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Heizkraftwerk Stuttgart-Gaisburg

Das Heizkraftwerk Stuttgart-Gaisburg versorgt das Stuttgarter Fernwärmenetz zuverlässig und wirtschaftlich mit Energie. Seit 1950 erstmals in Betrieb, wurde der Standort von 2017 bis 2019 grundlegend modernisiert. Heute produzieren drei Gasmotoren im Kraft-Wärme-Kopplungsmodus Strom und Fernwärme. Zur Fernwärmeerzeugung stehen zudem fünf erdgasbefeuerte Kessel zur Verfügung. Mit einem zusätzlichen Wärmespeicher von 300 Megawattstunden Kapazität erfüllt das Kraftwerk für die Fernwärmeregion Stuttgart/Mittlerer Neckar eine wichtige Spitzen- und Reservefunktion. Die EnBW hat sich das Ziel gesetzt, vor dem gesetzlich vorgesehenen Kohleausstieg aus der Kohleverstromung auszusteigen, sofern die regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dies ermöglichen. Deswegen wurde der Standort für den Einsatz von Erdgas umgerüstet („Fuel Switch“): Ein wesentlich kleineres Gasheizwerk hat das hat das überwiegend mit Steinkohle befeuerte Heizkraftwerk ersetzt und ermöglicht dadurch eine effizientere Nutzung des eingesetzten Brennstoffs sowie geringere Emissionen bei der Strom- und Fernwärmeerzeugung.

1950

Gründungsjahr

9 Anlagen

3 Gasmotoren, 5 Kessel, 1 Wärmespeicher (mit 300 MWh Kapazität)

30 Megawatt

elektrische Bruttoleistung

310 Megawatt

auskoppelbare Fernwärmeleistung

Modernisierung

Projektvorstellung

Am Standort Gaisburg wird seit über 70 Jahren Strom und Wärme für die Region Stuttgart erzeugt. Er bildet gemeinsam mit den Heizkraftwerken Stuttgart-Münster und Altbach/Deizisau den Fernwärme-Verbund Mittlerer Neckar und versorgt über 25.000 Wohnungen, 1.300 Firmen und 300 öffentliche Einrichtungen in Stuttgart und der Region mit Wärme.

Über die Jahre hat sich die Erzeugungsstruktur des Heizkraftwerks Stuttgart-Gaisburg kontinuierlich verändert. Heute besteht die Funktion im Fernwärmenetz vor allem darin, Zeiten mit hohem Bedarf im Winter abzudecken und als Reserve für die beiden größeren Standorte des Fernwärme-Verbundes bereitzustehen. Die jüngste Modernisierung hat das Ziel, dass der Standort Gaisburg diese Aufgaben künftig effizienter und mit geringeren Umweltauswirkungen umzusetzen kann. Damit ist die Versorgungssicherheit der Bürger mit Fernwärme auch zukünftig gewährleistet.

Um die Anlage im Sinne der Energiewende zukunftsfähig zu machen, kamen folgende Komponenten zum Einsatz:

  • Gasgefeuerte Spitzen- und Reservekessel zur Absicherung der Fernwärmeschiene Mittlerer Neckar,
  • die Integration eines Wärmespeichers, um den Einsatz der weiteren Erzeugungsanlagen entlang der Mittleren Neckarschiene und der Spitzen- und Reservekessel optimal zu ergänzen,
  • eine gasgefeuerte kleine Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK), sowie
  • den Neubau der Fernwärmestationen.
Der Standort Stuttgart-Gaisburg mit einer 3-D-Montage der gebauten Anlage (in rot).
Die Funktionsweise des neuen Heizkraftwerks als Schaubild.

Technik

In einem Heizkraftwerk wird neben elektrischer Energie in einem Koppelprozess nutzbare Wärmeenergie erzeugt. Da diese meist in ein Fernwärmenetz eingespeist werden soll, liegen Heizkraftwerke häufig in städtischen Ballungsräumen mit hohem Wärmebedarf. Über Fernwärmeleitungen wird die Wärmeenergie direkt an die zu versorgenden Haushalte und Unternehmen geleitet und versorgt diese umweltfreundlich und verlässlich mit Fernwärme.

