Zudem rücken Fortschritte in der Forschung sowie bei der Entwicklung leistungsstarker LFP-Akkus noch mehr in den Fokus. Vor allem in der Elektromobilitätsbranche gewinnen LFP-Akkus zunehmend an Bedeutung: Schließlich bieten sie nachhaltige und sichere Lösungen gegenüber den klassischen Technologien, die oft auf knappe und teure Rohstoffe angewiesen sind.
Schon vor einigen Jahren stellte das Unternehmen CATL (Contemporary Amperex Technology Co. Limited) seinen Superakku „Shenxing“ vor und hat diesen nun weiterentwickelt.
Was sind LFP-Akkus?
LFP steht für Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4). Als Variante der Lithium-Ionen-Batterien bzw. -Technologien sind LFP-Akkus kostengünstiger, denn anstelle von Nickel oder Kobalt werden Eisen und Phosphat verwendet. Die Beschaffenheit des Stoffes sorgt dafür, dass die Akkus sicherer sind. Das Material gewährleistet eine bessere thermische Stabilität und eine höhere Zyklenfestigkeit. Ihre Lebensdauer umfasst viele tausende Lade- und Entladezyklen, sodass es sehr lange dauert, bis ihre Kapazität deutlich nachlässt.
Allerdings haben LFP-Batterien eine geringere Energiedichte als Nickel-basierte Varianten: Sie speichern bei gleicher Größe also etwas weniger Energie.
Die ersten LFP-Akkus wurden bereits Ende der 1990er Jahre entwickelt. Aufgrund ihrer im Vergleich zu anderen Lithium-Ionen-Chemien geringeren Energiedichte galten sie zunächst als weniger geeignet für Anwendungen mit hohen Reichweitenanforderungen. Durch kontinuierliche Optimierungen in Zellchemie, Materialqualität und Fertigungsprozessen konnten allerdings Leistung, Lebensdauer und Ladegeschwindigkeit deutlich verbessert werden.
Aufgrund ihrer hohen Sicherheit, langen Zyklenfestigkeit und guten Nachhaltigkeit werden LFP-Akkus heute nicht nur in Elektroautos, sondern auch in Elektrobussen, elektrischen Gabelstaplern und stationären Stromspeichern eingesetzt. In Smartphones sind sie hingegen nur selten zu finden, da dort Akkus mit einer höheren Energiedichte bevorzugt werden.
LFP-Akkus vs. Lithium-Ionen-Akkus
LFP-Akkus sind eine spezielle Unterkategorie der Lithium-Ionen-Akkus, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer chemischen Zusammensetzung. Während viele konventionelle Lithium-Ionen-Akkus häufig Nickel, Mangan oder Kobalt (NMC oder NCA) verwenden, kommt bei LFP-Akkus Eisenphosphat zum Einsatz. Diese Materialwahl führt zu einer höheren thermischen Stabilität, einer geringeren Brandgefahr sowie zu einer längeren Lebensdauer.
Der größte Nachteil von LFP-Akkus im Vergleich zu anderen Lithium-Ionen-Chemien ist ihre geringere Energiedichte. Um die gleiche Speicherkapazität zu erreichen, benötigen sie daher mehr Gewicht und Bauraum. Dies wirkt sich insbesondere bei Elektroautos nachteilig aus, da entweder das Fahrzeuggewicht steigt oder die Reichweite geringer ausfällt.
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LFP-Akkus im Aufwind: CATL-Superakku und Marktführerrolle
Vor einigen Jahren sorgte CATL mit der Vorstellung einer neuen Generation von LFP-Akkus für Aufmerksamkeit, die erstmals als sogenannte „Superakkus“ vorgestellt wurden. Diese Batterien sollten zeigen, dass sich die bislang als Nachteil geltende geringere Energiedichte von LFP durch technologische Weiterentwicklungen deutlich reduzieren lässt und somit auch für eine anspruchsvollere Anwendung attraktiv wird.
