Formel E – Elektromobilität revolutioniert den Motorsport

Volt statt Benzin, Surren statt Motorengeheul. Die Formel E ist auf der Überholspur und bekommt immer mehr Aufmerksamkeit. Mit Audi, Porsche und Mercedes gehen mehrere deutsche Hersteller mit eigenen Fahrzeugen an den Start. Was macht den Sport so attraktiv? Wie schnell ist ein elektrisch betriebener Bolide? Und welche Bedeutung hat die Formel E für die Entwicklung von E-Mobilität im Alltag?

Die Formel 1 wird von Jahr zu Jahr einseitiger – packende Überholmanöver sind allzu oft leider nur die Ausnahme. Die Unterschiede zwischen den wenigen Top-Teams und dem Rest sind schlicht zu groß, um einen ausgeglichenen Wettkampf auf die Straße zu bringen.

Doch es gibt Hoffnung für Motorsportfans. Im Windschatten der Formel 1 entwickelt sich seit 2014 die Formel E zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz – was auch die Rennfahrer erkennen. Mit unter anderem Jean-Éric Vergne, Lucas di Grassi, Pascal Wehrlein, Sébastien Buemi und Felipe Massa konzentrieren sich mehrere ehemalige Formel-1-Rennfahrer auf die noch junge Rennklasse.


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Formel E – was ist das?

Die Formel E, die ganz offiziell übrigens ABB Formula E Championship bzw FIA-Formel-E-Meisterschaft heißt, ist eine Rennserie für Formelwagen mit Elektromotor. Das Wort Formel stammt von Formelsport – eine Form des Motorsports, bei der die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge durch technische Regeln festgelegt ist.

Formula E ePrix in Hongkong.

In dem Sport treten derzeit zwölf Formel-E-Teams mit insgesamt 24 Fahrern in Großstädten rund um die Welt gegeneinander an. Die Rennen finden nicht auf gewöhnlichen Rennstrecken statt, sondern mitten in der Stadt auf eigens für die Formel E abgesteckten Kursen – z. B. auf dem Tempelhofer Feld in Berlin.

Ein Rennwagen mit Elektromotor: Was heißt das in der Praxis?

In der Formel E rasen futuristisch designte Elektroflitzer über den Asphalt, die Rennwagen anderer Formel-Klassen sehr ähnlich sehen. Der Sound eines Formel-E-Rennens ist jedoch nicht vergleichbar mit dem Klang anderer Motorsport-Serien. Ein elektrisches Surren ersetzt hier das laute Motorengeheul.

Unter der Haube hat sich seit dem ersten ePrix bereits einiges getan. Die Formel-E-Rennwagen der zweiten Generation haben eine Leistung von 250 kW (335 PS). In 2,8 Sekunden beschleunigen sie von 0 auf 100 km/h und schaffen es danach auf bis zu 280 km/h.

Formel E Rennwagen

Die elektrischen Rennwagen sind mit bis zu 280 km/h unterwegs.

Wie im normalen Straßenverkehr ist die Reichweite von Elektroautos auch im Rennsport ein großes Thema. Die Akkus halten mittlerweile deutlich länger durch als noch in den ersten Jahren. Bis zur Saison 2017/2018 mussten die Fahrer mitten im Rennen das Fahrzeug wechseln. Die neuen Akkus mit einer Kapazität von 52 kWh überstehen nun eine komplette Renndistanz – sofern der Fahrer nachhaltig fährt und seine Kräfte gut einteilt.

Nachdem es im ersten Jahr ein Einheitsauto für alle gab, sind die Rennställe mittlerweile freier bei der Konstruktion. Dennoch sind viele Komponenten in den Fahrzeugen für alle Autos verpflichtend baugleich und zudem ist das Budget jedes Rennstalls begrenzt. Das verspricht mehr Spannung dank Chancengleichheit auf den vorderen Plätzen.

Was macht die Formel E so attraktiv?

Die Formel E spricht insbesondere junge, urbane und nachhaltigkeitsbewusste Menschen an. Den Zuschauern wird zu vergleichsweise günstigen Eintrittspreisen ein umfangreiches Programm im E-Village mit DJ-Sets, Spielekonsolen und Info-Aktionen rund um das Thema Elektromobilität geboten. Und sie kommen bei Autogrammstunden oder der Siegerehrung nah an die Fahrer ran. Durch die Lage mitten in der Stadt können die Fans meist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Rennen anreisen, was wiederum die Umwelt schont. Damit treffen die Veranstalter den Zahn der Zeit.

