Klimaanlage: Stromverbrauch berechnen und Kosten senken

Wenn die Wohnung im Sommer zur Sauna wird, sorgt eine Klimaanlage schnell für Erfrischung. Doch wie stark macht sich die kühle Luft auf der Stromrechnung bemerkbar? Wir erklären, was bei unterschiedlichen Gerätetypen realistisch auf Sie zukommt, wie Sie den konkreten Verbrauch berechnen können – und mit welchen einfachen Maßnahmen Sie beim Kühlen Strom sparen.

Ob mobiles Monoblockgerät, klassische Split-Klimaanlage oder besonders effizientes Inverter-Modell: Der Stromverbrauch unterscheidet sich teils deutlich. Entscheidend ist aber nicht nur die Leistung des Geräts, sondern auch, wie oft und wie lange die Anlage im Sommer wirklich läuft. Wir haben dazu drei verschiedene Szenarien mit den drei gängigen Geräteformen einmal durchgerechnet.



Stromverbrauch einer Klimaanlage: typische Werte pro Stunde

Klimaanlagen arbeiten mit einem Kompressor – ähnlich wie ein Kühlschrank, nur eben ausgelegt für deutlich größere Luftmengen. Dabei wird dem Raum Wärme entzogen und nach außen abgegeben. Wie gut das gelingt, hängt stark von der Bauweise ab.

  • Mobile Klimaanlagen bündeln alle Bauteile in einem Gerät: Sie saugen Raumluft an, kühlen sie herunter und leiten die warme Abluft über einen Schlauch nach draußen. Dabei kann jedoch warme Luft nachströmen, wodurch das Gerät immer wieder nachkühlen muss. Die Anschaffungskosten sind mit 200 bis 1.000 Euro überschaubar.
  • Split-Klimaanlagen trennen diesen Prozess auf: Das Innengerät kühlt die Raumluft, das Außengerät gibt die Wärme im Freien ab. Weil dafür kein gekipptes Fenster mit Abluftschlauch nötig ist, arbeiten sie meist effizienter. Dafür sind die Anschaffungskosten mit 2.000 und 5.000 Euro inklusive Montage deutlich höher.
  • Ventilatoren bewegen nur die Luft im Raum. Das fühlt sich zwar angenehm an, senkt aber nicht die Raumtemperatur. Angenehm ist auch der Preis: Für einen Ventilator zahlen Sie zwischen 20 und 100 Euro in der Anschaffung.

Viele Klimaanlagen benötigen zwischen 0,8 und 2,5 Kilowatt Strom pro Betriebsstunde, moderne Inverter-Geräte liegen zum Teil noch darunter. Als grobe Orientierung haben wir typische Angaben nach Gerätetyp aufgeschlüsselt. Wie hoch der Stromverbrauch Ihrer Klimaanlage genau ausfällt, steht meist auf dem Typenschild, im Datenblatt oder in der Bedienungsanleitung.

Gerätetyp
Typischer Stromverbrauch pro Stunde
Einordnung
Mobile Klimaanlage
ca. 1,0–2,5 kWh
Das Gerät kühlt aktiv per Kompressor und führt warme Abluft über einen Schlauch nach draußen. Dadurch kann warme Luft aus Nebenräumen oder von außen nachströmen – die Anlage muss häufiger nachkühlen.
Split-Klimaanlage
ca. 0,8–1,5 kWh
Innen- und Außengerät sind getrennt. Die Wärme wird effizienter nach außen transportiert, zudem können viele Geräte ihre Leistung anpassen, statt dauerhaft mit voller Kraft zu laufen.
Sehr effizientes Splitgerät
ca. 0,25–0,6 kWh
Moderne Inverter-Geräte regeln den Kompressor stufenlos. Ist die Zieltemperatur erreicht, halten sie die Temperatur mit weniger Leistung, statt ständig neu hochzufahren.
Ventilator
ca. 0,03–0,07 kWh
Ein Ventilator kühlt die Luft nicht aktiv, sondern bewegt sie nur. Deshalb benötigt er keinen Kompressor und deutlich weniger Strom.

Welche Faktoren beeinflussen den Stromverbrauch?

Die Wattzahl liefert einen guten Startpunkt für die Berechnung. Wie viel Strom eine Klimaanlage tatsächlich verbraucht, entscheidet sich aber erst in der Nutzung. Ein Gerät mit 1.000 Watt kann sehr unterschiedlich teuer werden – je nachdem, wie stark es arbeiten muss und wie lange es läuft.

Ein großer Faktor ist die Raumgröße. Je mehr Luft gekühlt werden soll, desto länger braucht die Klimaanlage, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Auch die Deckenhöhe spielt eine Rolle: Ein 20-Quadratmeter-Raum mit hohen Altbaudecken enthält deutlich mehr Luft als ein gleich großer Raum mit Standarddeckenhöhe.

Ebenso wichtig sind Dämmung, Fensterflächen und Sonneneinstrahlung. Dachgeschosswohnungen, große Südfenster oder schlecht gedämmte Räume heizen sich schneller auf. Die Klimaanlage muss dann nicht nur einmal herunterkühlen, sondern dauerhaft gegen neue Wärme anarbeiten. Rollos, Jalousien oder außenliegender Sonnenschutz zur Beschattung können den Stromverbrauch deshalb spürbar senken.

