Smart Parking: Wie digitale Technologie die Parkplatzsuche vereinfacht

In vielen Städten gehört die lästige Suche nach einem freien Parkplatz zum Alltag – und sorgt neben Stress auch für unnötige Emissionen. Smart-Parking-Systeme setzen genau dort an: Sie schaffen mehr Transparenz, steuern Parkraum gezielter und vernetzen verschiedene Komponenten zu einer digitalen Infrastruktur. Wir geben einen Überblick, was die Technologie bereits kann.

Sensoren, Apps und KI-gestützte Prognosen helfen heute dabei, Stellflächen besser zu nutzen und das Parken insgesamt planbarer zu machen. Gleichzeitig wächst die Verknüpfung zur Ladeinfrastruktur für E-Autos, sodass Parken und Laden immer häufiger ineinandergreifen – ist das der nächste wichtige Schritt hin zu einer bequemeren und nachhaltigeren Mobilität von morgen?



Was Smart Parking bedeutet

Das Konzept „Smart Parking“ beschreibt die digitale Erfassung, Steuerung und Optimierung von Parkraum. Heißt konkret: In dem System arbeiten unzählige Sensoren sowie modernste Verfahren der Datenanalyse eng zusammen. So kann auf entsprechenden Apps in Echtzeit angezeigt werden, wo Stellplätze frei werden und wie sich die Auslastung entwickeln könnte.

Der Nutzen ist erheblich: Untersuchungen zeigen, dass rund 30 bis 40 % des innerstädtischen Verkehrs allein dadurch entstehen, dass Autofahrer*innen einen freien Parkplatz suchen. In Großstädten summiert sich das schnell auf bis zu 60 Stunden pro Jahr, die im langsamen Vorankommen oder im Kreisfahren verloren gehen. Das sorgt nicht nur für mehr Stress, sondern auch für zusätzliche Emissionen und eine spürbare Belastung für den gesamten Stadtverkehr. Mit Smart Parking lassen sich diese Effekte deutlich reduzieren. Denn kurz gesagt: Digitale Belegungsdaten erleichtern die Planung, verkürzen unnötige Umwege und sorgen dafür, dass vorhandene Stellflächen besser genutzt werden.

Wie stark sich das auswirken kann, zeigt ein Blick nach San Francisco: Dort senkte das Smart-Parking-Programm „SFpark“ die Zeit für die Parkplatzsuche um rund 40 % und reduzierte die dabei entstehenden Fahrzeugkilometer sowie CO₂-Emissionen jeweils um etwa 30 %. SFpark lief von 2011 bis 2013 und gehört zu den bestdokumentierten Pilotprojekten in dem Bereich. Die Ergebnisse zeigen aber immer noch, welches Potenzial in einer intelligenten Steuerung des Parkraums steckt – und angesichts der heutigen technischen Möglichkeiten dürfte es sogar noch größer sein.

Eine Einfahrt zu einer Tiefgarage

In Parkhäusern und Tiefgaragen setzen viele Betreiber zunehmend auf Kennzeichenerkennung, wodurch Ein- und Ausfahrt völlig automatisch erfolgen können.

Smart-Parking-Technologien im Überblick

Moderne Smart-Parking-Systeme funktionieren heute wie eine Art „digitaler Zwilling“ der Stadt – allerdings nur für den Parkraum und nicht für alle städtischen Abläufe wie Strom oder Wasser. Sie zeigen in Echtzeit, wie sich Stellflächen verändern, wo Plätze frei werden und wo sich der Verkehr verdichtet. Zum Einsatz kommen dabei verschiedene Bausteine, die sich zu einem intelligenten Gesamtsystem verbinden.

Sensorik: Bodensensoren, Kameras und Kennzeichenerkennung

Um zu erkennen, ob ein Stellplatz frei oder belegt ist, werden unterschiedliche Technologien genutzt. Besonders verbreitet sind Bodensensoren, die Magnetfeld- oder Radarsignale nutzen und mit über 96–99 % Genauigkeit arbeiten. Sie eignen sich für einzelne Stellplätze im Straßenraum ebenso wie für größere Areale.

Eine Parklücke markiert durch weiße Markierungen am Boden

Um zu erkennen, ob ein Stellplatz frei oder belegt ist, werden häufig Bodensensoren genutzt.