Hinter dem Unternehmen CATL verbirgt sich der größte chinesische Hersteller von Lithium-Ionen-Akkus. Gegründet im Jahr 2011, gehört CATL mittlerweile zu den größten Autozulieferern der Welt. In China hat das Unternehmen einen beeindruckenden Marktanteil von über 44 Prozent (Stand 2024) und hält global einen Marktanteil von 34 Prozent (Stand Dezember 2025). Neben vier Werken im Heimatland betreibt der Konzern auch Batteriefabriken in Thüringen und Ungarn.
Im September 2025 hat CATL eine neue, speziell für den europäischen Markt konzipierte Variante seiner Batterie-Innovation „Shenxing“ vorgestellt: die „Shenxing Pro“. Übersetzt heißt „Shenxing“ „schnell“ oder „zugänglich“. Und der Name ist Programm: CATL gibt zudem gleich zwei Varianten des neuen Pro-Akkus bekannt: die „Shenxing Pro Super Long Life & Long Range Battery“ sowie die „Shenxing Pro Super-Fast Charging Battery“.
Laut Hersteller bietet die Long Range-Version eine WLTP-Reichweite von 758 Kilometern. Außerdem soll sie eine Lebensdauer von 12 Jahren oder 1 Million Kilometern haben. Darüber hinaus soll nur eine Degradation von 9 Prozent vorliegen: Der niedrige Verlust an Speicherkapazität ist vor allem im Leasing-Geschäft entscheidend. So bleibt das Fahrzeug auch nach der Vertragslaufzeit leistungsfähig und attraktiv für den Weiterverkauf. Bei bisherigen Elektrofahrzeugen war die Reichweite oft ein Unsicherheitsfaktor, insbesondere nach mehreren Jahren Nutzung. Die Batterielebensdauer lag und liegt bei vielen Modellen auch immer noch meist deutlich unter 1 Million Kilometern (oft 150.000 bis 250.000 Kilometer). Die Degradation und Speicherkapazität führte häufig zu einem spürbaren Reichweitenverlust. CATL setzt mit seinen neuen Batterien somit ganz neue Maßstäbe.
Die Super-Fast Charging-Variante kommt auf eine WLTP-Reichweite von 683 Kilometern. So sollen E-Auto Fahrer*innen in zehn Minuten eine Reichweite von 478 Kilometern laden können.
Mehr Reichweite und eine verbesserte Schnellladefähigkeit sollen die LFP-Akkus für den europäischen Markt also deutlich attraktiver machen.
Weiterhin bleiben die Rohstoffkosten für LFP-Akkus deutlich niedriger als für herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus. Kund*innen könnten also künftig bei einem breiteren Einsatz dieser Akku-Variante von günstigeren E-Autos profitieren.

Der neue LFP-Akku „Shenxing Pro“ wurde von CATL in zwei Varianten auf der IAA Mobility in München 2025 vorgestellt. (Bildquelle: © CATL)
Markt-Konkurrenz: Weitere Hersteller setzen auf LFP
Nicht nur CATL treibt die Entwicklung der LFP-Akkus voran. Weitere Automobil- sowie Batteriehersteller investieren gerade massiv in die Weiterentwicklung dieser Technologie – nicht zuletzt aufgrund der weiter steigenden Nachfrage und den zunehmenden Bedarf an LFP-Akkus im Automobilsektor.
BYD ist auf dem Markt beispielsweise seit Jahren mit seinen Blade-Batterien vertreten, die erfolgreich in vielen Elektrofahrzeugen genutzt werden, darunter Tesla, Toyota und Hyundai. Tesla verbaut vor allem in Model 3 und Model Y überwiegend LFP-Akkus, sowohl von BYD als auch CATL. Und auch Hyundai plant, mit eigenen LFP-Batterien in den Markt einzusteigen. LFP ist längst nicht mehr ausschließlich ein Nischenprodukt, sondern entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil der globalen Batterielandschaft. Immer mehr Hersteller setzen auf die Technologie. Ihr Anteil am weltweiten Batteriemarkt wächst kontinuierlich.
