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Klärschlamm­heizkraftwerk Walheim

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Die EnBW plant an ihrem bestehenden Kraftwerks­standort in Walheim ein hoch­modernes Klär­schlamm­heiz­kraftwerk. Hier sollen rund 180.000 Tonnen kommunaler Klärschlamm nachhaltig entsorgt bzw. verwertet werden. Die Anlage erfüllt die Voraussetzungen, um den für die Landwirtschaft wichtigen Rohstoff Phosphor aus dem Klärschlamm zurückzugewinnen. Durch Auskopplung von umweltfreundlicher Fernwärme können bis zu 300 Haushalte nachhaltig versorgt werden.

Ab dem 02. März beginnen die Stahlbau- und Anlagenbauarbeiten am Klärschlammheizkraftwerk (KHKW). In dieser Bauphase kann es zeitweise zu erhöhten Geräuschentwicklungen kommen. Wir versichern Ihnen, dass wir – wie in allen bisherigen Bauabschnitten – alles daransetzen, die Auswirkungen auf die Umgebung so gering wie möglich zu halten. Dennoch lassen sich gewisse Lärmbelästigungen leider nicht vollständig vermeiden. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis und entschuldigen uns bereits jetzt für mögliche Unannehmlichkeiten. Sie erreichen uns bei Fragen unter: .

Klärschlammverwertung

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Projektvorstellung

Der Standort Walheim mit einer 3-D-Montage der geplanten Anlage.

Mit dem Kohleausstieg übernehmen erneuerbare Energien Schritt für Schritt die Versorgung. Dieser Wandel bringt die Herausforderung mit sich, auch für andere Lebensbereiche nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Ein Beispiel ist der Umgang mit Klärschlamm: Jedes Jahr fallen in Deutschland rund 7 bis 8 Millionen Tonnen Klärschlamm an, ein Nebenprodukt der Abwasserreinigung in Kläranlagen. Bisher wurde ein Großteil davon in Kohlekraftwerken mitverbrannt. Da diese bald nicht mehr zur Verfügung stehen, braucht es neue Wege, um Klärschlamm umweltfreundlich zu entsorgen und daraus wertvolle Ressourcen wie Phosphor zurückzugewinnen.

Phosphor ist für alle biologischen Organismen unverzichtbar, denn er spielt eine zentrale Rolle in der DNA und der Energieversorgung von Zellen. In der Landwirtschaft wird der lebenswichtige Nährstoff für Pflanzen über Düngemittel in den Boden eingebracht, um deren Wachstum zu fördern. Da die direkte Nutzung von Klärschlamm als Dünger aufgrund von Schadstoffbelastungen stark eingeschränkt wurde, ist das Recycling von Phosphor aus Klärschlamm umso wichtiger. Deutschland muss Phosphor aktuell zu 100 Prozent aus dem Ausland beziehen. Durch konsequentes Phosphorrecycling könnten bis zu 40 Prozent dieser Importe ersetzt werden.

Ab 2029/2030 wird es gesetzlich vorgeschrieben sein, bis zu 80 Prozent des Phosphors aus Klärschlamm zurückzugewinnen – für Städte und größere Kommunen gilt dies ab 2029, für kleinere Gemeinden mit eigenen Kläranlagen ab 2032. In den letzten Jahren wurden in Deutschland deshalb bereits erste Anlagen gebaut, die Klärschlamm nachhaltig verwerten. Diese Anlagen sind nahezu emissionsfrei und erzeugen als Restprodukt eine phosphorhaltige Asche, die als Rohstoff für die Herstellung von Düngemitteln genutzt wird. Das Recycling dieses wertvollen Stoffes verringert also nicht nur die Abhängigkeit von Importen, sondern ist auch sehr nachhaltig.

In Walheim entsteht ein solches hochmodernes Klärschlammheizkraftwerk. Auf dem Gelände des mittlerweile stillgelegten Kohlekraftwerks werden Teile des alten Kraftwerks zurückgebaut, um Platz für die neue Anlage zu schaffen. Das Projekt wird neben dem Zweck der Klärschlammverbrennung von weiteren nachhaltigen Konzepten begleitet, wie der Förderung von Elektromobilität und der Nutzung von klimafreundlicher Wärme. Das Klärschlammheizkraftwerk Walheim wird somit nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten, sondern auch lokale Interessen unterstützen und weit über die Region hinaus von Bedeutung sein.

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Schematische Darstellung des Klärschlammheizkraftwerks Walheim (vorbehaltlich evtl. Detailänderungen bis zur Fertigstellung).

Technik

Das bisherige Kraftwerk Walheim wurde zwischen 1962 und 1967 errichtet und umfasst zwei kohlebefeuerte Blöcke. Im Winter 1981/1982 kam eine mit leichtem Heizöl betriebene Gasturbine hinzu, die schnell einsatzbereit ist und bei Bedarfsspitzen Strom ins Netz einspeist. Obwohl die beiden Kohlekraftwerksblöcke bereits 2014 zur Stilllegung angemeldet wurden, sind sie bis März 2025 von der Bundesnetzagentur als systemrelevant eingestuft worden. Die endgültige Stilllegung der Kohleblöcke erfolgte im März 2025, während die Gasturbine weiterhin in Betrieb bleibt.

Auf einem Teil der ehemaligen Kohlehalde entsteht nun das neue Klärschlammheizkraftwerk. Die geplante Anlage wird aus einem geschlossenen Speicherbunker, einem Wirbelschichtofen zur Klärschlammverbrennung und einer modernen Rauchgasreinigungsanlage bestehen. Bei der Verbrennung von Klärschlamm entsteht Rauchgas, das in einen Abhitzekessel geleitet wird, um Wasserdampf zu erzeugen. Dieser treibt eine Dampfturbine an und produziert somit Strom. Das abgekühlte Rauchgas wird dann in einer mehrstufigen Rauchgasreinigungsanlage gereinigt. Dabei wird die Asche abgetrennt, aus der wertvoller Phosphor zurückgewonnen werden kann. Dieses Recycling erfolgt zentral an anderer Stelle durch Fachbetriebe.

In der Brüdenaufbereitung werden die Dämpfe, die bei der Trocknung des Klärschlamms entstehen, gereinigt und kondensiert. Hierbei kann eine Auskopplung von bis zu 4 Megawatt Fernwärme realisiert werden, was ausreicht, um rund 300 Haushalte mit Energie zu versorgen. Eine mögliche Geruchsbelästigung ist dank modernster Technik ausgeschlossen: Während des Betriebs wird die Verbrennungsluft über einen Anliefer- und Speicherbunker angesaugt; ein Unterdruck entsteht. Zusammen mit einem Schleusensystem wird so verhindert, dass Gerüche nach außen dringen. Bei Stillstand oder Wartung wird die Abluft über ein Filtersystem geleitet. Die in der 1. Teilgenehmigung gesetzten, sehr strengen Auflagen garantieren dabei einen sauberen Betrieb.

Bereits heute wird Klärschlamm verbrannt und in Kohlekraftwerken dem Brennstoff beigemischt. Die speziell für Walheim geplante Verbrennungsanlage übertrifft diese Methode deutlich: Sie ist emissionsarm und reduziert den CO₂-Ausstoß erheblich. Zudem enthält die bei der Verbrennung anfallende Asche wertvollen Phosphor, der recycelt werden kann – eine Maßnahme, die der Gesetzgeber ab 2029/2030 vorschreibt. In modernen Anlagen kann die phosphorhaltige Asche besser aufbereitet und dann von spezialisierten Unternehmen an einer anderen Stelle weiterverarbeitet werden, was bei der Mitverbrennung in Kohlekraftwerken nicht möglich ist.

Spezifikationen

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Die Anlage kann rund 180.000 Tonnen entwässerten Klärschlamm pro Jahr verbrennen bei einer Betriebsdauer von 8.000 Stunden im Jahr. Sie verfügt über eine Nahwärmeleistung von bis zu 4 MW und eine elektrische Leistung von circa 1,7 MW.

Kapazität der Anlage
rund 180.000 t/a entwässerter Klärschlamm (entspricht 50.000 t/a Trockensubstanz) und rund 5.000 t/a getrockneter Klärschlamm
Trockensubstanzgehalt des angelieferten Klärschlamms
20-30 % Trockensubstanz
Durchsatz
ca. 20 Tonnen pro Stunde entwässerter Klärschlamm
Betriebsdauer
über 8.000 Stunden im Jahr
Elektrische Leistung
ca. 1,7 Megawatt elektrisch
Nahwärme
bis zu 4 Megawatt thermisch
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"Klärschlammverwertung – warum und wie?" einfach erklärt.

Umsetzung

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Projektablauf

Hier informieren wir Sie über wichtige Ereignisse und Meilensteine zu Planung und Bau eines hochmodernen Klärschlamm­heiz­kraftwerks am Kraftwerksstandort Walheim. Sie finden an dieser Stelle aktuelle Informationen zum Zeitplan des Planungs- und Genehmigungs­prozesses sowie zu den Baufortschritten.

Ende Q2 2028
Kommerzieller Betrieb
Q3 2027
Inbetriebsetzungsphase
2026
Montage der Anlagentechnik
Juni 2025
Erhalt der 1. Teilgenehmigung
Q2 2025
Beginn der Rohbauarbeiten
Februar 2025
Bohrpfähle zur Gründung
Oktober 2024
Zulassung des vorzeitigen Beginns
November 2023
Vervollständigung der Unterlagen zum Genehmigungsantrag
März 2023
Prüfung des Genehmigungsantrags auf Vollständigkeit durch die Behörden
Februar 2023
Einreichung des Genehmigungsantrags
26. Oktober 2022
Scoping-Termin* des Regierungspräsidiums Stuttgart
Anfang 2022
Dialogkommunikation mit der Gemeinde
2020/2021
Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung, Vorstellung im Gemeinderat, Gutachtenerstellung

* Bei komplexen Planungsprozessen wird von der verfahrensführenden Behörde (hier das Regierungspräsidium Stuttgart) ein Scoping-Termin durchgeführt. Dabei werden – unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und Fachbehörden – Gegenstand, Umfang und Methodik der Raumverträglichkeits- und Umweltverträglichkeitsuntersuchung sowie der Inhalt der zu erstellenden Antragsunterlagen formal festgelegt.

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