Einweihung Offshore-Windpark He Dreiht: Deutschlands größter Windpark auf See stärkt Versorgungssicherheit
Karlsruhe/Hamburg. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), Allianz, AIP Management und Norges Bank Investment Management haben im Beisein von Bundesumweltminister Carsten Schneider den Offshore-Windpark He Dreiht eingeweiht. Mit 64 Anlagen und einer installierten Leistung von 960 Megawatt (MW) ist er der größte Offshore-Windpark Deutschlands. Realisiert wurde er ohne staatliche Förderung und finanziert sich allein über langfristige Stromabnahmeverträge. He Dreiht leistet künftig einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Dekarbonisierung des Energiesystems; rechnerisch deckt der Windpark den jährlichen Strombedarf von rund 1,1 Millionen Haushalten ab.
„Wir haben in den letzten Jahren Milliarden in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert. He Dreiht ist die größte Einzelinvestition der EnBW im Bereich der Erneuerbaren. Und auch ein perfektes Beispiel, wie sich erneuerbare Energie am Markt durchsetzen kann, wenn die Rahmenbedingungen passen“, sagt Dr. Georg Stamatelopoulos, Vorsitzender des Vorstands der EnBW. „Wir brauchen mehr solche Projekte wie He Dreiht, die bezahlbaren, sicheren und sauberen Strom liefern. Gleichzeitig müssen wir das gesamte Energiesystem Deutschlands an diesem Dreiklang ausrichten. Und das funktioniert nur, wenn wir Mut und Pragmatismus an den Tag legen.“
Carsten Schneider, Bundesumweltminister: „Der neue Offshore-Windpark He Dreiht ist ein starkes Zeichen für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren in unserem Land. Damit machen wir uns unabhängiger von fossiler Energie. In der Entwicklung der Offshore-Windenergie liegt enormes wirtschaftliches Potential für die Küstenregionen, aber auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt. Deshalb ist es so wichtig, verlässliche politische Rahmenbedingungen für den weiteren naturverträglichen Ausbau zu schaffen.“
Dr. Günther Thallinger, Mitglied des Vorstands der Allianz SE, Investment Management, Sustainability, stellvertretend für das Konsortium aus Allianz Global Investors, AIP Management und Norges Bank Investment Management, ergänzt: „Die Energiewende ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Eine zuverlässige Infrastruktur für erneuerbare Energien stärkt die Energiesicherheit, verringert langfristige systemische Risiken und fördert die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Das Projekt He Dreiht ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg dorthin für Deutschland. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie privates Kapital zur Finanzierung der Energiewende mobilisiert werden kann und dabei vorhersehbare langfristige Renditen für Millionen von Sparern und Empfängern einer Altersvorsorge liefert.“
Langfristige Lieferverträge statt Förderung
Die EnBW hat 2017 in der ersten Ausschreibungsrunde für Offshore-Windparks in Deutschland den Zuschlag für He Dreiht erhalten, ohne Anspruch auf staatliche Förderung. Über eine Projektgesellschaft hält das Unternehmen 50,1 Prozent der Anteile. Die übrigen 49,9 Prozent liegen bei einem Konsortium aus Allianz Global Investors im Namen von Allianz-Gesellschaften, AIP Management und Norges Bank Investment Management. Die Investitionssumme beträgt rund 2,4 Milliarden Euro.
Für die Stromproduktion wurden langfristige Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs), abgeschlossen. Sie geben Unternehmen langfristige Preisstabilität und Planungssicherheit und unterstützen sie unmittelbar dabei, ihre eigenen Klimaziele zu erreichen. Ein Beispiel dafür ist der Technologiesektor, in dem PPAs aufgrund des steigenden Energiebedarfs durch Digitalisierung und KI-Anwendungen auch in Zukunft ein wichtiges Instrument sein werden. He Dreiht leistet damit einen substanziellen Beitrag zur Dekarbonisierung von Industrie und Wirtschaft.
Zu den Vertragspartnern zählen unter anderem Evonik, Google, die Telekom-Tochter PASM, Fraport, Bosch, Salzgitter, SHS Stahl-Holding Saar, Deutsche Bahn sowie DHL Group.
Neue Dimensionen auf hoher See
Seit Mai 2024 entstand He Dreiht auf einer Großbaustelle mitten in der Nordsee. Zu Hochzeiten arbeiteten dort mehr als 500 Menschen, über 60 Schiffe waren beteiligt, koordiniert vom Offshore-Büro der EnBW in Hamburg. Hinter dem Projekt steht eine europäische Lieferkette: Die 64 Fundamente – Stahlrohre mit neun Metern Durchmesser und 70 Metern Länge – wurden ausschließlich in Deutschland gefertigt, die Verbindungsstücke zwischen Fundament und Turm in Belgien, Großbritannien, den Niederlanden und Polen. Von den Basishäfen Esbjerg in Dänemark und Eemshaven in den Niederlanden gingen die Bauteile ins Baufeld.
