Die Solarautos kommen: Lightyear One und Sion

Um die Reichweite von Elektroautos weiter zu erhöhen, wollen einige Hersteller direkt am Fahrzeug Strom erzeugen – mit in die Karosserie eingebauten Solarzellen. Die Solarpanele laden den Akku während der Fahrt auf, sodass der nächste Ladestopp weiter hinausgezögert werden kann. Klingt nach Zukunftsmusik? Keineswegs. In Europa sind zwei Solarautos in der Mache, die innerhalb der nächsten Jahre in Serie produziert werden sollen: der Lightyear One von Lightyear und der Sion von Sono Motors.

Beide Hersteller verfolgen ein ähnliches Ziel und haben dafür ein E-Auto mit in die Außenhaut integrierten Solarzellen entworfen. Der Lightyear One ist eine Limousine der Luxusklasse, während der Sion ein massentauglicher Mini-Van werden soll.

Sowohl das deutsche Unternehmen Sono Motors als auch die Niederländer von Lightyear haben 2016 mit den Planungen für ihr Solarauto-Projekt begonnen. Prototypen existieren bereits und die Fahrzeuge können schon gegen eine Anzahlung reserviert werden. Was du dir genau reservieren kannst, schauen wir uns einmal genauer an und vergleichen den Lightyear One mit dem Sion.


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Lightyear One: Ein Solarauto für Langstrecken

Aerodynamisch, luxuriös und sehr sparsam: Das zeichnet den Lightyear One laut Hersteller aus. Hinter diesem ehrgeizigen Projekt stecken Studenten und Mitarbeiter der Technischen Universität Eindhoven, die bereits früher Erfahrung mit Solarautos gesammelt haben. Das Solar Team Eindhoven hat mehrmals an der World Solar Challenge in Australien teilgenommen und auch gewonnen – mit dem Solarauto Stella und bereits mehreren Nachfolgern.

Der Innenraum des Lightyear One Solarautos.

Der Lightyear One mit der neu interpretierten Mittelkonsole. (©Lightyear)

Die Niederländer setzen auf modernste und federleichte Materialien wie Aluminium und Carbon sowie ein windschnittiges Design, um den Lightyear One möglichst sparsam zu machen. So soll er trotz einer relativ kleinen Batterie eine beachtliche Reichweite von 725 Kilometern erreichen können – und das ohne die Zusatzenergie durch die Solarzellen. Das Solarauto könnte also vor allem für Vielfahrer und lange Strecken interessant sein. Reichweitenangst kommt bei diesem Wagen hoffentlich nicht auf.

Außenansicht des Lightyear One.

Die Außenhaut des Lightyear One mit den integrierten Solarzellen. (©Lightyear)

Nachdem Lightyear zu Beginn Geld über Crowdfunding gesammelt hat, scheint die Finanzierung des Lightyear One nun gesichert zu sein. Die Produktion wird vorbereitet und soll 2020 starten.

Sion: Ein Solarauto für jedermann

Der Sion steht für eine Vision des deutschen Herstellers: von umweltfreundlicher und in vielen Aspekten neu gedachter Mobilität, die möglichst vielen Menschen offensteht. Die drei Gründer von Sono Motors wollten kein einfaches Elektroauto bauen, sondern die Mobilität revolutionieren:

  • Die Solarzellen auf dem Sion sollen Unabhängigkeit auf kurzen Strecken garantieren, und zwar mit komplett emissionsfrei erzeugter Solarenergie.
  • Alles ist auf das Notwendigste reduziert und sparsam gedacht: Der Innenraum ist schnörkellos, es soll den Sion nur in einer Farbe und ohne Sonderausstattung geben. Außerdem ist die Batterie mit einer Reichweite von 255 Kilometern nur so groß, wie sie laut Hersteller für den durchschnittlichen Alltagsgebrauch sein muss.
  • Der Sharing-Gedanke ist direkt mitgedacht: Über eine App soll nicht benötigter Strom aus dem eigenen Sion anderen angeboten werden können, und auch die Suche von Mitfahrern ist komfortabel möglich.
  • Die Produktion des Solarautos erfolgt vollständig mit erneuerbaren Energien.
Der Innenraum des Sion mit dem Luftfilter aus Moos.

Der Innenraum des Sion mit dem Luftfilter aus Moos. (©Sono Motors GmbH)

Mit diesem ambitionierten Gesamtkonzept hat sich Sono Motors 2016 in München zusammengeschlossen. Dabei setzten die Gründer von Anfang an auf Crowdfunding und die Unterstützung von Menschen mit der gleichen Vision. Zudem legen sie den gesamten Prozess und die Finanzierung offen und beteiligen die Unterstützer am späteren Gewinn: Der Sion soll ein Gemeinschaftsprojekt sein.

Die Rückseite des Sion von Sono Motors in der Stadt.

Der Sion von Sonor Motors ist praktikabel und alltagstauglich konzipiert. (©Sono Motors GmbH)

Ein Rückschlag für das Unternehmen war im Dezember 2019 jedoch das verfehlte Ziel einer großen Crowdfunding-Kampagne: Statt 50 Millionen Euro sammelte es nur etwas mehr als 30 Millionen Euro ein. Doch in der bis zum 20. Januar 2020 gelaufenen Verlängerung konnte Sono Motors die Summe von 50 Millionen Euro doch noch erreichen. Damit soll sich auch der für 2021 geplante Produktionsstart realisieren lassen.

Lightyear One und Sion im Vergleich

Lightyear One Sion
Eckdaten Ein Mix aus Limousine und Coupé mit 780 l Gepäckraum, fünf Türen, hochwertiger Ausstattung und besonders leichter Karosserie, aerodynamisch designt Ein Mini-Van mit fünf Türen, 650 l Gepäckraum, einem einfachen und praktikablen Innenraum sowie einer Vorrichtung für eine Anhängerkupplung (750 kg Zuglast)
Solarzellen 5 m² auf dem Dach und der Motorhaube Fast flächendeckend Solarzellen auf Dach, Motorhaube, Heck, Türen und Kotflügeln
Reichweite 725 km 255 km
Verbrauch 14 kWh pro 100 km 8,3 kWh pro 100 km
Ladezeiten
  • Schnellladen: 1 h für etwa 570 km
  • über SchuKo-Stecker: 12 h für 350 km
  • Schnellladen: 30 Min für etwa 204 km
  • über SchuKo-Stecker: 13 h für 255 km
Reichweite durch Solarzellen Bis zu 75 km pro Tag laut auto motor und sport Bis zu 35 km pro Tag
Besonderheiten
  • Jedes Rad hat einen eigenen Motor: für effiziente Energieverteilung
  • Batterie auch als Stromquelle nutzbar
  • Ein Feinstaubfilter mit Islandmoos
  • Bidirektionales Laden (Strom kann abgegeben werden)
  • Reparaturen sollen einfach und günstig möglich sein
Geplante Auslieferung 2021 2022
Voraussichtlicher Preis mit Batterie 149.000 Euro 25.500 Euro

 

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