Zurück nach oben Inhaltsverzeichnis Kapitelnavigation Schließen Inhaltsnavigation Hell Tage Tag Bild herunterladen Blättern zu [COUNT] Stunden Stunde Dunkel Hauptnavigation Minuten Minute Weiterblättern Anhalten Abspielen Zurückblättern Artikel vorlesen Vorlesen pausieren Vorlesen fortsetzen Nach links scrollen Nach rechts scrollen Sucheingabe zurücksetzen Suchen Sekunden Sekunde Teilen Börse aktuell geschlossen Tabnavigation

Heizkraftwerk Stuttgart-Münster

Das Heizkraftwerk Stuttgart-Münster versorgt die Region Mittlerer Neckar zuverlässig, und wirtschaftlich mit Energie. Der Schwerpunkt des Standorts liegt auf der Verwertung von Abfällen. Neben drei noch bis Frühjahr 2026 steinkohlebetriebenen Kesseln produzieren zwei Gasturbinenanlagen und eine Abfallverbrennungsanlage im Kraft-Wärme-Kopplungsmodus Strom und Fernwärme. Das Müllheizkraftwerk ist ein zentraler Bestandteil der Restmüllentsorgung in Baden-Württemberg. Zusätzlich erzeugt eine Großwärmepumpe Fernwärme über dessen Kühlwasserablauf. Die EnBW hat sich das Ziel gesetzt, vor dem gesetzlich vorgesehenen Kohleausstieg aus der Kohleverstromung auszusteigen, sofern die regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dies ermöglichen. Deswegen wurde der Standort für den künftigen Einsatz von Wasserstoff umgerüstet („Fuel Switch“): Eine neue Gas- und Dampfturbinenanlage wird zunächst mit Erdgas betrieben, um Strom und Fernwärme zu erzeugen, und kann zu einem späteren Zeitpunkt auf Wasserstoff als Brennstoff umgestellt werden.

1908

Gründungsjahr

7 Anlagen

2 Gasturbinen, 3 Kohlekessel, 1 Müllverbrennungsanlage, 1 Großwärmepumpe

238 Megawatt

elektrische Bruttoleistung

450 Megawatt

auskoppelbare Fernwärmeleistung

Lust auf einen Rundgang im EnBW-Kraftwerk Stuttgart-Münster?

Im Heizkraftwerk Stuttgart-Münster ermöglichen wir ganzjährig kostenlose Führungen – fachkundige Erläuterungen durch unsere Mitarbeiter*innen inklusive.

Mehr erfahren

Fuel Switch

Projektvorstellung

Die EnBW setzt mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien die Dekarbonisierung ihres Erzeugungsportfolios konsequent fort. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben müssen zudem alle Kohlekraftwerke in Deutschland bis spätestens 2038 abgeschaltet werden, so auch in Stuttgart-Münster. Die regionale Versorgungssicherheit mit Strom und Fernwärme hat jedoch oberste Priorität, weshalb die EnBW am Standort eine regelbare, wasserstofffähige Gasturbinenanlage gebaut hat:

  • Die neue, gasbefeuerte Anlage ermöglicht eine weitaus höhere Brennstoffausnutzung im Vergleich zu anderen Kraftwerkstypen.
  • Zusätzlich soll der Ausstoß von CO₂ und anderen Schadstoffen wie Staub, Schwefeldioxid (SO₂) oder Stickoxiden (NOₓ) nach aktuellen Planungen zurückgehen. Mit der Umstellung auf Erdgas entfallen zudem Schwermetallemissionen aus der bisherigen Kohleverfeuerung.
  • Durch diesen „Fuel Switch“, also die Umstellung auf Erdgas, ist der Kohleausstieg für das Stadtgebiet Stuttgart bereits viele Jahre vor dem gesetzlich festgelegten Termin vollzogen.