Im Zentrum des neuen Heizkraftwerks steht die Kesselanlage, die aus mehreren Kesseln besteht. Durch die Verbrennung von Erdgas, oder in Ausnahmefällen auch von leichtem Heizöl, wird Wasser in einem geschlossenen Kreislauf auf sehr hohe Temperaturen erhitzt. Das heiße Wasser wird anschließend durch Wärmetauscher geleitet. Sie geben die hohe Temperatur an den Wasserkreislauf des Fernwärmenetzes ab. So werden Häuser und Wohnungen in Stuttgart und entlang des Neckars mit Wärme versorgt.

Durch neu gebaute Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Anlage) kann das Heizkraftwerk neben Wärme auch Strom erzeugen: Dazu treibt ein mit Erdgas betriebener Verbrennungsmotor einen Generator an; der erzeugte Strom kann anschließend in das Stromnetz eingespeist werden. Die Wärme des Motors und der Abgase wird durch einen Wärmetauscher geleitet und so ebenfalls für das Fernwärmenetz nutzbar gemacht.

Umsetzung

Projektphasen

Hier informieren wir Sie über wichtige Ereignisse und Meilensteine der Modernisierung des Heizkraftwerkes Stuttgart-Gaisburg. Sie finden an dieser Stelle aktuelle Informationen zum Zeitplan des Planungs- und Genehmigungsprozesses sowie zu den Baufortschritten.

Bautagebuch

Der Bau im Zeitraffer

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Fragen und Antworten

Warum hat die EnBW das Heizkraftwerk Stuttgart-Gaisburg modernisiert?

Der Kraftwerkskomplex in Gaisburg – bestehend aus einer kohlebefeuerten und mehreren gasgefeuerten Anlagen für Wärme- und Stromversorgung – war technisch veraltet. Um den Standort an aktuelle Anforderungen einer sicheren und effizienten Versorgung anzupassen, wurde die Modernisierung umgesetzt.

Wer wird in Stuttgart mit Fernwärme versorgt?

Unsere Heizkraftwerke im Fernwärmeverbund versorgen rund 25.000 Wohnungen, 1.300 Firmen und 300 öffentliche Gebäude über ein 260 Kilometer langes Fernwärmenetz entlang des Neckartals von Plochingen über Altbach/Deizisau und Esslingen bis hin nach Stuttgart.

Wie profitieren die Bürgerinnen und Bürger von der Fernwärme?

Fernwärme ermöglicht eine zentral erzeugte Wärmeversorgung für viele Haushalte gleichzeitig. Sie bietet eine kontinuierliche und planbare Versorgung und kann langfristig eine kosteneffiziente Lösung darstellen. In dicht besiedelten Gebieten wie der Stuttgarter Kessellage reduziert ein gemeinsames Wärmenetz zudem individuelle Heizsysteme in den Gebäuden.

Welche Vorteile hat die Modernisierung des Heizkraftwerks?

Folgende Vorteile kann die Modernisierung des Heizkraftwerks am Standort Stuttgart-Gaisburg bringen:

  • Die neuen gasgefeuerten Anlagen können flexibler betrieben werden als die bisherigen und sind darauf ausgelegt, den Ausstoß von Emissionen wie CO₂ im Vergleich zu den Altanlagen zu verringern. Damit kann die Modernisierung einen Beitrag zu einer effizienteren Strom- und Fernwärmeversorgung leisten.
  • Der Standort Gaisburg bleibt ein zentraler Teil des Fernwärmeverbundes der sogenannten mittleren Neckarschiene, die Heizkraftwerke und Kunden entlang des Neckars miteinander verbindet, um eine verlässliche Fernwärmeversorgung sicherzustellen.
  • Mit der Modernisierung entfällt das bisherige Kohlelager aufgrund der geplanten Nutzung von Erdgas. Die dadurch freiwerdende Fläche eröffnet mittelfristig Potenzial für städtebauliche Entwicklungen am Standort.
Aktuelles, Termine & Kontakt
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Modernisierung des Heizkraftwerks Stuttgart-Gaisburg (Heizkraftwerk 3)
Modernisierung Heizkraftwerk Stuttgart-Gaisburg
Modernisierung des Heizkraftwerks Stuttgart-Gaisburg: Infoveranstaltung im Rahmen der Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung