Lohnt sich ein Firmenwagen mit Elektro-Antrieb?

Wenn du auf einen Firmenwagen mit Elektro-Antrieb umsteigst, bist du nicht nur umweltschonender unterwegs, sondern du profitierst auch von steuerlichen Vorteilen.

Welche das sind und welche Förderung du für deinen Dienstwagen in Anspruch nehmen kannst, verraten wir dir im folgenden Artikel.

Das vergangene Jahr war ein sehr gutes Jahr für die Elektromobilität – um nicht zu sagen, ein hervorragendes. Insgesamt registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bei rein batteriebetriebenen Stromern über 194.000 Neuzulassungen. Das ist das Dreifache verglichen mit dem Wert des Vorjahrs bzw. ein beeindruckendes Wachstum um 207,94%. Plug-in-Hybride fuhren noch besser. Da meldete das KBA mehr als 200.000 Neuzulassungen, ein Plus von über 340 Prozent.

Ein Grund für den rasanten Anstieg: Immer mehr neue Modelle kommen auf den Markt. Vom kompakten Cityflitzer bis zur elektrifizierten Luxuslimousine ist alles dabei. Du findest mittlerweile ein passendes Modell für deine Bedürfnisse – das ist (so gut wie) sicher. Ein weiterer, vielleicht sogar noch wichtigerer Punkt: Die Bundesregierung hat die staatliche Förderung für E-Autos im Sommer 2020 verdoppelt. Mittlerweile gibt es bis zu 9.000 Euro Zuschuss, wenn du dir ein neues E-Auto kaufst.

Wann lohnt sich ein Elektroauto als Firmenwagen?

Was das mit dem Thema Elektroauto als Firmenwagen zu tun hat? Der höhere Umweltbonus gilt natürlich auch für gewerbliche Käufer. Flottenbetreiber und kleine Unternehmen können daher ebenfalls den Zuschuss erhalten. Noch entscheidender für Firmen, die ihre Dienstwagen ja hauptsächlich leasen, ist die größere steuerliche Begünstigung von Elektroautos. Damit werden E-Autos auch als Dienstwagen immer interessanter.

Mann sitzt im E-Auto

Wer einen Firmenwagen fährt, setzt immer häufiger auf einen Stromer.

Wenn du einen Dienstwagen privat nutzt, musst du den geldwerten Vorteil, der dir dadurch entsteht, versteuern. Bei Verbrennern liegt der Pauschalwert, den du in der Steuererklärung angeben musst, bei 1 Prozent des Bruttolistenpreises. Dienstwagen mit Elektro-Antrieb werden mit gerade einmal dem Viertel, also 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises versteuert. Früher waren es einmal 0,5 Prozent, der Wert wurde Anfang 2020 aber nochmals halbiert.

Die Obergrenze, bis zu welchem Kaufpreis dieser Wert – 0,25 Prozent – gilt, wurde ebenfalls angehoben. Statt der früheren 40.000 Euro kann der Preis des Stromers nun sogar bis zu 60.000 Euro betragen. Dadurch kommt selbst das Model Y von Tesla oder ein Elektro-SUV wie der Skoda Enyaq in den Genuss der steuerlichen Begünstigung . Auch reine Stromer über 60.000 Euro bzw. Plug-in-Hybride generell werden als Dienstwagen mit dem halben Steuersatz (0,5 Prozent) berechnet.

Wie funktioniert die Dienstwagenregelung bei Elektroautos?

An einem Beispiel siehst du besser, wie die Regelung funktioniert: Der Skoda Enyaq iV 80 mit 265 PS, 82 kWh Akku-Kapazität und 460 km Reichweite kostet rund 46.000 Euro. Davon müsste ein Viertel Prozent als geldwerter Vorteil versteuert werden. Macht 115 Euro, die monatlich auf das zu versteuernde Einkommen draufgeschlagen werden. Bei einem Steuersatz von 40 Prozent würdest du für den Enyaq 80 als Elektro-Dienstwagen gerade einmal 552 Euro Steuern zahlen.

Grundsätzlich muss der Fahrtweg erst dann versteuert werden, wenn der Firmenwagen an mehr als 47 Tagen im Jahr für den Arbeitsweg benutzt wird. Doch auch dann greift ein Sonderrabatt. Anstelle der üblichen 0,03 Prozent des Listenpreises pro Kilometer und Monat werden nun nur ein Viertel, also 0,0075 Prozent, fällig. Macht für den Enyaq z. B. 3,45 Euro pro Kilometer. Bei einem Fahrtweg von 30 Kilometern erhöht sich das zu versteuernde Monatsgehalt um 103,50 Euro.

E-Auto Bild mit Sonnenuntergang im Hintergrund

Auch teurere Elektroautos profitieren mittlerweile von steuerlichen Vorteilen für Dienstwagen.

