E-Auto laden: Mit und ohne Ladekarte

Lange Zeit galten die Zahlmöglichkeiten an öffentlichen Ladesäulen als kompliziert. Heute sind Laden und Bezahlen einfacher denn je!

Sicher kennen Sie das Vorurteil auch: Wer mit dem Elektroauto eine längere Tour plant oder gar in den Urlaub fahren will, muss vorher genau planen, wo geladen werden kann. Doch die alten Vorbehalte sind längst entkräftet. Ein stetiger Ausbau des Ladenetzes sowie immer einfachere Zahlmöglichkeiten an öffentlichen Ladesäulen ermöglichen das Laden auch ohne vorherige Authentifizierung oder Bindung an einen bestimmten Mobilitätsanbieter. Hier erfahren Sie, welche verschiedenen Zahlungsarten es gibt und wie das Laden unterwegs für Sie immer einfacher wird.



Wie funktioniert die Ladekarte für E-Autos?

Der klassische und wohl noch immer am weitesten verbreitete Weg ist die Zahlung per Ladekarte. Dazu erhalten Sie von Ihrem E-Mobilitätsanbieter eine Art Kundenkarte, mit der Sie sich authentifizieren können. Diese enthält einen RFID-Chip (Radio Frequency Identification). So können via Radiowellen kontaktlos Informationen zwischen Karte und Lesegerät an der Ladestation übermittelt werden. Jeder RFID-Chip hat eine individuelle Kennzeichnung. Damit ist die eindeutige Zuordnung zu Ihnen als Kartenbesitzer*in möglich.

Die Anwendung ist ganz einfach:

  1. Schließen Sie Ihr Elektroauto über das Ladekabel an die Ladesäule an.
  2. Halten Sie Ihre Ladekarte an das Lesegerät der Ladesäule.
  3. Der Ladevorgang wird automatisch gestartet.
  4. Wollen Sie den Ladevorgang beenden, halten Sie Ihre Ladekarte noch einmal kurz vor das Lesegerät.
  5. Der Ladestecker und damit das Ladekabel wird wieder freigegeben.

Stadtwerke, Gemeinden, Autohersteller und Energieversorger: Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Ladestationsbetreibern. Und bei etwa 450 Ladetarif-Anbietern ist es nicht ungewöhnlich, dass Vielfahrer*innen teils mehrere Ladekarten besitzen.

Übrigens: Auch mit der EnBW mobility+ Ladekarte laden Sie schnell und einfach im EnBW-Ladenetzwerk.

Was kostet das Laden mit Ladekarte?

Bei der Zahlung an einer öffentlichen Ladestation übermittelt die RFID-Karte auch den Code Ihres Elektromobilitätsanbieters an die Ladesäule. Dieser stellt Ihnen anschließend die Ladekosten in Rechnung. Wie hoch diese ausfallen, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. So rechnen manche Anbieter pro Minute ab, andere nach den geladenen Kilowattstunden (kWh). Bei der EnBW zahlen Sie immer nur so viel, wie Sie tatsächlich laden. 

Ladekarte wird zum bezahlen an die Ladesäule gehalten

Ganz bequem und kontaktlos per Ladekarte laden: Ladekarte an das Lesegerät halten und der Ladevorgang startet automatisch.

Kann man das E-Auto auch ohne Ladekarte laden?

Ja, mittlerweile können Sie Ihr E-Auto auch ohne Ladekarte laden. Sie brauchen keine Sorge mehr davor zu haben, mit roter Akkuanzeige durch die Gegend zu fahren und keine Ladesäule Ihres Anbieters zu finden. Ab November 2017 regelte die Ladesäulenverordnung 2 (LSV) unter anderem, dass das Laden an der Ladestation auch möglich sein muss, wenn Sie vorher keinen Vertrag mit dem jeweiligen Betreiber abgeschlossen haben. Man nennt das diskriminierungsfreies Laden. Sie können also auch problemlos bei Fremdanbietern laden. Deshalb gibt es mittlerweile an öffentlichen Ladestationen auch eine Vielzahl an Bezahloptionen fürs Stromtanken.

