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Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim ist nach Abschluss der Revision wieder am Netz

Anlage leistet wieder einen wichtigen Beitrag zu Versorgungssicherheit und Netzstabilität in Baden-Württemberg
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Kernkraftwerk Neckarwestheim (Quelle: EnBW)

Neckarwestheim. Der Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim (GKN II) ist nach Abschluss der diesjährigen Revision seit heute Nachmittag (Freitag, 9. Juli 2021) wieder am Netz. In den vergangenen Wochen wurden in der Anlage Prüf- und Instandhaltungstätigkeiten durchgeführt, Brennelemente ausgetauscht und mehrere technische Projekte umgesetzt. Das Wiederanfahren der Anlage fand nach der erfolgreichen Erledigung aller Arbeiten und – wie üblich – nach Zustimmung des baden-württembergischen Umweltministeriums statt, das als staatliche Aufsichtsbehörde den sicheren Zustand des Kernkraftwerks überwacht.

Auch die vorletzte Revision vor der endgültigen Abschaltung Ende 2022 wurde für ein umfangreiches, sicherheitsgerichtetes Tätigkeitsprogramm genutzt

Das Revisionsprogramm umfasste rund 2.500 einzelne Tätigkeiten. Dazu gehörten neben den jährlichen Routinearbeiten auch Instandhaltungsmaßnahmen an Großkomponenten und größeren Systemen. So wurden zum Beispiel an allen vier Hauptkühlmittelpumpen, an zwei der drei Hauptspeisewasserpumpen sowie an zwei der vier Frischdampfarmaturen Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Hinzu kamen unter anderem Prüfungen an den Hauptkühlmittelleitungen und Druckspeichern, Inspektionen von Turbinen, Generator und Kondensator im Maschinenhaus sowie Instandhaltungsarbeiten an Transformatoren.

Heizrohre der Dampferzeuger waren und sind dicht – Wirksamkeit der vor Jahren eingeleiteten Maßnahmen hat sich erneut bestätigt

Alle rund 16.400 Heizrohre der vier Dampferzeuger wurden erneut umfassend untersucht. „Wie schon in den vorangegangenen Revisionen haben wir auch in diesem Jahr wieder die Gewissheit erlangt, dass wir GKN II in einem in allen Bereichen sicheren Zustand wieder in Betrieb nehmen. Dies gilt ausdrücklich auch für die Dampferzeuger, die dank einer sensiblen Instrumentierung auch im laufenden Betrieb jederzeit genau überwacht werden“, erläutert Christoph Heil, der als Geschäftsführer der EnBW Kernkraft GmbH für GKN II zuständig ist. „Die Untersuchungsergebnisse von den Dampferzeuger-Heizrohren bestätigen außerdem, dass unsere Maßnahmen, die wir im Jahr 2018 eingeleitet haben, weiterhin die gewünschte Wirkung erzielen. Dementsprechend haben das Umweltministerium und die von ihm beauftragten Gutachter die Integrität und Sicherheit der Dampferzeuger bestätigt und dem Wiederanfahren von GKN II zugestimmt.“ Das Umweltministerium hatte bereits in seiner Pressemitteilung vom 8. Juli 2021 über die Sicherheit der Dampferzeuger berichtet.

Die wesentlichen Fakten und Erkenntnisse zu den Dampferzeuger-Heizrohren:

  • Alle Dampferzeuger-Heizrohre sind dicht. Darüber bestand und besteht bereits im laufenden Betrieb Klarheit, weil die Heizrohre mit einer sensiblen Instrumentierung jederzeit überwacht werden.
  • Bereits im Jahr 2018 wurde die genaue Ursache für die damals festgestellten spezifischen Befunde an den Dampferzeugerheizrohren ermittelt.
  • Die von der EnBW im Jahr 2018 eingeleiteten Maßnahmen, um die an nur wenigen Rohrwänden festgestellten, spezifischen Schwächungen zu reduzieren, waren und sind erwiesenermaßen erfolgreich.
  • Die in der diesjährigen Revision festgestellte Anzahl solcher spezifischen Befunde liegt im erwarteten niedrigen Bereich. So wurden an insgesamt 17 der rund 16.400 Rohre gering¬fügige Schwächungen der Wanddicke festgestellt. Die Ausprägung der Schwächungen zeigt zudem eine weiterhin abnehmende Tendenz. Die betroffenen Rohre wurden gemäß dem bewährten Instandhaltungskonzept vorsorglich stabilisiert und verschlossen.
  • Es steht damit außer Frage, dass die Anlage GKN II stets sicher betrieben wurde und auch jetzt, nach Abschluss der Revision, weiter sicher betrieben wird.
  • Die Ursachenbeschreibung für die festgestellten Befunde, die in 2018 eingeleiteten Gegenmaßnahmen, das umgesetzte Instandhaltungskonzept und die insgesamt geführten Nachweise wurden vom Umweltministerium und von den behördlich beauftragten unabhängigen Gutachtern erneut bestätigt. Diese Bestätigung umfasst auch die Feststellung, dass alle von der EnBW getroffenen Maßnahmen und erbrachten Nachweise im Einklang mit dem geltenden kerntechnischen Regelwerk stehen.
  • Fundierte Fachgutachten, die im Auftrag des Umweltministeriums erstellt wurden, bestätigen die Integrität der Dampferzeuger gemäß den Anforderungen des kerntechnischen Regelwerks.
  • Die EnBW wird im Sinne ihrer sicherheitsgerichteten Haltung auch in der Revision im Jahr 2022 wieder alle Dampferzeuger-Heizrohre einer Untersuchung unterziehen.

Die Revision stand insgesamt unter der Aufsicht des baden-württembergischen Umwelt-ministeriums und wurde im Auftrag des Ministeriums von Gutachtern des TÜV Süd begleitet.

Rund 600 zusätzliche Fachkräfte von Hersteller- und Spezialfirmen haben das GKN-Team bei der Umsetzung des Revisionsprogramms unterstützt. Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie haben weitreichende vorsorgliche Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der an der Revision beteiligten Personen beigetragen. Die Umsetzung des Schutzkonzepts erfolgte in Abstimmung mit dem Umweltministerium sowie mit den zuständigen Gesundheitsämtern der Landkreise Heilbronn und Ludwigsburg. Darüber hinaus wurde die Einhaltung und Angemessenheit der Maßnahmen im Auftrag der EnBW von einem unabhängigen Fachdienstleister sowohl vorab als auch während der Revision überprüft.

GKN II ist ein Druckwasserreaktor mit einer elektrischen Leistung von 1.400 Megawatt und wird von der EnBW Kernkraft GmbH betrieben. Die Anlage ging 1989 in Betrieb und hat im Jahr 2020 über elf Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Spätestens Ende 2022 endet der Leistungsbetrieb von GKN II. Danach soll zügig mit dem Rückbau der Anlage begonnen werden. Den erforderlichen Antrag hatte die EnBW frühzeitig eingereicht. Der Block I am Standort Neckarwestheim (GKN I) ist seit 2011 endgültig abgeschaltet und wird seit 2017 zurückgebaut.

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