Auch die eingestellte Zieltemperatur macht einen Unterschied bei den Kosten. Wer einen aufgeheizten Raum auf 18 °C herunterkühlen möchte, verlangt der Anlage deutlich mehr ab als bei 24 oder 25 °C. Für viele Wohnräume reicht eine moderate Kühlung bereits aus, um die Hitze besser auszuhalten. Das senkt den Strombedarf – verhindert aber auch, dass der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen unangenehm groß wird.

Nicht zuletzt zählt die Laufzeit. Kurzes, gezieltes Kühlen ist sparsamer als ein Gerät, das den ganzen Tag durchläuft. Timer, Eco-Funktion und Nachtmodus helfen dabei, die Betriebszeit zu begrenzen. Bei modernen Splitgeräten kann die Automatik zusätzlich dafür sorgen, dass der Kompressor nach dem Erreichen der Zieltemperatur mit geringerer Leistung weiterläuft.

Hand bedient mit der Fernbedienung eine Klimaanlage

Per Fernbedienung lässt sich die Leistung der Klimaanlage bequem anpassen, zum Beispiel läuft dank Eco-Funktion das Gerät nicht länger oder stärker als nötig.

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Formel: Stromverbrauch der eigenen Klimaanlage berechnen

Der Stromverbrauch einer Klimaanlage lässt sich einfacher berechnen, als es zunächst klingt. Sie brauchen dafür vor allem drei Werte: die Leistungsaufnahme in Watt, die tägliche Laufzeit und die Zahl der Tage, an denen das Gerät genutzt wird. Die Wattzahl finden Sie meist auf dem Typenschild, im Datenblatt oder in der Bedienungsanleitung.

Die Grundformel lautet:

Leistung in Watt × Betriebsstunden pro Tag × Betriebstage ÷ 1.000 = Stromverbrauch in kWh

Für die Stromkosten gilt anschließend:

Stromverbrauch in kWh × Strompreis pro kWh = Kosten in Euro

Ein einfaches Beispiel: Eine Klimaanlage mit 900 Watt läuft an heißen Tagen jeweils 7 Stunden.Wird sie an 60 Tagen im Jahr genutzt, ergibt sich folgender Verbrauch:
900 W × 7 h × 60 Tage ÷ 1.000 = 378 kWh
Daraus ergeben sich die Stromkosten¹:
378 kWh × 0,33€/kWh = 124,74€

In diesem Beispiel kostet der Betrieb der Klimaanlage also rund 125 Euro pro Jahr. Läuft das Gerät länger oder hat es eine höhere Leistungsaufnahme, steigen die Kosten entsprechend. Eine mobile Klimaanlage mit 1.500 Watt, die ebenfalls 7 Stunden am Tag an 60 Tagen läuft, würde bereits 630 kWh verbrauchen – und damit rund 208 Euro kosten.

¹https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/ 

Beispielrechnungen für unterschiedliche Nutzungsszenarien

Noch anschaulicher wird es mit konkreten Modellbeispielen. Wichtig: Die folgenden Geräte dienen nur als Rechenbeispiele, nicht als Kaufempfehlung.

Modellbeispiel
Gerätetyp
Rechenwert für den Verbrauch
De’Longhi PAC EX120 Silent
mobile Klimaanlage
1,05 kWh pro Stunde
Daikin Comfora FTXP25N9 + RXP25N9
Split-Klimaanlage
121 kWh/Jahr ÷ 350 h = ca. 0,36 kWh/h
Mitsubishi Electric MSZ-LN25VG2 + MUZ-LN25VG2
sehr effiziente Split-Klimaanlage
83 kWh/Jahr ÷ 350 h = ca. 0,24 kWh/h

Hinweis:

Bei mobilen Klimaanlagen ist der Verbrauch pro Stunde oft direkt angegeben. Bei Splitgeräten steht auf dem Energielabel meist der Jahresverbrauch im Kühlbetrieb; dieser wird für die Beispielrechnung vereinfacht auf eine Stunde heruntergerechnet. Das EU-Energielabel weist bei Klimaanlagen unter anderem den jährlichen Verbrauch im Kühlbetrieb aus; als Annahme für den Kühlbetrieb werden 350 Stunden pro Jahr verwendet.

