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1708698640000 | Pressemitteilung

Modernisierung des Kraftwerks in Heilbronn weist den Weg in die Wasserstoff-Zukunft

Strom- und Wärmeversorgung am mittleren Neckar wird bis 2026 kohlefrei / EnBW-Vorstand Güsewell: Weiteres Referenzprojekt für Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit
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Offizieller Spatenstich am Kraftwerk Heilbronn zum dritten "Fuel-Switch" Projekt der EnBW (Bildrechte EnBW / Fotograf Uli Deck)

Heilbronn. Die Energiewende bekommt ein weiteres Referenzprojekt: Mit dem Start der Bauarbeiten am Kraftwerksstandort Heilbronn geht nun auch das dritte sogenannte „Fuel-Switch“-Projekt der EnBW in die Umsetzung. Bereits im vergangenen Jahr war der Baustart der parallelen Projekte in Stuttgart-Münster und Altbach/Deizisau erfolgt. Das Gesamtvorhaben soll die Strom- und Wärmeversorgung des mittleren Neckarraums bis 2026 kohlefrei machen. Dafür investiert die EnBW rund 1,6 Milliarden Euro und schafft 1,5 Gigawatt flexibel regelbare Kraftwerkskapazität im Land, die den Hochlauf der Erneuerbaren Energien flankiert und für die Versorgungssicherheit und Netzstabilität der Region eingesetzt wird.

Der Bau der Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) Heilbronn mit einer elektrischen Leistung von maximal 710 Megawatt (MW) und rund 190 MW Fernwärmeleistung ersetzt den kohlebetriebenen Block 7 des Kraftwerkes und reduziert die CO₂-Emissionen um mehr als 50 Prozent. Um die Fernwärmeversorgung abzusichern, wird parallel ein Wärmespeicher mit einer Kapazität von 600 Megawattstunden und eine Heißwasserkesselanlage mit einer Fernwärmeleistung von ca. 170 MW errichtet. Im Rahmen des Umbaus wird zudem ein Teil des Fernwärmenetzes durch die Umstellung von einem Dampf- auf ein Heißwassernetz energieeffizient modernisiert. Die Fernwärmenetze versorgen etwa 300 Industriebetriebe und Gewerbekunden in Heilbronn und Neckarsulm, darunter auch die Audi AG, sowie etwa 150 Wohngebäude.

Das Projekt ist ein wichtiger Meilenstein für das EnBW-Ziel, als Unternehmen bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen: Die neue GuD-Anlage kann bereits ab Inbetriebnahme bis zu 20 Prozent Wasserstoff mitverbrennen. Die Süddeutsche Erdgasleitung (SEL), die bereits „H2 ready“ geplant ist, soll nach ihrer Fertigstellung den Standort Heilbronn anbinden. Nach ihrer Umstellung und sobald Wasserstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht, kann das Kraftwerk Heilbronn nach einer kleineren Umbaumaßnahme CO₂-neutral Strom und Fernwärme produzieren. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zum Ziel der Stadt Heilbronn, bis 2035 klimaneutral zu werden. Die Anbindung der Region an das Wasserstoffnetz trägt zudem maßgeblich zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes bei.

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Vlnr. Fred Schulze von der Werksleitung der Audi AG in Neckarsulm, der Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn, Harry Mergel, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, Dr. Andre Baumann, EnBW-Vorstand Dirk Güsewell sowie Michael Class, Leiter Erzeugung Portfolioentwicklung bei EnBW (Bildrechte EnBW / Fotograf Uli Deck)

Am offiziellen Spatenstich nahmen am 23. Februar unter anderem der Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, Dr. Andre Baumann, der Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn, Harry Mergel, Fred Schulze von der Werksleitung der Audi AG in Neckarsulm sowie EnBW-Vorstand Dirk Güsewell teil.

EnBW-Vorstand Dirk Güsewell unterstrich: „So wie hier in Heilbronn wollen wir als Teil unserer Verantwortung für die Energiewende Kraftwerke bereitstellen, die als Referenzprojekte für die Energiewende dienen und die gewünschte Dekarbonisierung mit Versorgungssicherheit vereinen – und zwar dort, wo Strom und Wärme auch benötigt werden. Die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung ist dafür ein wichtiger erster Schritt. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist die weitere Ausgestaltung dieser Strategie sowie passende Rahmenbedingungen für den Hochlauf von Wasserstoff in Deutschland und Baden-Württemberg von besonderer Bedeutung.“

Staatssekretär Dr. Andre Baumann erklärte: „Der Kraftwerksstandort Heilbronn zeigt, wie eine zukunftsfähige Energieversorgung mit Strom und Wärme aussehen kann – mit hocheffizienter Strom- und Wärmeerzeugung auf Basis der gasbasierten KWK-Technologie. Heute zwar zunächst noch mit fossilem Erdgas, aber der nächste Fuel-Switch, der Wechsel auf grünen Wasserstoff ist bereits vorgezeichnet. Der Kraftwerksstandort Heilbronn bleibt damit weiterhin innovativ und hat die besten Voraussetzungen, ein wichtiger Anker im neuen Energiesystem zu werden. Aufgabe der Politik ist es, die Rahmenbedingungen nicht nur für den Ausbau der Erneuerbaren und der Netzinfrastruktur, sondern auch für den Fuel Switch konventioneller Kraftwerksanlagen weiter zu verbessern. Dafür setzen wir uns in der Kraftwerksstrategie und bei der Reform des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes ein. Denn wir brauchen mehr solcher innovativen Projekte in Baden-Württemberg.“

Harry Mergel, Oberbürgermeister von Heilbronn erklärte: „Mit der neuen Fuel Switch Anlage leistet die EnBW einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Netzwerkstabilität unserer wirtschaftsstarken Region und stärkt den Energiestandort Heilbronn. Der Umstieg von Kohle auf Gas und perspektivisch auf grünen Wasserstoff wird zudem die Schadstoffemissionen deutlich reduzieren. Das unterstützt auch unsere Bemühungen als Stadt Heilbronn, bis 2035 klimaneutral zu werden.”

Fred Schulze, Werksleitung der Audi AG, unterstrich: „Neben regenerativer Energieerzeugung und dem Ausbau der Infrastruktur gehört auch die Versorgungssicherheit zu einem tragfähigen Konzept der Energiewende. Das zukünftige Kraftwerk mit der Perspektive Wasserstoffbetrieb zeigt, wie der Weg in eine nachhaltige Strom- und Wärmeversorgung aussehen kann.”

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Über die EnBW Energie Baden-Württemberg AG
Mit rund 28.000 Mitarbeiter*innen ist die EnBW eines der größten Energieunternehmen in Deutschland und Europa. Sie versorgt rund 5,5 Millionen Kund*innen mit Strom, Gas, Wasser sowie Dienstleistungen und Produkten in den Bereichen Infrastruktur und Energie. Im Zuge der Neuausrichtung vom klassischen Energieversorger zum nachhaltigen Infrastrukturunternehmen sind der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Verteil- und Transportnetze für Strom und Gas Eckpfeiler der EnBW-Wachstumsstrategie und Schwerpunkt der Investitionen. Von 2023 bis 2025 wird die EnBW rund 14 Milliarden Euro brutto investieren, größtenteils in die beschleunigte Umsetzung der Energiewende. Bereits Ende 2025 soll über die Hälfte des EnBW-Erzeugungsportfolios aus erneuerbaren Energien bestehen, bis Ende 2028 wird der Ausstieg aus der Kohle angestrebt. Dies sind zentrale Meilensteine auf dem Weg zur Klimaneutralität des Unternehmens in 2035.

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