Audi: Elektroauto-Offensive bis 2025

Audi verspricht, bis 2025 20 Elektroautos an den Start zu bringen. Wir werfen einen Blick auf die bislang bekannten E-Auto-Modelle und beleuchten dabei, wie Audi mit seinem Baukastenprinzip das ambitionierte Ziel erreichen möchte.

Audis Elektro-Offensive ist bislang noch ein gut gehütetes Geheimnis. Nur zu einigen wenigen Modellen sind schon Details bekannt.


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Nachdem Audi in Sachen Elektromobilität lange Zeit eher zurückhaltend agiert hat und mit dem e-tron und e-tron Sportback gerade einmal zwei reine Stromer im Angebot hatte, drücken die Ingolstädter nun aufs Gas. Im Frühjahr 2021 kommt der e-tron GT auf den Markt, in der RS-Version mit bis zu 590 PS ein echter Straßenfeger. Mit dem Q4 e-tron ist bereits ein weiteres, rein elektrisches Modell für dieses Jahr angekündigt.

Audis erstes Elektroauto: Audi e-tron

Mit dem Audi e-tron brachten die Ingolstädter ihren ersten vollelektrischen Stromer auf die Straße (Bild: © 2021 by AUDI AG).

Auch hinter den Kulissen ist viel Bewegung: So hat Audi im vergangenen Jahr angekündigt, bis 2025 rund 15 Milliarden Euro allein für die Forschung und Entwicklung ausgeben zu wollen. Das ist ein Drittel der gesamten Investitionsausgaben von Audi und soll den eingeschlagenen Weg in Richtung E-Mobilität beschleunigen. Etwa 10 Milliarden Euro sind allein für die Entwicklung von vollelektrischen Elektroautos vorgesehen. Die restlichen 5 Milliarden sollen für den Ausbau der Hybridmodellflotte investiert werden.

Audis Plattformen für Elektroautos

Das angestrebte Ziel: 2025 sollen bereits 40 Prozent des weltweiten Absatzes von Audi durch vollelektrische Stromer und Hybridautos erzielt werden. Langsam können sich auch die Verkaufszahlen sehen lassen. So waren zum Beispiel die e-tron-Modelle die meistverkaufen E-Autos des Jahres 2020 in Norwegen. Doch um die ambitionierten Ziele der Elektroauto-Offensive bis 2025 zu erreichen bleibt Audi nicht viel Zeit. Deshalb arbeiten die Ingolstädter innerhalb des VW-Konzerns eng mit anderen Marken zusammen und setzen dabei auf mehrere Stromer-Plattformen:

  • Zusammen mit Porsche hat Audi die „Premium Platform Electric“ (PPE) entwickelt. Die Plattform kommt für sportliche und leistungsstarke Modelle in der Oberklasse zum Einsatz. Das erste Modell auf PPE-Basis ist der für 2022 angekündigte Porsche Macan.
  • In Kooperation mit VW hat Audi außerdem den Modularen Elektrobaukasten (MEB) entwickelt. Dieser ist für Fahrzeuge im Kompakt- und Mittelklasse-Segment ausgelegt, VW will die Plattform auch für Kleinwagen verwenden. Aktuell basieren bereits der VW ID.3 und der ID.4 sowie der Skoda Enyaq auf dem MEB.
  • er Audi e-tron und der e-tron Sportback basieren auf einer modifizierten Version des Modularen Längsbaukastens (MLB evo). Die ursprünglich für große Verbrenner (zum Beispiel A6 oder Q8) konzipierte Plattform wurde damit zwar stromertauglich gemacht. Doch eine Zukunft hat sie nicht. Sie wird durch die PPE ersetzt.
  • Von Porsche stammt die Performance-Plattform J1, die auch von Audi genutzt wird und bei Elektrosportwagen zum Einsatz kommen wird. Bislang war der Porsche Taycan das einzige Fahrzeug auf der J1-Plattform. Nun kommt der Audi e-tron GT hinzu, der ab Frühjahr erhältlich sein wird.

Vor allem mit den Plattformen PPE und MEB verfolgt Audi ein großes Ziel: Bis 2025 wollen die Ingolstädter 30 elektrifizierte Modelle auf den Markt bringen, davon sollen 20 Modelle mit reinem E-Antrieb sein. Insgesamt will Audi mit beiden Plattformen 90 Prozent seiner E-Autos produzieren. Doch mit welchen Stromern soll das gelingen?