Auch kamerabasierte Systeme gewinnen an Bedeutung. Sie analysieren in Echtzeit, wie viele Fahrzeuge in einem Parkbereich stehen, und können mehrere Stellplätze gleichzeitig erfassen – zum Beispiel in Parkhäusern oder über Kreuzungsbereichen.

In Parkhäusern und Tiefgaragen setzen viele Betreiber zunehmend auf Kennzeichenerkennung (Automatic Number Plate Recognition, ANPR). Dabei handelt es sich um eine Technologie, die Kfz-Kennzeichen automatisch erfasst und ausliest – meist über Kameras und softwarebasierte Texterkennung. Ein- und Ausfahrt erfolgen dadurch völlig automatisch, ganz ohne Schranken oder Tickets. Die Bezahlung erfolgt dann in der Regel bargeldlos per App oder einem Automaten über die Eingabe des Kennzeichens. Aus Datenschutzgründen werden Kennzeichen nicht im Klartext gespeichert, sondern nur als technische Hash-Werte verarbeitet, die sich nicht ohne Weiteres einer bestimmten Person zuordnen lassen.

Vernetzung und Datenplattformen

Damit die erfassten Daten nutzbar werden, müssen sie zuverlässig übertragen werden. Hier kommen moderne Funktechnologien wie NB-IoT (Narrowband Internet of Things) und LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) ins Spiel. Beide Funkstandards sind speziell für energiesparende Sensoren entwickelt, erzielen große Reichweiten und funktionieren auch dort stabil, wo herkömmliche Mobilfunkverbindungen an ihre Grenzen stoßen.

KI-Prognosen für freie Parkplätze

Neben der Echtzeit-Erfassung spielen Vorhersagen eine wachsende Rolle. Hier spielen raffinierte KI-Modelle eine immer bedeutendere Rolle. Sie analysieren historische Daten, Wochentagsmuster, Wetterlagen und sogar Veranstaltungskalender, um vorherzusagen, wie sich die Auslastung entwickeln wird. Je mehr Daten ein System sammelt, desto genauer werden diese Vorhersagen. Untersuchungen zeigen, dass moderne Modelle heute Prognosegenauigkeiten von 85–95 % erreichen können.

Eine Frau am Handy, die digital ihr Parkticket bezahlt.

Statt per Ticket am Parkautomaten kann man beim Smart Parking in der Regel digital bezahlen.

Smart-Parking-Apps und ihre wichtigsten Funktionen

Smart-Parking-Apps sind heute einer der einfachsten Wege, das Parken im Alltag stressfrei zu gestalten – für Autofahrer*innen, die einen freien Stellplatz suchen, ebenso wie für die Betreiber, die ihre Flächen besser organisieren möchten. Und inzwischen haben die Apps eine ganze Menge drauf.

Was moderne Smart-Parking-Apps heute leisten

Zu den wichtigsten Funktionen moderner Smart-Parking-Apps gehören Informationen zur aktuellen Auslastung. So ist auf einen Blick erkennbar, wo die nächstgelegenen freien Stellflächen zu finden sind.

Eine weitere praktische Funktion: intelligente Navigation. Viele Apps leiten nicht nur zum Parkplatz, sondern berücksichtigen für den schnellsten Weg auch Prognosedaten oder schlagen Alternativen vor, wenn ein Bereich erfahrungsgemäß stark ausgelastet ist.

Statt per Ticket am Parkautomaten kann man beim Smart Parking in der Regel digital bezahlen. Die Parkzeit wird bequem per App gestartet und beendet, Verlängerungen sind jederzeit möglich. Das reduziert Risiko und Stress, weil kein Ticket mehr auslaufen kann. Viele Dienste bieten zudem Erinnerungsfunktionen oder automatische Stopp-Systeme an. Dadurch spart man unter Umständen sogar Geld, wenn die Parkzeit kürzer ausfällt als ursprünglich angenommen.

Und sogar Reservierungen werden immer häufiger angeboten – vor allem an Bahnhöfen, in Parkhäusern oder bei Events.

