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Heizkraftwerk Altbach/Deizisau

Das Heizkraftwerk Altbach/Deizisau versorgt die Region Mittlerer Neckar zuverlässig und wirtschaftlich mit Energie. 1899 baute Industriepionier Heinrich Mayer das erste Kohlekraftwerk, die „Kraftcentrale“ am Standort. Heute produzieren drei Gasturbinenanlagen und zwei steinkohlebetriebene Blöcke im Kraft-Wärme-Kopplungsmodus Strom und Fernwärme. Heizkraftwerk 1 ist seit 2017 in der Netzreserve und sichert die Netzstabilität. Heizkraftwerk 2 wird seit 1997 betrieben. Die EnBW hat sich das Ziel gesetzt, vor dem gesetzlich vorgesehenen Kohleausstieg aus der Kohleverstromung auszusteigen, sofern die regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dies ermöglichen. Deswegen wird der Standort für den künftigen Einsatz von Wasserstoff umgerüstet („Fuel Switch“): Eine neue Gas- und Dampfturbinenanlage wird zunächst mit Erdgas betrieben, um Strom und Fernwärme zu erzeugen, und kann zu einem späteren Zeitpunkt auf Wasserstoff als Brennstoff umgestellt werden.

1899

Gründungsjahr

5 Anlagen

3 Gasturbinen, 2 Steinkohle­blöcke

1.018 Megawatt

elektrische Bruttoleistung

280 Megawatt

auskoppelbare Fernwärmeleistung

Die Montagearbeiten zum Fuel Switch laufen auf Hochtouren und die ersten Schritte zur Inbetriebnahme haben begonnen. Einige Arbeiten, wie das Schweißen und Prüfen von Rohrleitungen, müssen ohne Unterbrechung durchgeführt werden, so dass sie leider auch abends, nachts und an Sonntagen stattfinden können. Wir bitten um Ihr Verständnis, falls es zu Lärmbelästigungen kommt. Sie erreichen uns bei Fragen unter: .

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Im Heizkraftwerk Altbach/Deizisau ermöglichen wir ganzjährig kostenlose Führungen – fachkundige Erläuterungen durch unsere Mitarbeiter*innen inklusive.

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Fuel Switch

Projektvorstellung

Die EnBW setzt mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien die Dekarbonisierung ihres Erzeugungsportfolios konsequent fort. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben müssen zudem alle Kohlekraftwerke in Deutschland bis spätestens 2038 abgeschaltet werden, so auch in Altbach/Deizisau. Die regionale Versorgungssicherheit mit Strom und Fernwärme hat jedoch oberste Priorität, weshalb die EnBW am Standort eine regelbare, wasserstofffähige Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) baut:

  • Die neue, gasbefeuerte Anlage hat eine elektrische Leistung von 665 Megawatt (MW) und eine thermische Leistung von rund 180 MW.
  • Zusätzlich wird eine Heißwasserkesselanlage mit drei Heizkesseln und einer thermischen Leistung von rund 120 MW die Fernwärmeversorgung im Mittleren Neckarraum sichern.
  • Durch diesen „Fuel Switch“, also die Umstellung auf Erdgas, lassen sich mehr als die Hälfte der Treibhausgasemissionen im Vergleich zur Kohleverstromung einsparen.

Sobald ausreichend Wasserstoff in ausreichenden Mengen verfügbar ist und die Versorgungsinfrastruktur entsprechend umgestellt wurde, ist ein Betrieb des Kraftwerks mit Wasserstoff möglich, wodurch die CO₂-Emissionen der Strom- und Fernwärmeerzeugung im Vergleich zur Kohleverstromung noch weiter reduziert werden könnten. Denn die Erdgasleitung zur Versorgung der GuD ist wie die Anlage selbst bereits für Wasserstoff geeignet. Die Umstellung auf Wasserstoff kann später also ohne größere Hürden erfolgen. Mehr zum Fuel Switch erfahren Sie hier.

Der Standort Altbach/Deizisau mit einer 3-D-Montage der geplanten Anlage.
Die Funktionsweise der Gas- und Dampfturbinenanlage inkl. Fernwärmeauskopplung als Animation.

