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Das Wichtigste in Kürze
  • Gasspeicher sichern die Gasversorgung, indem sie saisonale und kurzfristige Nachfrageschwankungen ausgleichen und im Winter einen großen Teil des Verbrauchs abdecken.
  • Deutschland hat mit 49 Standorten und 247 TWh (Terrawattstunden) die größte Gasspeicherkapazität in der EU, getragen vor allem von Kavernen- und Porenspeichern.
  • Mitte April 2026 waren die deutschen Gasspeicher nur zu 23 % gefüllt und damit auf einem historischen Tiefstand, auch EU-weit lagen die Füllstände deutlich unter dem Vorjahr.
  • Gasspeicher bleiben langfristig relevant, da sie künftig zunehmend für Wasserstoff und andere klimafreundliche Gase genutzt werden sollen.
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Was ist ein Gasspeicher und wie funktioniert er?

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Gasspeicher sind große Anlagen unter und über der Erde, in denen Erdgas für eine gewisse Zeit gespeichert wird. Das Gas wird sowohl für den saisonalen als auch den kurzfristigen Ausgleich von Angebot und Nachfrage genutzt. Gasspeicher dienen als „Puffer“ und sorgen dafür, dass auch bei kurzfristigen Nachfragespitzen oder Lieferengpässen immer genügend Gas zur Verfügung steht. Sie sind damit ein wichtiger Bestandteil der Gasinfrastruktur und gewährleisten die Versorgungsicherheit.

Gasspeicher werden typischerweise in Zeiten niedriger Nachfrage, also im Sommer, befüllt. Im Winter, wenn wegen der Kälte mehr Erdgas verbraucht wird, werden die Speicher dann wieder entleert.

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Welche Gasspeicherarten gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Gasspeichern: ober- und unterirdische Anlagen. Oberirdische Anlagen haben ein kleineres Speichervolumen und werden daher nur lokal und für kurzzeitige Einspeisungen genutzt. Um den stark schwankenden Verbrauch im Gasnetz bedienen zu können, nutzt man unterirdische Speicher. Diese Untergrundgasspeicher sind wesentlich größer und können ebenfalls in zwei Arten eingeteilt werden: Kavernen- und Porenspeicher.

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Quelle: INES, Stand: April 2026

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Was ist ein Kavernenspeicher?

Kavernenspeicher sind künstlich angelegte Hohlräume die 500 bis 1.500 Meter unter der Erdoberfläche liegen. Sie entstehen, wenn Salzstöcke ausgesolt – also mit Wasser ausgespült - werden. Kavernenspeicher können ein Volumen von bis zu 800.000 Normkubikmeter erreichen und unter hohem Druck von teils über 140 bar Gas über Monate speichern. Sie sind besonders gut geeignet für Gasmengen, die schnell ein- und wieder ausgelagert werden müssen. Daher eignen sie sich optimal für den Ausgleich stark variierender, kurzfristiger Bedarfsschwankungen. Die geologischen Eigenschaften eines Salzstockes sorgen zudem für eine natürliche Abdichtung des Speichers. Kavernen gibt es aber nur da, wo es auch ausreichend große Salzstöcke gibt, weshalb diese Speicher in Deutschland nur nördlich der Mittelgebirge zu finden sind.

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Was ist ein Porenspeicher?

Als Porenspeicher werden natürliche Gesteinsformationen genutzt. Das sind poröse Sandsteinformationen oder ehemalige Erdöl- und Erdgaslagerstätten in 400 bis 2.000 Metern Tiefe. Diese findet man vor allem in Süd- und Mitteldeutschland. Das umliegende Gestein schließt das Gas sicher ein, sodass es keinerlei zusätzliche Ummantelung braucht. Es sorgt aber auch dafür, dass das Gas in diesen Anlagen nur sehr langsam zu- und abgeführt werden kann. Daher eignen sich Porenspeicher vor allem zum Ausgleich von längerfristigen, saisonalen Schwankungen.

Vergleich: Kavernenspeicher vs. Porenspeicher

Kavernenspeicher
Porenspeicher
Kavernenspeicher
Hohlraum in ausgespültem Salzstock
Porenspeicher
poröse Gesteinsformationen
Kavernenspeicher
Kleines bis mittleres Speichervolumen
Porenspeicher
Sehr großes Speichervolumen
Kavernenspeicher
Sehr schnelle Ein- und Ausspeicherung
Porenspeicher
Langsame Ein- und Ausspeicherung
Kavernenspeicher
Gut geeignet für kurzfristige Bedarfsdeckung
Porenspeicher
Gut geeignet für langfristige Speicherung
Kavernenspeicher
In Nord- und Mitteldeutschland
Porenspeicher
In Süd- und Mitteldeutschland
Kavernenspeicher
Auch für Wasserstoff-Speicherung geeignet
Porenspeicher
Nur bedingt für Wasserstoff-Speicherung geeignet
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Luftbildaufnahme der Obertageanlage des Erdgasspeichers Etzel. (Foto: EnBW)

Wie viele Gasspeicher hat Deutschland – und wo sind sie?

Aktuell gibt es in Deutschland laut Initiative Energiespeicher (INES) 49 Gasspeicherstandorte – die meisten befinden sich in der nördlichen Landeshälfte. Zusammen haben sie eine maximale Speicherkapazität von 247 Terrawattstunden. Damit hat Deutschland verglichen mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten die mit Abstand größte Speicherkapazität – etwa ein Viertel der EU-Gasreserven lagern hier. Weltweit landet Deutschland auf Platz vier, mehr Gas können nur die USA, die Ukraine und Russland speichern.

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Der größte Speicher: Rehden

Der größte deutsche Gasspeicher befindet sich im niedersächsischen Rehden und gehört dem staatlichen Energiekonzern SEFE. Dieser unterirdische Porenspeicher erstreckt sich in einer Tiefe von 2.000 Metern über eine Fläche von knappen acht Quadratkilometern. Das sind ganze 910 Fußballfelder. Mit fast vier Milliarden Kubikmeter Speichervolumen macht diese Anlage gut ein Fünftel der gesamten deutschen Gasspeicher-Kapazität aus.

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Gasspeicher im EnBW-Konzern: VNG Gasspeicher und Etzel

Insgesamt gibt es 30 verschiedene Betreiber, die sich um die Gasspeicher in Deutschland kümmern - darunter auch die VNG-Tochter VNG Gasspeicher GmbH (VGS) und die EnBW Etzel Speicher GmbH. Letztere betreibt einen Gasspeicher im ostfriesischen Etzel-Salzstock, der 75 separate Kavernen beherbergt. Auch die VNG nutzt einen Teil der Etzel-Kavernen. Die weiteren Speicheranlagen der VGS liegen in Sachsen-Anhalt in Bad Lauchstädt und Bernburg. Diese werden gemeinsam als VGS Storage Hub (VSH) vermarktet.

Die größten Gasspeicher im EnBW-Konzern

Etzel Crystal (EnBW)
Etzel-ESE (VGS)
Bad Lauchstädt (VGS)
Bernburg (VGS)
Etzel Crystal (EnBW)
Kavernenspeicher
Etzel-ESE (VGS)
Kavernenspeicher
Bad Lauchstädt (VGS)
Poren- und Kavernenspeicher (deutschlandweit einzigartige Kombination)
Bernburg (VGS)
Kavernenspeicher
Etzel Crystal (EnBW)
Einspeicherkapazität: 54,0 GWh/Tag
Etzel-ESE (VGS)
Einspeicherkapazität: 29,0 GWh/Tag
Bad Lauchstädt (VGS)
Einspeicherkapazität: 192,0 GWh/Tag
Bernburg (VGS)
Einspeicherkapazität: 292,0 GWh/Tag
Etzel Crystal (EnBW)
Ausspeicherkapazität: 94,0 GWh/Tag
Etzel-ESE (VGS)
Ausspeicherkapazität: 47,0 GWh/Tag
Bad Lauchstädt (VGS)
Ausspeicherkapazität: 252,0 GWh/Tag
Bernburg (VGS)
Ausspeicherkapazität: 529,9 GWh/Tag
Etzel Crystal (EnBW)
Gesamtvolumen: 2,08 TWh
Etzel-ESE (VGS)
Gesamtvolumen: 1,32 TWh
Bad Lauchstädt (VGS)
Gesamtvolumen: 12,59 TWh
Bernburg (VGS)
Gesamtvolumen: 17,2 TWh