Ein Grund für die bislang geringe Verbreitung von LFP-Akkus im Westen liegt darin, dass Autofahrer*innen in den USA und Europa in der Regel größere Fahrzeuge mit höherer Reichweite bevorzugen. Da LFP-Akkus, wie bereits erwähnt, eine geringere Energiedichte haben als Lithium-Ionen-Akkus, müssen entsprechend mehr Zellen verbaut werden. Das wiederum wirkt sich negativ auf Größe und Gewicht der E-Autos und damit auch auf die Reichweite aus.

Das Model 3 von Tesla ist eines der E-Autos, die derzeit mit LFP-Akku ausgerüstet werden.
LFP-Akkus: Vor- und Nachteile der Technologie
Verbesserte Energiedichte, Ladegeschwindigkeit und Lebensdauer sind mitverantwortlich für den zunehmenden Erfolg von LFP-Akkus. Deshalb sind sie heute nicht nur für Elektroautos relevant, sondern auch für den Gebrauch in stationären Speichern wie beispielsweise im Batteriespeicher von Solaranlagen.
Zugleich treiben große Hersteller Innovationen der Technologie und den Produktionsausbau voran, was zu sinkenden Kosten und einer größeren Verfügbarkeit führt.

Heimspeicher-Systeme werden bereits oft mit Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP-Akkus) ausgestattet.
Zu den Vorteilen von LFP-Akkus zählen:
Preis-Leistung: LFP-Akkus bieten eine geeignete Speicherkraft zu geringen Kosten, da sie ohne die teuren Schwermetalle Nickel, Mangan und Kobalt (NMC) auskommen. LFP-Akkus könnten daher langfristig die bislang im Einsatz befindlichen NMC-Akkus ersetzen.
Fortschritt in Sachen Umweltfreundlichkeit: Durch den Verzicht auf hochgiftige Schwermetalle sind LFP-Akkus umweltschonender. Zudem können fast alle Metalle im LFP-Akku sowie große Teile der Elektrodenmaterialien recycelt werden.
Lange Lebensdauer: LFP-Akkus zeichnen sich durch eine hohe Zyklenfestigkeit von 2.000 bis über 5.000 Ladezyklen aus. Erst danach lässt die Ladekapazität deutlich nach. In Tests werden teilweise sogar bis zu 10.000 Zyklen erreicht bei einer Restkapazität von bis zu 80 Prozent. Zum Vergleich: Moderne Lithium-Ionen-Akkus schaffen grundsätzlich bis zu 1.000 komplette Ladezyklen, also die Aufladung des Akkus von null auf 100 Prozent, bevor die Kapazität unter 80 Prozent sinkt. In der Praxis haben aber auch diese Akkus eine wesentlich längere Haltbarkeit, weil sie in der Regel nicht komplett leer gefahren und im Anschluss auf 100 Prozent geladen werden.
Sicherheit: LFP-Akkus gelten als besonders sicher und feuerfest. Im Gegensatz zu LFP-Akkus besteht bei anderen Batterietypen, wie NMC- oder NCA-Lithium-Ionen-Batterien, ein deutlich höheres Risiko für Brände. Bei Überladung, hohen Temperaturen oder Kurzschlüssen können diese Batterien leichter entzünden oder thermisch durchgehen.
Neben den Vorteilen von LFP-Akkus gibt es auch einige Nachteile:
Geringere Energiedichte: LFP-Akkus haben eine geringere Energiedichte im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus. Während herkömmliche Akkus rund 150 bis 220 Wattstunden pro Kilogramm erreichen, schaffen LFP-Akkus nur 90 bis 160 Wattstunden pro Kilogramm. Um dieselbe Leistung wie herkömmliche Akkus zu erreichen, benötigt man bei LFP-Akkus entsprechend mehr Zellen. Dadurch nehmen Größe und Gewicht zu, was insbesondere bei Elektroautos die Reichweite beeinträchtigen kann. Aber: Aktuelle technische Weiterentwicklungen (beispielsweise der Shenxing Pro) sorgen dafür, den Nachteil hinsichtlich der Energiedichte zu verringern.
Mehr Raumbedarf: Das größere Volumen von LFP-Batterien führt dazu, dass mehr Platz für das Batteriesystem benötigt und größere Batteriemodule untergebracht werden müssen. Dies wiederum hat Einfluss auf das Fahrzeugdesign, denn die Hersteller müssen die Platzierung und Integration der Batterie sorgfältig planen. Das Fahrzeugdesign erfordert somit innovative Lösungen, um Reichweite, Komfort und Funktionalität optimal miteinander zu verbinden.
