Als eines der großen Energieunternehmen in Deutschland treiben wir seit mehr als 30 Jahren Projekte für Windkraft an Land und auf See voran und leisten damit einen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien.
Der Offshore-Windpark He Dreiht ist vollständig errichtet: Alle 64 Windkraftanlagen sind installiert. Für uns ein Grund zu feiern. Genau das haben wir am 17. September 2026 bei der offiziellen Einweihung getan – gemeinsam mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, darunter Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Denn He Dreiht ist nicht irgendein Windpark – mit einer Leistung von 960 MW ist er eines der bedeutendsten Projekte für die Versorgung Deutschlands mit erneuerbarem Strom.
Windenergie an Land ist seit vielen Jahren ein wichtiger Baustein der regenerativen Energieerzeugung. Der Ausbau lohnt sich überall dort, wo ausreichend Windleistung vorhanden ist. Im Binnenland sind Windenergieanlagen in der Regel höher als an der Küste – so lässt sich der Wind optimal nutzen.
Giganten der Energiewende
So entsteht eine Windkraftanlage: der Aufbau unseres Windparks Prötzel II in Brandenburg im Zeitraffer.
Unsere Windparks an Land im Überblick
1989 haben wir in Heroldstatt auf der Schwäbischen Alb unsere erste Windkraftanlage in Betrieb genommen. Seitdem ist viel passiert. Lust auf eine Zeitreise?
In Heroldstatt nimmt unser Vorgängerunternehmen Energie-Versorgung Schwaben (EVS) die erste Windkraftanlage in Betrieb: Sie verfügt über einen konventionellen Dreiblattrotor. 1990 folgt eine weitere Anlage: der neu entwickelte Prototyp Darrieus mit vertikaler Drehachse. Durchgesetzt hat er sich nicht – wegen geringerer elektrischer Leistung.
Zu Beginn der 1990er-Jahre erlebt die Windenergie – unterstützt durch staatliche Förderung – einen ersten Aufschwung. Doch fehlende öffentliche Akzeptanz und Planungs- und Versorgungssicherheit machen es der Branche schwer. 2000 tritt das erste Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft – ein wichtiger Schritt für die Energiewende. In Deutschland entstehen mehr und mehr Windparks – wie etwa unsere Anlagen in Westerheim, Schnittlingen, Eppenrod und Düsedau in den Jahren 2001 und 2002.
Heute liegen zahlreiche Windparks der EnBW im Norden Deutschlands – dort, wo am meisten Wind weht. Unser Windpark Buchholz im niedersächsischen Heidekreis ist seit 2009 in Betrieb. Ursprünglich bestand er aus 18 Anlagen, wurde jedoch in zwei weiteren Bauabschnitten 2012 und 2017 auf insgesamt 24 Windenergieanlagen erweitert. Damit zählt er zu den größten Onshore-Windparks der EnBW.
22.297 Windkraftanlagen drehen sich 2011 laut BWE in Deutschland und tragen mit acht Prozent zum Energiemix bei. Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima steht in Deutschland der beschleunigte Atomausstieg fest – und damit auch ein umfassender Wandel in der Erzeugung hin zu mehr Erneuerbaren Energien. Auch bei uns wird die Windkraft künftig eine bedeutende Rolle spielen.
Aalen-Waldhausen, Bühlertann, Dünsbach, Goldboden-Winterbach, Rosenberg: Das sind nur einige unserer zahlreichen Windparks, die in diesen Jahren entstehen. Oftmals nach langen Projektierungs- und Bauphasen, denn die Auflagen vom Umwelt- bis hin zum Denkmalschutz sind hoch. In Langenburg erproben wir eine innovative Sicherheitsbeleuchtung mit Radartechnologie, die sich nur bei nahenden Flugkörpern aktiviert. Inzwischen ist die sogenannte bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung gesetzlich vorgeschrieben.
Nördlich der Gemeinde Häusern im Landkreis Waldshut entsteht ein Windpark mit zwei Windkraftanlagen. Standort ist der Gießbacher Kopf, ein bewaldeter Bergrücken, der aufgrund einer Höhe von mehr als 1.000 Metern ein hohes Windaufkommen – hat. Der Windpark ist die derzeit höchstgelegene Anlage der EnBW und der erste, der wenig später mit einem Batteriespeicher ausgestattet wird.