Im April 2024 trat eine neue EU-Verordnung in Kraft. Diese löste die Ladesäulenverordnung 2 ab und regelt den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR). Laden Sie Ihr Elektrofahrzeug punktuell bzw. „ad hoc“, müssen Sie auch weiterhin keine Vertragsbeziehung mit einem Anbieter eingehen.

m Januar 2026 wurden zudem die technischen Anforderungen an neu installierte oder umfassend erneuerte öffentliche Ladepunkte geändert. Mithilfe eines neuen Kommunikationsstandards soll eine automatische Authentifizierung beim Einstecken des Ladesteckers ermöglicht werden (Plug & Charge). Seit April 2026 müssen Betreiber zudem dynamische Daten bereitstellen, wie beispielsweise den Belegungsstatus und aktuelle Ad-Hoc-Preise. Damit soll ein einfacherer Preisvergleich ermöglicht werden. Ab Januar 2027 sollen weitere Funktionen hinzukommen, darunter zum Beispiel bidirektionales Laden (Vehicle-to-Grid).

Außerdem sollen die Preise an Ladesäulen angemessen, gut vergleichbar, transparent und nicht-diskriminierend sein. Die Neuerungen sollen das Laden an öffentlichen Ladestationen also noch weiter vereinfachen. Folglich wird das Laden eines E-Autos ohne Ladekarte zunehmend beliebter.

Zudem bieten einige Anbieter*innen Roaming an. Sicher kennen Sie den Begriff von Ihrem Mobilfunkanbieter. Und tatsächlich verhält es sich beim E-Roaming ähnlich: Sie haben dann nicht nur Zugriff auf die Ladesäulen Ihres Anbieters, sondern auch seiner Partner. So können Sie zum Beispiel im EnBW HyperNetz an mehr als 900.000 Ladepunkten in Europa laden und dabei stets zu transparenten Preisen bezahlen.

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Kann man an der Ladestation auch mit Karte oder bar bezahlen?

Der Tank ist voll: schnell zur Kasse und einfach bar oder per EC-Karte (auch Girocard oder Debitkarte genannt) bezahlen. So kennen wir das herkömmliche Tanken. Doch wie verhält es sich beim Elektroauto? An vielen Ladestationen ist inzwischen auch das Bezahlen per EC-Karte oder Kreditkarte möglich. Barzahlung hingegen ist an öffentlichen Ladesäulen nicht möglich, da es dort keine klassische Kasse gibt.

An den EnBW-Ladestationen steht ein QR-Code für alle Kundinnen und Kunden zur Verfügung, die ad hoc laden und per Kreditkarte zahlen möchten. Dieser führt während des Ladeprozesses zur Webseite von Intercharge Direct. Dort ist die Eingabe der gültigen Kreditkartendaten erforderlich, um den Ladevorgang zu starten. Wir empfehlen generell, Webseiten vor der Eingabe von Kreditkarteninformationen sorgfältig zu prüfen, beispielsweise anhand der Angaben im Impressum. So können Sie Quishing und anderen Betrugsmaschen an der Ladesäule schnell auf die Schliche kommen. Der Ladevorgang beginnt erst, wenn die Zahlungsinformationen korrekt übermittelt wurden. So wird die Kartenzahlung zum Kinderspiel!

Neue EnBW-Ladestationen sind zudem mit EC-/Kreditkartenterminals ausgestattet. Das ist durch die Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR) vorgeschrieben – eine Verordnung, die das Bezahlen an öffentlichen Ladepunkten einfacher und einheitlicher machen sollWer diese Zahlungsmethode nutzen möchte, kann den Zahlungsvorgang über das Display der Ladestation einleiten und die Option „Ad-hoc-Laden“ auswählen. Erst nach dieser Auswahl aktiviert sich das Kreditkartenterminal. Nach erfolgreicher Autorisierung mit der EC- oder Kreditkarte kann das Fahrzeug an die Ladestation angeschlossen und der Ladevorgang gestartet werden. 

Wie funktioniert das E-Auto-Laden per App?

Mit einer Lade-App können Ladevorgänge bequem über das Smartphone bezahlt werden. Die App ersetzt dabei die klassische Ladekarte oder kann als Ergänzung genutzt werden. Bei der Registrierung in der App hinterlegen Sie einfach Ihre gewünschte Bezahlmethode. Nach dem Ladevorgang werden die Ladekosten automatisch von Ihrem Konto abgebucht. In der App können Sie sich auch einen Überblick über alle vorherigen Ladevorgänge verschaffen. Aufgrund der einfachen Handhabung sind Lade-Apps mittlerweile sehr beliebt, denn sie ermöglichen neben bargeldlosem Bezahlen und voller Kostenkontrolle auch das einfache Finden von Ladepunkten. Hier haben wir eine Liste mit Apps fürs E-Auto zusammengestellt, die Sie als Fahrer*in auf jeden Fall kennen sollten.