Temperatureinfluss: Die Leistung von LFP-Akkus nimmt unter extremen Bedingungen, wie etwa starker Kälte im Winter, spürbar ab. Neue Technologien tragen dazu bei, diese Schwäche zu verringern, ganz beseitigt ist sie jedoch noch nicht.
Produktions- und Lieferketten: LFP-Akkus werden hauptsächlich in China produziert. Politische Entwicklungen können sich auf die Stabilität der Lieferkette und die Verfügbarkeit auswirken, was wiederrum zu Preisschwankungen führen kann. Westliche Hersteller wie Tesla oder General Motors arbeiten daher bereits an eigenen Produktionsstätten beziehungsweise lokaleren Kapazitäten.
Stehen LFP-Akkus vor dem Durchbruch?
Die Vorstellung des neuen „Shenxing Pro“ von CATL könnte den Durchbruch für die LFP-Technologie bedeuten, wurden doch mehrere technische Aspekte deutlich verbessert: sowohl bei der Zellarchitektur und der Schnellladefähigkeit als auch bei der Elektrolytleistung und dem Pack-Design. Es wurden Bilder der flachen Bauweise sowie anschauliche Modelle und technische Exponate präsentiert, die typisch für aktuelle Elektrofahrzeuge mit Unterflur-Design ist. LFP-Akkus haben typischerweise eine niedrigere Energiedichte als die NMC-Technologie, aber die Lücke wird durch die neuen Zell- und Packdesigns kleiner.
Die Aussichten für LFP-Akkus sind also sehr vielversprechend. Vor allem in Europa lassen die aktuellen Entwicklungen erwarten, dass neben einem starken Wachstum beim Marktanteil auch Veränderungen in der Preisentwicklung (insbesondere ein Preisrückgang) und der Produktionskapazität zu beobachten sein werden. Wichtig zu wissen: Die Marktanteile von LFP-Akkus können je nach Region stark variieren. Zu den Entwicklungen zählen aber auch insbesondere der Ausbau neuer Produktionsstätten für LFP-Akkus, verstärkte Investitionen europäischer Hersteller in die LFP-Technologie sowie technologische Fortschritte, die die Leistungsfähigkeit und Kosteneffizienz weiter verbessern.
Die Prognosen auf Produktionsseite sind somit durchaus positiv. Es werden erste wichtige Maßnahmen ergriffen, um Europa als zukunftsfähigen Produktionsstandort für die Batteriezellproduktion zu etablieren. Diese Initiativen stellen einen bedeutenden Schritt dar, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas im globalen Batteriemarkt nachhaltig zu stärken.
Für Verbraucher*innen würde dieser Wandel wiederum bedeuten: sinkende Preise für Elektrofahrzeuge und Energiespeicher (denn kostengünstige Zellchemie führt zu einem günstigeren Endprodukt) sowie langlebigere, sicherere und umweltfreundlichere Batterien mit geringeren Wartungskosten.
Fazit: LFP-Akkus – eine zukunftssichere Wahl
Obwohl LFP-Akkus hinsichtlich der Energiedichte bislang noch nicht ganz mit anderen Batterietypen mithalten können und daher größer sowie schwerer sind, holen sie dank kontinuierlicher technischer Fortschritte in diesem Bereich zunehmend auf. Insbesondere niedrigere Kosten in der Produktion, die bessere Umweltverträglichkeit durch den Verzicht auf Schwermetalle wie Kobalt und Nickel und ihre Widerstandsfähigkeit heben sie von herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus ab. Dies zeigt sich sowohl in ihrer Langlebigkeit über viele Ladezyklen hinweg als auch in ihrer erhöhten Sicherheit durch ein minimiertes Risiko von Bränden und Explosionen.
Wollen Sie auf eine zuverlässige, nachhaltige und preiswerte Batterielösung setzen, treffen Sie mit der LFP-Technologie die richtige Entscheidung.