Quelle: VGS, Stand: April 2026

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Aus- und Neubaupotenziale von Gasspeichern

Einen neuen Gasspeicher zu bauen ist aufwändig und teuer. Expert*innen schätzen die Kosten auf mehrere hundert Millionen Euro. Deshalb werden in Deutschland vor allem bereits bestehende Speicheranlagen aus- und umgebaut. Ein Beispiel dafür ist der Etzel-Salzstock. Laut dem Betreiber Storag Etzel bietet er Kapazitäten für bis zu 24 weitere Kavernen. Die sollen zukünftig auch zur Lagerung von Wasserstoff genutzt werden. Die EnBW Etzel Speicher GmbH will dieses Potenzial nutzen und hat dafür bereits 2025 einen Vertrag über den Bau und Betrieb von neuen Wasserstoff-Kavernenspeichern mit Storag Etzel abgeschlossen.

Eine Herausforderung beim Neubau von Kavernen ist beispielsweise die Abnahme der Sole – also dem salzhaltigen Wasser, dass bei der Erstbefüllung vom eingeleiteten Gas verdrängt wird. Zwar gibt es für die Sole Abnehmer (z.B. die chemische Industrie), aber nur in geringen Mengen. So kann es zum Beispiel in Mitteldeutschland über ein Jahr dauern, bis eine Kaverne das erste Mal vollständig befüllt ist.

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Warum sind Gasspeicher für die Versorgungssicherheit wichtig?

Gasspeicher dienen als Puffer für „schlechte Zeiten“ und gleichen tages- und jahreszeitliche Verbrauchsspitzen aus. Rund 25 bis 30 % des Bedarfs an Erdgas im Winter wird aus Speichern bezogen. An kalten Wintertagen können es sogar bis zu 60 % des Gasverbrauchs in Deutschland sein. Sie verringern in Zeiten hoher Nachfrage die Abhängigkeit von importiertem Gas und helfen die Preise stabil zu halten. Das ist für das deutsche Energiesystem besonders wichtig. Denn laut Bundesnetzagentur wurden 2025 in Deutschland 864 Terrawattstunden Gas verbraucht. Das ist fast ein Drittel des gesamten deutschen Energieverbrauchs.

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*einschließlich Stromaustauschsaldo

Quelle: AG Energiebilanzen, Stand 02/2026

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Wie beeinflussen Gasspeicher die Gas- und Strompreise?

Der Strompreis hängt vom Gaspreis ab. Das liegt am sogenannten Merit-Order-Prinzip. Es besagt: Das Kraftwerk, das als letztes zugeschalten wird, um die Stromnachfrage zu decken bestimmt den Preis für alle. Meist sind das Gaskraftwerke, da sie flexibel einsetzbar sind. Vor allem im Winter, wenn zum Beispiel Dunkelflaute herrscht – also wenig Wind weht und die Sonne nicht scheint – bestimmen Gaskraftwerke den Preis.

Wenn im Winter die Nachfrage nach Erdgas steigt, ziehen auch die Preise am Weltmarkt an. Im Frühjahr/Sommer sinken sie. Für Energieunternehmen lohnt es sich also im Sommer Erdgas zu beschaffen und es in Gasspeichern einzulagern.

Aktuell liegt der „Sommerpreis“ für Erdgas aber über dem sonst üblichen Niveau und gleichauf mit dem „Winterpreis“ – auch bedingt durch die Situation im Nahen Osten. Denn Katar, einer der größten Produzenten für verflüssigtes Erdgas (LNG) fällt derzeit aus. Etwa 8 % der LNG-Lieferungen in die EU stammen von dort.

