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Windpark Neiße-Malxetal

Projektdetails

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Auf Flächen der Gemeinde Neiße-Malxetal sowie Jämlitz-Klein Düben im Landkreis Spree-Neiße im Südosten Brandenburgs, plant die EnBW Windkraft­projekte GmbH die Errichtung von Windkraft­anlagen. Diese sollen grünen Strom produzieren, der im Rahmen des Projekts greenHyBB zur Produktion von Wasserstoff eingesetzt werden soll.

Der Standort des geplanten Windparks liegt östlich der Ortsteile Preschen und Gosda II und westlich des Ortsteils Jerischke in einem Waldgebiet.

Termine

Am 08. März 2023 fand die Infoveranstaltung zum Wasserstoff-Projekt greenHyBB und dem Windpark Neiße-Malxetal in der Gaststätte Sportlerheim in Neiße-Malxetal statt. Die Plakate zu dieser Infoveranstaltung sowie Visualisierungen des Windparks Neiße-Malxetal finden Sie unter dem Punkt Downloads

Während der Infoveranstaltung wurden außerdem vielfältige Fragen gestellt. Nachfolgend finden Sie die Antworten zu diesen.

Fragenkatalog der Infoveranstaltung

Wie und wo ist die Produktion von Wasserstoff vorgesehen?

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Innerhalb des Projekts 'greenHyBB' steht die Herstellung von grünem Wasserstoff in Brandenburg für Kunden und Abnehmer in Brandenburg im Fokus. Hierzu soll Strom aus den erneuerbaren Energiequellen Wind und Sonne genutzt werden, um Wasser durch den elektrochemischen Prozess der Elektrolyse in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Der so hergestellte Wasserstoff soll in Brandenburg ansässigen Verbrauchern zur Nutzung in unterschiedlichen Branchen, wie z.B. Industrie, Chemie, Logistik und Transport, ÖPNV oder Energieversorgung zur Verfügung gestellt werden. Zum Transport und zur Verteilung des gasförmigen Energieträgers sollen derzeit in Planung und Realisierung befindliche Pipelines, wie z.B. die des Projekts 'doing hydrogen', genutzt werden. Für eine möglichst einfache Anbindung des Elektrolyseurs an die Pipeline, ist ein Standort in unmittelbarer Nähe zu den in Brandenburg geplanten Pipelines angestrebt. Die Pipeline durchquert nicht die Gemeinde Neiße-Malxetal. Daher kann der Elektrolyseur auch nicht in der Gemeinde errichtet werden.

Inwiefern profitiert die Gemeinde vor Ort von den zu errichtenden Windenergieanlagen?

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Die Gemeinden vor Ort profitieren finanziell in zweierlei Hinsicht von dem zur errichtenden Windpark: Zum einen durch den in Brandenburg festgeschriebenen Windkraft-Euro (jährlich pauschal 10.000 Euro pro Windenergieanlage) sowie von der Regelung in Artikel 6 des erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG), welches eine Abgabe von 0,2 Cent der durch den Windpark eingespeisten Kilowattstunde ermöglicht. In Summe würden sich die Einnahmen für die Gemeinde Neiße-Malxetal auf eine Höhe von jährlich rund 800.000 Euro belaufen.

Das durch den Windpark eingenommene Kapital könnte dann wiederrum in wichtige Projekte der Gemeinde einfließen, beispielsweise in den weiteren Ausbau von Verkehrsinfrastruktur oder in die Ertüchtigung der Feuerwehr vor Ort.

Wie viel Grundwasser wird benötigt für die Erzeugung von grünem Wasserstoff?

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Für die Herstellung von 1 kg Wasserstoff werden ca. 13 Liter Wasser benötigt. Der Wasserbedarf eines Elektrolyseurs mit einer elektrischen Anschlussleistung von 100 MW und einer jährlichen Produktionsmenge von 9.000 t Wasserstoff benötigt ca. 120.000 m³ Wasser pro Jahr. Im Vergleich dazu verbraucht jede Person in Deutschland im Durchschnitt 46,7 m³ Wasser pro Jahr im Haushaltsbereich. Rechnet man die Herstellung von Lebensmittel, Bekleidung und anderer Bedarfsgüter dazu, beläuft sich der Verbrauch auf 2.628 m³ Wasser pro Person und Jahr. (Quelle: Umweltbundesamt) Der Wasserverbrauch einer Kleinstadt mit 10.000 Einwohner beträgt durchschnittlich 467.700 bzw. 26,28 Mio. m³ pro Jahr. Insgesamt wurden in Deutschland in 2019 rund 6,08 Mrd. m³ Grund- und Quellwasser durch öffentlichen und nicht-öffentliche Wasserversorger gewonnen. Bezogen auf den Zeitraum 1961 - 1990 ist in Deutschland von einer Grundwasserneubildung von durchschnittlich 48,2 Mrd. m³ pro Jahr auszugehen. (Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe)

Warum muss dafür der Wald geopfert werden?

