In der Gemeinde Vierlinden, Ortsteil Görlsdorf hat die EnBW im Februar 2026 den Solarpark „Am 4-Ruthen-Pfuhl Görlsdorf“ in Betrieb genommen. Die Photovoltaik-Anlage wird über Jahrzehnte neben Strom auch wertvolle Einnahmen für die Gemeinde generieren. In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den lokalen Behörden wurden zudem wichtige Anliegen der Menschen vor Ort berücksichtigt, wie z. B. die Wegeanbindung des Wermelinsees. Eine umfassende Kampfmittelräumung verbesserte den Zustand des Geländes auch für die Zukunft. Der Solarpark stärkt ebenfalls die regionale Biodiversität und Artenvielfalt, indem er Trackermodule, Agri-PV und mehr Naturraum kombiniert – ganz im Sinne einer verantwortungsvollen Projektumsetzung.
Der Solarpark Görlsdorf liegt auf der Gemarkung Görlsdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Vierlinden im Landkreis Märkisch-Oderland. Die Photovoltaik-Anlage liegt abseits bestehender Wohnbebauung und steht auf einer zuvor landwirtschaftlich genutzten Freifläche.
Der Solarpark ist circa 91 Hektar (ha) groß. Etwa 76 ha Fläche werden davon zur Energieerzeugung mit Photovoltaik (PV) genutzt. Die Solarmodule produzieren im Jahr rund 87,7 Mio. Kilowattstunden (kWh) Energie. Jährlich werden dadurch circa 34.000 Drei-Personen-Haushalte mit Strom versorgt. Pro Jahr können so etwa 67.000 Tonnen (t) an Kohlenstoffdioxid (CO₂) eingespart werden.
Mensch und Umwelt
Nur 0,5 bis 1 Prozent der Fläche werden beim Bau eines Solarparks tatsächlich versiegelt. Somit bieten die immissionsfreien, geräuschlosen PV-Anlagen ökologisch kaum Risiken, aber zahlreiche Chancen. Denn unsere Projektflächen werden extensiviert, das heißt die Wiesenflächen des Solarparks werden nicht gedüngt, sondern sind ihrer natürlichen Entwicklung überlassen.
Über eine Vielzahl von Umweltmaßnahmen kompensiert die EnBW zudem den Bau ihrer PV-Parks und stellt den Erhalt der vorhandenen Lebensräume für die heimischen Tierarten sicher. Unter anderem werden im Bauleitverfahren Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen verankert. Diese können umfassen:
- die Entwicklung eines artenreichen Grünlands rund um den Solarpark
- die Pflanzung von Sträuchern, Hecken und Bäumen
- das Anlegen von Trittsteinbiotopen
- die Pflege der Fläche durch eine teilweise Beweidung mit Schafherden
Art und Umfang dieser Maßnahmen werden eng mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Sie werden dann mit einer ökologischen Baubegleitung umgesetzt und regelmäßig auf ihre Wirksamkeit hin überwacht.
Im Projekt Görlsdorf kommen folgende Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zum Einsatz:
- die Einsaat von regionalem Saatgut
- die Pflanzung oder Verdichtung von Hecken und Sträuchern auf einer Länge von ca. 3,3 km
- das Anlegen einer artenreichen Blühwiese auf ca. 6,5 ha
- das Anlegen eines breiten Wildkorridors über die gesamte Fläche
- Grünpflege durch Schafsbeweidung und Sauberkeitsschnitt
- die Anbindung des Wermelinsees durch eine neue Wegeführung in Form eines Rundwegs
Erfahren Sie mehr zur Selbstverpflichtung der EnBW zu Umwelt- und Artenschutz.
Der Bau unserer PV-Anlagen wird grundsätzlich so geplant und durchgeführt, dass die Belastung für die Anwohner*innen so gering wie nur möglich gehalten wird. Nach der Projektlaufzeit von rund 30 Jahren erfolgt übrigens der vollständige Rückbau des Solarparks – die Fläche wird wieder frei nutzbar.
Bilder
Der Solarpark Görlsdorf aus der Vogelperspektive. Mit 87 MW installierter Leistung ist er ein Vorzeige-PV-Projekt in Brandenburg.
In Betrieb ging der Solarpark im Februar 2026. Die Anlage in Görlsdorf verbindet dabei gekonnt Stromproduktion mit Naturschutz und Landwirtschaft.
Modultyp und Anzahl Module
Im Solarpark kommen rund 143.000 Module zum Einsatz. Diese PV-Module haben jeweils eine spezifische Leistung von circa 610 Watt (w) bzw. 615 w. Die Solaranlage kann somit etwa 96,4 Mio. kWh Strom pro Jahr produzieren. Rein rechnerisch reicht das, um jährlich rund 34.000 Drei-Personen-Haushalte mit umweltschonender Energie zu versorgen und dabei circa 67.000 t an CO₂ einzusparen.
Interessen der Bürgerinnen und Bürger
Anders als viele Solarpark-Projektentwickler plant die EnBW ihre Projekte in aller Regel nicht nur und setzt sie baulich um, sie betreibt die PV-Anlage in Görlsdorf auch selbst. Für die kommenden Jahrzehnte möchten wir dabei der Kontakt für das Amt, die Gemeinde, die Flächeneigentümerinnen und -eigentümer sowie die Menschen vor Ort bleiben. Deshalb ist der EnBW eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Vierlinden von Anfang an sehr wichtig gewesen.