Formel E E-Village

Viel Entertainment auch abseits der Strecke: das E-Village.

Darüber hinaus können Fans direkten Einfluss auf das Renngeschehen nehmen: Vor einem Rennen haben sie online die Möglichkeit, für ihren Lieblingsfahrer abzustimmen. Den fünf Fahrern mit den meisten Stimmen wird dann für den Renntag der sogenannte FANBOOST freigeschaltet. Damit können die Fahrer einen zusätzlichen Energieschub von 100 kJ nutzen, der ihnen in entscheidenden Situationen zu Überholmanövern verhelfen soll. Damit die Fans den Boost nicht verpassen, leuchtet beim Freisetzen der Zusatzenergie der Halo über dem Cockpit Violett auf.

Zusätzlich zum FANBOOST gibt es eine weitere Sonderaktion in einem Formel-E-Rennen, die für mehr Spannung sorgt: den Attack-Mode. Ähnlich wie bei Rennspielen gibt es auf jeder Strecke Beschleunigungsstreifen: Trifft der Fahrer drei Aktivierungsstreifen, kann er zusätzliche Energie freisetzen. Während der Fokus in der Formel 1 vor allem auf den Fähigkeiten der Rennwagen-Piloten, der Motoren-Power und reibungslosen Boxenstopps liegt, hat die Formula E mit dem Fanboost und den Beschleunigungsstreifen also einen etwas spielerischen Charakter, der auch die Zuschauer mit einbezieht.

Formel E live vor Ort erleben

Du willst die Formel-E-Autos selbst live erleben? Der offizielle Rennkalender verrät dir stets, wann und wo der nächste ePrix stattfindet. Als eingefleischter Formula-E-Fan kann dich deine Reise rund um die Welt führen: Rennen finden in atemberaubenden Großstädten, wie London, New York, Seoul in Südkorea oder Marrakesch in Marokko statt.

Anders als in den meisten anderen Motorsport-Klassen beginnt eine Formel-E-Saison Ende des Jahres und das Finale geht im Sommer über die Bühne. Die Saison 2019/2020 ist zum Beispiel am 22. November 2019 in Diriyya in Saudi-Arabien gestartet. Das Finale findet dann am 26. Juli 2020 in London statt. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es stets nur einen Renntag – Training, Qualifying und Rennen finden an einem Tag statt. Für deutsche Fans dürften vor allem die Strecken in Paris (18. April 2020), Berlin (21. Juni 2020) und London (26. Juli 2020) am besten zu erreichen sein.

Wo wird die Formel E übertragen?

Willst du die Rennen dagegen lieber live aus der Ferne verfolgen, schaltest du am besten Eurosport ein. Auch ARD und ZDF dürfen einige Formel-E-Rennen übertragen – und bieten alternativ einen Formel-E-Live-Stream fast aller Rennen an.

Das Gen2-Fahrzeug für die Saison 2018/19.

Das Gen2-Fahrzeug für die Saison 2018/19.

Auch deutsche Fahrer mischen in der Formel E mit

Wie bereits erwähnt, sind mit Formel-E-Piloten wie Jean-Éric Vergne, Lucas di Grassi, Pascal Wehrlein, Sébastien Buemi und Felipe Massa alte Bekannte aus der Formel 1 in der noch jungen Rennklasse aktiv. Mit Daniel Abt und André Lotterer mischen natürlich auch deutsche Fahrer mit. Während Abt für Audi Sport ABT Schaeffler um die Formel-E-Meisterschaft kämpft, attackiert Lotterer für das Team TAG Heuer Porsche.

Wie bringt die Formel E Elektromobilität voran?

Die Formel E gilt als das größte Testlabor, wenn es um neue Technologien im Bereich der Elektromobilität geht. Mittlerweile haben einige Autohersteller wie Renault, Jaguar, BMW und Audi das Potenzial der Rennserie erkannt.

Die Autohersteller und Zulieferer-Firmen wie ABB haben hier die Chance, Neuentwicklungen und Bauteile unter Extrembedingungen zu testen. Zukünftig könnten diese dann in deren Serienwagen verbaut werden. Daneben haben sie auf der Event-Area die Möglichkeit, neue Produkte wie z. B. Schnellladesäulen, Batterien oder E-Autos für den normalen Straßenverkehr vorzustellen und zu bewerben.

Übrigens: Wenn auch du mit deinem E-Auto auf der Überholspur unterwegs sein willst, entdecke unsere EnBW mobility+ App. Sie verrät dir unter anderem in Sekundenschnelle, wo die nächste Schnellladesäule steht.

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