Laut Bundesnetzagentur fiel der Strom 2024 in Deutschland durchschnittlich gerade einmal für 11,7 Minuten aus. Das deutsche Stromnetz zählt damit im europäischen Vergleich zu den zuverlässigsten. Ausfälle, technische Störungen oder gezielte Angriffe können dennoch nicht ausgeschlossen werden.
Ein Blackout, also ein großflächiger Ausfall des Stroms, ist in Deutschland eher unwahrscheinlich. Realistischer sind dagegen sogenannte Brownouts, also regional beschränkte und kontrollierte Abschaltungen des Stromnetzes.
Tritt trotzdem einmal ein Stromausfall auf und Sie müssen für einige Stunden auf Elektrizität verzichten, gibt es einige Punkte, die Sie beachten sollten, um Schäden zu vermeiden. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie sich in dieser Situation richtig verhalten und welche Vorsorgemaßnahmen Sie schon jetzt treffen können.
Was tun bei Stromausfall?
Ein Stromausfall hat in der Regel harmlose Ursachen und ist meist schnell wieder vorbei. Wenn es mal dazu kommt, gilt deshalb: ruhig bleiben und fokussiert die entsprechenden Maßnahmen treffen.
- Werfen Sie einen Blick in den Sicherungskasten, um zu prüfen, ob die Ursache vielleicht in der eigenen Wohnung liegt.
- Sind auch Nachbarn oder ganze Straßenzüge betroffen, handelt es sich vermutlich um eine großflächige Störung im Stromnetz. Melden Sie den Stromausfall in diesem Fall Ihrem Netzbetreiber (nicht der Polizei).
- Trennen Sie außerdem Ihre Elektrogeräte vom Netz, damit sie beim Wiederkehren des Stroms nicht alle gleichzeitig angehen.
- Solange der Ausfall andauert, helfen einfache Verhaltensregeln – etwa im Umgang mit Kühlschrank, Heizung, Wasser oder Kochmöglichkeiten.
- Dauert die Störung länger an, ist es wichtig zu wissen, wo Sie Hilfe und aktuelle Informationen erhalten.
In den nächsten Abschnitten gehen wir diese Schritte einmal im Detail durch und erklären Ihnen genau, was Sie bei einem Stromausfall tun können.
Schritt 1: Bei Stromausfall den Sicherungskasten überprüfen
Ist plötzlich der Strom weg, sollten Sie direkt in Ihren Sicherungskasten schauen und die Sicherungen kontrollieren. Sind die Sicherungen herausgesprungen, können Sie diese einfach wieder hineindrücken und in Ruhe die Ursache ermitteln.
So gehen Sie vor:
- Schalten Sie die herausgesprungenen Sicherungen, wenn möglich, nacheinander wieder ein. Springt eine wieder heraus, wissen Sie schon mal, in welchem Raum sich das Problem – etwa ein defektes elektrisches Gerät – befindet.
- Handelt es sich um den FI-Schalter, gehen Sie etwas anders vor: Trennen Sie zunächst alle Geräte vom Netz und schalten Sie ihn erst danach wieder ein. Springt er erneut heraus, sollten Sie einen Elektrofachbetrieb kontaktieren
- Nehmen Sie alle Geräte in diesem Raum von der Steckdose, damit es nicht durch gleichzeitig startende Geräte erneut zu einer Überlastung kommt.
- Kontrollieren Sie die Steckdosen und Stecker, ob es Auffälligkeiten wie Verbrennungen gibt oder ob es vielleicht nach verbranntem Gummi riecht. Beschädigte Steckdosen sollten Sie von Fachpersonal prüfen lassen, einen kaputten Stecker können Sie selbst austauschen.
- Schalten Sie die Geräte nun nach und nach wieder ein und beobachten Sie, bei welchem Gerät die Sicherung erneut herausspringt. Nehmen Sie dieses Gerät vom Netz, um weiteren Schaden zu verhindern.