Bei gelegentlicher Nutzung, etwa an 20 heißen Tagen im Jahr für jeweils 3 Stunden, kommen 60 Betriebsstunden zusammen. Dann bleiben die Kosten noch vergleichsweise überschaubar:

Modellbeispiel
Verbrauch bei 60 h/Jahr
Stromkosten bei 33,0 ct/kWh
De’Longhi PAC EX120 Silent
ca. 63 kWh
ca. 21 €
Daikin Comfora FTXP25N9 + RXP25N9
ca. 22 kWh
ca. 7,26 €
Mitsubishi Electric MSZ-LN25VG2 + MUZ-LN25VG2
ca. 14 kWh
ca. 4,62 €

Anders sieht es aus, wenn die Klimaanlage über mehrere Sommerwochen regelmäßig läuft. Bei 60 Tagen mit jeweils 7 Stunden Betrieb entstehen 420 Betriebsstunden:

Modellbeispiel
Verbrauch bei 240 h/Jahr
Stromkosten bei 33,0 ct/kWh
De’Longhi PAC EX120 Silent
ca. 441 kWh
ca. 146 €
Daikin Comfora FTXP25N9 + RXP25N9
ca. 151 kWh
ca. 50 €
Mitsubishi Electric MSZ-LN25VG2 + MUZ-LN25VG2
ca. 101 kWh
ca. 33 €

Die Beispiele zeigen: Bei wenigen Hitzetagen bleibt der finanzielle Unterschied zwischen den Geräten noch relativ klein. Je länger die Klimaanlage läuft, desto stärker macht sich die Effizienz bemerkbar. Im intensiven Nutzungsszenario liegen zwischen dem mobilen Gerät und dem sehr effizienten Splitgerät rechnerisch mehr als 110 Euro pro Jahr.

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Verbrauch genau bestimmen

Wer es genauer wissen möchte, kann bei mobilen Klimageräten den tatsächlichen Verbrauch mit einem Strommessgerät für die Steckdose prüfen: Gerät einstecken, Klimaanlage darüber betreiben und nach einigen Stunden oder Tagen ablesen, wie viele Kilowattstunden tatsächlich zusammengekommen sind.

Stromverbrauch der Klimaanlage senken: die besten Tipps

Eine Klimaanlage braucht Strom – klar. Wie hoch der Verbrauch am Ende ausfällt, hängt aber stark davon ab, wie gut der Raum vorbereitet ist und wie sinnvoll das Gerät läuft. Schon ein paar einfache Maßnahmen helfen, die Laufzeit zu verkürzen und die Anlage zu entlasten.

  • Fenster und Türen geschlossen halten: Während die Klimaanlage läuft, sollte möglichst wenig warme Luft nachströmen. Das gilt besonders für mobile Geräte mit Abluftschlauch. Hier lohnt es sich, das Fenster rund um den Schlauch gut abzudichten.
  • Filter regelmäßig reinigen: Verstaubte Filter bremsen den Luftstrom. Die Anlage muss dann stärker arbeiten, um die gleiche Kühlleistung zu erreichen. Ein sauberer Filter verbessert die Effizienz und sorgt gleichzeitig für angenehmere Raumluft.
  • Nur genutzte Räume kühlen: Klingt simpel, spart aber viel Strom. Schließen Sie Türen zu Nebenräumen und konzentrieren Sie die Kühlung auf die Bereiche, in denen Sie sich tatsächlich aufhalten – zum Beispiel Schlafzimmer, Homeoffice oder Wohnzimmer.
  • Solarstrom clever nutzen: Klimaanlagen laufen oft genau dann, wenn auch Solaranlagen viel Strom erzeugen: an sonnigen, warmen Tagen. Wer eine eigene Photovoltaikanlage hat, kann einen Teil des Verbrauchs daher direkt mit selbst erzeugtem Strom decken.

Auch ein Balkonkraftwerk kann beim Stromsparen hilfreich sein: Es ersetzt zwar keine große PV-Anlage und deckt den Verbrauch einer Klimaanlage meist nicht vollständig ab, kann aber die Grundlast im Haushalt senken. Dadurch bleibt mehr Netzstrom für das Kühlen übrig – und die Stromkosten fallen etwas niedriger aus.

Ein Balkonkraftwerk an einem Wohnhaus

Mit einem Balkonkraftwerk lässt sich Solarstrom direkt nutzen und die Klimaanlage an sonnigen Tagen etwas günstiger betreiben.

Fazit

Der Stromverbrauch einer Klimaanlage lässt sich gut einschätzen, wenn Sie drei Werte kennen: Leistungsaufnahme, Laufzeit und Strompreis. Schon damit wird klar, ob es um ein paar Euro an einzelnen Hitzetagen geht – oder um spürbare Zusatzkosten über den ganzen Sommer. Die Frage, welcher Gerätetyp dabei am besten ist, lässt sich gar nicht pauschal beantworten.

Mobile Klimaanlagen sind praktisch, wenn die Räume schnell und flexibel gekühlt werden sollen. Bei längerer Nutzung steigt aber der Stromverbrauch relativ schnell an. Splitgeräte sind teurer in der Anschaffung und aufwendiger in der Montage, arbeiten aber meist effizienter und sind damit sparsamer. Empfehlenswert sind vor allem moderne Varianten mit Inverter-Technologie, wenn die entsprechenden Zimmer regelmäßig und für einen längeren Zeitraum gekühlt werden sollen.

Übrigens: Am meisten sparen Sie, wenn die Klimaanlage gar nicht erst gegen vollständig aufgeheizte Räume arbeiten muss: Welche Maßnahmen dafür am besten geeignet sind, erfahren Sie im Ratgeber Wohnung kühlen: Die besten Tipps für heiße Tage.

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