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| Pressemitteilung

Klärschlamm-Heizkraftwerk Walheim: zwei 74-Tonnen-Trockner per Großkran eingehoben

Wichtiger Baufortschritt am früheren Kohlekraftwerksstandort
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Einheben der 74 Tonnen Trockner für das neue Klärschlamm­heizkraftwerk Walheim (Foto EnBW / Fotograf: Markus Völter)

Walheim. Auf der Baustelle des neuen Klärschlamm-Heizkraftwerks der EnBW am Standort Walheim stand in dieser Woche ein wichtiger Schritt an: Zwei Trocknungsanlagen – sogenannte Scheibentrockner – wurden per Großkran in den Gebäude-Rohbau eingehoben und montiert.

Jeder der Trockner ist gut zwölf Meter lang, drei Meter hoch und wiegt rund 74 Tonnen – das entspricht rund 1.480 Haushaltstrocknern. Ein Einhub per Großkran ist entsprechend aufwendig und markierte einen wichtigen zentralen Meilenstein beim Bau der Anlage: „Die Trockner sind das Herzstück für die Klärschlammtrocknung und sorgen dafür, dass der Klärschlamm zuverlässig für die Verbrennung vorgetrocknet wird“, sagt Dr. Michael Kübel, technischer Projektleiter bei der EnBW. Sie sind damit entscheidend für den späteren sicheren Betrieb des Kraftwerks.

Wichtiger Baustein für nachhaltige Rohstoffgewinnung

Mit dem Projekt in Walheim reagiert die EnBW auf grundlegende Veränderungen in der Klärschlammverwertung. In Baden-Württemberg – wie in ganz Deutschland – besteht ein wachsender Bedarf an sogenannten Monoverbrennungsanlagen, da Klärschlamm künftig separat behandelt werden muss.

Hintergrund ist die gesetzliche Vorgabe, dass Phosphor aus Klärschlamm ab 2029 zurückgewonnen werden muss, da Deutschland über keine eigenen relevanten Phosphatlagerstätten verfügt und auf Importe angewiesen ist. Gleichzeitig wird die Mitverbrennung in Kohlekraftwerken schon bald keine Option mehr sein – zum einen aufgrund der gesetzlichen Anforderungen, zum anderen, weil mit dem fortschreitenden Kohleausstieg entsprechende Kapazitäten wegfallen.

Moderne Klärschlamm-Heizkraftwerke wie in Walheim schaffen hier eine langfristige Lösung: Sie ermöglichen eine sichere thermische Verwertung, bilden die Grundlage für die Phosphorrückgewinnung und tragen dazu bei, Stoffkreisläufe zu schließen und die Entsorgung von Klärschlamm verlässlich zu organisieren.

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Luftaufnahme Klärschlamm-Heizkraftwerk Walheim (3D-Montage / Bild: EnBW)
Technischer Rahmen der Gesamtanlage

Das Klärschlamm-Heizkraftwerk Walheim wird pro Jahr rund 180.000 Tonnen entwässerten Klärschlamm verarbeiten. Aus dem Schlamm gewinnt die Anlage auch Strom und Wärme: Sie kann bis zu 4 Megawatt Nahwärmeleistung bereitstellen – genug für umgerechnet rund 300 Haushalte in Walheim und Umgebung. Der Standort wird damit von einem früheren Kohlekraftwerksstandort zu einem modernen Klärschlamm-Heizkraftwerk weiterentwickelt, das den Energiegehalt des Klärschlamms nutzt und eine gesetzeskonforme, planbare Verwertungsform schafft.

Gleichzeitig leistet die Anlage einen Beitrag zur regionalen Entsorgungssicherheit, zur Ressourcenschonung und zur Umsetzung gesetzlicher Anforderungen – und nutzt den Reststoff Klärschlamm als Energie- und Rohstoffquelle.