Im Sicherungskasten finden Sie die Sicherungsschalter für alle Räume in Haus oder Wohnung. Über die Nummerierung sehen Sie, welche Sicherungen welchem Raum zugeordnet sind. Lässt sich eine herausgesprungene Sicherung nicht wieder aktivieren, sollten Sie eine Elektrofachkraft rufen – in dem Fall scheint ein Fehler im Sicherungskasten vorzuliegen.

Ein Blick in den Sicherungskasten kann Aufschluss über die Ursache des Stromausfalls geben.
Warum springt die Sicherung raus?
Eine der häufigsten Ursachen für einen Stromausfall ist eine ausgelöste Sicherung in Ihrem Stromkasten. Diese können aus unterschiedlichen Gründen herausspringen oder – wie es eigentlich heißt – ausgelöst werden. Das passiert beispielsweise, wenn der durchgeleitete Strom eine gewisse Stärke überschreitet. Die Sicherung schützt Ihren Stromkreislauf schließlich vor einer Überlast und beugt damit möglichen Schäden an Leitungen oder Geräten vor.
Die Gründe für das Auslösen einer Sicherung sind vielfältig:
- Beschädigte Elektrogeräte: Ist eines Ihrer elektrischen Geräte defekt, kann es einen Kurzschluss verursachen und dadurch die Sicherung im Stromverteiler auslösen. Wenn alle Räume betroffen sind, trennen Sie alle elektrischen Geräte vom Netz, stecken sie nach und nach wieder ein und schalten sie einzeln zu, bis Sie das auslösende Gerät finden.
- Defekte Stromleitung: Manchmal ist auch eine defekte Stromleitung selbst für das Auslösen der Sicherung verantwortlich. Passieren kann das zum Beispiel, wenn Sie beim Bohren eine Leitung erwischt haben. In dem Fall sollte die Stromleitung dringend repariert werden, da sie ein großes Sicherheitsrisiko für Sie darstellt.
- Stromversorgung ist überlastet: Jede Stromleitung hat Grenzen. Wenn Sie zu viele Geräte anschließen und gleichzeitig nutzen, kann die Stromversorgung überlastet werden und sich stark erhitzen. Als Schutzmechanismus schaltet dann der Leitungsschutzschalter ab, um Schäden oder einen Brand zu verhindern.
Schritt 2: Aktuellen Stromausfall melden
Sind auch Nachbarwohnungen oder ganze Straßenzüge betroffen, liegt die Ursache sehr wahrscheinlich außerhalb Ihrer eigenen Wohnung. In diesem Fall kann ein Fehler im Niederspannungsnetz vorliegen, der nur vom zuständigen Netzbetreiber behoben werden kann. Um auf dem Laufenden zu bleiben, hilft ein batteriebetriebenes Radio: Darüber erhalten Sie bei größeren Störungen wichtige Informationen und aktuelle Hinweise.
Grundsätzlich gilt: Ein Stromausfall ist kein Notfall. Polizei, Feuerwehr oder der Rettungsdienst sind hier nicht die richtigen Ansprechpartner und sollten nicht kontaktiert werden.
Über die Website der Störungsauskunft können Sie sich informieren, ob Ihr Netzbetreiber einen Stromausfall gemeldet hat. Auf der praktischen Stromausfall-Karte können Sie sehen, ob Verbraucher:innen einen Störungsfall auf dem Portal gemeldet haben.
Ist auf der Webseite nichts zu finden, können Sie den Ausfall auch direkt Ihrem zuständigen Netzbetreiber melden. Dessen Störungsstelle ist rund um die Uhr erreichbar. Den zuständigen Netzbetreiber finden Sie am schnellsten auf Ihrer letzten Stromabrechnung oder direkt auf Ihrem Stromzähler.
Wichtig: Verwechseln Sie den Netzbetreiber nicht mit Ihrem Stromanbieter – dieser ist für die Meldung eines Stromausfalls ebenfalls nicht der richtige Ansprechpartner.
Schritt 3: Elektrogeräte vom Netz nehmen
Fällt der Strom plötzlich aus, sollten Sie zudem alle Geräte ausschalten, die vor dem Ausfall noch in Betrieb waren. Denn sobald die Versorgung wiederhergestellt ist, können viele gleichzeitig startende Elektrogeräte das Stromnetz zusätzlich belasten. Empfindliche Geräte wie Fernseher oder Computer können zudem durch Spannungsschwankungen Schaden nehmen, wenn der Strom plötzlich wieder fließt.
