Die Stromerzeugung aus Wasserkraft hat bei uns eine lange Tradition: Seit mehr als 100 Jahren betreiben wir und unsere Vorgängerunternehmen Pumpspeicher- und Laufwasserkraftwerke an den großen Flüssen Baden-Württembergs. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung, da sie grundlastfähig arbeiten können und im Vergleich zu wetterabhängigen Erzeugungsarten wie Wind- und Solarenergie weniger von kurzfristigen Wetterschwankungen beeinflusst werden. Deshalb investieren wir kontinuierlich in den Erhalt und die Modernisierung unserer Standorte.
In Forbach bauen wir das Rudolf-Fettweis-Werk umfassend aus: Geplant sind ein unterirdischer Kavernenspeicher und ein neues Kavernenkraftwerk direkt im Berg. So wird der traditionsreiche Wasserkraftstandort technisch weiterentwickelt und künftig noch stärker darauf ausgerichtet, Energie flexibel zu speichern und bei Bedarf bereitzustellen.
Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von Wasserkraftwerken: Laufwasserkraftwerke und Speicherkraftwerke. Die technische Funktionsweise beider Wasserkraftwerke ist identisch: Durch eine Stauanlage wird Wasser zurückgehalten und kontrolliert durch eine oder mehrere Turbinen geleitet. Diese Turbinen treiben Generatoren an, die aus der Rotationsenergie Wechselstrom erzeugen, der dann in das Stromnetz eingespeist wird.
Funktion eines Pumpspeicherwasserkraftwerks
Funktion eines Laufwasserkraftwerks
Am Oberrhein zwischen Basel und Karlsruhe produzieren zehn große Wasserkraftwerke jährlich rund 9 Mrd. kWh Strom. Das Rheinkraftwerk Iffezheim ist eines davon und produziert Strom für rechnerisch 250.000 Haushalte. Von 2009 bis 2013 wurde eine fünfte Turbine errichtet, seither ist es das größte Laufwasserkraftwerk Deutschlands.
Zwischen Bodensee und Basel hat der Rhein ein Gefälle von 150 Metern. Mit seiner starken Strömung und gleichmäßigen Wasserführung eignet er sich ideal zur Energiegewinnung für Südbaden und die Schweiz. Wir sind an neun von insgesamt 13 Wasserkraftwerken direkt oder indirekt beteiligt, hauptsächlich über die Energiedienst AG. Dazu gehört das Wasserkraftwerk Rheinfelden, das älteste und nach der Modernisierung 2010 eines der modernsten Laufwasserkraftwerke Europas.
Auch die vielen kleineren Flussläufe in Baden-Württemberg liefern uns zuverlässig erneuerbaren Strom. An der Iller betreiben wir fünf Laufwasserkraftwerke mit einer Leistung von rund 47 MW, die jährlich rund 54.000 Haushalte rechnerisch mit Strom versorgen können. Die Wasserführung der Iller schwankt stark. Während der Schneeschmelze und bei Hochwasser kann der Fluss bis zu 900 m3/s führen. Zu dieser Zeit sind die Wehre rund um die Uhr besetzt.
Das Wasserkraftwerk Forbach ist in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit. Neben seiner traditionsreichen Historie kann es als Lauf-, Speicher- und Pumpspeicherkraftwerk bezeichnet werden. Denn vor Ort gibt es große Höhenunterschiede, ein optimales Wasserangebot und topografisch ideale Bedingungen für Speicherbecken auf. Aktuell wird der Standort umfangreich modernisiert: Realisiert werden ein unterirdischer Kavernenspeicher und ein Kavernenkraftwerk. Das Speichervolumen soll so nahezu verdoppelt werden.
Das Pumpspeicherkraftwerk Glems liegt am Rand der Schwäbischen Alb. Durch den steilen Anstieg des Geländes zwischen dem künstlich angelegten Oberbecken und dem Maschinenhaus kann das Pumpspeicherkraftwerk eine Fallhöhe von fast 300 m nutzen.
Am Neckar betreiben und unterhalten wir insgesamt 27 Wasserkraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 93 MW. 24 Anlagen davon sind im Besitz der Neckar AG, einer 82%igen Tochtergesellschaft der EnBW. Insgesamt überwindet der Neckar in dem 200 Kilometer langen Streckenabschnitt eine Höhendifferenz von rund 160 Metern.
Die Schluchseewerk AG mit Sitz in Laufenburg ist ein 37,5%iges Tochterunternehmen der EnBW und zählt zu den größten Betreibern von Pumpspeicherkraftwerken in Europa. Fünf Kraftwerke, darunter zwei Kavernenkraftwerke, erzeugen pro Jahr rund 2,2 Mrd. kWh Die Wasserkraftwerke im Südschwarzwald werden größtenteils mit Wasser aus dem Schluchsee und einigen Schwarzwaldbächen angetrieben.
Die Vorarlberger Illwerke AG verfügen über zehn Wasserkraftwerke, vier Stauseen und mehrere Tagesbecken im Montafon und im Walgau. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Bregenz und ist Stromlieferant und Vertragspartner der EnBW.
Das Wasserkraftwerk in Rheinhausen ist seit 2024 in Betrieb und zählt zu den modernsten Anlagen seiner Art. Es deckt den jährlichen Strombedarf von rechnerisch etwa 250 Haushalten. Die Besonderheit: Über die Gesellschaft „Klima vernetzt Südbaden GmbH & Co. KG“ sind auch Kommunen an der Anlage beteiligt.
Wasserkraft live erleben
Haben Sie schon einmal ein Kraftwerk von innen gesehen? Möchten Sie wissen, wie eine Turbine funktioniert und unsere Kraftwerke hautnah erleben? An unterschiedlichen Standorten ermöglichen wir ganzjährig kostenlose Führungen durch unsere Kraftwerke – fachkundige Erläuterungen durch unsere Mitarbeiter*innen inklusive.