Insgesamt müsstest du dann 1.048,80 Euro Steuern für den elektrisch betriebenen Firmenwagen zahlen. Zum Vergleich: Für den Verbrenner Skoda Kodiaq Clever , der rund 9.000 Euro günstiger ist, wären es nach der 1-Prozent-Regelung 370 Euro Aufschlag aufs Gehalt sowie 333 Euro für den Fahrtweg. Summa summarum würde der Kodiaq also pro Jahr mit 3.373,40 Euro zusätzlich zu Buche schlagen. Das ist das Dreifache von dem, was ein Dienstwagen mit Elektro-Antrieb kosten würde.

In der nachfolgenden Tabelle haben wir dir unsere Beispiels-Rechnung nochmal dargestellt:

Skoda Enyaq iV 80 (E-Auto) Skoda Kodiaq Clever (Verbrenner)
Kaufpreis 46.000 Euro 37.000 Euro
Geldwerter Vorteil Dienstwagen 1.380 Euro 4.440 Euro
Geldwerter Vorteil Fahrweg (30km) 1.242 Euro 3.996 Euro
Summe Geldwerter Vorteil 2.622 Euro 8.436 Euro
Steuer auf geldwerten Vorteil (40%) 1.048,80 Euro 3.373,40 Euro
Ersparnis Elektro – gegenüber herkömmlichen Dienstwagen 2.324,60 Euro

 

Aufladen von Elektro-Firmenwagen ist steuerfrei

In der Praxis machen sich aber noch einige Schwierigkeiten bemerkbar, die mitunter verhindern, dass die Entscheidung zugunsten eines Stromers oder Plug-in-Hybriden als Dienstwagen fällt. Zum Beispiel das Laden zuhause: Während Hauseigentümer sich schon jetzt ganz unkompliziert eine private Wallbox installieren lassen können – und dafür Förderung erhalten –, ist das für Mieter bislang ein großes Problem gewesen.

Denn viele Vermieter verweigerten sich der Idee, in der Tiefgarage eine private Ladestation für Mieter einzubauen. Doch das Argument zieht nicht mehr. Stromer-Fahrer, die in Mehrfamilienhäusern leben, haben nun einen juristischen Anspruch darauf, dass in gemeinsam genutzten Tief- oder Sammelgaragen eine Ladestation errichtet werden kann. Der Bund schießt sogar 900 Euro für den Einbau zu.

Daneben wird auch der Aufbau von Ladesäulen in Unternehmen gefördert. Ebenfalls winken hier steuerliche Vorteile, auf die du achten solltest. Wenn du bei deinem Arbeitgeber verbilligt oder gar umsonst den Elektro-Dienstwagen aufladen kannst, gilt das nicht als geldwerter Vorteil, sondern bleibt – sofern es ein Extra zum Arbeitslohn ist – steuerfrei. Das gilt sogar nicht nur für Firmenwagen, sondern auch für private Stromer.

Mann im Autohaus und Firmenwagen im Hintergrund

Das Aufladen von Firmenwagen im Unternehmen ist steuerfrei.

Die Dienstwagen-E-Offensive der EnBW

Auch wir als EnBW setzen natürlich voll auf die Elektromobilität und gehen mit gutem Beispiel voran. Um unser Ziel der Klimaneutralität innerhalb des Unternehmens bis 2035 zu erreichen, wurden bereits mehr als 500 unserer etwa 3.000 Betriebsfahrzeuge, wie zum Beispiel Montagefahrzeuge, auf einen elektrischen oder Hybrid-Antrieb umgestellt. Darüber hinaus sollen im Lauf der nächsten vier Jahre alle Dienstwagen im Unternehmen Elektro- oder Hybrid-Fahrzeuge sein. Läuft jetzt ein Leasingvertrag eines Verbrenners aus, können die mehr als 630 Dienstwagenberechtigten nur noch aus einem Angebot von elektrischen oder teilelektrischen Modellen auswählen.

Darüber hinaus bieten wir allen Mitarbeiter*innen das Leasing von Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb zu attraktiven Konditionen an. Seit Juli 2020 wurde dieses Angebot bereits von mehr als 560 Mitarbeiter*innen angenommen – Tendenz steigend.

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Fazit: So werden E-Autos als Dienstwagen gefördert

Hier zum Schluss noch einmal die wesentlichen Fakten auf einen Blick:

  • Firmenwagen mit reinem Elektro-Antrieb genießen größere steuerliche Vorteile als Plug-in-Hybride.
  • Wenn du einen E-Firmenwagen privat nutzt, der weniger als 60.000 Euro kostet, musst du 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil versteuern.
  • Elektroautos über 60.000 Euro und Plug-in-Hybride generell werden mit 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwertem Vorteil versteuert.
  • Die Vergünstigung gilt auch die Versteuerung der Fahrstrecke.
  • Die Regelungen gelten im Moment für Erstzulassungen bis zum 31. Dezember 2030.

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