Audi Q4 e-tron (2021)

Eine Studie des Kompakt-SUVs Q4 hat Audi bereits 2019 als Concept Car beim Genfer Autosalon vorgestellt. Die Serienversion soll noch im Laufe dieses Jahres debütieren und als erster Audi auf der MEB-Plattform basieren. Angetrieben wird der Q4 von zwei E-Motoren mit einer Systemleistung von bis zu 225 kW (306 PS). Der Motor an der Hinterachse liefert 150 kW, von vorn kommen 75 kW.

Das Elektroauto der Audi Q4 e-tron

Der markante Singleframe-Grill ist das Erkennungszeichen des neuen Audi Q4 e-tron (Bild: © 2021 by AUDI AG).

Von null auf hundert Stundenkilometer beschleunigt der Q4 e-tron in 6,3 Sekunden. Maximal sind 180 km/h möglich, dann wird abgeregelt. Im Unterboden ist eine 500 kg schwere Batterie mit 82 kWh Leistung untergebracht. Diese sorgt für eine Reichweite von max. 450 Kilometern (nach dem praxisnahen WLTP-Zyklus). Markantes Erkennungszeichen außen ist der auffällige Grill mit den vier Ringen. Innen soll der Kompakt-SUV eine Beinfreiheit wie ein großer Verbrenner-Q5 bieten.

Audi TT e-tron (2023?)

Über den Nachfolger des Sportcoupés TT ist nicht viel bekannt. Vom Verbrenner-TT verabschiedet sich Audi gerade mit diversen Sondermodellen. Doch ganz beerdigt ist der TT nicht, stattdessen könnte er als vollelektrischer Crossover mit dem Zusatz „e-tron“ wiederaufleben, wie unter anderem autozeitung.de schreibt. Einen ersten Look lieferte die Studie „TT Offroad“, die 2014 in Paris zu sehen war. Da der TT e-tron voraussichtlich auf der PPE-Plattform basieren wird, ist mit einer Markteinführung nicht vor 2023 zu rechnen.

E-Autos von Audi: Der Audi TT Offroad

Mit dem Showcar „TT Offroad“ zeigte Audi schon im Jahr 2014, wie ein elektrifizierter TT einmal aussehen könnte (Bild: © 2021 by AUDI AG).

Audi E6 (2023?)

Ebenfalls 2023 könnte die Markteinführung des E6 erfolgen. Von außen sieht der vollelektrische Stromer vermutlich aus wie ein A5 Sportback, von innen bietet er den Platz eines A6. Auf Antrieb und Größe spielt daher die interne Bezeichnung „E6“ an, unter der das Modell derzeit läuft. Der E6 wird wohl ebenfalls auf der PPE-Plattform aufbauen und könnte damit dem Tesla Model 3 Konkurrenz machen. Auch könnte der E6 Audis Antwort auf den BMW i4 darstellen.

Audi E6

Die Studie Aicon aus dem Jahr 2017 liefert einen Vorgeschmack auf den künftigen Audi E6 (Bild: © 2021 by AUDI AG).

Optisch jedenfalls erinnert das viertürige Coupé an die Studie AICON. Diese Luxuslimousine wurde bereits 2017 vorgestellt und hatte eine Reichweite von bis 800 Kilometern. Der Clou: Innen fehlten alle Bedienelemente – denn der Aicon konnte autonom fahren. Der E6 wird das in Gänze nicht bieten können, wobei durchaus mit weiterentwickelten Assistenten zu rechnen ist, die zumindest ein teilautonomes Fahren ermöglichen sollen.

Fazit: Sechs aus 20 bekannt

Bislang sind nur einige spärliche Informationen zu den ersten sechs der 20 bis 2025 geplanten Elektroautos von Audi bekannt. Dabei ist noch gar nicht sicher, ob Modelle wie der Audi TT e-tron tatsächlich realisiert werden. Bei den 14 weiteren Modellen, die Audi in seiner E-Auto-Offensive an den Start bringen will, tappen wir sogar noch komplett im Dunkeln.

Es bleibt also spannend, wie sich der Autobauer aus Ingolstadt bis 2025 in Sachen Elektromobilität aufstellen wird. Sobald neue Informationen vorliegen, werden wir sie an dieser Stelle mit dir teilen. Bis dahin haben wir dir hier die wichtigsten Informationen zu den bislang bekannten Modellen zusammengefasst:

Modell Verkaufstart Plattform
e-tron 2018 MLB evo
e-tron Sportback 2019 MLB evo
e-tron GT 2021 J1
Q4 e-tron 2021 MEB
TT e-tron 2023 PPE
E6 2023 PPE

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