Wie der Klärschlamm vorbereitet wird

Klärschlamm fällt in Kläranlagen als Nebenprodukt der Abwasserreinigung an und wird dort üblicherweise vorentwässert für den Weitertransport, hat aber immer noch eine hohe Restfeuchte. In Walheim wird der angelieferte Klärschlamm zunächst in einem geschlossenen Bunker zwischengelagert und anschließend in den Scheibentrocknern mit Wärme aus dem Verbrennungsprozess weiter vorgetrocknet. Dadurch verliert der Schlamm einen Teil seiner Feuchtigkeit, wird strukturiert aufbereitet und erhält eine für die Verbrennung geeignete Beschaffenheit: „Je definierter das erfolgt, desto stabiler läuft der Verbrennungsprozess im Kraftwerk“, erklärt Michael Kübel. „Die Trockner helfen uns dabei, einen gleichmäßigen Betrieb zu erreichen und den Energiegehalt des Klärschlamms optimal zu nutzen.“

Die beiden Trockner arbeiten in zwei separaten Linien. Das Kraftwerk kann so auch dann weiterlaufen, wenn eine der Linien kurzzeitig stillsteht – etwa für Wartung oder Inspektion. Das erhöht die Betriebssicherheit und sorgt für eine verlässliche Verwertung des Rohstoffs Klärschlamm.

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Einheben des Trockners (Foto EnBW / Fotograf: Markus Völter
Bewährte Technik für den Dauerbetrieb

Die Trockner in Walheim sind für den Dauerbetrieb ausgelegt und darauf abgestimmt, mit dem sandigen Material aus Kläranlagen zuverlässig umzugehen. „Die robuste Bauweise der Trockner ist ein wichtiger Faktor für den späteren Einsatz im Kraftwerk“, so Michael Kübel. „Klärschlamm ist kein einfacher Brennstoff. Je nachdem aus welcher Kläranlage er kommt, weist er deutliche Unterschiede auf. Die Anlagen müssen so konstruiert sein, dass sie auch bei dauerhaftem Betrieb und wechselnden Schlammqualitäten stabil laufen.“

Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter Klärschlammheizkraftwerk Walheim | EnBW.

Technische Daten

Parameter
Wert (je Trockner)
Parameter
Prozessbedingungen
Wert (je Trockner)
Atmosphärische Trocknung bei 1 bar(a) und 100 ℃
Parameter
Gesamte Heizfläche
Wert (je Trockner)
350 m² (Bruttofläche aller Scheiben)
Parameter
Maximale Verdampfungsleistung
Wert (je Trockner)
ca. 5.500 kg/h
Parameter
Maximaler Dampfverbrauch
Wert (je Trockner)
ca. 8,5 t/h
Parameter
Gesamtabmessungen des Trockners (LxBxH)
Wert (je Trockner)
ca. 12,6 x 3,0 x 4,0 m
Parameter
Antriebsleistung
Wert (je Trockner)
160kW
Parameter
Gesamtgewicht (leer)
Wert (je Trockner)
ca. 74 t
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Über die EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Mit rund 31.500 Mitarbeiter*innen ist die EnBW eines der größten Energieunternehmen in Deutschland und Europa. Sie versorgt rund 5,5 Millionen Kund*innen mit Energie und ist auf allen Wertschöpfungsstufen von der Erzeugung über den Handel bis hin zum Netzbetrieb und den Vertrieb von Strom, Wärme und Gas aktiv. Im Zuge der Neuausrichtung vom klassischen Energieversorger zum nachhaltigen Infrastrukturunternehmen sind der Ausbau der Verteil- und Transportnetze für Strom, Gas und Wasserstoff sowie der erneuerbaren Energien Kernpunkte der EnBW-Wachstumsstrategie und Schwerpunkt der Investitionen. Bis 2030 plant die EnBW bis zu 50 Milliarden Euro zu investieren, rund 85 Prozent davon in Deutschland. Bis dahin sollen rund 80 Prozent des EnBW-Erzeugungsportfolios aus erneuerbaren Energien bestehen, Dies sind zentrale Meilensteine auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel für die unternehmenseigenen Treibhausgasemissionen im Jahr 2040. Unsere Energie Bewegt Was

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