Sobald Wasserstoff in ausreichenden Mengen verfügbar ist und die Versorgungsinfrastruktur entsprechend umgestellt wurde, ist ein Betrieb des Kraftwerks mit Wasserstoff möglich, wodurch die CO₂-Emissionen der Strom- und Fernwärmeerzeugung im Vergleich zur Kohleverstromung noch weiter reduziert werden könnten. Bereits mit der Inbetriebnahme der Anlage kann ein gewisser Anteil von beigemischtem Wasserstoff mitverbrannt werden – für eine vollständige Verbrennung von Wasserstoff ist eine Umrüstung der Gasturbine erforderlich, die jederzeit in einer der routinemäßigen Großrevisionen umgesetzt werden kann. Die Umstellung auf Wasserstoff kann später also ohne größere Hürden erfolgen. Mehr zum Fuel Switch erfahren Sie hier.

Zeitraffer vom Bau bis zur Fertigstellung der wasserstofffähigen Gasturbinenanlage in Stuttgart-Münster.
Die Funktionsweise des neuen Heizkraftwerks inkl. Fernwärmeauskopplung als Schaubild.

Technik

Die Gasturbinenanlage ersetzt die bestehenden drei Kohlekessel des Steinkohleblocks:

  • Am Standort existiert eine sogenannte Dampfsammelschiene. In dieses große Dampfrohr speisen alle Kraftwerksanlagen vor Ort ihren produzierten Dampf ein.
  • Über die Dampfsammelschiene gelangt der Hochdruckdampf zu den Dampfturbinen (zwei Kondensations- und eine Gegendruckturbine). Diese produzieren Strom und Fernwärme.
  • Die neue Gasturbinenanlage speist ihren erzeugten Dampf ebenfalls in die Dampfsammelschiene ein, sodass bereits bestehende Infrastruktur genutzt wird.

Die bei der Stromerzeugung entstehende Fernwärme wird in das Fernwärmenetz „Mittlere Neckarschiene“ eingespeist, das ebenfalls mit dem Heizkraftwerk Altbach/Deizisau und dem Heizkraftwerk Stuttgart-Gaisburg verbunden ist. Viele Industriebetriebe, Privathaushalte und öffentliche Gebäude in Altbach, Deizisau, Esslingen, Plochingen und Stuttgart werden damit versorgt.

Großwärmepumpe

Neben dem Fuel Switch wurde am Standort bereits ein weiterer Schritt zur Transformation der Fernwärmeversorgung in der Region Stuttgart unternommen: Eine Großwärmepumpe nutzt seit April 2024 die Abwärme aus dem Kühlwasserablauf, um bis zu 24 Megawatt Fernwärme zu erzeugen. Die Anlage ermöglicht die energetische Nutzung von Abwärme in großem Maßstab und ist in dieser Größenordnung eine der ersten ihrer Art in Deutschland.

Eine Herausforderung bestand in der Integration der neuen Anlage in die bestehende Infrastruktur des Kraftwerks, während der laufende Betrieb aufrechterhalten wurde. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Reallabore der Energiewende“ gefördert und ist Teil des Verbundforschungsprojekts „Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen“. Die Investitionskosten beliefen sich auf etwa 17 Millionen Euro.

Die Wärmepumpentechnologie, bekannt aus der Gebäudeheizung, kommt in Stuttgart-Münster in großem Maßstab zum Einsatz: Indem sie die benötigte Umweltwärme dem Kühlwasser des Kraftwerks entzieht, reduziert die Großwärmepumpe in Folge den Wärmeeintrag in den Neckar und nutzt die im Kühlwasser enthaltene Energie zur Erzeugung von Fernwärme. Angetrieben wird sie von Strom aus der Müllverbrennungsanlage.

Die Funktionsweise der Großwärmepumpe inkl. Fernwärmeauskopplung als Schaubild.

Umsetzung

Projektphasen

Hier informieren wir Sie über wichtige Ereignisse und Meilensteine zu Planung und Bau einer Gasturbinenanlage am Kraftwerksstandort Stuttgart-Münster. Sie finden an dieser Stelle aktuelle Informationen zum Zeitplan des Planungs- und Genehmigungsprozesses sowie zu den Baufortschritten.