Inwieweit sich all das auf die Endkundenpreise für Strom und Gas im kommenden Winter auswirkt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht vorhersagen.

Tschüss, Gasspeicherumlage

Um die Endverbraucher zu entlasten, hat die Bundesregierung Ende 2025 entschieden, die sogenannte Gasspeicherumlage abzuschaffen. Seit dem ersten Januar 2026 übernimmt sie nun der Bund und nutzt dafür über drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds.

Laut Bundesregierung machte die Gasspeicherumlage für Haushaltskunden gut 2,4 %, für Großkunden sogar etwa 5 % des Gaspreises aus. Zum Jahresende 2025 lag sie bei etwa 0,289 ct/kWh. Durch die Umstellung soll Gas also wieder billiger, der Markt entlastet und die Versorgungssicherheit gestärkt werden.

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Wie voll sind die Gasspeicher 2026 in Deutschland und Europa?

Stand 16. April 2026 waren die deutschen Gasspeicher zu 23 % gefüllt. Damit liegen die aktuellen Füllstände auf einem historischen Tiefstwert.

Niedrigere Füllstände im Frühjahr sind normal. Sie zeigen, dass die Gasspeicher ihre Aufgabe erfüllen. Nämlich Schwankungen, zum Beispiel durch eine erhöhte Nachfrage und variierende Importmengen, auszugleichen. Sorge bereitet allerdings die Wiederbefüllung der Speicher. Aufgrund des Nahost-Kriegs ist verflüssigtes Erdgas (LNG), das sonst im Sommer immer günstiger einzukaufen war, aktuell viel teurer. Infolgedessen buchen die Händler – also die Kunden der Speicherbetreiber - keine Kapazitäten und es wird weniger Gas eingelagert als sonst zu dieser Zeit üblich.

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Deutschland vs. EU – wer liegt vorne?

Nicht nur die deutschen Gasspeicher sind derzeit ungewöhnlich leer, auch in anderen EU-Ländern ist das so. Die kumulierte Auslastung aller EU-Gasspeicher lag am 16. April 2026 bei 29 % – und damit etwa zehn Prozent unter dem Vorjahreswert.

Ein Vergleich zeigt, dass es aber deutliche Unterschiede in den Füllständen gibt:

  • Die niedrigsten Speicher-Füllstände in der EU haben Schweden und die Niederlande: Sie waren zum 16. April 2026 zu weniger als zehn Prozent gefüllt.
  • Die Füllstände von Deutschland, Frankreich, Belgien und einigen baltischen Staaten liegen Stand 16. April 2026 zwischen 23 und 28 Prozent.
  • Besser sieht in Spanien (62 %), Italien (44 %) und Portugal aus. Mit 91 % hat Portugal den höchsten Füllstand innerhalb der EU (Stand: 16. April 2026).
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Der Füllstand der Gaskavernen, wie hier in Etzel, sollte für einen optimalen Betrieb stets hoch sein. (Foto: EnBW)

Was bedeuten niedrige Füllstände technisch?

Niedrige Füllstände in Gasspeichern bedeuten nicht nur geringere Reserven, sondern stellen auch ein technisches Risiko dar. Je leerer ein Speicher wird, desto schwieriger ist es, das verbleibende Gas zu entnehmen. Ursache dafür ist der sogenannte Reservoir-Druck: Mit sinkendem Füllstand nimmt dieser Druck ab und es fließt weniger Gas pro Stunde ins Gasnetz.

Um die Versorgung auch bei niedrigen Speicherständen zu sichern, müssen Kompressoren eingesetzt werden. Sie erhöhen den Druck im Speicher künstlich und steigern so die Entnahmeraten. Allerdings führt ihr Einsatz auch zu einem höheren Energieverbrauch bei der Einspeisung ins Gasnetz. Fazit: Ein Gasspeicher funktioniert am besten, wenn er ausreichend gefüllt ist.