Die wichtigsten Smart-Parking-Apps

App
Zentrale Funktionen
Besonderheiten/Unterschiede
EasyPark
  • Start, Stopp und Verlängerung des Parkvorgangs per Smartphone
  • minutengenaue Abrechnung
  • Parkplatzsuche nach Standort/Kartenzone
  • digitale Belege und Parkhistorie
  • Benachrichtigungen bei Ablauf der Zeit
  • Sehr breite Abdeckung in Europa (u.a. Deutschland, über 3.200 Städte)
  • teilweise In‑Car‑Integration
  • digitale Bewohner‑ und Firmenparkausweise in einigen Städten.
APCOA FLOW
  • Start/Stop‑Parken in APCOA‑Parkhäusern und ‑Flächen
  • automatische Kennzeichenerkennung in ausgewählten Anlagen (Ein- und Ausfahren ohne Ticket)
  • Erinnerungen vor Ablauf der Parkzeit
  • Verwaltung von Abos und Rabatten.
  • Stark auf APCOA‑Standorte (v.a. Parkhäuser) fokussiert
  • zusätzlich Integration von E‑Ladestationen inkl. Anzeige verfügbarer Lader und Start des Ladevorgangs in der App
Parkopedia
  • Suche nach Parkplätzen weltweit anhand Adresse oder Standort
  • Anzeige von Öffnungszeiten, Preisen, Zahlungsarten und weiteren Merkmalen
  • teils Echtzeit‑Verfügbarkeiten (Premium)
  • Routing zum Parkplatz
  • Primär „Wikipedia fürs Parken“: Informations‑ und Vergleichsplattform, nicht in erster Linie Bezahl‑App
  • riesige Datenbasis mit über 70 Mio. Stellplätzen in 15.000 Städten
Moovility
  • Suche von Ladestationen für E‑Autos
  • Live‑Status der Ladesäulen (frei/belegt)
  • Auslastungs‑Prognosen („ForeCast“)
  • Preisvergleich verschiedener Ladetarife
  • Filter nach Steckertyp, Leistung etc.
  • Fokus klar auf E-Mobilität statt klassischem Parken
  • Moovility‑Wallet mit Direktzahlungs‑Links („WalletDirect“) zu validierten Payment‑Anbietern
  • enge Integration mit Apple Maps, Siri und In‑Car‑Systemen
PayByPhone
  • Registrierung und Bezahlung von Parkvorgängen
  • Start/Verlängerung per App
  • Standort‑ oder Kartenansicht der teilnehmenden Zonen
  • Push-/SMS‑Erinnerungen
  • Parkhistorie und E‑Mail‑Quittungen
  • Fahrzeug‑Pin, um den Standort wiederzufinden
  • Starke Ausrichtung auf einfache, schnelle Bezahlung in teilnehmenden Städten (über 1.000+ Städte weltweit)
  • verschiedene Zahlarten inkl. Apple Pay/PayPal je nach Region
Parkster
  • Zonenbasierte Parkplatzsuche („Find parking“)
  • Start des Parkvorgangs ohne Pflicht‑Registrierung („Express Parking“)
  • flexible Wahl der Bezahlart
  • Option, später ein Konto anzulegen
  • Niedrige Einstiegshürde durch Parken ohne Account
  • Schwerpunkt in ausgewählten Ländern (u.a. Deutschland, Skandinavien) und kommunalen Flächen/Parkhäusern
  • Fokus auf einfache Bedienung.

Parken & Laden: Im Smart Parking wächst beides zusammen

Parkhäuser und Tiefgaragen werden in vielen Städten bereits gezielt für den Ausbau der Ladeinfrastruktur genutzt: Sie bieten wettergeschützte, gut planbare Standorte und sind häufig über mehrere Stunden belegt. Viele Betreiber statten ihre Anlagen mit Wallboxen, Ladesäulen und zunehmend auch mit Schnelllademöglichkeiten aus. Laut Branchenangaben sollen in deutschen Parkhäusern in den kommenden Jahren mehrere zehntausend Ladepunkte entstehen.

Damit E-Auto-Fahrer*innen unnötige Runden vermeiden, gewinnen Echtzeitinformationen an Bedeutung. Viele Smart-Parking-Systeme und Apps zeigen an, ob ein Ladepunkt frei oder belegt ist. Grundlage hierfür sind standardisierte Datenprotokolle wie OCPI (Open Charge Point Interface), über die Betreiber Ladeinformationen bereitstellen können.