Im Gebiet der Hansestadt Osterburg in Sachsen-Anhalt nehmen wir im seit 2003 bestehenden Windpark Düsedau unser erstes
Erstmals haben wir einen Windpark mit einem Batteriespeicher ausgestattet. Die beiden Windkraftanlagen in Häusern gingen bereits im September 2023 ans Netz. Der zugehörige Speicher besteht aus 12 Blöcken mit einer Fläche von jeweils 1,30 x 1,30 m und einer Höhe von 2,80 m. Ergänzt wird die Anlage durch Wechselrichter, Trafo und Schaltanlage. Das Pilotprojekt in Häusern ermöglicht es, bis zu 2,2 Megawatt (MW) der erzeugten 6,9 MW in den Speicher abzuzweigen. 10 Prozent des erzeugten Windstroms der beiden Anlagen wird über den Speicher laufen.
Windenergie auf See hat für uns einen hohen Stellenwert: seit gut 20 Jahren planen, bauen und betreiben wir Offshore-Windparks und zählen damit zu den Pionieren in Deutschland.
Unsere Windparks auf See im Überblick
Unser erster (See-)Meilenstein war der Start von Baltic 1, dem ersten deutschen kommerziellen Windpark in der Ostsee. Etwa 15 Jahre später legen wir mit He Dreiht nach: er ist nicht nur der derzeit größte Offshore-Windpark Deutschlands, sondern auch der erste, der ohne staatliche Förderung gebaut wurde. Unsere Offshore-Geschichte in Bildern:
Die EnBW erwirbt die Projektrechte an vier Offshore-Windparks in der deutschen Nord- und Ostsee. Damit ist der Grundstein für EnBW Baltic 1 und 2 (Ostsee) sowie EnBW Hohe See und EnBW He Dreiht (Nordsee) gelegt.
Wir schreiben Offshore-Geschichte und starten mit dem Bau des ersten kommerziellen Windparks Deutschlands in der Ostsee: Baltic 1. Am 3. April 2011 nimmt die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel den knapp 50 Megawatt starken Windpark in Betrieb. Die 21 Anlagen etwa 16 Kilometer nördlich vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gelegen, können rechnerisch rund 50.000 Haushalten mit Strom* versorgen.
Nur zwei Jahre nach der Inbetriebnahme von Baltic 1 folgt EnBW Baltic 2. 2015 eröffnet der damalige Vorstandsvorsitzende Frank Mastiaux den Windpark – vom Museumsschiff Gorch Fock 1 aus. Baltic 2 erbringt mit 288 Megawatt fünfmal mehr Leistung als sein Vorgänger.
Zeitgleich richten wir unseren Blick auf die Nordsee und sichern uns 2014 ein weiteres Offshore-Projekt: EnBW Albatros, 105 Kilometer nördlich von Borkum und nordwestlich von Helgoland.
Bei der ersten deutschen Ausschreibung für ein Offshore-Windpark-Projekt sichern wir uns den Zuschlag für den Windpark EnBW He Dreiht (plattdeutsch: „Er dreht“) in der Nordsee. Der Offshore-Windpark gehört zu den ersten Projekten ohne Einspeisesubventionen – das heißt, er soll ohne staatliche Förderung auskommen, erhält keine Einspeisevergütung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und ist dank langfristiger Abnahmevereinbarungen refinanzierbar.
2018 starten zwei weitere Offshore-Parks in der Nordsee. Mit 2,2 Mrd. € erbaut, gehen Anfang 2020 die insgesamt 87 Anlagen auf einer Fläche von 53 Quadratkilometern mit einer Gesamtleistung von mehr als 600 Megawatt vollständig ans Netz. Das reicht rechnerisch für 710.000 Haushalte. EnBW Hohe See und EnBW Albatros liegen nah beieinander und nutzen eine gemeinsame Infrastruktur für Wartung und Versorgung.
15. April 2023 um 23:59 Uhr: Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim (GKN II) geht planmäßig vom Netz – und damit die Ära der deutschen Atomkraft zu Ende. Im selben Jahr bekräftigen wir unseren Einsatz für die Windkraft mit der finalen Investitionsentscheidung für EnBW He Dreiht. Damit kann dessen Bauphase beginnen.
Die Bauphase unseres bislang größten Offshore-Projekts ist abgeschlossen: alle 64 Windräder sind errichtet. Erste Anlagen speisen bereits Strom ein. Die vollständige technische Inbetriebnahme erfolgt in den nächsten Monaten. Mit einer Gesamtleistung von 960 Megawatt kann He Dreiht rechnerisch über eine Million Haushalte mit Strom versorgen. Mit 960 MW Leistung ist He Dreiht eines der bedeutendsten Projekte für die Versorgung Deutschlands mit erneuerbarem Strom.
Wir haben unsere Wurzeln in Baden-Württemberg und bauen hier unsere marktführende Position weiter aus. Zudem sind wir mit verschiedenen Tochterunternehmen und Partnerschaften in ganz Deutschland und in ausgewählten Auslandsmärkten wie Frankreich und der Türkei aktiv.
Neue Technologien tragen dazu bei, die Leistung von Windparks zu steigern, Kosten zu reduzieren und Einflüsse auf die Umwelt zu minimieren.
Über eine Seilwinde mit der Bodenstation verbunden, steigt Deutschlands erster
Sie helfen bei der Wartung und sollen künftig sogar Material und Menschen übers Meer transportieren. Wie Drohnen uns bei dem Betrieb von Windparks unterstützen:
Mithilfe von
Windräder auf hoher See produzieren Strom, aus dem vor Ort auch sogenannter grüner Wasserstoff entstehen könnte. Potenziale untersucht das Forschungsprojekt H₂ Mare.
Die App „EnBW E-Cockpit“ macht unsere Erzeugungsdaten transparent. Sie zeigt in Echtzeit, was unsere Windenergie- und Photovoltaikanlagen gerade leisten.
Ob an Land oder im offenen Meer: Der Bau einer Windkraftanlage stellt immer einen Eingriff in einen natürlichen Lebensraum dar. Umso wichtiger ist es uns, Windparkprojekte umweltschonend umzusetzen: Mit zahlreichen Fachgutachten stellen wir zum Beispiel die Umweltverträglichkeit sicher und investieren in ökologische Ausgleichsmaßnahmen wie das Wiederaufforsten von Bäumen oder die Schaffung von Streuobstwiesen.
Von der Flächensicherung bis zum Rückbau bieten wir Leistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir übernehmen die Projektierung sowie den langfristigen Betrieb der Anlagen und setzen bei jedem unserer Projekte auf einen frühzeitigen Bürgerdialog. Bei Fragen zu Projekten oder zur konkreten Zusammenarbeit
Ja, laut einer Analyse des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE aus dem Jahr 2024 lagen die Stromgestehungskosten in Deutschland für Windkraftanlagen an Land zwischen 4,3 und 9,2 Cent pro kWh, für Windkraftanlagen auf See zwischen 5,5 und 10,3 Cent pro kWh. Damit liegen sie deutlich unter den Gestehungskosten für beispielsweise Kohle- (15,1 – 29,3 Cent/kWh) und Gaskraftwerken (10,9 – 32,6 Cent/kWh).
Der Bau einer Windenergieanlage erfordert Eingriffe in den Standort, unter anderem für Fundament und Zuwegung. Der Fachagentur Wind- und Solarenergie (FA Wind und Solar) zufolge, nimmt eine Anlage im Schnitt eine Fläche von 0,95 Hektar in Anspruch (ein Fußballfeld hat ca. 0,7 Hektar). Während der Bauphase werden etwa 0,47 Hektar gerodet, die in der Regel innerhalb von zwei bis drei Jahren wieder aufgeforstet werden.
Nach aktuellem Forschungsstand gibt es keine gesicherten Hinweise auf Gesundheitsgefahren durch den von Windenergieanlagen erzeugten Infraschall. Die gemessenen Werte liegen meist deutlich unterhalb der menschlichen Hör- und Wahrnehmungsschwelle. Im Vergleich zu anderen Quellen (wie Verkehr) sind Windräder laut Umweltbundesamt verhältnismäßig schwache Infraschallquellen.
Ein Großteil der Materialien lässt sich wiederverwerten: Die Fachagentur Windenergie an Land gibt an, dass über 90 Prozent einer Windenergieanlage recyclingfähig sind. Das betrifft vor allem Beton (bis zu 65 % des Gesamtgewichts) und Stahl (bis zu 35 %). Die Rotorblätter stellen eine besondere Herausforderung dar, da sie aus faserverstärkten Kunststoffen bestehen. Aktuell werden sie überwiegend in der Zementindustrie als Ersatzbrennstoff genutzt; Technologien für ein verbessertes Recycling befinden sich in Entwicklung.
Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Eine Auswertung von Heuer & Sommer aus dem Jahr 2024, basierend auf rund vier Millionen Verkaufsangeboten, ermittelte im Mittel 1,8 Prozent niedrigere Angebotspreise für Immobilien im Umkreis von ein bis zwei Kilometern zu Windenergieanlagen. Ab einer Distanz von etwa drei Kilometern konnte dieser Effekt nicht mehr festgestellt werden.
Windenergieanlagen können für Vogelverluste verantwortlich sein. Die tatsächliche Zahl hängt von Standort und Art ab und wird derzeit nicht bundesweit systematisch erfasst. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) schätzt etwa 100.000 verunglückte Vögel pro Jahr an Windrädern – deutlich weniger als die geschätzten 115 Millionen Kollisionen an Glasscheiben in Deutschland. Dennoch sind Schutzmaßnahmen wie Abschaltalgorithmen oder Artenschutzprogramme Teil der Genehmigungspraxis.