E-Auto und Reichweite: So wird sie bestimmt

Wie weit komme ich mit einem E-Auto? Ersetzt es meinen Benziner oder muss ich Angst haben, auf halber Strecke liegen zu bleiben? In den letzten Jahren hat sich in dieser Hinsicht viel getan. Die Autos werden immer sparsamer, die Reichweiten immer größer. Doch wie wird die Reichweite eines E-Autos überhaupt gemessen?

Wenn wir über die Reichweite von Elektroautos sprechen, ist damit meistens die Reichweitenangabe des Herstellers gemeint. Viele fragen sich jedoch: Wie zuverlässig ist diese Angabe? Lässt sie sich wirklich auf die Alltagsnutzung übertragen?


Das erwartet dich hier

Wie ermitteln die Autohersteller die Reichweite?

Wenn du dir auf den Websites der Autohersteller verschiedene E-Modelle anschaust, wirst du früher oder später über das Kürzel WLTP oder NEFZ stolpern. Dabei handelt es sich um standardisierte Verfahren, mittels derer der Verbrauch von Autos unter bestimmten Bedingungen ermittelt wird. Da alle Autos unter den gleichen Bedingungen getestet werden, ist so ein Vergleich der Reichweiten von E-Autos möglich.

NEFZ steht für Neuer Europäischer Fahrzyklus (auch NEDC, New European Driving Cycle). Dabei handelt es sich um eine etwa 20-minütige Fahrt des Wagens auf einem Prüfstand. Dabei werden verschiedene Bedingungen simuliert, etwa eine Stadt- und eine Überlandfahrt mit einer bestimmten Geschwindigkeit. Gemessen wird, was der Wagen währenddessen verbraucht. An diesem Fahrzyklus gab es jedoch in der Vergangenheit Kritik. Er galt als wenig praxisnah, da die Verbrauchswerte im Alltagsgebrauch des E-Autos normalerweise deutlich von denen der Simulation abweichen. Auch die Fahrzeughersteller begrüßten daher die Einführung eines neuen Messverfahrens im Jahr 2017.

E-Auto beim Laden in einer Wohnsiedlung

Um die Verbrauchswerte alltagsnäher zu simulieren, hat die United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) ein neues Messverfahren namens WLTP (Worldwide Harmonized Light Duty Test Procedure) und den neuen Testzyklus WLTC (Worldwide Harmonized Light Duty Test Cycle) entwickelt. Wie der Name schon sagt, kommt das neue Verfahren weltweit zum Einsatz. In Deutschland müssen erstzugelassene Neuwagen seit dem 1. September 2019 nach dem WLTP geprüft sein.

Der neue Prüfzyklus unterscheidet sich vom bisherigen unter anderem dadurch, dass die Temperatur in der Testkammer genau 23 Grad Celsius beträgt und sowohl die Strecke mit 23 Kilometern als auch der Zyklus mit 30 Minuten länger sind. Zudem wurde das Streckenprofil angepasst und die Geschwindigkeit erhöht. Anders als früher werden alle erhältlichen Motoren- und Getriebekombinationen eines Modells separat geprüft.

Wieso weichen die Messungen der Autohersteller von den realen Werten ab?

Jeder Autofahrer fährt anders. Der eine ist gerne schnell unterwegs, der andere bevorzugt das vorausschauende Fahren. Diese unterschiedlichen Fahrstile lassen sich nur schwer in einem standardisierten Prüfverfahren darstellen. Das Messverfahren liefert deshalb immer nur Näherungswerte, mit denen du verschiedene Autos untereinander vergleichen kannst. Auch wenn die Werte nach WLTP etwas näher am tatsächlichen Verbrauch sind, werden die Werte im Alltag trotzdem oft davon abweichen. Die Messungen können die Gegebenheiten auf den Straßen nur simulieren, aber nicht auf alle Einflüsse eingehen, die eben stark vom Fahrverhalten des jeweiligen Fahrers abhängen. Jahreszeitliche Unterschiede werden zum Beispiel auch nicht widergespiegelt. Deshalb werden im Testzyklus zudem weder Klimaanlage noch Sitzheizung angeschaltet – beides sind aber Komponenten, die im Alltag die Akkulaufzeit deines E-Autos beeinflussen können, wenn auch nur gering und nur zu bestimmten Zeiten im Jahr.

Was kann die Reichweite beeinflussen?

Du wirst mit der Zeit ein Gefühl dafür bekommen, wie sich dein persönlicher Fahrstil auf die Reichweitere deines E-Autos auswirkt. Einen Einfluss auf die Akkulaufzeit haben beispielsweise die folgenden drei Faktoren.

