne den Strombedarf nicht decken.“

Die EnBW machte zugleich deutlich, dass Projektentwicklung, mögliche Förderungen, Genehmigungen und die Investitionsentscheidung getrennte Schritte sind. Aus diesem Grund stehe es noch nicht fest, ob das Projekt realisiert wird. „Wenn wir jedoch laut Gesetz 2031 bereits in Betrieb gehen sollen, müssen wir bald anfangen zu bauen“, so Pick weiter.

Energiestandort Karlsruhe mit Perspektive

Der Standort am Rheinhafen ist seit Jahrzehnten ein zentraler Energiestandort für Karlsruhe. Aktuell stellt EnBW dort mit den Anlagen RDK 4S, RDK 7 und RDK 8 Strom- und Fernwärmeleistung bereit. Die Dekarbonisierungsstrategie der EnBW sieht vor, auch den letzten Kohleblock bis 2028 aus dem Markt zu nehmen, wenn die Rahmenbedingungen dafür gegeben sind. RDK 9 soll dafür eine mögliche Zukunftsoption schaffen: als moderne, hocheffiziente Gas- und Dampfturbinenanlage auf bereits industriell genutzter Fläche. Das betrachtete Baufeld liegt auf der östlichen Hälfte der heutigen Kohlehalde nördlich von RDK 8. Bestehende Infrastruktur wie Netzanbindung, Gasanschluss, Wassertechnik und der vorhandene Kühlturm könnten nach aktuellem Planungsstand teilweise weitergenutzt oder angepasst werden. Neue Flächen außerhalb des bestehenden Betriebsgeländes würden für die Anlage nicht dauerhaft beansprucht.

„Karlsruhe bringt als langjähriger Energiestandort die Infrastruktur mit, die ein solches Projekt braucht“, so Pick weiter. „Wir würden dann einen industriell geprägten Standort nutzen und ihn mit Blick auf Versorgungssicherheit, Klimaschutz und die spätere Transformation weiterentwickeln.“

Hocheffizient und H2-ready

Geplant ist eine Gas- und Dampfturbinenanlage mit rund 861 Megawatt elektrischer Nettoleistung und einer möglichen späteren Fernwärmeauskopplung von bis zu 220 Megawatt thermisch. Sie soll flexibel Strom erzeugen, wenn erneuerbare Energien den Bedarf nicht ausreichend decken: „Moderne Gas- und Dampfturbinenkraftwerke wie RDK 9 können Kohlekraftwerke in solchen Situationen deutlich emissionsärmer ersetzen“, erklärt Michael Eckert, technischer Projektleiter bei der EnBW. „Pro erzeugter Kilowattstunde Strom lassen sich die CO₂-Emissionen im Vergleich zu einem modernen Kohlekraftwerk mehr als halbieren; auch bei Stickoxiden ist je nach Vergleichsanlage eine Verringerung um etwa 70 bis 90 Prozent möglich.“

Der Grund dafür ist, dass Erdgas sauberer verbrennt als Kohle und moderne GuD-Anlagen einen deutlich höheren Wirkungsgrad erreichen: Sie benötigen weniger Brennstoff, um dieselbe Menge Strom zu erzeugen. Zusätzlich vorgesehene technische Anlagen begrenzen den Ausstoß von Stickoxiden weiter.

Zugleich würde RDK 9 technisch auf einen späteren Einsatz von Wasserstoff vorbereitet. Das bedeute jedoch keinen unmittelbaren Wasserstoffbetrieb: Zunächst ist Erdgas als Brennstoff Gegenstand der Planung. Für eine spätere Umrüstung müssten unter anderem Wasserstoffinfrastruktur, ausreichende Mengen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie gegebenenfalls weitere Genehmigungen gegeben sein. „Gas ist für uns der Übergang, nicht das Zielbild“, so Andreas Pick. „H2-ready heißt, die künftige Umrüstung heute mitzudenken und gleichzeitig vorzubereiten, nicht die Verfügbarkeit von Wasserstoff heute zu versprechen.“

Öffentliche Prüfung und nächste Schritte

Für RDK 9 laufen Bauleit- und Genehmigungsverfahren mit den vorgesehenen Beteiligungsmöglichkeiten der Öffentlichkeit. Untersucht werden unter anderem Auswirkungen auf Luft, Lärm, Wasser, Klima, Natur- und Artenschutz sowie auf den Menschen. Die Bürgerinformationsveranstaltung war ein weiterer Baustein dieses Dialogs. Rückmeldungen und Fachfragen aus dem Verfahren werden in die weitere Planung und Prüfung einbezogen.

Weitere Informationen zum Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe finden sich unter: www.enbw.com/karlsruhe.

Über die EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Mit rund 31.500 Mitarbeiter*innen ist die EnBW eines der größten Energieunternehmen in Deutschland und Europa. Sie versorgt rund 5,5 Millionen Kund*innen mit Energie und ist auf allen Wertschöpfungsstufen von der Erzeugung über den Handel bis hin zum Netzbetrieb und den Vertrieb von Strom, Wärme und Gas aktiv. Im Zuge der Neuausrichtung vom klassischen Energieversorger zum nachhaltigen Infrastrukturunternehmen sind der Ausbau der Verteil- und Transportnetze für Strom, Gas und Wasserstoff sowie der erneuerbaren Energien Kernpunkte der EnBW-Wachstumsstrategie und Schwerpunkt der Investitionen. Bis 2030 plant die EnBW, bis zu 50 Milliarden Euro zu investieren, rund 85 Prozent davon in Deutschland. Bis dahin sollen rund 80 Prozent des EnBW-Erzeugungsportfolios aus erneuerbaren Energien bestehen. Dies sind zentrale Meilensteine auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel für die unternehmenseigenen Treibhausgasemissionen im Jahr 2040.

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