Pelletofen oder Kaminofen – was ist der Unterschied?

Wer auf gemütliche Wärme setzt, entscheidet sich für einen Ofen. Hast du diese Entscheidung bereits für dich getroffen, hast du die Qual der Wahl: Außer mit Holzscheiten kannst du nämlich auch mit Holzpellets heizen. Aber wo liegt eigentlich der Unterschied und welches System ist das bessere?

Wir haben Pellet- und Kaminöfen gegenübergestellt und zeigen die jeweiligen Vor- und Nachteile auf und welche Technik sich wann lohnt.


Das erwartet dich hier

Urige Wärme, knisterndes Feuer und ein tolles Lichtspiel der Flammen: In vielen Wohnzimmern trifft man wieder auf eine Feuerstätte. Viele entscheiden sich dabei für einen Ofen. Der sorgt nicht nur für Atmosphäre in der dunklen Jahreszeit, sondern heizt gleichzeitig den Raum. Doch womit heizt man besser: mit einem modernen Pellet- oder dem klassischen Holzofen? Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile.

Kaminofen: Der Klassiker mit dem prasselnden Feuer

Warum ein Kaminofen?

Wenn du dir einen Ofen anschaffen willst, weil du es dir vor einem großen, prasselnden Feuer gemütlich machen willst, dann kommt für dich vor allem ein Kaminofen in Frage. Dieser kann frei stehen (sofern die Position des Schornsteins es zulässt) oder wird eingemauert (Entscheidung auf Lebenszeit!). Darüber hinaus gibt es mittlerweile übrigens auch Kaminöfen mit sogenannter Wassertasche. Diese Modelle sind mit der Zentralheizung verbunden: Heizungswasser wird in den Wärmeübertrager des Kaminofens geleitet, durch das prasselnde Feuer erhitzt und wieder in die Heizung gepumpt. Dadurch sorgen solche Ofenmodelle nicht nur für wohlige Wärme an ihrem Aufstellungsort, sondern im gesamten Haus.

Frau mit Decke und Tee vor dem Kaminofen eingekuschelt

Der Kaminofen spendet behagliche Wärme.

 

Was muss ich bei Kaminöfen beachten?

Kaminöfen funktionieren weitestgehend analog. Das bedeutet: Im Unterschied zum Pelletofen kannst du beim Kaminofen das Anheizen nicht programmieren. Du musst das Feuer manuell anzünden und ebenso den Brennvorgang in Gang halten. Regelmäßiges Nachlegen der Holzscheite ist Pflicht, wenngleich das Abbrennen einer Kaminfüllung mindestens 45 Minuten dauern muss – das ist gesetzliche Vorschrift.
Anders als Pellets verbrennen Holzscheite nicht vollständig. Ein Kaminfeuer sorgt also nicht nur für ein prasselndes Feuer, sondern auch für einen hohen Ascheberg. Den Aschekasten musst du mindestens ein bis zwei Mal pro Woche entleeren. Auch die Glasscheibe verrußt schnell und muss regelmäßig gereinigt werden.

Was kostet ein Kaminofen?

Das Angebot an Kaminöfen ist schier überwältigend. Es gibt sie in allen Formen und Größen, mittlerweile sind sogar an der Wand hängende Kaminöfen erhältlich (gelten als besonders kindersicher). Die Preise für Kaminöfen beginnen bei 500 Euro für einfache Modelle; solche mit Wassertasche kosten bis zu 2.500 Euro.

Pelletofen: Das Plus bei Komfort und Effizienz

Wie funktioniert ein Pelletofen?

Ein Pelletofen besteht aus zwei Teilen: der Brennkammer und dem Vorratstank. In letzteren kommen die Pellets. Eine Förderschnecke versorgt den Ofen mit der jeweils benötigten Menge an Pellets. Dabei handelt es sich um Presslinge, die ungefähr so aussehen wie Katzenstreu. Tatsächlich bestehen die zwischen 20 und 50 Millimeter großen Pellets aus Sägespänen, Hobel- und Hackschnitzeln.

Die Pellets fallen in der Brennkammer in eine Mulde, wo sie über einen Zünddraht entflammt werden. Ein Gebläse führt der Flamme die benötigte Menge an Frischluft zu. Bei früheren Modellen arbeitete das Gebläse noch recht laut, so dass sich viele Besitzer vom Geräusch gestört fühlten. Neuere Geräte sind deutlich leiser.

Viele, die sich für einen Ofen interessieren, gehen auch heute noch davon aus, dass Pelletöfen eher wie klassische Heizungen funktionieren. Gemütlichkeit verbinden dagegen die wenigsten mit dieser Art des Ofens. Allerdings sind mittlerweile die meisten Pelletöfen speziell für das Wohnzimmer konzipiert. Dank großer Sichtscheibe sorgen sie ebenso für eine gemütliche Atmosphäre wie klassische Kaminöfen.