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Windenergieanlagen im Wald sind grundsätzlich zulässig. Es darf jedoch nicht in jedem Wald gebaut werden. Der Landesforst Brandenburg hat alle Wälder im Land bewertet in Bezug auf Nutzung und ökologischer Wertigkeit. In monokulturellen Forstbeständen ist die Errichtung demnach zulässig.

Zur Erreichung der Klimaziele ist es dringend erforderlich, die Windenergienutzung an Land erheblich auszubauen. Das hat auch die amtierende Bundesregierung erkannt und sich dafür ehrgeizige Ziele gesetzt. Gemäß Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) sind bundesweit Flächen im Umfang von durchschnittlich zwei Prozent bereitzustellen. Um dieses zu ermöglichen, werden vor allem in Bundesländern mit hohen Waldanteilen in zunehmendem Umfang Forstflächen zur Verfügung gestellt werden müssen, da davon auszugehen ist, dass nicht ausreichend geeignete Standorte im Offenland verfügbar sind.

Windenergieanlagen im Wald erfordern die Rodung von ca. 6.000m² pro Anlage. Diese Fläche muss dreifach kompensiert werden durch Aufforstungen an geeigneter Stelle in der Region. In der Summe nimmt der Wald also zu.

Die Karte erweckt den Anschein, dass die Windkraftanlagen sehr nah an den Wohngebieten sind, das würde das Umfeld verunstalten, oder?

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Zur Wohnbebauung wird ein Mindestabstand von 1000m eingehalten. Eine nähere Bebauung ist in Brandenburg generell und in der Planungsregion im Besonderen nicht zulässig.

Die Anlagen stehen im UNESCO Geopark Muskauer Faltenbogen - ist es nicht problematisch dort Windkraftanlagen aufzustellen?

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Die Aufgaben von Geoparks können wie folgt zusammenfasst werden: Wesentlich ist es, an einem Landschaftsausschnitt beispielhaft die Entwicklungsgeschichte der Erde für allgemein Interessierte zu vermitteln und besonders auch Bildungsangebote zu unterbreiten. Zur Erdgeschichte in diesem Sinne gehören die Geschichte der Erdentstehung allgemein und die Bodenbildung, die geomorphologische und geographischen Landschaftsentstehung im Besonderen sowie ihre Nutzung durch den Menschen (Land- und Forstwirtschaft, Rohstoffnutzung und Entwicklung von Bergbaufolgelandschaften, kulturelle Nutzung usw.).

Geoparks bieten einzigartige geologische Phänomene zum Anschauen und Erleben, suchen Wege wie bedeutende geologische Erscheinungen bewahrt werden können, streben an, zur nachhaltigen Regionalentwicklung beizutragen und die Umwelt intakt zu halten, wobei dennoch verträgliche wirtschaftliche Entwicklung möglich ist.

Quelle: https://www.muskauer-faltenbogen.de/aufgaben-und-ziele/was-ist-ein-geopark/

Was wird mit der Grundsteuer & zählt das dann als bebaute Fläche?

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Die Wertigkeit des Grundstücks erhöht sich mit der Errichtung der Windenergieanlage. Dadurch erhöht sich auch die zu entrichtende Grundsteuer an die Gemeinde.

Flächen, auf denen Windenergieanlagen errichtet werden, bleiben Außenbereich. Sie gelten nicht als bebaute Flächen im Innenbereich. Die Art der Landnutzung kann ebenfalls durch den Bau nicht verändert werden. Die Flächen bleiben weiterhin der forstwirtschaftlichen Nutzung zugeordnet.

Wie wird der Brandschutz gewährleitet? Was passiert, wenn der (trockene) Kiefernwald anfängt zu brennen?