Wenn du noch unsicher bist, welches E-Auto das Richtige für dich und dein Fahrverhalten ist, empfehlen wir dir den Fahrsimulator in unserer EnBW mobility+ App. Werte ganz einfach Fahrten in deinem Verbrenner-Pkw aus und lasse dir auf dieser Basis zu deinem Fahrprofil passende E-Autos vorschlagen. Anschließend kannst du alle in Deutschland erhältlichen Modelle mit deinem individuellen Fahrverhalten vergleichen.

Fahrweise

Wer umsichtig fährt, verbraucht weniger, nicht nur beim Verbrenner. Du kannst die Reichweite eines E-Autos erhöhen, indem du gleichmäßig mit mittlerer Geschwindigkeit fährst und selten stark beschleunigst. Viele Modelle haben einen batterieschonenden Energiesparmodus. Wenn du ihn anschaltest, beschleunigt das Auto beispielsweise weniger, wenn du aufs Gas trittst. Zudem werden Energiefresser wie die Klimaanlage einschränkt betrieben.

Blind Dates sind nicht dein Ding?

Mit dem Fahrsimulator der EnBW mobility+ App erfährst du, welches E-Auto zu dir passt.

Außentemperatur

Auch die Außentemperatur hat einen Einfluss auf die Reichweite deines E-Autos. Die chemischen Reaktionen, die in der Batterie stattfinden, benötigen bei Kälte mehr Energie. Du wirst im Sommer deshalb mit einer Akkuladung weiter kommen als im Winter.

Verwendete Technik im Auto

Sowohl im Sommer als auch im Winter gilt: Je mehr Technik du im Auto verwendest, umso schneller entlädt sich die Batterie. Das gilt für die Heizung ebenso wie für die Klimaanlage. Natürlich sollst du beim Autofahren weder frieren noch schwitzen. Du kannst aber versuchen, die Anlagen so niedrig wie möglich einzustellen oder sie zu drosseln, wenn eine angenehme Temperatur im Auto erreicht ist. Bei neueren Modellen ist dies im Übrigen nicht mehr so kritisch. Die Hersteller arbeiten nämlich daran, die eingebauten Systeme immer sparsamer zu machen.

E-Auto fährt auf einer schneebedeckten Straße.

Im Winter ist die Reichweite eines E-Autos in der Regel geringer als im Sommer.

Welches E-Auto ist das richtige für mich?

Tatsächlich spielt im Alltag die tatsächliche Reichweite eines Autos eine nicht ganz so wichtige Rolle. Es gibt für jeden Bedarf das passende E-Auto mit der optimalen Reichweite. Das hängt auch immer davon ab, wie du dein Elektrofahrzeug hauptsächlich nutzen möchtest. Wenn du viel in der Stadt unterwegs bist und hauptsächlich kurze Strecken fährst – etwa zwischen Zuhause und dem Arbeitsplatz –, bist du mit einem kleinen Stadtflitzer gut bedient. Dieser hat vielleicht nicht die Reichweite eines Teslas, doch das ist in der Stadt auch gar nicht notwendig. Schließlich findest du in städtischen Gebieten zahlreiche Möglichkeiten, deinen Flitzer aufzuladen.

E-Auto wird an einer Ladesäule geladen.

Wer hauptsächlich kurze Strecken fährt, ist mit einem Stadtflitzer gut bedient.

Fährst du hingegen oft längere Strecken, kann es sinnvoll sein, ein E-Auto mit größerer Reichweite zu kaufen. Der Tesla landet mit Reichweiten von bis zu 610 km (nach WLTP) immer wieder auf den vorderen Plätzen. Aber auch andere Hersteller bieten Autos mit größerer Reichweite an, etwa Kia mit dem e-Soul. Doch selbst auf längeren Strecken brauchst du mit deinem E-Auto keine Angst wegen der Reichweite zu haben. Schließlich gibt es nicht nur an Autobahnen immer mehr Schnellladestationen.

Welcher Mobilitätstyp bist du?

Finde heraus, welches E-Auto zu dir passt.

Um schon vor dem Kauf schnell und einfach herauszufinden, ob ein E-Auto zu deinen Bedürfnissen passt, kannst du es in der Fahrsimulation der EnBW mobility+ App virtuell ausprobieren. So siehst du, wie sich dein Fahrverhalten auf den Verbrauch beim E-Auto auswirkt. Dabei wird die Fahrt mit deinem Verbrenner-Auto auf ein von dir ausgewähltes Wunsch-E-Fahrzeug übertragen. So kannst du testen, welches E-Auto sich für dich am besten eignet. Anschließend kannst du alle in Deutschland erhältlichen Modelle mit deinem individuellen Fahrverhalten vergleichen.

 

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