Ein zukunftsfähiges Netz ist der Schlüssel für Versorgungssicherheit und eine erfolgreiche Energiewende. Wir investieren massiv in den Ausbau unserer modernen und leistungsfähigen Netzinfrastruktur, um die Integration erneuerbarer Energien zu gewährleisten und einen steigenden Strombedarf zu decken.
Um Windenergie aus Norddeutschland effizient in die Verbrauchszentren im Süden zu bringen, braucht es neue Leitungen. SuedLink ist eine davon. Unsere Tochtergesellschaft TransnetBW ist maßgeblich an der Umsetzung des Übertragungsnetzprojekts beteiligt: sie verantwortet die südlichen Bauabschnitte. Seit Mitte Oktober 2025 befinden sich alle Abschnitte im Bau.
Wir transportieren Strom sicher und zuverlässig vom Ort der Erzeugung dorthin, wo er gebraucht wird. Dafür sorgen unsere Tochterunternehmen TransnetBW und Netze BW. Ihre Netzinfrastruktur ist eine der modernsten Deutschlands. Damit das so bleibt, investieren wir Milliarden in den Ausbau und die Modernisierung des Übertragungs- und Verteilnetzes.
Das Stromnetz in Deutschland ist mehr als 1,9 Millionen Kilometer lang. Es verbindet hunderttausende kleine und große Erzeugungsanlagen mit Millionen von Verbraucher*innen. Ein komplexes Leitungssystem mit verschiedenen Spannungsebenen.
Neueste Artikel aus dem ECO*Journal
Gasnetz
Die Netze BW betreibt 1.223 km hochmoderne Erdgastransport- und -verteilnetze im Hochdruckbereich, 1.983 km im Mitteldruckbereich und 2.055 km im Niederdruckbereich. Diese Infrastruktur wird technisch darauf vorbereitet, künftig auch Wasserstoff transportieren zu können. Unsere Töchter terranets bw und ONTRAS sind am Aufbau des nationalen Wasserstoff-Kernnetzes beteiligt.
Wassernetz
Die Netze BW versorgt rund 600.000 Menschen in Stuttgart mit Trinkwasser. Mit ihrem knapp 2.600 Kilometer langen Verteilnetz sowie dem 135 Kilometer langen Transportnetz gewährleistet sie eine sichere Wasserversorgung rund um die Uhr.
Breitbandnetz
Die NetCom BW baut das Glasfasernetz in Baden-Württemberg aus und schafft die Grundlage für schnelle Internetverbindungen. Mit rund 15.200 km betreibt sie eines der größten Backbone-Netze in Baden-Württemberg und treibt die Digitalisierung voran.
Ohne Netzausbau keine Energiezukunft: Er ist wesentlich für die Versorgungssicherheit und den Erfolg der Transformation unseres Energiesystems. Denn die Anforderungen an das Stromnetz verändern sich: immer mehr Energie wird dezentral durch Windkraft- und Solaranlagen erzeugt. Diese muss integriert werden, was leistungsfähigere und neue Leitungen erfordert. Aber auch mehr Digitalisierung, um Erzeugung und Verbrauch flexibler aufeinander abzustimmen.
Vier Gründe für den Netzausbau
Wir arbeiten an der Digitalisierung unserer Netzinfrastruktur und setzen auf innovative Technologien für die Netznutzung, den Netzausbau sowie die Netzüberwachung. Unsere Tochterunternehmen entwickeln dabei wegweisende Lösungen für unsere Kunden und die Netze der Zukunft.
Smart Grids
Wir setzen auf digitale Technologien in unseren Netzen, um die Stromerzeugung, den Netzbetrieb, die Speicherung und den Verbrauch zu koordinieren. Unsere Tochter Netze BW hat dafür in ihrem Feldversuch flexQgrid in Freiamt gezeigt, wie ein modernes Smart Grid in einer ländlichen Gemeinde funktioniert.