Technik

Eine Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) kombiniert die Prinzipien eines Gasturbinen- und die eines Dampfkraftwerks:

  • Eine mit Gas befeuerte Turbine erzeugt über einen Generator elektrischen Strom. Die sehr heißen Abgase aus der Gasturbine werden dann durch einen Abhitzekessel geleitet.
  • Der entstehende Wasserdampf wird für den Betrieb einer weiteren Turbine genutzt. Diese Dampfturbine treibt ebenfalls einen Generator zur Stromproduktion an.
  • Durch die Kombination beider Prinzipien wird die Energie aus der Gasverbrennung doppelt genutzt, was den Wirkungsgrad auf bis zu 60 Prozent erhöht.

Die bei der Stromerzeugung entstehende Fernwärme wird in das Fernwärmenetz „Mittlere Neckarschiene“ eingespeist, das ebenfalls mit dem Heizkraftwerk Stuttgart-Gaisburg und dem Müllheizkraftwerk Stuttgart-Münster verbunden ist. Viele Industriebetriebe, Privathaushalte und öffentliche Gebäude in Altbach, Deizisau, Esslingen, Plochingen und Stuttgart werden damit versorgt.

Umsetzung

Projektphasen

Hier informieren wir Sie über wichtige Ereignisse und Meilensteine zu Planung und Bau einer Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) am Kraftwerksstandort Altbach/Deizisau. Sie finden an dieser Stelle aktuelle Informationen zum Zeitplan des Planungs- und Genehmigungsprozesses sowie zu den Baufortschritten.

vsl. Q2 2027
Kommerzielle Inbetriebnahme
2026/2027
Inbetriebsetzungsphase
2025/2026
Hauptbauaktivitäten
November 2024
Start des Anlagenbaus
August 2024
Start der Anlieferung der Großkomponenten
März 2024
Beginn der Rohbauarbeiten
Januar 2024
Erhalt der 1. Teilgenehmigung
06. November 2023
Offizieller Spatenstich
11. Oktober 2023
Erörterungstermin des Regierungspräsidiums Stuttgart
08. September 2023
Zulassung des vorzeitigen Beginns
Mai 2023
Einreichung des Genehmigungsantrags
2022/2023
Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung, Vorstellung im Gemeinderat, Gutachtenerstellung

Bautagebuch

Fragen und Antworten

Wie lang ist die Bauphase?

Der Spatenstich für das Bauprojekt erfolgte am 6. November 2023. Die Bauarbeiten begannen bereits im September 2023, da eine Genehmigung für den vorzeitigen Beginn vorlag. Die Hauptbauaktivitäten sollen bis 2026 abgeschlossen werden, gefolgt von der Inbetriebsetzungsphase und der kommerziellen Inbetriebnahme.

Welche Auswirkungen sind während der Bauphase zu erwarten?

Dass Baumaßnahmen in der Umgebung spürbar sind, lässt sich leider nicht vollständig vermeiden. Die EnBW bemüht sich aber, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Die meisten Arbeiten werden tagsüber durchgeführt, Schwertransporte, sofern möglich, in die Nachtzeiten verlegt.

Alle Maßnahmen erfolgen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens und in enger Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Stuttgart sowie den umliegenden Gemeinden. Zudem steht die EnBW auch weiterhin im Dialog mit den Anwohner*innen, um ihre Anliegen und Fragen zu berücksichtigen.

Ist die Strom- und Fernwärmeversorgung während der Bauphase sichergestellt?

Bis zur vollständigen Inbetriebnahme aller neuen Kraftwerks- und Fernwärmeanlagen bleiben die bestehenden Kraftwerke weiterhin in Betrieb. Dadurch wird gewährleistet, dass die Stromversorgung über das Kraftwerk und die Fernwärmeversorgung in Altbach, Deizisau und der Region zu jedem Zeitpunkt zuverlässig sichergestellt sind.

Als zusätzliche Fernwärmeabsicherung für die Heizperioden 2024/2025 und 2025/2026 hat die EnBW bereits während der Bauphase eine temporäre Mietkesselanlage errichtet.

Bevor die beiden alten Blöcke HKW 1 und HKW 2 endgültig abgeschaltet werden, wird eine Heißwasserkesselanlage zusätzlich zur bestehenden Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) gebaut, um auch in Zeiten, in denen die GuD nicht in Betrieb ist, eine sichere Fernwärmeversorgung gewährleisten. Über den Verbund der mittleren Neckarschiene kann außerdem Wärme aus den Stuttgarter Kraftwerken in den Landkreis Esslingen geliefert werden.

