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Initialzündung für die Gelbbauchunken im Gemeindewald Billigheim

Erfolgreiche Renaturierung von Kleingewässern für den gefährdeten Amphibienbestand
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v.l.n.r.: Sebastian Trumpf (Kommunalberater Regionalzentrum Neckar-Franken), Jochen Lutz (Revierleiter), Ricardo Plagemann (Projektleitung EnBW), Petra Groß (Projektleitung LUBW) und Bürgermeister Martin Diblik

Baden-Württemberg/Billigheim. Für die stark gefährdeten Gelbauchunken wurden im vergangenen Herbst im Hoschelwald und auf dem Judenbuckel drei kleine Stillgewässer ausgebaggert und neue Kleinstgewässer angelegt. Heute überzeugten sich Vertreter der Gemeinde, der Forstbehörde, der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg von den umgesetzten Maßnahmen im Gemeindewald. Die Maßnahmen wurden durch das EnBW-Förderprogramm „Impulse für die Vielfalt finanziell unterstützt. Nun können sich die Bestände der stark bedrohten kleinen Unke wieder stabilisieren und wachsen.

Laichgewässer zum Überleben

Laichgewässer sind im Gemeindewald von Billigheim Mangelware. Die meisten wurden durch den Menschen angelegt. Zuletzt wurden die Kleingewässer im Jahr 2011 ausgeräumt. Entsprechend stark waren sie zugewachsen und es bestand Handlungsbedarf, um das Überleben der dort vorkommenden Amphibien zu sichern.

Im Herbst 2022 rückte der Bagger an und hob drei Teiche aus. Anschließend wurden die Uferbereiche wieder als Flachwasserzonen modelliert, so dass jetzt auch weitere Frühjahrslaicher, wie Bergmolch, Teichmolch, Grasfrosch, Erdkröte, von der Maßnahme profitieren können.

„Im Umfeld der Gewässer wurden für die Gelbbauchunke zusätzlich zahlreiche kleine ‚Gumpen‘ ausgehoben. Diese können zunächst im Frühling das Wasser lange genug halten, damit sich die kleinen Unken entwickeln. Zum Sommer hin trocknen sie wieder aus. So haben in diesen Kleinstgewässern Fressfeinde der Gelbbauchunken keine Überlebenschance. Diese Maßnahme hilft den Unkenbeständen im Hoschelwald und rettet sie vor dem Erlöschen“, erläutert Projektleiter Björn Mai.

Intakte Lebensräume steigern den Erholungswert von Kommunen

„Intakte Lebensräume sind für Fauna und Flora wichtig. Sie sorgen auch für ein lebenswertes Umfeld und tragen wesentlich zur Steigerung des Erholungswertes in unserer Gemeinde bei“, betont Bürgermeister Martin Diblik und dankt der EnBW für die Unterstützung.

Eine finanzielle Unterstützung solcher Projekte ist dringend notwendig. „Der Rückgang der Amphibien und Reptilien ist dramatisch. Trotz umfangreicher Schutzbemühungen stehen 11 von 19 Amphibienarten und 8 von 11 im Land vorkommende Reptilienarten auf der Roten Liste Baden-Württembergs. Das sind jeweils 58 Prozent unserer heimischen Arten. Molche, Kröten, Schlangen und Co. benötigen viele Unterstützer“, so Petra Groß, Projektmitarbeiterin der LUBW.

140 Projekte wurden mithilfe der Förderung der EnBW bereits realisiert

Seit dem Jahr 2011 unterstützt die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit ihrem Förderprogramm, verschiedene Amphibien- und Reptilienschutzprojekte im Land. Sie hat das Programm gemeinsam mit der LUBW ins Leben gerufen. Es ist bisher das einzigen Förderprogramm im Rahmen der Landesinitiative „Aktiv für die Biologische Vielfalt“, das von einem Unternehmen ins Leben gerufene wurde. In den vergangenen 12 Jahren wurden durch die Projektförderung der EnBW 140 Amphibien- und Reptilienschutzprojekte erfolgreich in ganz Baden-Württemberg umgesetzt.

„Das EnBW-Förderprogramm zeigt eindrücklich, wie durch gemeinschaftliches Engagement attraktive Lebensräume geschaffen werden, die einen nachhaltigen Beitrag zum Artenschutz liefern“, erklärt EnBW-Kommunalberater Sebastian Trumpf und ergänzt: „Der große Erfolg der durchgeführten Maßnahmen und Projekte spornt uns an weiterzumachen. Biodiversitätsmaßnahmen sind Teil des Nachhaltigkeitsanspruchs der EnBW.“ Die diesjährig eingereichten Förderanträge wurden im Juni von der Fachjury bewertet. 12 weitere Projekte werden in diesem Jahr unterstützt und umgesetzt werden. Die Vorbereitungen für die Förderrunde im kommenden Jahr beginnt im Herbst.

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