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1602517087000 | Pressemitteilung

Baustart für neue Gasturbine in Marbach

Offizieller Spatenstich zur Errichtung der Netzstabilitätsanlage mit Minister Untersteller und Bürgermeister Trost – Das neue Kraftwerk wird in zwei Jahren betriebsbereit sein
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Foto: Spatenstich für Netzstabilitätsanlage in Marbach (v.l.): Dirk Güsewell (Leiter Erzeugung/Portfolioentwicklung EnBW), Bürgermeister Jan Trost, EnBW-Technikvorstand Dr. Hans-Josef Zimmer, Umweltminister Franz Untersteller und TransnetBW-Geschäftsführer Dr. Werner Götz. (Quelle: EnBW/Fotograf: ARTIS Uli Deck).

Marbach am Neckar. Die Umsetzung der Energiewende bei gleichzeitiger Gewährleistung der Versorgungssicherheit – so lautete heute nicht nur das Thema einer von der EnBW organisierten Diskussionsrunde von Expert*innen aus Wissenschaft und Energiewirtschaft mit Umweltminister Franz Untersteller in Marbach. Der Titel war zugleich auch Motto des im Anschluss daran durchgeführten symbolischen ersten Spatenstichs, mit dem jetzt offiziell die Bauarbeiten für die neue Netzstabilitätsanlage auf dem Gelände des EnBW-Kraftwerks Marbach begonnen haben. Innerhalb von zwei Jahren soll das „besondere netztechnische Betriebsmittel nach §11 Abs. 3 EnWG“ – so die offizielle Bezeichnung der neuen Anlage – einsatzbereit sein. Seine Aufgabe wird nicht die Stromerzeugung für den Bedarf von Verbrauchern sein. Das mit leichtem Heizöl betriebene Gasturbinenkraftwerk soll vielmehr die Netzstabilität im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW absichern, um die Versorgungssicherheit auch in Ausnahmesituationen aufrechterhalten zu können.

„Die Anlage in Marbach ist notwendig, damit die Transformation unseres Energiesystems hin zu einer klimafreundlichen Energieversorgung bei gleichzeitiger Gewährleistung der Versorgungssicherheit gelingen kann. Auch wenn dafür Öl als Betriebsmittel eingesetzt wird. Dies ist für mich schmerzlich, aber angesichts der Voraussetzungen in Marbach vertretbar“, sagte Minister Untersteller anlässlich des offiziellen Spatenstichs in Marbach.

Marbachs Bürgermeister Jan Trost nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil. „Die neue Netzstabilitätsanlage leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, weshalb wir auch das Projekt im Gemeinderat konstruktiv begleitet haben. Und daher freue ich mich, dass diese Anlage von der EnBW jetzt hier errichtet wird, und von Marbach aus für eine sichere Stromversorgung in ganz Baden-Württemberg gesorgt wird“, so Trost.

Hans-Josef Zimmer, Technik-Vorstand der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, betonte in seinem Grußwort das Selbstverständnis des Energieunternehmens: „Mit der Energiewende und der damit einhergehenden Transformation der Stromerzeugung ist der Bedarf an zuverlässiger Erzeugungsinfrastruktur eminent. Unser starkes Bekenntnis zur Versorgungsicherheit in Baden-Württemberg erkennen Sie daran, dass wir zusätzlich zum Ausbau der Erneuerbaren Erzeugung auch in Infrastruktur für besondere Notsituationen im Stromsystem investieren.“

Im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers

Die neue Anlage wird ausschließlich auf Anforderung der TransnetBW GmbH zur Wiederherstellung der Sicherheit und Zuverlässigkeit im Übertragungsnetz eingesetzt. Nach einem wettbewerblichen Ausschreibungsverfahren hatte der Übertragungsnetzbetreiber im vergangenen Jahr der EnBW den Auftrag für das Kraftwerk erteilt. „Die Energiewende stellt unser Netz vor große Herausforderung“, erklärt Werner Götz, Vorsitzender der TransnetBW-Geschäftsführung. „Heute startet hier ein Projekt, das der TransnetBW hilft, die Stromversorgung sicher und stabil zu halten – mit einer bewährten Technik, mit einem neuartigen Einsatzkonzept, das das Funktionieren des Strommarktes sicherstellt.“

Großes „Notstromaggregat“ soll Stromnetz absichern

Die Errichtung der neuen Anlage geht auf einen Beschluss der Bundesnetzagentur von 2018 zurück. Ergänzend zum jetzigen Kraftwerksbestand sollen neue hochflexible Erzeugungsanlagen zur Sicherung der Netzstabilität in Süddeutschland errichtet werden. Diese dienen der kurzfristigen Entlastung der Stromnetze, wenn nach vorherigem Ausfall anderer Anlagen die Netzstabilität gefährdet wäre. Vergleichbar etwa mit einem Notstromaggregat, das zur Überbrückung von Stromausfällen zum Einsatz kommt – nur dass das Gasturbinenkraftwerk natürlich wesentlich größer ist und bereits vor einem drohenden Versorgungsausfall zum Einsatz käme.

Verwendung von leichtem Heizöl erhöht Systemsicherheit

Da für den Zweck der Anlage eine hohe und zuverlässige Verfügbarkeit entscheidend ist, fiel die Entscheidung bewusst auf die Verwendung von leichtem Heizöl als Brennstoff. In Marbach kann der maximale Brennstoffbedarf für ein ganzes Jahr in bereits vorhandenen Öltanks direkt am Standort gelagert werden. Damit ist man unabhängig von kurzfristigen Lieferengpässen, wie sie bei anderen Brennstoffen eintreten könnten. Außerdem hängt die Systemsicherheit in Süddeutschland damit nicht von einem einzigen Primärenergieträger – wie beispielsweise Erdgas – ab.

Eckdaten des Projektes
Eckdaten des Projektes
Technik:
Gasturbine – betrieben mit extraleichtem Heizöl (HEL)
Eckdaten des Projektes
Netto-Leistung:
300 Megawatt
Eckdaten des Projektes
Anfahrzeit:
30 Minuten bis auf Volllast
Eckdaten des Projektes
Genehmigte Betriebsstunden:
max. 1.500/Jahr
Eckdaten des Projektes
Schornsteinhöhe:
ca. 80 m
Eckdaten des Projektes
Gesamtkapazität Öllager:
70.000 m3
Eckdaten des Projektes
Gesamtfläche:
14.000 m2 (ca. 2 Fußballfelder)
Eckdaten des Projektes
Betriebsbereitschaft:
ab Oktober 2022
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Foto: Spatenstich für Netzstabilitätsanlage in Marbach (v.l.): Dirk Güsewell (Leiter Erzeugung/Portfolioentwicklung EnBW), Bürgermeister Jan Trost, EnBW-Technikvorstand Dr. Hans-Josef Zimmer, Umweltminister Franz Untersteller und TransnetBW-Geschäftsführer Dr. Werner Götz. (Quelle: EnBW/Fotograf: ARTIS Uli Deck).
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