An wen kann ich mich bei Fragen oder Anregungen wenden?

Für Fragen, Anregungen oder Kritik wenden Sie sich jederzeit per E-Mail an .

Wie kann ich mich über das Projekt und den Baufortschritt informieren?

Die EnBW informiert regelmäßig über den Projektfortschritt und aktuelle Meilensteine. Dies erfolgt über die Projektseite, zu finden unter www.enbw.com/altbach-deizisau, sowie über Flyer. Zusätzlich berichten die Medien in regelmäßigen Abständen über den Fortschritt auf der Baustelle.

Wie laut ist die Anlage in Betrieb?

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens werden Gutachten wie ein Schallgutachten erstellt, um die Auswirkungen des Neubaus auf die Umgebung zu bewerten.

Nach der Inbetriebnahme der neuen Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) sollen die Blöcke HKW 1 und HKW 2 stillgelegt werden. Nur wenige Großkomponenten, wie die Gasturbinenanlagen, der Kühlturm HKW 1 und die Wasseraufbereitung, Sollen weiterhin in Betrieb bleiben. Da die stillzulegenden Anlagen bisher maßgeblich zu den Schallemissionen am Standort beigetragen haben, kann sich die Lärmsituation insgesamt verbessern.

Die GuD wird nach aktuellem Stand der Technik mit Schalldämpfern und Schalldämmkulissen ausgestattet, um die gesetzlichen Grenzwerte gemäß der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) einzuhalten. Zusätzlich entfällt die Anlieferung und Entsorgung von Rest- und Zusatzstoffen aus der Rauchgasreinigung der Kohleblöcke, wodurch sich das Verkehrsaufkommen reduzieren kann.

Welchen Einfluss hat die Anlage auf die Luftqualität?

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens werden Gutachten wie eine Immissionsprognose der Luftschadstoffe erstellt, um die Auswirkungen der neuen Gas- und Dampfturbinenanlage auf die Umgebung zu bewerten.

Mit der Umstellung von Kohle auf Erdgas verändern sich die Emissionen der gesamten Anlage. Nach den vorliegenden Planungen können die CO₂-Emissionen gegenüber dem heutigen Kohlekraftwerk deutlich reduziert werden. Für den Standort Altbach/Deizisau wird eine Einsparung von über zwei Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr erwartet. Dies entspricht rund 40 % der derzeitigen CO₂-Emissionen des Kohlekraftwerks.

Auch bei weiteren Luftschadstoffen werden geringere Emissionen prognostiziert. So soll der Ausstoß von Stickoxiden (NOx) gegenüber dem bestehenden Kraftwerk um etwa 25 % und der von Schwefeloxiden (SOx) um mehr als 75 % sinken. Zudem wird eine deutlich geringere Staubbelastung erwartet und dass Schwermetallemissionen, die bei der Kohleverstromung entstehen können, entfallen.

Wie wirkt sich die Anlage auf den Gewässerschutz des Neckars aus?

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens werden Gutachten wie eine Untersuchung der Effekte auf den Gewässerschutz erstellt, um die Auswirkungen des Neubaus auf die Umgebung zu bewerten.

Durch die Inbetriebnahme der neuen Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) und der anschließenden Stilllegung der Altanlagen wird nach aktueller Planung deutlich weniger Wärme als heute in den Neckar eingeleitet, der ans Kraftwerksgelände angrenzt. Dies kann zu einer Verbesserung der Situation für den Gewässerschutz im Vergleich zum aktuellen Zustand beitragen.

Wer genehmigt das Projekt?

Das Genehmigungsverfahren der neuen Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) wird in drei Teilen durchgeführt:

  • Der erste Teil des Antrags wurde im Mai 2023 eingereicht. Die EnBW erhielt hierfür im Januar 2024 die Teilgenehmigung.
  • Der zweite Teil des Antrags wurde im Frühjahr 2025 eingereicht. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2026 vorgesehen.
  • Der dritte und letzte Teil des Antrags befindet sich derzeit in der Erstellung und durchläuft dann anschließend das Genehmigungsverfahren.

Die zuständige Genehmigungsbehörde ist das Regierungspräsidium Stuttgart.

Was kostet die Errichtung der Anlage?

Die EnBW schätzt das Investitionsvolumen des Bauprojekts derzeit auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag.

Welche neuen Gebäude entstehen auf dem Kraftwerksgelände?