Für teure Technik empfiehlt sich generell eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz. Vor allem Ofen, Herd und Bügeleisen sollten Sie ausschalten, damit sie nicht unbemerkt wieder angehen, wenn der Strom zurückkehrt.
Eine Lampe hingegen können Sie eingeschaltet lassen, um sofort mitzubekommen, wenn der Stromausfall wieder vorbei ist.
Schritt 4: Richtiges Verhalten bei einem Stromausfall
Auch im weiteren Verlauf eines Stromausfalls gilt: Ruhe bewahren und die Lage besonnen einschätzen. So lassen sich mögliche Ursachen besser erkennen, unnötige Risiken vermeiden und gezielt die nächsten Schritte einleiten – zum Beispiel Elektrogeräte ausschalten, Nachbarn informieren oder aktuelle Hinweise abwarten. Ruhe hilft außerdem dabei, Wasser, Lebensmittel und Batterien sinnvoll einzuteilen und andere Menschen im Haushalt nicht zusätzlich zu verunsichern. Hier einige Tipps, wie Sie sich bei einem Stromausfall verhalten sollten:
Gefrier- und Kühlschrank nur bei Bedarf öffnen
Auch ohne Strom hält der Kühlschrank Ihre Lebensmittel für mindestens fünf Stunden kühl. Damit Ihre Lebensmittel möglichst lange frisch bleiben, sollten Sie die Kühlschranktür nur öffnen, wenn Sie etwas entnehmen wollen. Im Gegensatz zum Kühlschrank hält ein Gefrierschrank oder eine Tiefkühltruhe die Kälte noch deutlich länger: bis zu 50 Stunden. Wie Sie nach dem Stromausfall am besten mit aufgetauten Lebensmitteln umgehen, erfahren Sie weiter unten im Abschnitt „Nach dem Stromausfall.“
Kochen ohne Strom: mit Gaskocher oder Grill
Kleinere Mahlzeiten lassen sich während eines Stromausfalls zum Beispiel mit einem Campingkocher zubereiten. Haben Sie einen Garten oder Balkon, kann auch ein Holzkohle- oder Gasgrill hilfreich sein. Wichtig: Grillen Sie niemals in geschlossenen Räumen, da dabei lebensgefährliches Kohlenmonoxid entstehen kann. Praktisch ist zudem ein Vorrat an haltbaren Lebensmitteln, die ohne Erwärmen verzehrt werden können – eine Übersicht dazu finden Sie in unserer Checkliste weiter unten.
Wärme sichern, wenn die Heizung beim Stromausfall streikt
Wenn die Heizung ausfällt, helfen zunächst warme Kleidung in mehreren Schichten sowie Decken. Am besten halten Sie sich in einem bestimmten Raum auf und schließen die Türen. So können Sie die vorhandene Wärme möglichst lange bewahren. Regelmäßiges Lüften sollten Sie trotz allem nicht vergessen – vor allem dann, wenn Kerzen oder andere offene Flammen als Lichtquelle genutzt werden. So bleibt die Raumluft frisch und der Sauerstoffgehalt ausreichend. Zum Heizen können Sie, falls vorhanden, außerdem Ihren Kamin oder Ofen nutzen.
Beim Stromausfall die Toilettenspülung sparsam nutzen
Auch die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sind auf Energie angewiesen. Bei einem Stromausfall kann es deshalb passieren, dass diese Versorgung eingeschränkt wird. Bei kurzen Ausfällen funktioniert die Toilettenspülung in der Regel weiterhin wie gewohnt. Herkömmliche Spülkästen arbeiten mechanisch und nutzen das Schwerkraftprinzip.
Dauert der Stromausfall länger an oder betrifft er ein größeres Gebiet, kann jedoch auch das Abwassersystem beeinträchtigt sein, etwa wenn Pumpstationen nicht mehr arbeiten. Gehen Sie also sparsam mit Ihrem Wasservorrat um. Spülen Sie möglichst nur dann, wenn es wirklich nötig ist, und verwenden Sie für die Toilette kein Trinkwasser.