Nahaufnahme Holzpellets

Pellets sehen zwar aus wie Katzenstreu, bestehen aber hauptsächlich aus Sägemehl und Holzspänen.

Vorteile eines Pelletofens

Die Pellets werden fast vollständig verbrannt, es fällt so gut wie keine Asche an. Dadurch erzielen Pelletöfen einen hohen Wirkungsgrad und haben eine lange Betriebsdauer. Sie liegt, je nach Modell und Größe des Tanks, zwischen 10 und 50 Stunden. Zudem besitzen viele Modelle eine Verkleidung aus keramischen Ofenkacheln oder Speckstein. Die Verkleidung nimmt die Wärme auf und gibt sie nach und nach an den Raum ab.

Frühere Pelletöfen waren sehr funktionale Kästen, die vor allem der Beheizung dienten. Das Spiel größerer Flammen war kaum oder gar nicht zu sehen. Heute verfügen die meisten Pelletöfen für den Wohnraum über eine große Sichtscheibe, die den Blick auf ein schönes Flammenbild freigibt. Zudem wird hierdurch mehr von der als besonders angenehm empfundenen Strahlungswärme abgegeben. Selbst das Knistern der Flammen lässt sich hören.

Darüber hinaus besitzen Pelletöfen eine elektrische Steuerung, die einen automatisierten Betrieb ermöglicht. Das bedeutet: Über ein Bedienfeld oder per Smart-Home-App kannst du Heizzeiten und Temperaturen vorgeben. Dadurch kann der Pelletofen zum Beispiel schon früh morgens das Wohnzimmer auf Wohlfühltemperatur bringen, sodass du nach dem Aufstehen in einen angenehm temperierten Wohnraum kommst. Der Haken an der elektrischen Steuerung: Pelletöfen brauchen in der Regel einen Stromanschluss.

Last but not least haben Pelletöfen den Vorteil, dass sie abgeregelt werden können. Hast du im Vorfeld die gewünschte Temperatur festgelegt, heizt der Pelletofen nur, bis diese Temperatur erreicht ist. Eine Eigenschaft, die Kaminöfen nicht mitbringen.

Ein Flammenspiel im Pelletofen

Bei Pelletöfen kann man mittlerweile auch ein Flammenspiel betrachten.

Was kosten Pelletöfen?

Die Preise für Pelletöfen beginnen bei rund 1.000 Euro für ganz einfache Modelle. Pelletöfen mit Automatik, eigenem Betriebssystem und Smartphone-Steuerung kosten ungefähr 1.500 bis 2.000 Euro. Du kannst aber auch luxuriöse Pelletöfen zwischen 4.000 und 5.000 Euro kaufen.

Pelletofen als Mehrraumheizung

Pelletöfen können auf Wunsch auch in die Heizungsanlage deines Hauses integriert werden. Dafür brauchst du einen Pelletofen mit Wassertasche. Diese wird während des Heizens erwärmt und entlastet so die Heizungsanlage. Mehrere Zimmer auf einer Etage können auf diese Weise bequem und einfach mit Wärme versorgt werden. Auch der Zusammenschluss mit einer Solarthermieanlage ist möglich.

Fazit: Pellet- oder Kaminofen?

Ein Kaminofen ist zwar günstiger in der Anschaffung und auch unabhängig von Strom oder sonstiger Haustechnik, dafür erfordert er aber auch mehr manuelle Arbeit: Flamme anzünden, Holz nachlegen, Asche entfernen. Zudem musst du das Scheitholz irgendwo lagern. Da es viel Platz wegnimmt, ist das meistens eine trockene Stelle im Garten.

Ein Pelletofen ist im Vergleich zum Kaminofen deutlich teurer. Allerdings erhältst du dafür ein High-Tech-Gerät, das dir jede Menge Komfort bietet: eine nahezu aschefreie Verbrennung, Smartphone-Steuerung für automatischen Betrieb, Anbindung an eine Solarthermie- bzw. Heizungsanlage. Pellets kannst du überall im Haus bequem lagern und schmutzfrei in den Vorratstank umfüllen.

Wenn du dich gar nicht zwischen Holz- und Pelletofen entscheiden kannst, gibt es noch eine dritte – allerdings recht teure – Variante: den Hybridofen, in dem du sowohl Holzscheite als auch Pellets verbrennen kannst. Die Preise liegen hier bei rund 4.000 Euro. Dafür bekommst du aber auch das Beste beider Welten.

Das große EnBW Frühlings-Gewinnspiel

Jetzt mitmachen und ein E-Lastenfahrrad im Wert von ca. 2.500€ sichern.

Zurück zur Übersicht