Den Aufwand erklärt die Größe der Anlagen: In einer Nabenhöhe von 142 Metern überstreicht der Rotor mit einem Durchmesser von 236 Metern bei jeder Umdrehung eine Fläche von rund 44.000 Quadratmetern – so viel wie sechs Fußballfelder. Eine einzige Rotorumdrehung reicht rechnerisch für den täglichen Strombedarf von vier Haushalten. Den Anschluss ans Stromnetz übernimmt der Netzbetreiber TenneT. Über eine Plattform im Meer und zwei Seekabel gelangt der Strom an die Küste.
Nächste Ausbauschritte bereits in Planung
Die Überführung von He Dreiht in den Regelbetrieb erfolgt Schritt für Schritt: Die einzelnen Anlagen werden nacheinander ans Netz angeschlossen, getestet und hochgefahren. Erste Turbinen speisen bereits Strom ein, weitere folgen sukzessive. Nach aktuellem Planungsstand wird der Windpark in den kommenden Monaten vollständig in Betrieb sein.
Den Ausbau der erneuerbaren Energien setzt die EnBW unvermindert fort. Die installierte Leistung liegt aktuell bei rund acht Gigawatt (GW) und hat sich gegenüber 2018 mehr als verdoppelt. Ihr Anteil an der installierten Gesamterzeugungskapazität liegt bei über 70 Prozent.
Bis 2030 sollen rund 80 Prozent des EnBW-Erzeugungsportfolios aus erneuerbaren Energien bestehen. Gleichzeitig entwickelt die EnBW mit Dreekant (1 GW) in der deutschen Nordsee und Morven in Schottland (2,9 GW) bereits die nächsten großen Offshore-Projekte.
Weitere Zitate
Die folgenden Zitate ergänzen die Pressemitteilung. Sie können einzeln übernommen werden:
Peter Heydecker, Vorstand für Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur bei der EnBW:
„2025 haben wir als EnBW 800 Megawatt Leistung aus erneuerbaren Energien zugebaut – so viel wie noch nie. Hieran knüpfen wir mit He Dreiht an und bauen unsere Erzeugungsleistung weiter aus und setzen so die Transformation unseres Erzeugungsportfolios konsequent fort.“
Henrik Andersen, Group President und CEO von Vestas:
„He Dreiht beweist, dass wir über die Technologie und die industriellen Kapazitäten verfügen, um Offshore-Windenergie in großem Maßstab bereitzustellen – und das zu einer Zeit, in der Europa mehr denn je auf Energiesicherheit angewiesen ist. Ein Projekt dieser Größenordnung zeigt, dass Europa seine Ambitionen in die Tat umsetzen und die Kontrolle über unsere kritische Infrastruktur behalten kann. Dieser Meilenstein ist ein Verdienst des Engagements und der Professionalität der Teams im gesamten Projekt, deren beständige Führung und Einsatzbereitschaft den Fortschritt während der gesamten Bauphase auf Kurs gehalten haben. Ich möchte der EnBW und allen unseren Partnern für ihre Zusammenarbeit, ihre Belastbarkeit und ihre Entschlossenheit danken, mit der sie Herausforderungen gemeistert und He Dreiht zum Leben erweckt haben.“
Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft:
„Großprojekte wie He Dreiht beweisen, dass die Energiewende auf See in einer völlig neuen Dimension angekommen ist. Aus ihrem Hamburger Offshore-Büro heraus zeigt die EnBW eindrucksvoll, was heute machbar ist: fast ein Gigawatt saubere Leistung – ganz ohne staatliche Förderung, finanziert über Direktverträge mit der Industrie. Dass dieses Rekordprojekt pünktlich kurz vor der Weltleitmesse WindEnergy Hamburg startet, unterstreicht die Rolle unserer Stadt als wichtige Drehscheibe für die Windenergie. Genau diese verlässliche, grüne Power brauchen wir für den klimaneutralen Umbau unserer Wirtschaft.“
Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Evonik und zuständig für Nachhaltigkeit:
„Die Fertigstellung von He Dreiht zeigt, was möglich ist, wenn Industrie und Energieversorger die Energiewende gemeinsam vorantreiben. Langfristige Stromabnahmeverträge fördern den Ausbau von Wind- und Solarenergie und sichern Unternehmen eine verlässliche Versorgung mit Grünstrom. Für Evonik ist He Dreiht ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, den extern bezogenen Strom vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken.“
Bernd Schulte-Sprenger, CEO PASM Power & Air Solutions:
„He Dreiht zeigt, wie die Energiewende konkret wird: langfristig, verlässlich und im industriellen Maßstab. Wir als PASM haben uns für die Deutsche Telekom mit diesem 15-jährigen Stromabnahmevertrag rund 100 Megawatt Offshore-Windleistung gesichert. Damit stärken wir die Versorgung unserer Telekommunikationsinfrastruktur mit erneuerbarer Energie, erhöhen die langfristige Planbarkeit unserer Energiekosten und leisten zugleich einen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung in Deutschland.“