Oktober 2025
Beginn kommerzieller Betrieb der Gasturbinenanlage (Fuel Switch)
April 2025
Beginn kommerzieller Betrieb der Großwärmepumpe
April 2025
Offizielle Inbetriebnahme der Gasturbinenanlage (Fuel Switch)
Oktober 2024
Beginn der heißen Inbetriebnahme der Gasturbinenanlage
April 2024
Offizielle Inbetriebnahme der Großwärmepumpe
Anlieferung und Einbringung der Gasturbinen
November 2023
Beginn der Inbetriebnahme der Großwärmepumpe
31. März 2023
Spatenstich für den Neubau der Gasturbinenanlage und der Großwärmepumpe
Oktober 2022
Erörterungstermin des Regierungspräsidiums Stuttgart
22. März 2022
Investitionsentscheidung des Aufsichtsrats der EnBW
21. Juli 2021
Projektvorstellung Bezirksbeirat Bad Cannstatt
23. April 2021
Scoping-TerminFußnote0Bei komplexen Planungsprozessen wird von der verfahrensführenden Behörde (hier das Regierungspräsidium Stuttgart) ein Scoping-Termin durchgeführt. Dabei werden – unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und Fachbehörden – Gegenstand, Umfang und Methodik der Raumverträglichkeits- und Umweltverträglichkeitsuntersuchung sowie der Inhalt der zu erstellenden Antragsunterlagen formal festgelegt.
20. April 2021
Projektvorstellung Bezirksbeirat Münster
13. April 2021
Virtuelle Info-Veranstaltung für Bürger:innen
12. April 2021
Infoveranstaltung für Fachverbände und Bürgerinitiativen
weniger mehr

Bautagebuch

Fragen und Antworten

Welche Vorteile hat die Gasturbinenanlage gegenüber dem bisher genutzten Steinkohleblock?

Welche Vorteile die Gasturbinenanlage gegenüber dem bisher genutzten Steinkohleblock bringen kann, erfahren Sie hier auf einen Blick:

  • Erdgas verursacht bei der Stromerzeugung im Vergleich zu Steinkohle geringere direkte CO₂-Emissionen. Nach aktueller Planung könnten die CO₂-Emissionen der Gasturbinen um rund 60 % niedriger liegen. Die Anlage ist dafür ausgelegt, die bisherige Erzeugungskapazität der Kohleblöcke zu ersetzen.
  • Laut Prognosen ist eine Verringerung von Luftschadstoffemissionen vorgesehen: Stickoxidemissionen (NOₓ) könnten um etwa 45 % sinken, die Emissionen von Schwefeloxiden (SOₓ) und Staub deutlich geringer ausfallen. Schwermetallemissionen entfallen mit der Beendigung der Kohleverfeuerung.
  • Mit der Stilllegung der Kohleblöcke entfällt das bestehende Kohlelager, wodurch damit verbundene Staub- und Lärmemissionen nicht mehr auftreten.
  • Das Verkehrsaufkommen kann sich verringern, da Kohlelieferungen sowie ein Großteil der Transporte für Zusatzstoffe und Reststoffe aus der Rauchgasreinigung künftig entfallen.
  • Die Geräuschentwicklung der Anlage soll durch Schallminderungstechnik begrenzt werden. Zudem werden Kohlekessel, Hilfsdampferzeuger und Rauchgasreinigung stillgelegt.
  • Nach aktueller Planung kann die Erwärmung des Neckars sinken, insbesondere in Sommermonaten. Rückkühlanlagen sind vorgesehen, um den zusätzlichen Kühlwasserbedarf zu minimieren.
  • Die Fernwärmeversorgung soll durch die neue Anlage aufrechterhalten werden. Effizientere Anlagentechnik ersetzt nach aktueller Planung Teile der bisherigen Infrastruktur für die Fernwärmenetze Stuttgart-Nordwest und Cannstatt.
Warum setzt die EnBW auf eine Anlage mit Erdgas?