Einfach und bargeldlos: die Bezahlfunktion der EnBW mobility+ App

Mit der EnBW mobility+ App können Sie einfach laden und bezahlen. Zudem haben Sie Zugang zum EnBW HyperNetz mit mehr als 900.000 Ladepunkten in 17 Ländern Europas. Kundinnen und Kunden profitieren von der Nutzung der flächendeckenden, öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur und können an diesen Ladepunkten zu transparenten Preisen pro kWh laden.

Über eine interaktive Ladekarte finden Sie alle Lademöglichkeiten der EnBW und unserer Roaming-Partner und können sich dorthin navigieren lassen. Neben Angaben zu Öffnungszeiten und Verfügbarkeiten erhalten Sie auch Infos über kompatible Steckertypen, die Ladeleistung der Station und Ihre Bezahlmöglichkeiten. Bei der Suche nach einer Ladestation unterstützen zahlreiche Filter. Auch ein Routencheck zur Planung der nächsten Urlaubsreise ist in der App enthalten. Und keine Sorge, wenn Sie Ihr Elektroauto im Ausland laden müssen: Gut vorbereitet können Sie auch problemlos über Ländergrenzen hinweg laden.

Die Nutzung der EnBW mobility+ App funktioniert ebenfalls unkompliziert:

  1. Schließen Sie Ihr Elektroauto über das Ladekabel an die Ladesäule an.
  2. Öffnen Sie die EnBW mobility+ App und scannen Sie den QR-Code an der Ladesäule.
  3. In der App wird Ihnen der für den Ladepunkt gültige Preis angezeigt.
  4. Starten Sie den Ladevorgang per Knopfdruck in der App.
  5. Möchten Sie den Ladevorgang beenden, stoppen Sie ihn einfach über die App. Anschließend wird der Ladestecker wieder freigegeben und Sie können das Ladekabel entfernen.

Clever verbunden: AutoCharge

Übrigens: Am einfachsten funktioniert das Aufladen Ihres E-Autos über die AutoCharge-Funktion. Das ist an zahlreichen EnBW-Schnellladestationen möglich. Ob Ihr Fahrzeug AutoCharge unterstützt, zeigt Ihnen die EnBW mobility+ App.

Mit AutoCharge startet der Ladevorgang ganz automatisch, sobald Sie Ihr Auto mit dem Ladepunkt verbinden – ohne dass Sie eine Ladekarte oder App verwenden müssen. Einmal eingerichtet, erkennt die Ladesäule Ihr E-Auto, so wie es zum Beispiel auch bei der Verbindung Ihres Smartphones, Tablets oder Druckers in Ihrem Netzwerk zu Hause der Fall ist.

Mit der EnBW mobility+ App ist auch das Bezahlen noch einfacher: Die Rechnung wird an das verknüpfte Profil geschickt. Über die App werden Sie über den gestarteten Ladevorgang informiert und können den Akkustand überwachen.

Fazit: Laden und Bezahlen so einfach wie nie

Es gibt immer mehr öffentliche Ladestationen: Laut Bundesnetzagentur waren es im April 2026 rund 149.002 AC-Ladepunkte und 51.253 Schnellladepunkte. Immer vielfältiger werden zudem auch die Optionen, an öffentlichen Ladesäulen zu laden und zu bezahlen. Ihr E-Auto ohne Ladekarte zu laden, ist mittlerweile fast überall möglich, sofern eine stabile Netzverbindung besteht. Das Laden ist dadurch fast so bequem wie das Laden an der heimischen Wallbox. Verschiedene Bezahlmöglichkeiten bedeuten mehr Komfort für E-Auto-Besitzer*innen: Egal, ob Sie die Zahlung per EC- oder Kreditkarte, PayPal oder eine Bezahlung per App bevorzugen. So ist das E-Auto-Fahren ohne eigene Wallbox ebenfalls kein Problem.

Außerdem müssen die Ladepreise dank der neuen EU-Verordnung transparent und gut vergleichbar sein. Darüber hinaus schreibt die AFIR-Verordnung vor, dass neue Ladestationen mit einem Kreditkartenterminal ausgestattet sein müssen, um eine einfache und flexible Zahlung zu ermöglichen. Und auch in Zukunft wird sich die Ladeinfrastruktur quantitativ und qualitativ weiterentwickeln.

Mit den stetigen Verbesserungen und neuen Möglichkeiten wird die E-Mobilität auch in Zukunft ein noch reibungsloseres und angenehmeres Erlebnis für E-Autofahrer*innen bieten. Weitere hilfreiche Tipps finden Sie zudem in unserem Ratgeber zum Thema E-Auto richtig laden.

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