Auf dem bisherigen Kraftwerksgelände entstehen zwei neue Hauptbauwerke:

  • Die Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) mit ihren Nebenanlagen wird im Bereich südlich des Kühlturms von Block HKW 1 errichtet.
  • Zusätzlich wird ein Heißwasserkesselanlage gebaut, die sich im bestehenden Fernwärmegebäude von HKW 1 befindet.
  • Der Hybridkühlturm von HKW 1 wird ebenfalls von der neuen GuD mit verwendet. Auch die Anlagen zur Wasseraufbereitung werden ertüchtigt und weiter in Betrieb bleiben.
Was geschieht mit den freiwerdenden Flächen?

Die zukünftige Nutzung der freiwerdenden Flächen ist derzeit noch offen und wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Warum hat sich die EnBW für diese Anlage entschieden?

Die Entscheidung für eine Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) basiert auf ihrer hohen Effizienz:

  • Für eine zuverlässige Energieversorgung ist es entscheidend, den eingesetzten Brennstoff möglichst effizient zu nutzen, um aus einer gegebenen Menge möglichst viel Strom und Wärme zu erzeugen.
  • Durch die Kombination aus Strom- und Wärmeerzeugung im Kraft-Wärme-Kopplungsprozess kann eine GuD nach heutigem Stand der Technik eine Brennstoffausnutzung mit einem Wirkungsgrad von über 60 % erreichen.
Warum setzt die EnBW auf eine Anlage mit Erdgas?

Besonders im Bereich der Wärmeerzeugung sind erneuerbare Energien aktuell noch nicht in der Lage, fossile Brennstoffe innerhalb weniger Jahre und in allen Anwendungsfällen vollständig zu ersetzen.

Erdgas wird deshalb als Übergangslösung betrachtet, da es im Vergleich zu Kohle die Treibhausgasemissionen potenziell verringern kann. Wichtig ist dabei, dass Erdgas nur für eine Übergangszeit vorgesehen ist.

Die eingesetzten Gasturbinen sind flexibel und so ausgelegt, dass sie später auf die Verbrennung von anderen Gasen, beispielsweise grünem Wasserstoff, umgestellt werden können. Grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt.

Bereits bei der Inbetriebnahme der Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) ist es nach aktueller Planung möglich, dem Erdgas bis zu 20 % Wasserstoff beizumischen, wodurch die Treibhausgasemissionen weiter reduziert werden könnten. Der Wechsel zu Erdgas bildet somit einen Übergangsschritt hin zu einer künftigen Energieversorgung mit Wasserstoff.

Welche Vorteile bietet die Anlage für Altbach/Deizisau und die Region?

Die neue Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) unterstützt die Versorgungssicherheit und kann die schwankende Energieproduktion aus erneuerbaren Energien ergänzen. In der Anfangsphase wird die GuD im Vergleich zur Kohleverstromung Strom und Fernwärme mit geringeren CO₂-Emissionen bereitstellen.

Perspektivisch kann die Anlage bei einem Betrieb mit Wasserstoff als Brennstoff zu einer weiteren Reduktion von CO₂-Emissionen beitragen. Nach aktuellem Stand der Technik sind mit einer GuD-Anlage geringere Emissionswerte bestimmter Luftschadstoffe verbunden als bei älteren fossilen Erzeugungsanlagen.

Könnten Stuttgart und die Region nicht vollständig über erneuerbare Energien versorgt werden?

Nicht direkt und zu jeder Zeit. Die Umstellung eines Ballungsraums auf regionale erneuerbare Energien ist eine komplexe Herausforderung. Das liegt vor allem daran, dass erneuerbare Energien wie Windkraft und Photovoltaik viel Platz benötigen, da ihre Energiedichte vergleichsweise gering ist.

Zudem sind diese Energiequellen nicht regelbar – sie erzeugen Strom, wenn Wind oder Sonne verfügbar sind, und nicht unbedingt dann, wenn der Energiebedarf am höchsten ist. Um diese Schwankungen auszugleichen, sind flexibel regelbare Kraftwerke für den Bedarfsfall notwendig.

Wie funktioniert die Anlage?

