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Solarpark Rot an der Rot

Wegweisend in Sachen Resilienz

In der Gemeinde Rot an der Rot, Ortsteil Haslach hat die EnBW im Juni 2024 den Solarpark „Rot an der Rot“ in Betrieb genommen. Dieser zeichnet sich durch eine Lieferkette mit Fokus auf Ressourcenschonung aus: Verbaut sind Photovoltaik-Module, die laut Hersteller mittels CO₂-kompensierter Produktionsprozesse gefertigt wurden, in Deutschland produzierte Wechselrichter und zwei Second-Life-Batteriespeicher, bestehend aus Akkus von Elektrofahrzeugen. Damit ist Rot an der Rot ein wegweisendes Projekt für eine ressourcenschonendere und resilientere Lieferkette beim Bau von Solarparks. Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse fließen direkt in die Umsetzung unserer zukünftigen Photovoltaik-Projekte ein.

Projektdetails

Der Solarpark Rot an der Rot liegt auf der Gemarkung Haslach, einem Ortsteil der Gemeinde Rot and der Rot im Landkreis Biberach. Die Photovoltaik-Anlage liegt abseits bestehender Wohnbebauung und steht auf einer zuvor landwirtschaftlich genutzten Freifläche.

Der Solarpark ist circa 8,4 Hektar (ha) groß. Etwa 6,25 ha Fläche werden davon zur Energieerzeugung mit Photovoltaik (PV) genutzt. Die Solarmodule haben eine installierte Gesamtleistung von rund 8,1 Megawatt Peak (MWp).

Standortkarte des Solarparks Rot an der Rot.

Mensch und Umwelt

Nur 0,5 bis 1 Prozent der Fläche werden beim Bau eines Solarparks tatsächlich versiegelt. Somit bieten die geräuschlosen PV-Anlagen ökologisch kaum Risiken, aber zahlreiche Chancen. Denn unsere Projektflächen werden extensiviert, das heißt die Wiesenflächen des Solarparks werden nicht gedüngt, sondern sind ihrer natürlichen Entwicklung überlassen.

Über eine Vielzahl von Umweltmaßnahmen sollen die mit dem Bau von PV-Parks verbundenen Eingriffe zudem kompensiert und der Erhalt der vorhandenen Lebensräume für die heimischen Tierarten sichergestellt werden. Unter anderem werden im Bauleitverfahren Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen verankert. Diese können umfassen:

  • die Entwicklung eines artenreichen Grünlands rund um den Solarpark
  • die Pflanzung von Sträuchern, Hecken und Bäumen
  • das Anlegen von Trittsteinbiotopen
  • die Pflege der Fläche durch eine teilweise Beweidung mit Schafherden

Art und Umfang dieser Maßnahmen werden eng mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Sie werden dann mit einer ökologischen Baubegleitung umgesetzt und regelmäßig auf ihre Wirksamkeit hin überwacht.

Im Projekt Rot an der Rot kommen folgende Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zum Einsatz:

  • die Entwicklung einer Magerwiese
  • das Anlegen von Blühstreifen entlang der Straße
  • Heckenpflanzungen nördlich der Fläche
  • das Anlegen eines Feldlerchenfensters
  • Grünpflege durch Schafsbeweidung und Sauberkeitsschnitt

Erfahren Sie mehr zur Selbstverpflichtung der EnBW zu Umwelt- und Artenschutz.

Der Bau unserer PV-Anlagen wird grundsätzlich so geplant und durchgeführt, dass die Belastung für die Anwohner*innen möglichst gering gehalten wird. Nach der Projektlaufzeit von rund 30 Jahren erfolgt übrigens der vollständige Rückbau des Solarparks – die Fläche wird wieder frei nutzbar.

Bilder

Modultyp und Anzahl Module

Im Solarpark kommen rund 14.700 bifaziale Glas-Glas-Module zum Einsatz. Diese PV-Module haben jeweils eine spezifische Leistung von circa 550 Watt Peak (Wp). Die Solaranlage kann somit etwa 9,0 Mio. kWh Strom pro Jahr produzieren. Rein rechnerisch reicht das, um jährlich 3.100 Drei-Personen-Haushalte mit einem Durchschnittsverbrauch von 2.900 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Unter Annahme eines jährlichen CO₂-Vermeidungsfaktors von 685 Gramm (g) CO₂ pro kWh Strom (Quelle: Umweltbundesamt 2026) können rechnerisch in einem Jahr zudem etwa 6.100 Tonnen (t) an CO₂ vermieden werden.

Netzanschluss

Der Anschluss an das allgemeine Stromnetz erfolgt über eine Übergabestation in Aitrach. Diese liegt in etwa 3,5 Kilometern (km) Luftlinie entfernt.

Resilienz
Wegweisend in Sachen Resilienz

Solarparks spielen eine zentrale Rolle für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Bereits in der Lieferkette zum Bau unserer PV-Anlagen soll ein möglichst hohes Stabilitätsniveau erreicht werden. Dafür setzt die EnBW auf ressourcenschonende Technologien und Kooperationen mit regionalen Partnern.

Die Produkte werden wirtschaftlich, aber gleichzeitig nach dem CO₂-Ausstoß und der Fähigkeit des Recyclings bewertet. Wir sind transparent mit unseren Partnern, was die Bewertungskriterien angeht, schließlich machen starke Partner erfolgreiche Projekte. Das gilt nicht nur für Technik und Kommerzielles, das gilt auch für die Dimension Ressourcenschonung.

Marco Stifel, PV-Einkauf EnBW

Unser Solarpark Rot an der Rot ist ein wegweisendes Beispiel für mehr Resilienz in der Lieferkette der Erzeugung. Drei Besonderheiten machen die PV-Anlage zu einem Leuchtturm-Projekt für die EnBW.

  • Es kommen nach Herstellerangaben CO₂-reduziert gefertigte Solarmodule zum Einsatz: DMEGC Renewable Energy gibt an, die von uns verwendeten Solarmodule in einer Fabrik herzustellen, die laut Hersteller mit Strom aus erneuerbaren Energien arbeitet und Schritte zur Reduzierung von CO₂-Emissionen unternimmt.
  • Wechselrichter aus deutscher Produktion können die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette stärken: Die Siemens-Tochter KACO new energy produziert in Neckarsulm die Wechselrichter, die die EnBW in diesem PV-Park einsetzt. Diese Zusammenarbeit stärkt die regionale Wertschöpfung und kann zu mehr Stabilität in der Lieferkette beitragen.
  • Zwei Second-Life-Batteriespeicher tragen zur Ressourcenschonung bei: Die ursprünglich in Elektrofahrzeugen von Audi verbauten Akkus erhalten in den beiden 2nd-Life-Batteriespeichern unseres Solarparks ein zweites Leben. Ihr Einsatz unterstützt Ansätze einer Kreislaufwirtschaft von Batterien und hilft dabei, den Bedarf an neuen Materalien zu verhindern. Zudem befinden sich die Akkus bereits in Europa, was die Lieferkette verkürzt und zu mehr Resilienz beitragen kann. Denn für den Ausbau der erneuerbaren Energien ist die Verfügbarkeit von Komponenten ein wichtiger Faktor – mit europäischen Produkten lässt sich diese besser sichern..

Die Erfahrungen, die die EnBW in der Umsetzung dieser PV-Anlage gemacht hat, kommen nun in weiteren geplanten Projekten zum Einsatz. So ist auch bei unseren zukünftigen Solarparks für eine zusätzliche Nachhaltigkeit und mehr Widerstandsfähigkeit in der Lieferkette gesorgt.

Bilder

Batteriespeicher

Die zwei eingesetzten 2nd-Life-Batteriespeicher befinden sich in Containern auf dem Gelände des Solarparks. Sie haben zusammen eine Speicherkapazität von 2,4 Megawattstunden (MWh) und besitzen insgesamt eine Leistung von 2 Megawatt (MW). Durch die Speicher lässt sich die Effizienz der PV-Anlage steigern, denn der erzeugte Strom lässt sich so flexibler und besser über den Tag verteilt ins Netz einspeisen. Beispielsweise kann bei einer hohen Auslastung der Netze die Einspeisung des Solarparks reduziert werden. Umgekehrt lassen sich kurzfristig zusätzliche Strommengen abrufen, wenn die Nachfrage besonders hoch ist.

Erfahren Sie mehr zum Einsatz von Batteriespeichern durch die EnBW.

Aufbau und Funktion der 2nd-Life-Batteriespeicher

Beispielhafter Aufbau von 2nd-Life-Batteriespeichern in einem Solarpark.
  • 1. Der Solarpark erzeugt in den Solarzellen elektrischen Gleichstrom.
  • 2. Wechselrichter wandeln den Gleichstrom in Wechselstrom (Niederspannung) um.
  • 3. Der Solarpark ist an das Mittelspannungsnetz angeschlossen. Trafos transformieren die Niederspannung daher auf Mittelspannung.
  • 4. Die Übergabestation ist die Verbindung zum allgemeinen Stromnetz.
  • 5. Der Batteriespeicher speichert über Lithium-Ionen-Zellen (wie in Handys und Laptops) die Energie aus dem Solarpark.
    • a. Die Zellen befinden sich in 2nd-Life-Fahrzeugbatterien, die innerhalb der Container in Regalen (Racks) gestapelt sind. So lassen sich diese Batterien am Ende ihrer Lebensdauer leicht durch weitere Batterien aus gealterten Elektrofahrzeugen ersetzen.
    • b. Für den sicheren Betrieb befinden sich im Container auch Wechselrichter, Steuereinheiten und Klimageräte.

Betriebsablauf eines Batteriespeichers

Ein Batteriespeicher speichert den lokal erzeugten Solarstrom und speist diesen je nach Bedarf ins Netz ein. Wie ein Batteriespeicher konkret eingesetzt wird, erfahren Sie im nachfolgenden Video:

Beispielhafter Betriebsablauf eines Batteriespeichers im Solarpark Brandscheid.
Projekttagebuch

Hier informieren wir Sie über wichtige Ereignisse und Meilensteine beim Bau dieses Solarparks von der Idee bis zur Inbetriebnahme. Sie finden an dieser Stelle aktuelle Informationen zum Planungs- und Genehmigungsprozess sowie zum Baufortschritt der Photovoltaik-Anlagen:

Aufstellungsbeschluss
März 2021
Satzungsbeschluss
Juli 2022
Baugenehmigung
Juli 2023
Baubeginn
Oktober 2023
Inbetriebnahme Solarpark
Juni 2024
Eröffnungsfeier
September 2024
Realisierung und Inbetriebnahme Batteriespeicher
2025
Aktuelles, Termine & Kontakt
Termine

Aktuell sind keine Termine geplant.

Kontakt

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Projektentwicklung

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Telefon: +49 711 289 89990

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