Für die Spülung eignet sich Nutzwasser, wie zum Beispiel aufgefangenes Regenwasser aus der Regentonne oder bereits verwendetes Wasch- und Abwaschwasser.
Schritt 5: Hilfe bei einem längeren Stromausfall finden
Auch wenn ein großflächiger Blackout sehr unwahrscheinlich ist, gibt es in vielen Kommunen vorbereitete Notfalltreffpunkte für Menschen, die im Ernstfall Hilfe benötigen. Dort erhalten Sie aktuelle Informationen zur Lage, medizinische Erstversorgung sowie teilweise auch Zugang zu Trinkwasser, Lebensmitteln und Strom. Auch Notrufe können dort abgesetzt werden, falls die bekannten Nummern 110 und 112 vorübergehend nicht erreichbar sind. Laden Sie sich zudem die offiziellen Warn-Apps NINA oder BIWAPP herunter. Im Falle einer echten Katastrophe oder eines Blackouts werden dort die Notfalltreffpunkte in Ihrer Nähe angezeigt.
Nach dem Stromausfall: Das sollten Sie prüfen
Ist der Strom wieder da, sollten Sie nicht sofort alle Geräte gleichzeitig einschalten. Nehmen Sie Elektrogeräte lieber nach und nach wieder in Betrieb, damit das Stromnetz nicht unnötig belastet wird. Kontrollieren Sie anschließend Kühlschrank und Gefrierfach. War die Kühlung längere Zeit unterbrochen, können empfindliche Lebensmittel angetaut oder verdorben sein. Besonders bei Fleisch, Fisch und Milchprodukten sollten Sie vorsichtig sein. Im Zweifel gilt: lieber entsorgen als ein gesundheitliches Risiko eingehen.
Manche Geräte müssen nach einem Stromausfall neu gestartet werden. Dazu zählen zum Beispiel Router, Heizungssteuerung oder smarte Geräte. Denken Sie zudem daran, Uhren, Wecker und Zeitschaltuhren zu überprüfen und gegebenenfalls neu einzustellen.
Wenn Sie ungewöhnliche Gerüche, beschädigte Steckdosen oder nicht mehr richtig funktionierende Geräte bemerken, sollten Sie diese nicht weiter nutzen und im Zweifel von Fachpersonal prüfen lassen.
Checkliste: Wie sorge ich für einen Stromausfall vor?
Fällt der Strom einmal aus, wird schnell klar, wie viele Dinge im Alltag davon abhängen: Der Kühlschrank kühlt nicht mehr, der Herd bleibt aus und Licht sowie Heizung funktionieren nicht mehr. Bei einem längeren Ausfall kann es außerdem passieren, dass die Wasserversorgung eingeschränkt ist oder Internet und Mobilfunk nur noch teilweise verfügbar sind.
Da niemand vorhersehen kann, wann ein längerer Stromausfall eintritt, sollten Sie stets darauf vorbereitet sein. Jeder Haushalt sollte sich so vorbereiten, dass er für einige Tage ohne Hilfe von außen auskommt.
Mit den folgenden Vorsorgemaßnahmen bewahren Sie im Ernstfall die Ruhe:
- Lichtquellen bereithalten: Bei einem Stromausfall in der Nacht ist es natürlich dunkel. Für die Ausnahmesituation ist es sinnvoll, immer Taschenlampen oder Kerzen griffbereit in der Wohnung zu haben, um selbst nachts alles im Blick zu behalten. Vorsicht: Kerzen sollten Sie nicht unbeaufsichtigt lassen und mit ausreichend Abstand zu Vorhängen oder anderen Brandherden aufstellen.
- Streichhölzer, Feuerzeug und Batterien im Notvorrat haben.
- Lebensmittel bevorraten: Dauert ein Stromausfall mal länger, ist es gut, genügend Lebensmittel vorrätig zu haben, die ohne Kühlung haltbar sind und sich auch kalt verzehren lassen. Dazu zählen zum Beispiel H-Milch, Konserven, Trockenobst, Haferflocken, Nüsse, Kekse, Cracker, Zwieback oder Müsliriegel.