Eine Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) besteht aus einer Gasturbine, einer Dampfturbine und Wärmetauschern für die Erzeugung von Heißwasser. Sie nutzt die Energie, die bei der Verbrennung von Erdgas entsteht, besonders effizient, indem sie die entstehende Wärme dreimal verwendet:

1. Stromerzeugung durch die Gasturbine: Die heißen Verbrennungsgase, die bei der Verbrennung von Erdgas entstehen, treiben zunächst eine Gasturbine an. Diese ist mit einem Generator verbunden, der die mechanische Energie der Turbine in elektrische Energie umwandelt.

2. Zusätzliche Stromerzeugung durch die Dampfturbine: Die Abgase aus der Gasturbine sind immer noch sehr heiß. Diese Wärme wird in einem Abhitzekessel genutzt, um Wasser zu verdampfen. Der Dampf treibt eine Dampfturbine an, die ebenfalls Strom erzeugt.

3. Weiternutzung der Restwärme: Ein Teil des Dampfes, der bereits zur Stromerzeugung genutzt wurde, wird der Dampfturbine entnommen und für die Erzeugung von Fernwärme genutzt. Im Vergleich zur direkten Wärmeerzeugung in Kesselanlagen ist dieser Prozess deutlich effizienter.

Dank dieser Kraft-Wärme-Kopplung erreicht die GuD nach heutigem Stand der Technik eine Brennstoffausnutzung von über 70 %. Im Vergleich zu einem Kohlekraftwerk lassen sich nach aktueller Planung die CO₂-Emissionen auf diese Weise um rund 50 % reduzieren. Der Wechsel von Kohle zu Erdgas wird daher als Übergangsschritt betrachtet, der zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen beitragen kann.

Welche Brennstoffe kommen zum Einsatz?

Die Kraft-Wärme-Kopplung der Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) sorgt für eine besonders effiziente Nutzung des Brennstoffs Erdgas und bietet perspektivisch die Möglichkeit, vollständig auf Wasserstoff umzusteigen.

In der Anfangsphase würde Erdgas mit bis zu 20 % Wasserstoffanteil verwendet werden, sofern dieser in ausreichender Menge verfügbar ist. Ab voraussichtlich Ende der 2030er Jahre wäre durch Anpassungen dann der Betrieb mit 100 % Wasserstoff möglich.

Welche Vorteile hat die Anlage gegenüber den bisher genutzten Steinkohleblöcken?

Folgende Vorteile kann die Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) gegenüber den bisher genutzten Steinkohleblöcken am Standort Altbach/Deizisau bringen:

  • Die gasbefeuerte Anlage kann flexibler geregelt werden als ein Kohlekraftwerk und dadurch Schwankungen bei Wind- und Solarstrom besser ausgleichen.
  • Die Kraft-Wärme-Kopplung in der GuD trägt zu einer effizienten Brennstoffnutzung bei. Perspektivisch ist eine Umrüstung für den Einsatz von Wasserstoff möglich, sofern die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
  • Erdgas verursacht im Vergleich zu Steinkohle geringere direkte CO₂-Emissionen. Nach aktueller Planung könnte der Ausstoß pro erzeugter Kilowattstunde Strom ab 2027 um mehr als 50 % sinken – abhängig von der Betriebsweise.
  • Laut Prognosen ist eine Verringerung von Luftschadstoffen vorgesehen: Stickoxidemissionen (NOₓ) könnten um etwa 25 % sinken, Schwefeloxid-Emissionen (SOₓ) und Staub deutlich geringer ausfallen. Schwermetallemissionen aus der Kohleverfeuerung entfallen.
  • Mit der Stilllegung der Kohleblöcke entfällt künftig das bestehende Kohlelager, wodurch bisher damit verbundene Staub- und Lärmemissionen nicht mehr auftreten.
  • Das Verkehrsaufkommen kann sich verringern, da keine Kohlelieferungen mehr erforderlich sind und zusätzliche Transporte für Rauchgasreinigung weitgehend entfallen.
  • Der Schallpegel der Anlage soll durch moderne Schallminderungstechnik begrenzt werden. Zudem werden Kohlekessel, Hilfsdampferzeuger und Rauchgasreinigung außer Betrieb gehen.
  • Die GuD ist so ausgelegt, dass sie perspektivisch vollständig mit Wasserstoff betrieben werden kann. Dies setzt ausreichende Wasserstoffverfügbarkeit und angepasste Infrastruktur voraus. Die CO₂-Bilanz hängt dabei von der Herkunft und Herstellungsweise des Wasserstoffs ab.
Aktuelles, Termine & Kontakt
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