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Kernkraftwerk Neckarwestheim: Block II geht für jährliche Revision vom Netz

Auch bei der vorletzten Revision investiert die EnBW in das hohe Sicherheitsniveau der Anlage
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Neckarwestheim. Der Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim (GKN II) geht am heutigen Freitag (11. Juni 2021) für die jährliche Revision planmäßig vom Netz. Während der Revision werden in der Anlage Prüf- und Instandhaltungstätigkeiten durchgeführt, Brennelemente ausgetauscht und mehrere technische Projekte umgesetzt.

„GKN II wird noch maximal bis Ende 2022 Strom erzeugen und ist das letzte produktive Kernkraftwerk in Baden-Württemberg. Bis zu ihrer endgültigen Abschaltung wird die Anlage einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Netzstabilität leisten. Auch wenn wir parallel bereits die Stilllegung und den Rückbau des Blocks planen – der sichere Betrieb von GKN II auf höchstem Niveau hat für uns unverändert die höchste Priorität. Und deshalb investieren wir weiterhin in seine Sicherheit. Die Jahresrevision mit ihrem umfangreichen Arbeitsprogramm ist dafür ein zentraler Baustein“, erläutert Christoph Heil, der als Geschäftsführer bei der EnBW Kernkraft GmbH für den Betrieb von GKN II verantwortlich ist.

Corona-Schutz hat auch während der Revision hohe Bedeutung

„Wie schon im vergangenen Jahr legen wir neben der sicheren Durchführung der Revision auch diesmal wieder ein besonderes Augenmerk auf den Corona-Schutz“, berichtet Christoph Heil weiter. „Den zusätzlichen Fachkräften, die zur Durchführung der Revision erforderlich sind, begegnen wir vor Ort mit zahlreichen zusätzlichen Schutzmaßnahmen und bauen dabei auf unserem Konzept auf, das bereits bei der letztjährigen Revision sehr gut funktioniert hat. Dieses Konzept haben wir um eine engmaschige Schnellteststrategie ergänzt. Dies alles erfolgt insgesamt in Abstimmung mit unserer Aufsichtsbehörde – dem Umweltministerium Baden-Württemberg – sowie den zuständigen Gesundheitsämtern der Landkreise Heilbronn und Ludwigsburg. Damit sind wir im Sinne des Gesundheitsschutzes und im Interesse der umliegenden Gemeinden gut auf die Revision vorbereitet.“

Umfassendes Revisionsprogamm mit rund 2.500 Einzeltätigkeiten

Das Revisionsprogramm von Block II umfasst in diesem Jahr rund 2.500 einzelne Tätigkeiten. „Diese Tätigkeiten sind überwiegend nur bei abgeschalteter Anlage möglich“, erklärt Andre Knapp, Leiter der Anlage GKN II. „Auf dem Programm stehen neben den jährlichen Routinearbeiten auch Instandhaltungsmaßnahmen an Großkomponenten und größeren Systemen. So führen wir an allen vier Hauptkühlmittelpumpen, an zwei der drei Hauptspeisewasserpumpen sowie an zwei der vier Frischdampfarmaturen Instandhaltungsarbeiten durch. Hinzu kommen außerdem Prüfungen an den Hauptkühlmittelleitungen und Druckspeichern, Inspektionen von Turbinen, Generator und Kondensator im Maschinenhaus sowie Instandhaltungsarbeiten an Transformatoren.“ Im Sinne größtmöglicher Sicherheit und Genauigkeit werden in diesem Jahr – zum vierten Mal in Folge – erneut umfangreiche Untersuchungen an allen rund 16.400 Heizrohren der vier Dampferzeuger durchgeführt. „Die Prüfungen haben schon in der Vergangenheit für klare Fakten gesorgt und die Wirksamkeit unserer im Jahr 2018 eingeleiteten Maßnahmen im Bereich der Dampferzeuger bestätigt. Trotz des zuletzt sehr starken Rückgangs der Befunde ist es gut und richtig, dass wir auch in diesem Jahr erneut genau hinschauen. An der Dichtheit der Heizrohre besteht jedoch kein Zweifel“, sagt Christoph Heil.

Rund 600 zusätzliche Fachkräfte von Hersteller- und Spezialfirmen unterstützen das Revisions-Team des GKN bei den Arbeiten. Die Revision findet unter der Aufsicht des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg statt und wird im Auftrag des Ministeriums von Gutachtern des TÜV Süd begleitet.

GKN II ist ein Druckwasserreaktor mit einer elektrischen Leistung von 1.400 Megawatt und wird von der EnBW Kernkraft GmbH betrieben. Die Anlage ging 1989 in Betrieb und hat im Jahr 2020 über elf Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Spätestens Ende 2022 endet der Leistungsbetrieb von GKN II. Danach soll zügig mit dem Rückbau der Anlage begonnen werden. Den erforderlichen Antrag hatte die EnBW frühzeitig eingereicht. Der Block I am Standort Neckarwestheim (GKN I) ist seit 2011 endgültig abgeschaltet und wird seit 2017 zurückgebaut.

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