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Infraschall bezeichnet Schallwellen mit sehr niedrigen Frequenzen unter 20 Hertz (Hz), die für das menschliche Ohr in der Regel nicht hörbar sind. Der hörbare Frequenzbereich liegt für die meisten Menschen zwischen 20 und 20.000 Hz. Infraschallwellen können nur bei sehr hohen Schalldruckpegeln wahrgenommen werden.

Infraschall kommt sowohl natürlich als auch durch menschliche Aktivitäten vor. Natürliche Quellen umfassen Meeresbrandung, Stürme, Gewitter, Erdbeben und Vulkanausbrüche. Zu den technischen Quellen zählen Kraftfahrzeuge, Kraftwerke, Heizungs- und Klimaanlagen, Baumaschinen und Windenergieanlagen (WEA).

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Infraschall und Windenergieanlagen

Letztere erzeugen durch Vibrationen in den Rotoren und im Turm neben hörbarem Schall auch Infraschall. Im Vergleich zu anderen Quellen sind sie verhältnismäßig schwache Infraschallquellen. Messungen zeigen, dass der von WEA erzeugte Infraschall im Wohnumfeld deutlich unter der Hör- und Wahrnehmungsschwelle liegt.

Bislang konnten wissenschaftliche Studien keinen Nachweis erbringen, dass der von Windrädern ausgehende Infraschall schädliche Wirkungen auf die Gesundheit des Menschen hat. Eine Studie der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (2020) konnte nahe an Windenergieanlagen nur unterschwelligen Infraschall feststellen. Das bedeutet, dass die Intensität des Infraschalls zu gering ist, um bewusst wahrgenommen zu werden. Eine Schlaflabor-Studie des Woolcock Institute of Medical Research in Australien zeigte, dass selbst bei höheren Infraschallpegeln als in der Nähe von Windparks keine gesundheitlichen Auswirkungen nachweisbar waren.

Trotz dieser Erkenntnisse gibt es immer wieder Kontroversen. Eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) aus dem Jahr 2005 sorgte für Verunsicherung, da sie aufgrund eines Rechenfehlers die Infraschallbelastung durch Windenergieanlagen um das 4.000-fache überschätzte. In mindestens einem Fall wurde ein Windkraftprojekt gestoppt, bei dem die BGR-Studie eine Rolle spielte. Erst Jahre später wurde der Fehler entdeckt und korrigiert.

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Der Nocebo-Effekt

Dennoch berichten Anwohner in der Nähe von Windenergieanlagen gelegentlich von Symptomen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Schwindel, obwohl wissenschaftliche Belege für gesundheitliche Auswirkungen fehlen.

Experten vermuten, dass die berichteten Beschwerden auf den sogenannten Nocebo-Effekt zurückzuführen sein könnten. Dabei können negative Erwartungen und Ängste bezüglich möglicher gesundheitlicher Auswirkungen von Windenergieanlagen tatsächlich zu psychosomatischen Symptomen führen.

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Fazit

Dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zufolge gibt es keine Belege dafür, dass der von Windenergieanlagen erzeugte Infraschall gesundheitsschädlich ist. Die gemessenen Infraschallpegel liegen deutlich unter der menschlichen Wahrnehmungsschwelle und sind vergleichbar mit oder niedriger als die Pegel anderer alltäglicher Infraschallquellen.

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