Für Nutzer*innen bedeutet das deutlich mehr Planungssicherheit: Sie sehen sofort, wo sie parken und gleichzeitig laden können. In einigen Anwendungen werden sogar Erfahrungswerte angezeigt, die zeigen, wie wahrscheinlich ein freier Ladeplatz zu einer bestimmten Zeit ist.

Immer öfter entstehen Angebote, bei denen Parken und Laden direkt zusammen funktionieren – sei es durch gemeinsame Abläufe oder kombinierte Tarife. Dazu zählen:

  • Reservierbare Ladeplätze in Parkhäusern, etwa für Pendler*innen
  • Flexible Tarife, die Parkzeit und Ladezeit kombinieren
  • Bequeme Abrechnung in einer App, ohne separate Bezahlvorgänge
  • Intelligentes Lastmanagement, das dank Smart Charging mehrere Ladepunkte im Parkhaus optimal aussteuert

Smart Parking: Pilotprojekte in Deutschland und in europäischen Metropolen

Deutschland und auch viele europäische Städte treiben den Ausbau digitaler Parkraumlösungen voran und verknüpfen Belegungsdaten, Verkehrsinformationen und Mobilitätsangebote in gemeinsamen Plattformen. Ziel ist ein Parkraummanagement, das flächendeckend funktioniert und sich dynamisch an Verkehrsströme und Auslastung anpasst. Die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Ansätze sein können – und wie stark datenbasierte Lösungen bereits wirken.

Köln

Köln hat im Stadtteil Nippes seit Juni 2020 ein Smart-Parking-System im Einsatz, bei dem Bodensensoren und 27 LED-Displays an Laternenmasten freie Stellplätze in Echtzeit anzeigen. Die Daten werden durch ein KI-basiertes System ausgewertet und erleichtern die Orientierung in dem dicht bebauten Viertel erheblich. Laut Abschlussbericht konnte die Parkplatzauslastung um 7,7% auf 95% gesteigert werden. Außerdem hat sich die Parkplatzsuchzeit um 45% deutlich verringert. Die Ergebnisse des Projekts fließen seit 2024 in das weiterentwickelte Parkraumkonzept der Stadt ein.

München

München treibt den Ausbau digitaler Parkraumlösungen konsequent voran und hat 2025 ein neues Smart-Parking-System für mehrere P+R-Anlagen (Park & Ride) eingeführt. Moderne Sensorik erfasst dort die Belegung in Echtzeit und meldet freie Stellplätze automatisch an eine zentrale Plattform. Die Daten fließen direkt in die städtischen Mobilitätsangebote ein und werden unter anderem in der App HandyParken München genutzt, die bereits mit einer intelligenten Routenempfehlung experimentiert. So erhalten Nutzer*innen nicht nur Informationen zur aktuellen Belegung, sondern auch Hinweise darauf, wie lange die Parkplatzsuche voraussichtlich dauern könnte.

Troisdorf

Troisdorf ist zwar keine Metropole, setzt jedoch als eine der ersten mittelgroßen Städte in Deutschland auf ein vollwertiges Smart-Parking-System im Echtzeitbetrieb. Mit diesem Ansatz werden mehreren Herausforderungen in der Parkplatzverwaltung gelöst:

  • Effizientere Parklösungen für Pendler und Einwohner
  • Erleichterung der Arbeit des Ordnungsamts und Vermeidung unnötiger Leerfahrten
  • Bekanntmachung bestimmter Parkflächen, die vorher vielen nicht bekannt waren

Dafür wurden mehrere Hundert Parkplätze mit Bodensensoren ausgestattet, die permanent melden, ob ein Stellplatz frei oder belegt ist. Die Daten laufen in einer zentralen Plattform zusammen und werden über die kommunale App CityPilot angezeigt, sodass Fahrer*innen auf einen Blick sehen, wo sich ein freier Platz befindet. Mit mehr als 7.500 Downloads und einer stärkeren Auslastung aller Parkflächen hat sich das Projekt als Erfolg erwiesen.

Ein E-Auto parkt und lädt gleichzeitig in einem Parkhaus.

Immer öfter entstehen Angebote, bei denen Parken und Laden direkt zusammen funktionieren.

