Wie sorgst du im Smart Home für Sicherheit?

Das Thema Smart Home und Sicherheit ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits wird dein Zuhause durch intelligente Überwachungskameras oder Schließanlagen sicherer, andererseits bieten Vernetzung und WLAN neue Angriffsflächen.

Erfahre hier, wo die größten Gefahren lauern und wie du dich vor ihnen schützen kannst.


Das erwartet dich hier

Smart Home – mehr Sicherheit für dein Zuhause

Während in jüngerer Zeit viele Nutzer vor allem über das Home Entertainment Zugang zu Smart-Home-Technologien gefunden haben, war der Einbruchschutz schon viel früher eines der Kernthemen in diesem Bereich. Überwachungskameras und Bewegungssensoren sind schon länger mit Features wie Echtzeitübertragung, Warn-SMS oder Push-Benachrichtigungen ausgestattet. Legst du dir weitere intelligente Geräte für dein Zuhause zu, kannst du solche Alarmsysteme mit anderen Komponenten (wie Licht oder TV) vernetzen und in dein Smart-Home-Konzept einbinden.

Vierköpfige Familie sitzt mit Laptop auf einer Couch

Wenn dein gesamtes Zuhause zum Smart Home wird, spielt Sicherheit eine wichtige Rolle.

Mit einer entsprechenden Smart Home App kannst du von unterwegs aus auf die Geräte zugreifen, sie individuell überwachen und steuern. Darüber hinaus kannst du auch Regeln aufstellen, nach denen sie zusammenarbeiten. Zum Beispiel, dass ab einer bestimmten Uhrzeit das Licht im Eingangsbereich angeht, sobald du die Tür aufschließt. Es lassen sich auch ganze Programmabläufe erstellen, bei denen beispielsweise regelmäßig Jalousien geöffnet oder die Beleuchtung oder der Fernseher eingeschaltet wird. Bei längerer Abwesenheit wird so simuliert, dass du zu Hause bist. So kann das Smart Home wesentlich zur Sicherheit deiner vier Wände beitragen.

Sicherheitslücken bei Smart-Home-Komponenten

Leider gibt es aber auch die eingangs erwähnte Kehrseite. So komfortabel es auch ist, sich auf die voll automatisierten Abläufe im Smart Home zu verlassen – die Technologie birgt leider auch einige Gefahren. Diese hängen vor allem damit zusammen, dass die intelligenten Geräte dauerhaft online sind, damit du sie unterwegs bequem überwachen und steuern kannst. Gehst du damit leichtfertig um, kann im schlimmsten Fall der gegenteilige Effekt eintreten und Smart Home die Sicherheit in deinem Haus sogar gefährden.

Hand hält Smartphone vor einer Überwachungskamera

Intelligente Überwachungskameras sind praktisch – für Hausbesitzer und im schlechtesten Fall auch für Einbrecher.

So, wie du ganz leicht per App-Befehl die Alarmanlage ausschalten oder die Jalousien öffnen kannst, könnte das rein theoretisch eben auch jemand mit weniger guten Absichten tun. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn er sich durch einem gezielten Hackerangriff Zugriff auf deine Smart-Home-Steuerung verschafft. Eine weitere Gefahrenquelle ist die Verschlüsselung der Daten. Wenn es für potenzielle Einbrecher ein Leichtes ist, online auf die Aufzeichnungen deiner Überwachungskamera zuzugreifen, haben sie alle nötigen Informationen (zum Beispiel, wann du das Haus üblicherweise verlässt, welche Sicherheitseinrichtungen es gibt usw.), um den optimalen Zeitpunkt für einen Einbruch und den besten Weg in das Haus zu planen.

Übrigens muss nicht einmal dein Haushalt das Ziel der Kriminellen sein. Eines deiner Geräte kann auch mit einer Schadsoftware infiziert und zu deren Weiterverbreitung genutzt werden. Auf diese Weise wird ein sogenanntes Botnetzwerk aus Abertausenden ferngesteuerten Geräten aufgebaut. Cyberkriminelle nutzen diese Vorgehensweise als machtvolle Waffe, um andere Geräte oder große Netzwerke (etwa einer bestimmten Herstellerfirma) anzugreifen und lahmzulegen.

So machst du dein Smart Home sicher

Das alles klingt ziemlich bedrohlich, doch die gute Nachricht ist: Wenn du dich vor dem Kauf deiner Smart-Home-Geräte über deren Sicherheit informierst und bei der Vernetzung entsprechende Vorkehrungen triffst, kannst du im Smart Home die Sicherheit deutlich erhöhen. Dabei kommt es vor allem auf die folgenden Faktoren an:

  • Produktwahl: Bevorzuge Komponenten, deren Software einen hohen Sicherheitsstandard aufweist, selbst wenn der Anschaffungspreis dadurch höher ist. Einen guten Anhaltspunkt bietet zum Beispiel das Siegel „VDE Informationssicherheit geprüft“, das vom Verband der Elektrotechnik vergeben wird. Dieses Siegel erhalten nur Geräte, die unter anderem auf die Informationssicherheit bei Installation und Betrieb, Updates im Smart Home und den Datenschutz durch eine sichere Datenübertragung im Fernbetrieb getestet und für gut befunden wurden.
  • Smartphone: Dein Smartphone ist die Schaltzentrale deines Smart Homes. Schütze es unbedingt mit Virenprogrammen und Firewalls vor Schadsoftware und stelle sicher, dass sensible Daten verschlüsselt übermittelt werden.
  • WLAN: Da die Smart-Home-Komponenten üblicherweise über deinen WLAN-Router miteinander vernetzt werden, sichere das entsprechende Netzwerk mit einer Firewall sowie starken Passwörtern und stelle sicher, dass alle Geräte ihre Daten verschlüsselt übertragen.
  • Zugriffsrechte: Lege für jede Person ein eigenes Nutzerprofil mit personalisierten Zugriffsrechten an. Sorge dafür, dass so wenige Personen wie möglich (im Zweifelsfall nur du selbst), auf das komplette Smart-Home-System zugreifen und Einstellungen verändern können.
  • Passwörter: Ändere unbedingt das Standard-Passwort in ein sicheres Passwort, sobald du ein neues Gerät in Betrieb nimmst. Das gilt auch für scheinbar „unwichtige“ Komponenten wie Leuchtmittel oder Thermostate. Jedes nicht ausreichend geschützte Element ist eine potenzielle Sicherheitslücke im Netzwerk.
  • Speicherort: Speichere sensible persönliche Daten möglichst auf einer lokalen Festplatte anstatt in der Cloud.
  • Sprachassistenten: Falls du Alexa, Siri & Co. zur Steuerung deines Smart Homes verwenden willst, sei dir bewusst, dass die nötigen Empfangsgeräte ständig mithören und an die Cloudlösungen der entsprechenden Herstellerkonzerne gebunden sind.
  • Softwareupdates: Halte die Software aller Komponenten deines Smart-Home-Systems immer auf dem neuesten Stand. Achte darauf, dass die Updates vom jeweiligen Hersteller authentifiziert sind.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt in seinem Ratgeber zur Smart-Home-Sicherheit außerdem, separate Netzwerke für Smart-Home-Komponenten sowie Freunde und Gäste einzurichten. Dabei geht es weniger darum, dich vor Datenspionage oder Hackerangriffen durch diese Personen zu schützen. Viel mehr steht der bestmögliche Schutz vor unerkannter Schadsoftware im Vordergrund, die sich von den Endgeräten Dritter in dein Netzwerk ausbreiten könnte.

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