Heizperiode: Ab wann sollte die Heizung an sein?

Die Tage werden kürzer und die Temperaturen erreichen nicht nur nachts häufig einstellige Werte. Spätestens jetzt wird es Zeit, die Heizsaison zu eröffnen und die Heizung aus dem Sommer- in den Winterbetrieb umzuschalten.

Im Sommer spart es Energie, wenn die Heizung nur noch Warmwasser bereitstellen muss, anstatt auch die Zimmer aufzuheizen. Sobald die Temperaturen jedoch dauerhaft sinken, ist es sinnvoll, die Heizung auf Winterbetrieb umzustellen und somit für wohlige Wärme in der Wohnung zu sorgen. Doch ab wann sollte die Heizung an sein, wie kann man sie umstellen und worauf sollte man während der Heizperiode achten? Das erfahren Sie in diesem Artikel. 



Ab wann sollte die Heizung an sein?

Einen festen Termin, zu dem Sie Ihre Heizung anstellen sollten, gibt es nicht. Wann genau der richtige Zeitpunkt dafür ist, hängt vor allem von den Temperaturen ab. Fachleute können abhängig vom energetischen Zustand des Gebäudes genauer sagen, ab wann die Inbetriebnahme Ihrer Heizung ratsam ist. Auch die Gebäudeart spielt eine zentrale Rolle. So reicht es in gut isolierten Niedrigenergiehäusern aus, die Heizung erst bei etwa 11 bis 14 °C Außentemperatur anzuschalten – in Passivhäusern sogar erst bei 10 °C.

Aber: In Deutschland sind rund 60 Prozent aller Wohngebäude vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung (1978) errichtet worden. Ohne energetische Modernisierung müssen solche Gebäude früher geheizt werden.

Als Eigenheimbesitzer*in können Sie sich an diesen Werten orientieren – oder, bevor Sie frieren, schon früher mit dem Heizen beginnen. Als Mieter*in sind Sie hingegen auf den Beginn der Heizperiode angewiesen, damit die Hausverwaltung die Heizung einschaltet.

Heizperiode: Ab wann müssen Vermieter*innen die Heizung einschalten?

Für Vermieter*innen gilt: Fällt die Außentemperatur mehr als zwei Tage hintereinander unter 18 °C oder auch nur einen Tag unter 16 °C, so sind sie dazu verpflichtet, die Heizung anzuschalten. Außerdem müssen sie sicherstellen, dass die Heizung jederzeit funktionsfähig ist, selbst außerhalb der Heizperiode.

Die Heizperiode in Deutschland dauert üblicherweise vom 1. Oktober bis zum 30. April. Je nach Wetterlage und Region kann sie jedoch früher beginnen oder später enden. Daher sollten vor allem die tatsächlichen Temperaturen darüber entscheiden, wann die Heizung eingeschaltet wird. Gesetzlich festgelegt ist die Heizperiode übrigens nicht, sie wird aber durch die Rechtsprechung und in der Praxis von vielen Vermieter*innen und Hausverwaltungen als Orientierung genutzt.

Weigert sich die Vermietung, die Heizung einzuschalten, sollte der Mangel sofort schriftlich mitgeteilt werden, samt einer Ankündigung von Mietminderung. Fallen die Temperaturen in der Wohnung unter 20 °C, können an den kalten Tagen 5 bis 20 Prozent Mietminderung angesetzt werden. Auch eine defekte Heizung während der Heizperiode sollten Mieter*innen sofort melden. Das ermöglicht nämlich eine Mietminderung von bis zu 100 Prozent.

Frau entspannt am Fenster

Damit wir es im Winter gemütlich haben, beginnt ab etwa Mitte Oktober die Heizsaison.

Welche Pflichten gelten für Mieter*innen?

Mieter*innen sind verpflichtet, durch richtiges Heizen und Lüften im Winter Schäden an der Mietsache zu vermeiden, beispielsweise durch Schimmelbildung oder eingefrorene Leitungen. Verursacht zu starkes Auskühlen entsprechende Schäden, können die Kosten für deren Beseitigung unter Umständen bei den Mieter*innen liegen.

Auch bei längerer Abwesenheit müssen Sie daher sicherstellen, dass die Wohnung ausreichend beheizt bleibt. Bei starkem Frost sollte beispielsweise jemand die Heizung kontrollieren und bei Bedarf aufdrehen.

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Wie kann man die Heizung von Sommer auf Winter umschalten?

Bei den meisten Heizungen müssen Sie keine spezielle Ein- bzw. Umstellung vornehmen, um vom Sommer- in den Winterbetrieb zu wechseln. Die Geräte erkennen automatisch, wenn die Temperatur unter einen bestimmten Wert fällt, und nehmen den Betrieb dann wieder auf. In Mietwohnungen übernimmt gegebenenfalls die Hausverwaltung die rechtzeitige Umstellung.

Mussten Sie bei Ihrer Heizung zur Umstellung auf den Sommerbetrieb allerdings Einstellungen vornehmen, sollten Sie diese nun für den Winter wieder rückgängig machen. Es gibt beispielsweise Heizungsanlagen, bei denen Sie das Warmwasser abstellen oder über einen Schalter auf Sommer- und Winterbetrieb umstellen müssen.

Wie hoch ist die ideale Raumtemperatur im Winter?

Für Innenräume gilt als grobe Faustregel, dass 16 bis 24 °C Tagestemperatur völlig ausreichend sind. Allerdings gibt es je nach Verwendungszweck und Aufenthaltsdauer Unterschiede zwischen den einzelnen Räumen:

Raum
Optimale Raumtemperatur
Flur und Schlafzimmer
16–18 °C
Küche
16–18 °C
Wohn- und Arbeitszimmer
20–22 °C
Kinderzimmer
22–24 °C
Badezimmer
22–24 °C

Es gibt verschiedene Faktoren, die beeinflussen, auf welcher Heizungsstufe Sie die entsprechende Raumtemperatur erreichen. Lässt die Wärmedämmung des Hauses zu wünschen übrig oder ist die Außentemperatur sehr gering, wird eventuell eine höhere Stufe benötigt. Zudem kann Ihre persönliche Wohlfühltemperatur von der idealen Raumtemperatur im Winter abweichen.

Im Normalfall reicht bei einer Heizung mit klassischem Thermostat die Stufe 3. Zusätzlich zu den Zahlen befindet sich am unteren Ende der Skala noch ein Sternchen. Stellen Sie das Thermostat im Winter auf diese Markierung, heizt das Gerät zwar nicht, aber Sie sorgen dafür, dass keine Frostschäden durch komplett verschlossene Leitungen entstehen.

Mehr Tipps für das optimale Raumklima und die richtige Einstellung von manuellen Heizkörperthermostaten finden Sie in den verlinkten Ratgeberartikeln.

Heizungsthermostat

Wer die Heizung auf Stufe 3 stellt, kann nicht viel verkehrt machen.

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Smartes Heizen

Anstelle von manuellen Drehreglern ermöglichen smarte Thermostate die Steuerung der Heizung per App. Das ist nicht nur komfortabel, sondern spart auch Energie und Heizkosten. Auch gut: Einen Fachbetrieb zum Tauschen der Thermostate brauchen Sie nicht. Mit etwas Geschick und einer Zange haben Sie Ihre Heizung zu Hause in kurzer Zeit selbst zum smarten System umgebaut.

Wie kann ich beim Heizen im Winter sparen?

Damit Sie beim Heizen nicht unnötig Energie verschwenden, sollten Sie Ihre Heizung vor der Umstellung in den Winterbetrieb warten lassen und die Heizkörper entlüften. Auch im laufenden Betrieb können Sie einiges beachten: Lüften Sie lieber kurz und kräftig (Stoßlüften), statt die Fenster dauerhaft auf Kipp zu lassen und schließen Sie sie danach wieder. Achten Sie außerdem darauf, dass Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen zugestellt sind, damit sich die Wärme im Raum verteilen kann. Mehr dazu im Artikel „Richtig heizen und lüften”.

Ist Ihre Wohnung von anderen Wohnungen umgeben, strahlt häufig die (Heizungs-)Wärme der angrenzenden Wohnungen auf Ihre Räume ab – so können Sie selbst Energie sparen. Erdgeschosswohnungen sind manchmal etwas kühler, da die Kälte vom Boden bzw. aus dem Keller aufsteigen kann. Das gilt auch für Räume, die an die Außenluft, an unbeheizte Räume oder an den Dachboden grenzen.

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Ist es sinnvoll, die Heizung nachts auszuschalten?

In der Regel ist es nicht sinnvoll, die Heizung nachts komplett auszuschalten. Gerade dann sinken die Temperaturen auf ihren Tiefststand und die Wohnung kühlt schneller aus. Das erneute Aufheizen am Morgen kostet viel unnötige Energie. Zudem steigt die Schimmelgefahr, wenn Wohnräume zu stark abkühlen.

Viel diskutiert wird dagegen die Nachtabsenkung, bei der sich die Heizleistung nachts automatisch verringert oder Sie die Heizkörper per Hand etwas herunterdrehen. Diese Absenkung lohnt sich jedoch nur, wenn Sie nicht am nächsten Tag alle Heizungen wieder voll aufdrehen, um die verloren gegangene Wärme auszugleichen.

Bei Wärmepumpen und Fußbodenheizungen ist häufiges Ein- und Ausschalten generell weniger sinnvoll, da diese Systeme besonders effizient mit möglichst gleichmäßigen Temperaturen arbeiten und vergleichsweise träge auf Änderungen reagieren.

Muss man ungenutzte Räume nicht heizen?

Doch, denn man sollte ungenutzte Räume nicht komplett ungeheizt lassen. In den meisten Fällen wird mehr Energie benötigt, um abgekühlte Räume erneut aufzuheizen, als um sie dauerhaft warm zu halten. Außerdem zieht ein kalter Raum die Wärme aus den umliegenden, beheizten Zimmern durch die Innenwände ab.

Wichtig ist, dass die Räume nicht zu stark auskühlen. Sinkt die Temperatur an den Außenwänden, erhöht sich das Risiko von Schimmelbildung, vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit. Auch ungenutzte Räume sollten daher regelmäßig gelüftet werden, um die Luftfeuchtigkeit zu minimieren. Ebenfalls wichtig: Halten Sie die Türen zu kühleren oder ungenutzten Räumen konsequent geschlossen. Sonst wandert warme, feuchte Luft in das kalte Zimmer und kondensiert dort.

Kann ich die Heizung bei Abwesenheit im Winter auf Stufe 1 stellen?

Sie sollten die Heizung bei längerer Abwesenheit eher auf Stufe 2 stellen, für eine Raumtemperatur von 15 bis 16 °C. Stufe 1 ist in der Regel zu niedrig.

Da durchgängiges Heizen nicht gerade billig ist, fragen sich viele Menschen vor ihrem Winterurlaub, ob sie die Heizung wirklich anlassen müssen. Viel kostensparender wäre es doch, die ganze Heizung abzustellen. Das kann jedoch gefährlich werden: Bei Außentemperaturen unter dem Gefrierpunkt könnten dann Heizungs- und Wasserleitungen einfrieren und platzen. Damit Ihnen auch keine anderen bösen Überraschungen drohen, sollten Sie vor dem Urlaub außerdem Ihren Einbruchschutz überprüfen.

Ab wann sollte man die Heizung ausschalten?

Eine starre Temperaturgrenze gibt es auch hier nicht. Als Orientierung gilt jedoch: Liegen die Außentemperaturen tagsüber dauerhaft bei etwa 15 bis 17 °C und werden auch die Nächte zunehmend mild, wird in vielen Gebäuden kaum noch zusätzliche Heizwärme benötigt – vor allem, wenn das Haus in einem guten energetischen Zustand ist. Räume mit großen Fensterflächen profitieren zudem stärker von der Sonneneinstrahlung und können deshalb schon früher ohne aktive Heizung auskommen.

Bleiben die Wohnräume warm genug, kann die Heizung auf Sommerbetrieb umgestellt werden. Die Raumheizung bleibt dabei ausgeschaltet, während die Warmwasserbereitung weiterhin funktioniert.

Fazit: Wann sollte man die Heizung einschalten?

Wann die Heizung eingeschaltet werden sollte, hängt weniger vom Kalender als von den Außentemperaturen und dem energetischen Zustand des Gebäudes ab. Als Orientierung gilt: Sinken die Temperaturen dauerhaft und kühlen auch die Wohnräume spürbar aus, ist es Zeit, vom Sommer- in den Winterbetrieb zu wechseln.

Für ein angenehmes Raumklima reichen in den meisten Wohnräumen etwa 18 bis 20 °C aus. Dabei sollten Sie die Heizung weder unnötig hochdrehen noch über längere Zeit vollständig ausschalten. Besonders nachts, in ungenutzten Räumen oder bei längerer Abwesenheit ist es sinnvoller, die Temperatur abzusenken, anstatt die Räume komplett auskühlen zu lassen. So können Sie Heizenergie und Kosten sparen, ohne das Risiko für Schimmel oder Frostschäden unnötig zu erhöhen.

Zusammengefasst gilt: Wer auf richtiges Lüften, saubere und entlüftete Heizkörper sowie passend eingestellte Thermostate achtet, kommt effizient durch die Heizsaison.