He Dreiht in Zahlen
- Standort: deutsche Nordsee, rund 85 Kilometer nordwestlich von Borkum, 110 Kilometer westlich von Helgoland
- Anlagen: 64 Windkraftanlagen vom Typ Vestas V236-15.0 MW
- Leistung je Anlage: 15 MW, Rotordurchmesser 236 Meter
- Gesamtleistung: 960 MW
- Rechnerische Versorgung: rund 1,1 Millionen Haushalte
- Investitionssumme: rund 2,4 Milliarden Euro
- Eigentümer: EnBW (50,1 Prozent) sowie ein Konsortium aus Allianz Global Investors (im Namen von Allianz-Gesellschaften), AIP Management und Norges Bank Investment Management (49,9 Prozent)
- Vergabe: 2017, ohne staatliche Förderung
- Status: vollständig errichtet, Inbetriebnahme erfolgt schrittweise
Über die EnBW Energie Baden-Württemberg AG
Mit rund 31.500 Mitarbeiter*innen ist die EnBW eines der größten Energieunternehmen in Deutschland und Europa. Sie versorgt rund 5,5 Millionen Kund*innen mit Energie und ist auf allen Wertschöpfungsstufen von der Erzeugung über den Handel bis hin zum Netzbetrieb und den Vertrieb von Strom, Wärme und Gas aktiv. Im Zuge der Neuausrichtung vom klassischen Energieversorger zum nachhaltigen Infrastrukturunternehmen sind der Ausbau der Verteil- und Transportnetze für Strom, Gas und Wasserstoff sowie der erneuerbaren Energien Kernpunkte der EnBW-Wachstumsstrategie und Schwerpunkt der Investitionen. Bis 2030 plant die EnBW bis zu 50 Milliarden Euro zu investieren, rund 85 Prozent davon in Deutschland. Bis dahin sollen rund 80 Prozent des EnBW-Erzeugungsportfolios aus erneuerbaren Energien bestehen. Dies sind zentrale Meilensteine auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel für die unternehmenseigenen Treibhausgasemissionen im Jahr 2040.
Über Allianz Global Investors (im Namen von Allianz-Gesellschaften)
Allianz Global Investors ist ein führender aktiver Asset Manager mit mehr als 700 Investment Professionals an 22 Standorten weltweit und verwaltet ein Vermögen von 653 Milliarden Euro. Wir investieren langfristig und sind bestrebt, für unsere Kunden in jeder Phase des Prozesses Mehrwert zu schaffen. Wir tun dies, indem wir aktiv sind – in der Art und Weise, wie wir mit unseren Kunden zusammenarbeiten und ihre sich ändernden Bedürfnisse antizipieren, und indem wir Lösungen entwickeln, die auf Expertise in börsengehandelten und Privatmärkten basieren. Unser Fokus auf den Schutz und die Wertsteigerung der Vermögenswerte unserer Kunden führt naturgemäß zu einem Engagement für Nachhaltigkeit, um positive Veränderungen zu bewirken. Unser Ziel ist es, das Anlageerlebnis für unsere Kunden zu verbessern, unabhängig von ihrem Standort oder ihren Zielen.
Daten per 30. Juni 2026. Das gesamte verwaltete Vermögen ist das zum aktuellen Marktwert bewertete Vermögen oder Wertpapierportfolio, für das die Allianz Asset Management Gesellschaften gegenüber Kunden für diskretionäre Anlageentscheidungen und das Portfoliomanagement verantwortlich sind, entweder direkt oder über einen Sub-Advisor (dazu gehören die Vermögenswerte von Allianz Global Investors, die seit dem 25. Juli 2022 von Voya IM verwaltet werden). Ausgenommen sind Vermögenswerte, für die die Allianz Asset Management Gesellschaften in erster Linie nur für administrative Dienstleistungen verantwortlich sind. Das verwaltete Vermögen wird sowohl im Auftrag Dritter als auch im Auftrag der Allianz Gruppe verwaltet.
Über AIP Management
AIP ist auf Investitionen in Dekarbonisierung und Energieinfrastruktur spezialisiert, die die Energiewende in Europa und Nordamerika vorantreiben. Unser Team besteht aus 77 Fachkräften mit umfassender Expertise in den Bereichen Investitionen und Energie und arbeitet von unseren Standorten in Kopenhagen, London, Madrid und New York aus. Bis heute hat AIP mehr als 8 Mrd. EUR in Infrastrukturanlagen investiert. Dazu gehören erneuerbare Energieanlagen mit einer Kapazität von rund 9 GW. Nach vollständiger Inbetriebnahme werden die Investitionen von AIP dazu beitragen, nahezu 18 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen zu vermeiden und rund 9 Millionen Haushalte mit erneuerbarem Strom zu versorgen. AIP ist Teil der nordischen Finanzgruppe Storebrand, die 60 % der Anteile an AIP hält.
Weitere Informationen über AIP finden Sie unter: aipmanagement.dk
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