- Wasser auf Vorrat haben: Fällt die Wasserversorgung ebenfalls aus, ist ein Getränkevorrat im Haus wichtig – denn auf Wasser sind wir noch stärker angewiesen als auf feste Nahrung. Empfohlen werden zwei Liter Wasser pro Person und Tag für bis zu zehn Tage, also insgesamt rund 20 Liter pro Person.
- Für die Essenszubereitung vorsorgen: Ein Campingkocher eignet sich für kleinere Mahlzeiten, auch ein Gas- oder Kohlegrill kann hilfreich sein.
- Informiert bleiben: Informationen erhalten Sie zum Beispiel über ein batteriebetriebenes Radio.
- Smartphone aufgeladen halten: Um in der Notsituation erreichbar zu bleiben oder Hilfe holen zu können, empfiehlt es sich, stets genügend Akkulaufzeit auf dem Smartphone zu haben. Eine aufgeladene Powerbank ist dabei ein praktisches Hilfsmittel, falls der Akku zwischendurch leer wird.
- Notrufnummern griffbereit haben: Speichern Sie wichtige Nummern direkt im Handy und halten Sie diese zusätzlich ausgedruckt bereit. Welche Nummern besonders nützlich sind, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.
- Für Wärme vorsorgen: Auch die Heizung kann bei einem Stromausfall ausfallen. Warme Decken, Kerzen oder Holz zum Heizen des Ofens helfen, diese Situation zu überbrücken.
- Bargeld bereithalten: Bei einem Stromausfall funktionieren auch Geldautomaten nicht. Daher ist es ratsam, genügend Bargeld im Haus zu haben.
- Hausapotheke auffüllen: Neben regelmäßig benötigten Medikamenten sollten Sie Schmerz- und Fiebermittel, Verbandsmaterial, Pflaster sowie Desinfektionsmittel griffbereit haben. Denken Sie außerdem an ausreichend Hygieneartikel wie Seife, Zahnpasta und Toilettenpapier.
- Für die Familie vorsorgen: Klären Sie im Vorfeld, wie hilfsbedürftige Angehörige im Notfall versorgt werden können, und sprechen Sie ab, wer sich kümmert, falls die Kommunikation abbricht.
- Für Haustiere vorsorgen: Futter, Wasser, Transportbox und Medikamente bereitstellen. Bei Aquarien oder Terrarien kann ein Stromausfall schnell kritisch werden, da Filter, Heizung oder Beleuchtung ausfallen. Hier kann ein kleiner Notstromgenerator oder eine Powerbank mit Akku-Luftpumpe helfen, um zumindest die Sauerstoffversorgung im Aquarium kurzfristig aufrechtzuerhalten. Bei Terrarien mit Wärmebedarf helfen batteriebetriebene Wärmelampen oder Wärmekissen, um ein zu starkes Auskühlen zu verhindern.
Mit diesen Vorkehrungen sind Sie gut auf einen Stromausfall vorbereitet – und das, ohne viel Zeit, Platz oder Geld investieren zu müssen.
Übrigens: Beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) finden Sie ebenfalls umfassende Tipps zur Vorsorge für eine längere Netzstörung.
Notfallkontakte griffbereit halten
Bei einem Stromausfall ist es hilfreich, wichtige Telefonnummern schnell zur Hand zu haben. Am besten nicht nur im Smartphone, sondern zusätzlich ausgedruckt. So können Sie auch dann handeln, wenn der Akku leer ist oder das Mobilfunknetz eingeschränkt funktioniert.
Auf die Liste gehören:
- Die Notrufnummern 110 und 112 für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Diese Nummern sollten Sie aber nur in echten Notfällen wählen.
- Telefonnummern von Nachbarn, Freunden und Angehörigen, die als Ansprechpartner infrage kommen und im Notfall unterstützen oder Informationen weitergeben können.
- Die Störungsnummer Ihres Netzbetreibers, bei dem Sie einen Stromausfall melden oder Informationen zu aktuellen Störungen erhalten.
- Kontaktdaten Ihrer Hausverwaltung oder des Hausmeisterservices, wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen oder technische Anlagen im Gebäude betroffen sein könnten.