KI basierte Erneuerungsstrategie
Schäden vorhersagen, bevor sie entstehen: Das übernimmt künftig ein KI-gestütztes Frühwarnsystem für das Mittelspannungsnetz. Denn das Netz ist komplex. Um bei 250.000 Netzkomponenten Schwachstellen oder Defekte präzise vorherzusehen, haben wir ein eigenes Predictive-Maintenance-System entwickelt, das datengestützte Vorhersagen treffen kann. Es identifiziert die zu ersetzenden Komponenten und macht diese für alle Mitarbeitenden sichtbar. So können die Netzzuverlässigkeit erhöht und die Betriebskosten deutlich gesenkt werden.
Luftschiff und Drohne im Einsatz für die Leitungskontrolle
Unsere Tochter Netze BW setzt auf innovative Technologien zur Inspektion von Freileitungen, darunter auch Luftschiff und Multikopter-Drohnen. Sie sollen detaillierte Bilder von Strommasten liefern und helfen, die Inspektion zu beschleunigen, Auto- und Hubschrauber­einsätze zu reduzieren und die Arbeitssicherheit zu erhöhen.
NETZinspect 2.0
Im Projekt „NETZinspect 2.0“ wird ein autonomes Luftschiff im Vergleich mit den Drohnen getestet, und die Bilder durch Künstliche Intelligenz analysiert, um Schäden zu erkennen. Zusätzlich nutzt die Netze BW die Light Detection and Ranging-Sensorik (LiDAR)-Technologie, um Bäume und Äste in der Nähe von Hochspannungsleitungen zu identifizieren und zurückzuschneiden.
StromGedacht
Die StromGedacht-App von TransnetBW informiert Verbraucher*innen, wenn im Stromnetz gerade besonders viel Strom aus erneuerbaren Energien verfügbar ist. So können sie ihren Stromverbrauch in ökologisch und wirtschaftlich günstigere Zeiten verlagern, ihren persönlichen CO₂-Fußabdruck reduzieren und dazu beitragen, Netzengpässe zu vermeiden.
NETZbaustelle der Zukunft
Die NetzeBW will mit der Initiative „NETZbaustelle der Zukunft“ den Netzausbau nicht nur digitaler, effizienter und für alle Beteiligten sicherer gestalten, sondern auch Lärm, Emissionen und die Beeinträchtigung für Anwohnende reduzieren. Dafür setzt sie erstmals vollelektrische Baumaschinen und Fahrzeuge ein. Auch bei Planung, Steuerung, Logistik und Überwachtung helfen digitale Tools.
Das selbstheilende Netz
Im "NETZlabor Allgäu" arbeitet die Netze BW an der Vision eines "selbstheilenden Netzes". Es soll Unterbrechungen minimieren und dafür sorgen, dass sie möglichst gar nicht wahrnehmbar sind. Dafür soll ein selbstheilendes Netz in der Lage sein, selbstständig auf Unterbrechungen zu reagieren, und die Schritte zur Störungsbehebung automatisiert anstoßen.
Als regional verwurzeltes Unternehmen pflegen wir traditionell enge Partnerschaften mit den Kommunen in Baden-Württemberg. Etwa durch unser Beteiligungsmodell „EnBW vernetzt“. Damit ermöglichen wir Städten und Gemeinden, die Energiezukunft aktiv mitzugestalten und am Erfolg der Netze BW teilzuhaben. Unsere KommunalPlattform wiederum steigert die Transparenz im Netzgeschäft und fördert die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen uns und den Kommunen.
Fragen und Antworten zum Netzausbau
Weil Strom heute anders erzeugt und genutzt wird als früher. Die Erzeugung erfolgt zunehmend dezentral: Viele Wind- und Solaranlagen speisen Strom an unterschiedlichen Orten und auf verschiedenen Spannungsebenen ein. Windstrom entsteht häufig im Norden Deutschlands, während große Verbrauchszentren auch im Süden liegen. Gleichzeitig steigt der Strombedarf, etwa durch Elektroautos, Wärmepumpen und digitale Anwendungen. Das Netz muss diese Strommengen aufnehmen, transportieren und sicher verteilen können.