Der Solarpark trägt dabei nicht nur zur Sicherung der Energieversorgung vor Ort bei. Er stärkt auch die Finanzkraft der Gemeinde und schafft über Jahrzehnte hinweg wertvolle Handlungsspielräume. Durch den sogenannten „Solar-Euro“ in Brandenburg kann Vierlinden über den Zeitraum des Betriebs jährlich mit Einnahmen von ca. 170.000 Euro rechnen. Bis zum Ende der Laufzeit kommen so voraussichtlich rund 5 Millionen Euro zusammen. Hinzu kommen noch die Gewerbesteuereinnahmen, die sich aus dem Betrieb der PV-Anlage ergeben.
Darüber hinaus wird den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger in besonderer Weise Rechnung getragen:
- Ein Rundweg zum Wermelinsee: Ein wichtiger Aspekt war die Anbindung des Wermelinsees durch einen Rundweg. Das wurde beim Bau der Solaranlage berücksichtigt.
- Ein natürlicher Sichtschutz: Die neuen bzw. verdichteten Hecken- und Strauchkulturen sorgen für den nötigen Sichtschutz vor dem Solarpark.
- Ein Verkehrsleitsystem für die Umsetzung: Sicherheit steht für uns an erster Stelle. Deshalb hatte die EnBW mit dem erfahrenen Verkehrssicherer SLT ein Verkehrskonzept für die Umsetzung erarbeitet.
Kampfmittelräumung
Für die Errichtung des Solarparks hat die EnBW eine umfassende Kampfmittelräumung der Fläche durchgeführt und hierfür einen sechsstelligen Betrag investiert. Die Region war bei der „Schlacht um die Seelower Höhen“ im April 1945 von schweren Kämpfen betroffen, sodass vor Baubeginn die Munitions- und Bombenreste geräumt werden mussten.
Im Zuge der Räumung im Jahr 2023 wurden unter anderem Geschützstellungen, Geschütze und mehrere Tonnen Munition gefunden. Weil sich die mehr als 100 größeren Bomben und Granaten zum Teil nicht transportieren ließen, wurden fünf kontrollierte Sprengungen durchgeführt, um sie vor Ort zu vernichten. Wenn die Fläche eines Tages nun nicht mehr für PV-Anlagen genutzt wird, ist sie somit in einem sichereren und besseren Zustand, was nachfolgenden Generationen zugutekommt.
Bilder
Die Projektfläche wurde auf vorhandene Weltkriegsmunition untersucht.
Zum Einsatz kamen dabei spezielle Messgeräte, die eisenmagnetische Anomalien sichtbar machen.
Drohnenaufnahmen, entstanden während der Kampfmittelräumung, lassen die umfangreichen Fundstellen deutlich erkennen.
An ehemaligen Geschützstellungen mussten Ausgrabungen durchgeführt werden.
Umweltschutzbemühungen
Der Solarpark stärkt in seiner Ausgestaltung die Biodiversität und Artenvielfalt: Auf einer Länge von ca. 3,3 km wurden neue Hecken- und Strauchkulturen gepflanzt oder bereits existierende Baum- und Heckenstrukturen verdichtet. Im Rahmen der Bewirtschaftung wird das neu entstandene Grünland unter und zwischen den Modulreihen mit Schafen extensiv beweidet.
Mit der Schaffung eines breiten Wildkorridors zwischen zwei vorhandenen Biotopen und dem Anlegen von Saumstreifen in Form von artenreichen Blühflächen werden weiterhin die Voraussetzungen für die Ansiedlung von Insekten und zahlreichen seltenen Pflanzenarten geschaffen.
Über eine Vielzahl von weiteren Einzelmaßnahmen kompensiert die EnBW die Eingriffe beim Bau des PV-Parks, vitalisiert und strukturiert die Fläche und stellt den Erhalt und die Erweiterung der Lebensräume für heimische Tierarten sicher. Unsere ökologische Baubegleitung sorgt stets dafür, dass unser Bauprojekt umweltverträglich durchgeführt wird. Eine nachhaltige und umweltgerechte Umsetzung des Baus ist unser Ziel: Maßnahmen zum Schutz von Flora und Fauna werden koordiniert, deren Umsetzung überwacht und die Einhaltung der Umweltauflagen dokumentiert.
Bilder
Ein Teil der Anlage wurde mit sogenannten Modultrackern ausgestattet, die es den Solarmodulen ermöglichen, sich über den Tagesverlauf hinweg von Ost nach West zu neigen.
Den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger wurde in besonderer Weise Rechnung getragen, unter anderem mit einem Holzpavillon.
Ein breiter, über die gesamte Fläche angelegter Wildkorridor und angrenzende Heckenpflanzungen schaffen neue Lebensräume für zahlreiche Tierarten.
Hier informieren wir Sie über wichtige Ereignisse und Meilensteine beim Bau dieses Solarparks von der Idee bis zur Inbetriebnahme. Sie finden an dieser Stelle aktuelle Informationen zum Planungs- und Genehmigungsprozess sowie zum Baufortschritt der Photovoltaik-Anlagen:
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Erste Projektvorstellung
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Oktober 2020
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Bürgersprechstunde
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Dezember 2020
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Aufstellungsbeschluss
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Mai 2021
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Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung
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Mai bis Juni 2022
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Förmliche Öffentlichkeitsbeteiligung
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April bis Juni 2023
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Satzungs- und Feststellungsbeschluss
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September 2023
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Beginn Baugenehmigungsverfahren
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Dezember 2023
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Baubeginn
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September 2024
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Inbetriebnahme
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Februar 2026
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Eröffnungsfeier
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Mai 2026
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