- Die Kontaktdaten eines Elektrofachbetriebs, für den Fall, dass die Ursache in der eigenen Wohnung oder im Haus liegt und fachlich geprüft werden muss.
Bewahren Sie die Kontaktliste an einem festen, gut zugänglichen Ort auf und prüfen Sie sie regelmäßig auf Aktualität. So vermeiden Sie, im Ernstfall lange nach der richtigen Nummer suchen zu müssen.
Notstromversorgung: Funktioniert ein Balkonkraftwerk auch bei Stromausfall?
Ein normales Balkonkraftwerk kann im Notfall in der Regel nicht als Notstromquelle genutzt werden: Aus Sicherheitsgründen schaltet sich der Wechselrichter bei einem Stromausfall automatisch ab, da er zur Synchronisierung seiner Frequenz das öffentliche Stromnetz benötigt. Für eine echte Notstromfunktion braucht es spezielle Technik – etwa einen Inselwechselrichter oder einen Solar-Speicher mit Notstromsteckdose, der angeschlossene Geräte direkt versorgt, ohne Strom ins Hausnetz einzuspeisen.
Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach werden Sie prinzipiell selbst zum Stromproduzenten und machen sich unter Umständen unabhängig vom öffentlichen Stromnetz. Auch hier lohnt sich jedoch ein Blick auf die Details:
- Netzgekoppelte PV-Anlagen sind am häufigsten verbreitet und direkt mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Bei einem Stromausfall stellen sie den Betrieb ein, damit weitere Einspeisungen ins öffentliche Netz verhindert werden. Das ist vor allem bei Wartungsarbeiten eine wichtige Sicherheitsvorkehrung, um Schäden zu vermeiden.
- Off-Grid-Anlagen (Inselbetrieb) sind dagegen nicht mit dem öffentlichen Netz verbunden. Sie produzieren im Fall eines Stromausfalls weiter Strom, den Sie nutzen können.
Unabhängig davon, welche Anlage Sie besitzen: Idealerweise sorgen Sie mit einem Stromspeicher zusätzlich für den Notfall vor. Eine netzgekoppelte Anlage in Verbindung mit einem notstromfähigen Batteriespeicher verfügt über einen speziellen Wechselrichter, der erkennt, wenn das öffentliche Stromnetz nicht verfügbar ist, und automatisch auf Inselbetrieb umschaltet.

Mit einer Photovoltaikanlage werden Sie zu Ihrem eigenen Stromversorger und machen Sich unabhängig vom öffentlichen Netz.
Fazit: Gut vorbereitet bleiben, falls der Strom ausfällt
Ein Stromausfall ist in Deutschland selten und meist nach kurzer Zeit wieder behoben. Trotzdem zeigt sich gerade in solchen Momenten, wie abhängig der Alltag von einer funktionierenden Stromversorgung ist: Licht, Heizung, Kühlschrank, Herd, Internet oder auch die Wasserversorgung können betroffen sein. Umso wichtiger ist es, ruhig zu bleiben und die Situation Schritt für Schritt einzuschätzen.
Wer zunächst Elektrogeräte ausschaltet, den Sicherungskasten prüft und klärt, ob nur der eigene Haushalt oder auch die Umgebung betroffen ist, kann viele Risiken vermeiden. Handelt es sich um eine größere Störung, ist der zuständige Netzbetreiber der richtige Ansprechpartner. Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst sollten dagegen ausschließlich in echten Notfällen kontaktiert werden.
Mit ein wenig Vorbereitung lässt sich ein Stromausfall deutlich entspannter überstehen. Taschenlampen, Batterien, ein batteriebetriebenes Radio, Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, eine Powerbank und eine gut sortierte Hausapotheke nehmen nicht viel Platz ein, können im Ernstfall aber sehr hilfreich sein. Wer zusätzlich weiß, wo sich lokale Notfalltreffpunkte befinden und wie Angehörige im Bedarfsfall versorgt werden können, ist für längere Ausfälle besser gewappnet. So bleiben Sie handlungsfähig, auch wenn der Strom einmal länger wegbleibt.