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Werden die niedrigen Füllstände zum Problem?

Die niedrigen Füllstände könnten mit Blick auf den Winter 2026/2027 zum Problem werden. Laut Branchenverband INES bestehe ein „erhebliches Risiko für die Vorbereitung der kommenden Winterversorgung“. Denn die Wiederbefüllung der Speicher stockt, da Erdgas für den Winter aktuell günstiger zu bekommen ist als für den Sommer. Aufgrund des geringen Preisunterschieds lohne sich die Befüllung im Moment einfach nicht. Mit ein Grund dafür ist der Konflikt im Nahen Osten, der zu erheblichen Preissteigerungen auf den globalen LNG-Märkten geführt hat.

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Welche Regeln gelten für Gasspeicher in der EU?

Seit 2022 gilt für alle EU-Mitgliedsstaaten bis Ende 2027 eine einheitliche Gasspeicherregulierung. Deren Ziel ist die Sicherung einer stabilen und resilienten Energieversorgung innerhalb Europas.

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Mindestfüllstände und Zwischenziele bis 2027

Die wichtigsten Inhalte der aktuellen EU-Gasspeicherregulierung sind:

  • Zwischen 1. Oktober und 1. Dezember müssen die Länder ihre Gasspeicher zu mindestens 90 % gefüllt haben.
  • Sollte ein Land dieses Ziel wegen schwierigen Marktbedingungen nicht erreichen können, erlaubt die EU-Kommission eine Abweichung um bis zu 10%.
  • Zudem gelten verbindliche Zwischenziele für die Monate Februar, Mai, Juli und September. Diese sind für jeden Mitgliedsstaat unterschiedlich und angepasst an die jeweiligen Speicherkapazitäten und Füllständen der Vorjahre. Für Deutschland gelten für 2026 folgende Zwischenziele:
    • 1. November: Mindestens 80 % Füllstand.
    • 1. Februar (2027): Mindestens 30 % Füllstand.
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Europäische Solidarität in Gas-Krisen

Sollte ein Land in einer Krise nicht genug eigene Gasreserven haben, um Verbraucher*innen zu versorgen, so müssen Nachbarländer den eigenen Verbrauch reduzieren und einen Teil ihres Gases abgeben. Wer in so einem Ernstfall auf Gas verzichten muss, ist klar definiert. Dadurch werden bestimmte Verbrauchsgruppen wie private Haushalte oder Einrichtungen der kritischen Infrastruktur geschützt. Industrieunternehmen hingegen könnten im Krisenfall abgeschaltet werden, um den Gasverbrauch zu senken.

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Welche Rolle spielen Gasspeicher künftig?

Strom allein, reicht nicht aus, um den Energiebedarf Deutschlands zu decken. Gase werden weiterhin eine große Rolle für die Versorgungssicherheit spielen und zum Beispiel in der Industrie für besonders energieintensive Prozesse eingesetzt werden. Damit bleiben auch die Gasspeicher relevant. Einziger Unterschied: statt Erdgas werden sie künftig vor allem Wasserstoff und grüne Gase speichern.

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Kavernen als Wasserstoffspeicher

Gasspeicher-Anlage in Bad Lauchstädt. (Foto: VNG)

Kavernenspeicher sind wegen ihrer geologischen Beschaffenheiten besonders geeignet, um Wasserstoff zu speichern. Die ausgehöhlten Salzstöcke sind gasdicht und reagieren weniger mit dem hochempfindlichen Wasserstoff. Aber auch sie müssen für die Wasserstoffnutzung umgerüstet werden. Expert*innen rechnen mit bis zu sieben Jahren „Umbauzeit“. Im Energiepark Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) prüft die Gasspeicher-Tochter der VNG derzeit die Nutzung einer bereits gesolten Kaverne zur Wasserstoffspeicherung.

Ob auch Porenspeicher als Wasserstoffspeicher genutzt werden können, wird noch geprüft, zum Beispiel in Süddeutschland am Standort Bierwang des Energiekonzerns Uniper. Dort wird den Erdgasspeichern in mehreren Testphasen Wasserstoff in steigender Konzentration beigemischt.