Netzausbau heißt nicht immer Neubau. Nach dem NOVA-Prinzip prüfen Netzbetreiber zuerst, ob sie das bestehende Netz optimieren oder verstärken können. Dazu gehören zum Beispiel eine bessere Steuerung der Stromflüsse, stärkere Leitungen, leistungsfähigere Transformatoren sowie neue oder erweiterte Umspannwerke und Ortsnetzstationen. Erst wenn das nicht reicht, werden neue Leitungen geplant.
Verantwortlich sind die Netzbetreiber. Sie erstellen alle zwei Jahre den Netzentwicklungsplan Strom. Darin steht, welche Leitungen und Anlagen in den nächsten Jahren im Übertagungsnetz gebraucht werden. Die Bundesnetzagentur prüft und genehmigt den Netzentwicklungsplan. Er ist die Grundlage für weitere Planungsverfahren, in denen der genaue Verlauf der Leitung festgehalten wird.
Im Verteilnetz ist der Bedarf am größten: Allein die Netze BW, Baden-Württembergs größter Verteilnetzbetreiber, plant im aktuellen Netzausbauplan mit rund 2.900 Kilometer Hochspannungstrassen, die aus- sowie 120 Kilometern, die neu gebaut werden müssen. Hinzukommen weitere Maßnahmen für den Aus- und Neubau von Umspannwerken und Ortsnetzstationen sowie tausende Kilometer Leitungen in der Mittelspannung.
Dann müssen Netzbetreiber Engpässe im Netz ausgleichen. Zum Beispiel, in dem die Einspeisung von Wind- und Solaranlagen gedrosselt wird. Das stabilisiert das Stromsystem, verursacht aber hohe Kosten. Denn die Betreiber der Anlagen müssen für diese Ausfallzeiten entschädigt werden. Neue Leitungen und Batteriespeicher, die den Strom aufnehmen statt direkt ins Netz einzuspeisen, könnten solche Eingriffe verringern.
Batteriespeicher können Strom aufnehmen, wenn Wind- und Solaranlagen gerade mehr erzeugen, als vor Ort verbraucht oder über das Netz weitertransportiert werden kann. Sie geben den Strom später wieder ab, wenn der Bedarf höher ist. So lassen sich Einspeisespitzen abfedern und einzelne Netzabschnitte entlasten. Batteriespeicher ergänzen den Netzausbau, ersetzen können sie ihn aber nicht.
Der Netzausbau erfordert Investitionen in Milliardenhöhe. Allein für den Ausbau des Verteilnetzes rechnet die Bundesnetzagentur nach Auswertung der Netzausbaupläne 2024 mit Investitionen von rund 110 Milliarden Euro bis 2033. Finanziert wird der Ausbau über Netzentgelte. Kosten entstehen zum Beispiel für Leitungen, Erdkabel, Umspannwerke, Ortsnetzstationen, Transformatoren und digitale Netztechnik. Laut BDEW wurden 2024 rund 8,6 Milliarden Euro in die Verteilnetze investiert; bis 2030 könnte die jährliche Investitionssumme auf 15,4 Milliarden Euro steigen.
Die Kosten für Wartung, Ausbau und Modernisierung der Netze werden über die Netzentgelte an Haushalte und Unternehmen weitergegeben. Aufgrund der hohen Investitionen und ohne eine Reform der Systematik, könnten sich die Stromnetzentgelte für Niederspannungskund*innen bis 2045 mehr als verdoppeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine BDEW-Studie von Consentec und Frontier Economics im Juli 2025. Deshalb arbeitet die Bundesnetzagentur an einer Reform der Netzentgeltsystematik, die Kosten fairer verteilen, Flexibilität unterstützen und den Netzausbau dämpfen soll.