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Auflage der Baugenehmigung ist die Errichtung von Löschwasserzisternen alle 700m. Die Zisternen werden auf Kosten des Windparks errichtet und betrieben. Zudem werden durch die Befestigung der Zuwegung die Wälder erreichbarer für Löschwasserfahrzeuge. Die örtlichen Feuerwehren müssen gemäß den Auflagen der Genehmigungsbehörde ausgestattet sein. Fehlt Ausrüstung, muss diese auf Kosten des Windparkbetreibers beschafft werden.

Häufig liegt in Brandenburger Wäldern Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese kann Waldbrände auslösen. Bei der Errichtung von Windenergieanlagen muss zuvor die Fläche von Munition beräumt werden. Dadurch verringert sich das Risiko für Waldbrände noch einmal.

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Anlagenzahl & Anlagentyp

Standortkarte Windpark Neiße-Malxetal

Derzeit sind 27 Windenergieanlagen des Typs Vestas V162 mit 169 Metern Nabenhöhe geplant. Der Rotordurchmesser beträgt 162 Meter, jede Anlage hat eine Nennleistung von 7,2 MW. Die Gesamtleistung des Windparks beträgt nach heutigem Planungsstand ca. 195 MW.

Diese Gesamtleistung würde ausreichen, um daraus rd. 160.000 MWh Wasserstoff zu produzieren. Damit könnte der jährliche Bedarf von rd. 230.000 Personen zur Warmwasserversorgung gedeckt werden. Zusätzlich würden rd. 140.000 MWh Strom erzeugt, die den jährlichen Stromverbrauch von rd. 50.000 Haushalten decken würden.

Der Anlagentyp kann sich im weiteren Verlauf der Planungen allerdings noch ändern, wird jedoch ähnliche Parameter bezüglich Nabenhöhe, Nennleistung und Rotordurchmesser haben. Auch kann es noch zu Änderungen bei Anordnung und Anzahl der Anlagen kommen.

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Umliegende Gemeinden profitieren finanziell

Gemeinden, die vom sogenannten Windkrafteuro über den Windpark Neiße-Malxetal profitieren würden.

Seit 2019 ist in Brandenburg ein Landesgesetz (Brandenburgisches WindkraftanlagenBeteiligungsGesetz) in Kraft, das eine verpflichtende Zahlung von 10.000 € jährlich pro Windrad an die umliegenden Gemeinden vorschreibt. Das Geld wird in einem Umkreis von 3.000 m prozentual je nach Anteil verteilt.

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Gemeinden, die über das EEG vom Windpark Neiße-Malxetal finanziell profitieren würden.

Darüber hinaus ermöglicht zusätzlich ein Bundesgesetz (EEG – Erneuerbare Energien Gesetz) eine Beteiligung umliegender Gemeinden. Betreiber von Windkraftanlagen dürfen den Gemeinden auf freiwilliger Basis eine Beteiligung von bis zu 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde pro Jahr anbieten. Bei aktuellen Anlagentypen summiert sich diese Beteiligung auf ca. 31.000€ jährlich pro Windrad. Die Beteiligung wird anteilig für einen Radius von 2.500m berechnet.

So können also für einen Windpark mit zehn Windräder kommunale Beteiligungen von ca. 410.000€ jährlich in die Gemeindekassen fließen.

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Windverhältnisse

Die Windverhältnisse sind eine entscheidende Größe, um die Eignung eines Standortes für die Windenergie zu beurteilen. Die Anemos Windkarte für Deutschland gibt für die Gemeinde Neiße-Malxetal gute Windbedingungen an. Das wurde durch eine EnBW-interne Ertragsberechnung bestätigt. Im weiteren Verlauf des Projekts werden mindestens zwei Gutachter mit der Erstellung unabhängiger Windertragsgutachten beauftragt.

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Rücksicht auf Mensch und Umwelt

Bei der Auswahl der Standorte der Windenergieanlagen wird versucht, diese so zu platzieren, dass ein aus natur- und artenschutzfachlicher, umweltökologischer und ökonomischer Sicht geringstmöglicher Eingriff verursacht wird.

Bevor ein Windpark genehmigt und gebaut werden kann, sind zahlreiche Fachgutachten notwendig. Über die Gutachten wird geprüft, ob der Windpark im Einklang mit den Belangen der Bevölkerung vor Ort sowie Umwelt und Natur steht. Neben umfangreichen faunistischen Erhebungen sind Schall- und Schattenwurfprognosen nötig, welche durch unabhängige und zertifizierte Gutachter im Auftrag der EnBW erstellt werden.