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Pilotprojekte: Gronau-Epe, Etzel & Co.

Bereits kommendes Jahr soll im nordrhein-westfälischen Gronau-Epe der erste kommerzielle Wasserstoffspeicher in Betrieb genommen werden. Das RWE Tochterunternehmen Gas Storage West hat dafür mit dem Projekt Epe-H2 eine bereits bestehende Gasspeicher-Kaverne umgerüstet und zusätzlich eine neue Kaverne erschlossen. Insgesamt können bis zu 38 Millionen Kubikmeter Wasserstoff gespeichert werden. Und das Interesse ist groß: bereits 70% dieser Speicherkapazität sind schon jetzt reserviert.

Ein Praxisbeispiel, wie die Umnutzung von Gasspeicher für Wasserstoff ablaufen kann, ist der Um- und Ausbau der EnBW-eignen Etzel-Speicher in Niedersachsen. Hier soll ein neuer Wasserstoff-Speicher mit über eine Millionen Kubikmeter H₂-Kapazität entstehen. Dafür werden neue Kavernen ausgesolt und bestehende Gaskavernen umgerüstet. Bis 2027 soll die Anlage H₂-ready sein. Erste Kavernen sind bereits im Testbetrieb für die Wasserstoffspeicherung.

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Fazit: Gasspeicher bleiben wichtig

Erdgas wird perspektivisch bis 2040 zunehmend durch sogenannte erneuerbare und dekarbonisierte Gase ergänzt werden, zum Beispiel durch Wasserstoff oder Biomethan. Bestehende Gasspeicher und Gasnetze bleiben also auch in Zukunft relevant für die Versorgungssicherheit Deutschlands.

Häufige Fragen zu Gasspeichern

Die aktuellen Füllstände können über Anwendungen wie die Gasspeicher-App live verfolgt werden. Die Daten werden täglich auf Basis der Plattform AGSI+ des Gas-Verbandes GIE aktualisiert.

Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland aktuell?

Aktuell gibt es in Deutschland insgesamt 48 Gasspeicher, die von 30 verschiedenen Anbietern betrieben werden. Die meisten davon liegen in Norddeutschland, einige aber auch in Mittel- und Süddeutschland.

Wie viele Gasspeicher hat Deutschland und wo liegen sie?

Alle Mitgliedsstaaten müssen ihre Gasspeicher bis zum 1. Dezember zu mindestens 90 % gefüllt haben. Zudem gibt es im Jahresverlauf feste Zwischenziele. Eine Abweichung von diesem Ziel um bis zu 10 % ist in Ausnahmefällen erlaubt. Für Deutschland gilt: 80 % Füllstand am 1. November und 30 % am 1. Februar – die Regelung ist gültig bis März 2027.

Welche gesetzlichen Vorgaben gibt es für Gasspeicher in der EU?

Die Bundesregierung übernimmt seit dem 01.01.2026 die Kosten für die staatlich abgesicherte Befüllung der Speicher nach der Gaskrise 2022. Das soll die Endverbraucher entlasten. Die Mittel dafür nimmt der Bund aus dem Klima- und Transformationsfonds.

Warum wurde die Gasspeicherumlage abgeschafft und wer zahlt jetzt?

Ja, vor allem Kavernenspeicher sind sehr gut für die Speicherung von Wasserstoff geeignet. Bei Porenspeichern ist das technisch schwieriger, wird aber in einigen Fällen bereits geprüft.

Werden Gasspeicher in Zukunft für Wasserstoff genutzt?

Erdgas ist ein zentraler Baustein für den Kohleausstieg – durch den Wechsel von Kohle zu Erdgas (Fuel Switch) kann kurz- und mittelfristig CO₂ eingespart werden. Langfristig soll Erdgas durch Biomethan und Wasserstoff ersetzt werden.

Ist Erdgas mit Blick auf die Energiewende ein Auslaufmodell?
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