Besonders im Bereich der Wärmeerzeugung sind erneuerbare Energien aktuell noch nicht in der Lage, fossile Brennstoffe innerhalb weniger Jahre und in allen Anwendungsfällen vollständig zu ersetzen.

Erdgas wird deshalb als Übergangslösung betrachtet, da es im Vergleich zu Kohle die Treibhausgasemissionen potenziell verringern kann. Wichtig ist dabei, dass Erdgas nur für eine Übergangszeit vorgesehen ist.

Die eingesetzten Gasturbinen sind flexibel und so ausgelegt, dass sie später auf die Verbrennung von anderen Gasen, beispielsweise grünem Wasserstoff, umgestellt werden können.

Bereits bei der Inbetriebnahme der Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) ist es nach aktueller Planung möglich, dem Erdgas bis zu 20 % Wasserstoff beizumischen, wodurch die Treibhausgasemissionen weiter reduziert werden könnten. Der Wechsel zu Erdgas bildet somit einen Übergangsschritt hin zu einer künftigen Energieversorgung mit Wasserstoff.

Hat der Neubau zusätzliche Belastungen für Anwohner zur Folge?

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens werden Gutachten erstellt, die auch mögliche Auswirkungen auf Anwohner*innen prüfen. Dazu zählen u. a. ein Schallgutachten und eine Immissionsprognose der Luftschadstoffe. Diese bewerten den Einfluss des Neubaus auf die Umgebung:

  • Lärmschutz: Nach der Inbetriebnahme der neuen Anlage ist vorgesehen, die Altanlagen wie Kohlekessel, Kohlelager sowie die Rauchgasreinigung stillzulegen. Diese gehören bislang zu den wesentlichen Schallquellen am Standort. Die Neuanlage wird gemäß heutigem Stand der Technik mit Schallminderungssystemen (z. B. Schalldämpfer, Dämmkulissen) ausgestattet, um die gesetzlichen Grenzwerte (TA Lärm) einzuhalten. Zudem entfallen Transporte im Zusammenhang mit der Rauchgasreinigung, was das Verkehrsaufkommen und die damit verbundenen Geräusche verringern kann.
  • Gewässerschutz: Die neuen Kraftwerksanlagen benötigen keine zusätzliche Kühlwasserentnahme aus dem Neckar. Die Kühlung erfolgt über Rückkühlanlagen auf dem Gebäudedach in einem geschlossenen Wasser-Glykol-System. Dadurch kann sich die Wärmeeinleitung in den Neckar voraussichtlich reduzieren. Insbesondere in Zeiten hoher Temperaturen im Sommer ist geplant, die Wärmeabgabe gegenüber dem heutigen Stand deutlich zu senken. Zudem sind Rückkühlanlagen in geräuscharmer Ausführung vorgesehen.
  • Immissionsschutz: Nach aktueller Prognose können Emissionen im Vergleich zum bisherigen Betrieb deutlich sinken: Stickoxide (NOₓ) um über 45 % und Feinstaub um rund 88 %. Die Emissionen von Schwermetallen entfallen mit dem Verzicht auf Kohlefeuerung. Die Reduktionen basieren auf der effizienteren Verbrennungstechnik von Gasturbinen und dem vorgesehenen Einsatz von SCR-Technologie (Katalysatoren im Abgasweg), die darauf ausgelegt sind, die gesetzlichen Grenzwerte sicher einzuhalten.

Aktuelles, Termine & Kontakt
Termine

Aktuell sind keine Termine geplant.

Besichtigung

Das Heizkraftwerk Stuttgart-Münster können Sie besichtigen: Jetzt hier anmelden.

Anfahrt zum Kraftwerk: Jetzt Route berechnen

Kontakt

Haben Sie Fragen? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung!

Standort

E-Mail:

Unternehmenskommunikation

E-Mail:

Downloads

Akzeptieren Ablehnen Jetzt herunterladen
Sicherheit für unsere Nachbarn
Restmüllheizkraftwerk Stuttgart-Münster
Projekt Fuel Switch Stuttgart-Münster: Infoveranstaltung im Rahmen der Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung