Südlich der Gemeinde Winterbach im Remstal bei Stuttgart hat die EnBW den Windpark Goldboden-Winterbach mit drei Windkraftanlagen (WEA) gebaut. Der Genehmigungsantrag wurde im März 2016 eingereicht. Der Windpark wurde im Dezember 2017 in Betrieb genommen.
Projektdetails
Der Standort für den Windpark befindet sich nahe der „Goldboden“ genannten Hochfläche, südlich der Gemeinde Winterbach. Die Fläche erstreckt sich entlang der K 1209. Von Winterbach ist das potentielle Windvorranggebiet rund zwei Kilometer entfernt. Es befindet sich im Wald auf Flächen von ForstBW.
Die aktuelle Fläche ist derzeit im Entwurf des Regionalplans der Region Stuttgart (Teilfortschreibung Windenergie) als potentielles Windvorranggebiet ausgewiesen. Die Fläche ist 2014 von ForstBW ausgeschrieben worden. Der Zuschlag ging zunächst an die KommunalWind GmbH und Co. KG. Die EnBW hat das Projekt im Oktober 2015 von KommunalWind erworben.
Termine
Die EnBW hat sich mit zwei Aktionen an der Remstal Gartenschau 2019 beteiligt, die bis zum 20. Oktober 2019 in 16 Städten und Gemeinden stattfand. Auf einer Länge von 80 Kilometern wurde ein ganzer Landschaftsraum für 164 Tage in Szene gesetzt. Und so beteiligte sich die EnBW:
Kunstprojekt "Windkraft im Licht"
"Windkraft im Licht" (1. Juli - 25. August 2019)
Die drei Windenergieanlagen des Windparks Winterbach werden von der Diplom-Designerin und freischaffenden Künstlerin Gisela Meyer-Hahnin Licht und Farbe bespielt.
Anlagenzahl und Anlagentyp
Der Windpark besteht aus drei Anlagen vom Typ Nordex N131 mit einer Nabenhöhe von 164 Metern, einem Rotordurchmesser von 131 Metern und einer Leistung von jeweils 3,3 MW.
Windverhältnisse
Seit März 2016 wird mit einem sogenannten LiDAR-Messgerät die Windgeschwindigkeit am Standort gemessen. Die Windmessung ist ein wesentlicher Baustein um zu klären, ob der Standort für die Errichtung von Windenergieanlagen geeignet ist. Nach Abschluss der Windmessung werden die Messdaten von einem externen Fachgutachter ausgewertet.
Die LiDAR-Technologie hat sich in den letzten Jahren in der Windbranche durchgesetzt und entspricht neben den normalen Windmessmasten dem aktuellen Stand der Technik. Bei diesem Fernerkundungsverfahren werden Laserstrahlen innerhalb kürzester Zeit nacheinander in verschiedene Himmelsrichtungen gesendet. Durch Rückstreuung an den Partikeln in der Atmosphäre (Dopplereffekt) können somit sehr genaue Rückschlüsse auf die aktuelle Windgeschwindigkeit sowie Windrichtung in verschiedenen Höhen bis zu 200 Meter über Grund gezogen werden. Zusätzlich zeichnen Sensoren die Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie den Luftdruck auf. Die Messdaten werden kontinuierlich aufgezeichnet und täglich über ein GSM-Modem übertragen.
Kontakt
Links
Spannende Berichte, Bilder und Videos zum Bau des Windparks Winterbach gibt es von den Schorndorfer Nachrichten.
Die Belange von Mensch und Umwelt
Bevor ein Windpark genehmigt und gebaut werden kann, sind zahlreiche Fachgutachten notwendig. Über die Gutachten wird geprüft, ob der Windpark im Einklang mit den Belangen der Bevölkerung vor Ort sowie Umwelt und Natur steht. Welche und wie viele Untersuchungen durchgeführt und Gutachten eingeholt werden, wird mit dem zuständigen Landratsamt im Rahmen einer Vorantragskonferenz abgestimmt und festgelegt. Neben den Gutachten zum Windaufkommen sind avifaunistische und faunistische Erhebungen ebenso üblich wie zum Beispiel Fledermaus-, Schall- und Schattenwurfgutachten .
Für den Windpark Goldboden-Winterbach haben die Untersuchungen für die ökologischen Gutachten im Februar 2015 begonnen. Weitere Gutachten wie zum Beispiel zu den Themen Schall und Schattenwurf wurden dem Genehmigungsantrag beigefügt.
Projekttagebuch
Hier informieren wir Sie über wichtige Ereignisse und Meilensteine beim Bau des Windparks Goldboden-Winterbach. Sie finden an dieser Stelle aktuelle Informationen zum Planungs- und Genehmigungsprozess sowie zum Baufortschritt:
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Gebiet wird im April 2014 von ForstBW ausgeschrieben
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April 2014
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Beginn ökologische Gutachten
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Februar 2015
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Pachtvertrag zwischen KommunalWind GmbH & Co KG und ForstBW
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März 2015
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EnBW erwirbt Projekt von KommunalWind GmbH & Co KG
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Oktober 2015
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Antrag BImSchG
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März 2016
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Erhalt BImSch-Genehmigung
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Dezember 2016
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Beginn der Rodungsarbeiten
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Dezember 2016
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Bauvorbereitende Maßnahmen
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ab Januar 2017
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Abschluss Wegebauarbeiten und Fundamentbau
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Juni 2017
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Transport erstes Rotorblatt / Beginn Anlieferung Großkomponenten
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November 2017
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Errichtung der Anlagen
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Dezember 2017
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Inbetriebnahme des Windparks
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Dezember 2017
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Abschluss der Rückbauarbeiten
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Bis Mitte 2018
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Bautagebuch in Bildern
Analyse der Windverhältnisse mittels LiDAR zur Beantragung der Genehmigung (2015-2016)
Juli 2017: Um die Standfestigkeit der Anlagen zu gewährleisten wurden Betonpfähle ins Erdreich gerammt...
... die Eisenverstrebungen der Pfähle werden danach freigelegt und im nächsten Schritt mit der Bewehrung verflochten.
Juli/August 2017: Die fertige Bewehrung des Fundaments wird eingeschalt und ...
… im Anschluss mit Beton gegossen
Dank des Selbstfahrers konnten auch enge Häuserpassagen, wie in Schlichten, passiert werden
Durch die Flexibilität des Selbstfahrers konnten weitere ökologische Eingriffe entlang der Transportstrecke vermieden werden
Ab September 2017: Montage der unteren Turmsegmente aus Betonhalbschalen
Auch bei winterlichen Temperaturen erfolgte die Errichtung der Türme
Ende November 2017: die ersten Blätter werden durch den Großkran gezogen…
… und in einer Höhe von 164m an die Nabe montiert.
Dezember 2017: Alle drei Windenergieanlagen sind fertig errichtet und in Betrieb genommen.
Die häufigsten Fragen (FAQ)
Laut Windenergieatlas Baden-Württemberg sollen Windparks aus Gründen des Lärmschutzes zu Wohnbebauung einen Mindestabstand von 700 Metern einhalten. Der Windpark Goldboden-Winterbach hält diesen Mindestabstand zu den umliegenden Ortschaften nicht nur ein, sondern liegt in den meisten Fällen noch wesentlich darüber:
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Manolzweiler
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1.500 Meter
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Engelberg
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> 1000 Meter
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Hohengehren
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> 1.500 Meter
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Thomashardt
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1.900 Meter
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Schlichten
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1.800 Meter
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Winterbach
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> 2.000 Meter
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Da onshore, d.h. auf dem Land insbesondere in Binnenregionen der Wind durch Hindernisse wie Wälder und Hügel abgebremst wird, müssen hier Windkraftanlagen mit einer größeren Nabenhöhe eingesetzt werden als in Küstenregionen. Denn in höheren Lagen nimmt der Einfluss von Wäldern und Hügeln etc. wieder ab, d.h. der Wind kann freier wehen. Deshalb werden an Binnenlandstandorten wie in Baden-Württemberg vorwiegend Windkraftanlagen mit einer hohen Nabenhöhe errichtet. Der für den Windpark Goldboden-Winterbach geplante Typ mit einer Nabenhöhe von 164 Metern ist für den Waldstandort Goldboden daher optimal geeignet.