Infrarotheizungen: Worauf soll ich beim Kauf achten?

Infrarotheizungen sind eine spannende Alternative zu klassischen Heizungen. Aber was ist eigentlich das Besondere an diesen Heizungen, wie sieht es mit den Kosten und der Klimabilanz aus und welche Anbieter gibt es?

Wir stellen die Heizungsart etwas genauer vor.


Das erwartet dich hier

Was sind Infrarotheizungen?

Infrarotheizungen sind eine Form von Elektroheizungen. Sie besitzen im Inneren einen Heizleiter, der elektrische Energie in Wärme umwandelt. Diese wird hauptsächlich als Strahlungswärme abgegeben, die Wände oder Möbel direkt erwärmt. Anders als Heizstrahler besteht bei Infrarotheizungen keine Verbrennungsgefahr – die Oberflächentemperatur bei Wandheizkörpern liegt bei 80 bis 95 Grad Celsius. Im Vergleich zu klassischen Heizkörpern oder auch einer Fußbodenheizung zeichnen sich Infrarotheizungen vor allem durch ihre hohe Flexibilität aus. Das Verlegen von Leitungen ist bei dieser Form der Heizung nicht notwendig. Stattdessen lassen sich viele Modelle einfach an einer Steckdose anschließen. Für die Montage an der Wand oder der Decke sind oftmals entsprechende Halterungen und eine Montageanleitung im Lieferumfang enthalten. Somit kannst du Montage und Inbetriebnahme selbst vornehmen uns bist nicht etwa auf einen Heizungsinstallateur angewiesen.

Vorteile von Infrarotheizungen

Neben dem genannten zentralen Vorteil der hohen Flexibilität zeichnen sich Infrarotheizungen durch weitere Eigenschaften aus:

  • Infrarotheizungen sorgen für eine besonders angenehme Raumwärme und trocknen die Luft nicht aus.
  • Sie verursachen keine Luftaufwirbelungen – gerade für Hausstauballergiker ist das Raumklima deutlich angenehmer.
  • Infrarotheizungen werden ganz einfach über einen Thermostat oder per Smart-Home-App gesteuert.
  • Sie sind innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit.
  • Sie lassen sich einfach und kostengünstig installieren.
  • Infrarotheizungen sind äußert flach und dadurch platzsparend. Sie lassen sich einfach an der Wand anbringen. Lediglich eine Steckdose wird benötigt.
  •  Übrigens gibt es auch Infrarotheizungen, die sich ganz unauffällig und harmonisch in die Einrichtung deiner Wohnung oder deines Hauses integrieren lassen. So gibt es beispielsweise Infrarotheizungen in Form eines Spiegels oder einer Tafel.
Infrarotheizung an der Wand

Infrarotheizungen werden mit Strom betrieben und liefern Wärme auf Knopfdruck.

Formen von Infrarotheizungen

Infrarotheizungen sind in der Regel als einzelne Heizkörper erhältlich, die an der Wand oder Decke montiert werden. Es gibt sie auch als festeingebaute Heizanlage oder als Standgerät.
Darüber hinaus unterscheiden sich Infrarotheizungen vor allem mit Blick auf das Oberflächenmaterial. Erhältlich sind sie beispielsweise mit einer Front aus:

  • Metall
  • Glas
  • Spiegelfläche
  • Bild (Motiv oder eigenes Foto)
  • Naturstein
  • Schiefer (als Tafel beschreibbar)

Anbieter von Infrarotheizungen

Der Markt für Infrarotheizungen ist in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gewachsen. Hier eine Liste von Anbietern, bei denen du hochwertige Infrarotheizungen als Einzel- oder Komplettlösung erhältst.

  • Eurotherm
  • First Heating
  • Haustek
  • Infranomic
  • Infrapower
  • Magma
  • Ohle
  • Stiebel Eltron
  • Technotherm
  • Vitramo

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Standorte von Infrarotheizungen

Eine Möglichkeit ist, mit der Infrarotheizung Räume zu beheizen, die eher selten genutzt werden oder nur schwer an die zentrale Heizungsanlage anschließbar sind. Typische Beispiele wären der Partykeller nach dem Ausbau, ein saniertes Dachgeschoss oder der neue Wintergarten.

Infrarotheizungen eignen sich auch als Ergänzung zu anderen Heizungsanlagen bzw. zur Unterstützung in Räumen, die mit Pellet- oder Kaminöfen (Link zu Text) beheizt werden.

Im kleinen Badezimmer lassen sich Spiegel-Infrarotheizung verwenden, um Platz zu sparen. Der Heizkörper hängt dann beispielsweise über dem Waschbecken, kann aber auch mit einem Handtuchhalter (zum Trocken und Wärmen) kombiniert werden.

Infrarotheizungen können auch punktuell behagliche Zusatzwärme liefern, zum Beispiel in Lese- oder Spielecken. Unter bestimmten Bedingungen können sie auch als komplette Heizungsanlage genutzt werden.

Infrarotheizung als Tafelheizung in der Küche

Infrarotheizungen werden mit Strom betrieben und liefern Wärme auf Knopfdruck.

Kosten von Infrarotheizungen

Die Preise für Infrarotheizungen richten sich zunächst nach der Heizleistung. Heizkörper mit 180 bis 200 Watt bekommst du schon für 100 bis 300 Euro. Große Infrarotheizungen, die zwischen 900 und 1.200 Watt liefern, kosten zwischen ca. 1.000 und 1.500 Euro. Die Preise gelten für Metallheizkörper, für Bild- und andere Sondergestaltungen musst du in der Regel einen Aufpreis zahlen. Wie die benötigte Heizleistung berechnet wird, hängt vor allem von der Größe des jeweiligen Raums, der Bausubstanz des Hauses bzw. der Wohnung und der gewünschten Temperatur ab. Im Zweifel kann es an dieser Stelle nicht schaden, die Meinung eines Experten einzuholen.

Wie viel eine Infrarotheizung insgesamt kostet, hängt auch von der Raumgröße ab. Pro Quadratmeter brauchst du eine Heizleistung von rund 60 bis 100 Watt. Dabei gilt: Bei Zimmern mit nur einer Außenwand benötigst du eine geringere Leistung, Infrarotheizungen für Räume mit zwei oder drei Außenwänden müssen (bei gleicher Quadratmeterzahl) mehr Leistung bieten. Bei einer Wohnungsgröße von 80 Quadratmetern kostet eine komplette Infrarotheizungsanlage zwischen 2.500 und 8.000 Euro.

Dazu kommen die jährlichen Stromkosten. Wie viel du letztendlich bezahlst, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa der Dämmung deiner Außenwände, deinem Heizverhalten – und ob du in der ganzen Wohnung auf Infrarotheizung umstellst oder nur bestimmte Räume beheizt.

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Richtig heizen und lüften

Nahe liegend – aber wusstest du, dass du schon mit einem Grad Celsius weniger bis zu 6 Prozent Heizenergie sparen kannst? Aber auf welche Temperatur sollte die Heizung im Winter eingestellt werden? Mehr über das Thema Heizen und der optimalen Raumtemperatur im Winter findest du im Blogbeitrag „Heizung auf Winterbetrieb umstellen„.

Eine Übersicht für Stromkosten von Infrarotheizungen hat das Portal energieheld.de erstellt:

Leistung in Watt Heizleistung pro Jahr Preis pro Heizkörper Heizkosten pro Jahr
200 W 288 kWh ab 100 € 65 €
300 W 432 kWh ab 250 € 95 €
400 W 576 kWh ab 350 € 127 €
600 W 864 kWh ab 400 € 190 €
800 W 1.152 kWh ab 500 € 253 €
1.000 W 1.440 kWh ab 600 € 316 €
1.500 W 2.160 kWh ab 800 € 475 €

 

Klimabilanz der Infrarotheizung

Wie gut die Klimabilanz der Infrarotheizung aussieht, hängt direkt vom Stromverbrauch ab. Natürlich gilt auch hier wie bei jeder anderen Heizung auch: Je besser die Dämmung deines Hauses, desto weniger „verheizt“ du die Wärme. Daher sind Infrarotheizungen in unsanierten Altbauten wenig sinnvoll, aber perfekt geeignet für Passivhäuser mit extrem hohen Dämmwerten.

Die Klimabilanz lässt sich schlagartig verbessern, indem du deinen Stromtarif auf Ökostrom umstellst. Denn damit trägst du dazu bei, dass der Strommix in Deutschland grüner und die nachhaltige Stromproduktion weiter ausgebaut wird. „Grüner“ Strom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind- und Wasserkraft.

Dass klimafreundlicher Strom nicht teuer, sondern auch günstig sein kann, zeigen dir übrigens unsere Ökostrom-Tarife. Je nach Tarif handelt es sich um grüne Energie überwiegend aus süddeutschen, EnBW eigenen Wasserkraftwerken oder aus Europa. Überzeug dich selbst. Diesen gibt es übrigens in ganz Deutschland.

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Am besten, du nutzt deinen eigenen Solarstrom zum Heizen und schließt deine Infrahotheizung an eine Photovoltaikanlage und einen Stromspeicher an. Da die PV-Anlage im Winter aber nur wenig oder gar keinen Sonnenstrom produziert, solltest du ein „virtuelles“ Konto für deinen Strom anlegen. Dies ist etwa mit der Senec Cloud möglich.

Fazit

Infrarotheizungen sind eine spannende Alternative zu klassischen Heizungsanlagen, nicht zuletzt für Hausstauballergiker. Die kleinen Platzwunder lassen sich häufig leicht an der Wand oder an der Decke anbringen. Manche Infrarotheizungen kannst du auch freistehend am benötigten Ort aufstellen. Dazu haben Infrarotheizungen oft noch einen zusätzlichen Nutzen (Bild, Spiegel, Tafel für Einkaufsliste …).

Auch die Klimabilanz von Infrarotheizungen ist besser als ihr Ruf, vor allem von ganzen Heizungsanlagen, sofern die Immobilie gut gedämmt ist. Du kannst die Bilanz weiter verbessern, indem du beispielsweise einen Ökostromtarif buchst oder die Infrarotheizung mit deiner PV-Anlage verbindest.

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