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Wie wird ein Ladepark für E-Autos plötzlich selbst zum Stromproduzenten?

Ein Kraftwerk, fast 5.000 Stromproduzenten: Das Virtuelle Kraftwerk erzeugt mittlerweile Energie für 500.000 Haushalte

52 Schnellladepunkte, eine großflächige Überdachung und eine Toilette für Ladende – damit ist der Großstandort der EnBW am Kamener Kreuz gut ausgestattet für die e-mobile Zukunft. Als größter öffentlicher Ladepark der EnBW bietet der Standort seit 14. Dezember vielen E-Autofahrer*innen gleichzeitig die Möglichkeit mit Ökostrom nachzuladen. Dabei ist das nicht das Einzige, was der Schnellladepark kann.

Die großflächige Überdachung des Ladeparks schützt nicht nur vor Regen oder Schnee: Auf dem Dach des Standorts befindet sich eine Photovoltaikanlage, mit der der Ladepark selbst Ökostrom mit einer Leistung von 120 kWp produziert. In einem Jahr erzeugt der Ladepark so etwa 100.000 kWh, das entspricht knapp 600.000 Kilometern Reichweite mit dem E-Auto – zum Vergleich: damit käme man bis zum Mond0Referenz ist ein Hyundai Ioniq 5. Laut Herstellerangabe benötigt das Fahrzeug 16,7 kWh für 100 km Reichweite. (Quelle: Hyundai) Die Strecke zwischen Erde und Mond entspricht max. 405.000 km. (Quelle: MDR). Der Strom wird für die Eigenversorgung des Schnelladeparks genutzt, überschüssige Energie wird in das örtliche Stromnetz eingespeist. Und hier kommt das Virtuelle Kraftwerk der EnBW ins Spiel.

Dezentrale Stromerzeugung, zentrale Steuerung

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Das Virtuelle Kraftwerk der EnBW bündelt Ökostrom aus unterschiedlichsten Quellen

Das Virtuelle Kraftwerk ist kein klassisches Kraftwerk, das an einem festen Ort steht, mit großen Trafo-Anlagen, Turbinen oder direktem Anschluss ans Netz. Es ist eine digitale Plattform, die den erzeugten Ökostrom aus vielen dezentralen Anlagen bündelt und an Kund*innen vertreibt – auch an die des Ladeparks in Kamen.

„Wir glauben, dass die Zukunft der Energieerzeugung nachhaltig und dezentral organisiert sein wird, faktisch befinden wir uns bereits mitten im Transformationsprozess,“ sagt Jens Breternitz, Leiter des Virtuellen Kraftwerks der EnBW. Dafür bündelt das Virtuelle Kraftwerk Energie aus verschiedenen Quellen – etwa Solarenergie, Wasserkraft oder Biomasse. „Zwar steigt mit immer mehr Produzenten auch die Komplexität, aber genau da setzen wir an: Als übergreifende Plattform schließen wir mit integrierbaren Lösungen viele Erzeuger*innen von Ökostrom zu einem intelligenten ‚Schwarm‘ zusammen. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass erzeugte und benötigte Energie gut zusammenpassen.“

Damit das gelingt und die dezentral erzeugte Energie optimal genutzt wird, muss die Technik einwandfrei mitspielen: Das Virtuelle Kraftwerk der EnBW nutzt dafür u.a. künstliche Intelligenz, um die verschiedene Daten – etwa zum Wetter, bisherigem Verbrauch und Marktentwicklungen – zu analysieren und Bedarfe möglichst genau zu prognostizieren.

Energie- und Mobilitätswende greifen ineinander

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Neben dem Ladepark Kamen speisen auch die Großstandorte der EnBW in Rutesheim, Unterhaching und Wörth Solarenergie in das Virtuelle Kraftwerk ein.

Seit 2018 ist das Virtuelle Kraftwerk am Markt und konnte in dieser Zeit schnell wachsen: Mittlerweile bündelt die Plattform Energie von fast 5.000 Erzeugern mit einer installierten Leistung von mehr als zwei Gigawatt, die für die Versorgung einer halben Million Haushalte ausreicht. Damit ist das Virtuelle Kraftwerk einer der größten Direktvermarkter des Landes. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik stuft das Virtuelle Kraftwerk mittlerweile sogar als „systemkritisch“ ein. Darunter fallen laut der sog. „KRITIS Verordnung“ Infrastrukturen, deren Betrieb essenziell für Staat und Gesellschaft sind und deren Ausfall u.a. zu Versorgungsengpässen führen würde. Auch die über 650 Schnellladestandorte der EnBW für E-Autos beziehen ihren Ökostrom über die Plattform. Neben dem Ladepark Kamen speisen auch noch die Großstandorte der EnBW in Rutesheim, Unterhaching und Wörth Solarenergie in das Virtuelle Kraftwerk ein: „Mit unserer Schnellladeinfrastruktur treiben wir die Mobilitätswende voran. Die Integration der Standorte in das Virtuelle Kraftwerk bringt zudem die Energiewende selbst weiter. Als Partner vom Virtuellen Kraftwerk freuen wir uns über den wachsenden Beitrag, den wir so gemeinsam leisten,“ so Timo Sillober, der als Chief Sales and Operations Manager bei der EnBW den Bereich Elektromobilität verantwortet.

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„Wir zeigen mit dem Virtuellen Kraftwerk ebenfalls, dass wir Energieerzeugung und -versorgung auch außerhalb der bekannten Pfade denken können und sollten. Für eine erfolgreiche Energiewende wollen wir gemeinsame Lösungen finden. Jede*r kann sich beteiligen. Daher setzen wir auf starke Partnerschaften und sind immer offen für neue innovative Ansätze“, erklärt Breternitz, dessen Unternehmen inzwischen ein Netzwerk von über 200 Partnern hat:

Entstanden ist das Virtuelle Kraftwerk im Innovationsbereich der EnBW: seit 2014 werden hier gemeinsam mit Gründer*innen, Mitarbeiter*innen und Partnern neue Geschäftsmodelle entwickelt und auf Wachstumskurs gebracht.

Hier geht es direkt zum Virtuellen Kraftwerk.

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