Amsterdam

Amsterdam setzt mit einem automatisierten Parksystem im Viertel Vijzelgracht auf Robotik. Dort werden Fahrzeuge per Hybridtechnik aus Paletten- und Robotersystemen platzsparend eingelagert, was die Flächenproduktivität deutlich erhöht. Insgesamt stehen 270 Stellplätze und 56 Ladepunkte zur Verfügung, die vollständig digital angesteuert werden. Die Stadt konnte damit den Suchverkehr im historischen Zentrum spürbar reduzieren.

Barcelona

Barcelona nutzt ein großflächiges Netz aus IoT-Sensoren (Internet of Things) und Kameras, die die Belegung im Straßenraum in Echtzeit erfassen. Die Daten fließen in die städtischen Mobilitätsdienste ein und ermöglichen eine dynamische Steuerung des Parkraums. Fallstudien belegen, dass der sogenannte „Parksuchverkehr“ dadurch um etwa 30 % zurückgegangen ist – ein deutlicher Effekt für eine dicht besiedelte Metropole.

Helsinki

Helsinki versteht Smart Parking als Teil einer umfassenden Smart-City-Strategie, die stark auf offene Daten und Bürgerbeteiligung setzt. Im Innovationsquartier Kalasatama werden verschiedene Mobilitätsservices – darunter Parkraumtechnologien, Energie- und Verkehrssteuerung – gemeinsam getestet. Die Lösungen entstehen schrittweise im Austausch mit Bewohner*innen und Partnerunternehmen – so orientieren sich Parkraummanagement und Mobilität stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen vor Ort.

Kopenhagen

Kopenhagen zählt europaweit zu den Vorreitern in der smarten Mobilität und erreichte im Smart City Mobility Index eine Spitzenbewertung. Die Stadt verknüpft smarte Parkraumstrategien mit computergestützter Verkehrsplanung und setzt auf durchgängig integrierte Mobilitätsangebote. Dazu gehören intelligente ÖPNV-Routenplaner, Echtzeitinformationen über die Verkehrslage sowie eine breite Nutzung digitaler Park- und Zahlungssysteme.

bulk

Autonomes Parken und robotergestützte Systeme

Autonomes Parken entwickelt sich zu einem wichtigen Zukunftsfeld. Im Mittelpunkt steht das Autonome Valet-Parking (AVP): Fahrzeuge werden an einem Übergabepunkt abgestellt und fahren anschließend selbstständig zum Stellplatz. Erste Pilotanlagen – etwa am Stuttgarter Flughafen – zeigen, wie das Zusammenspiel aus Parkhausinfrastruktur und Fahrzeugtechnik funktioniert. Technisch entspricht AVP der Automatisierungsstufe 4 (SAE Level 4) des autonomen Fahrens: Die Anlage überwacht die Umgebung, das Fahrzeug führt die Manöver aus. Da kein Rangierraum für Fahrer*innen nötig ist, lässt sich die vorhandene Fläche deutlich effizienter nutzen.

Parallel entstehen robotergestützte Lösungen, die ohne fahrzeugseitige Automatisierung auskommen. Heißt: auch ältere Fahrzeuge können solche Services nutzen. Mobile Plattformen oder Hebesysteme fahren unter das abgestellte Auto, heben es leicht an und platzieren es auf den Stellplätzen. Auch mobile Laderoboter werden getestet: Sie steuern einzelne Fahrzeuge gezielt an und stellen eine Ladeverbindung her, ohne dass an jedem Platz ein fester Ladepunkt nötig wäre.

Fazit

Smart Parking zeigt heute schon, wie digitale Lösungen den Stadtverkehr entlasten können. Der Clou dabei: Echtzeitdaten, smarte Apps und vernetzte Systeme erleichtern die Suche nach freien Stellplätzen und verkürzen Umwege. Viele europäische Städte testen derzeit, wie sich diese Ansätze im Alltag bewähren.

Parallel entstehen auf EU-Ebene neue Standards, die mehr Transparenz schaffen und unterschiedliche Systeme besser miteinander verbinden sollen. Die ITS-Richtlinie verpflichtet Städte ab 2028 dazu, Parkraumdaten wie Belegung, Tarife oder Ladepunktinformationen in einem einheitlichen Format bereitzustellen. Dadurch können Smart-Parking-Apps, Navigationsdienste und städtische Mobilitätsplattformen künftig auf dieselben strukturierten Daten zugreifen – unabhängig davon, welches System sie nutzen.